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träumen die Kriegstreiber vom Schachspielen?

obama sauderschienen bei Asia Times Online

von Pepe Escobar

Übersetzung John Schacher

Der hektische Spin in dieser Millisekunde ist, dass das Weiße Haus einen „harten Blick“ auf den russischen Vorschlag für Bashar al-Assad  wirft, dessen chemisches Waffenarsenal in Syrien unter UN-Kontrolle zu stellen, um damit noch einen weiteren US-Krieg im Nahen Osten zu entschärfen (oder zumindest aufzu- schieben).

Oh, welch ein Genuß auf dem geopolitischen Schachbrett – Russland wirft einen Rettungsanker für US-Präsident Barack Obama, um ihn vor seiner selbst gesponnenen „roten Linie“ zu retten.

Wahre Diplomaten sollen Kriege zu verhindern – nicht als Kriegstreiber posen. Amerikanische Sondermethoden sind dabei natürlich ausgenommen. Gerade als Staatssekretär John Kerry das Pedal bis aufs Metall durchgetreten hatte und auf einer Pressekonferenz in London noch einen weiteren Krieg verkaufen wollte, wurde sein Schläger-Chevy von einem diplomatischen Maserati überholt: dem russischen Außenminister Sergej Lawrow.

Dies war Kerry´s Ansatz:… „… [Assad] könnte jedes einzelne Gramm seiner chemischen Waffen schon in der nächsten Woche an die internationale Gemeinschaft übergeben. Gib es heraus! Alles! Ohne jede Verzögerung und mit der Möglichlickeit einer vollständigen und gesamten Erfassung. Aber er ist weder bereit es zu tun, noch kann es ganz offensichtlich bewerkstelligt werden. “

Es kann getan werden, ganz offensichtlich, denn Lawrow wandte Kerrys Zug sofort gegen ihn – und startete einen zweistufigen Vorschlag nach Damaskus: Syrien stellt seine chemischen Waffen unter UN-Kontrolle, stimmt ihrer späteren Zerstörung zu und erklärt seinen Beitritt zur Organisation für das Verbot chemischer Waffen. Der syrische Außenminister Walid Muallem verlor keine Zeit, der Vereinbarung zuzustimmen. Der Teufel steckt natürlich im Kleingedruckten.

kann mir jemand helfen! Was ist die Botschaft?

Wie vorauszusehen war, brach die Hölle los im State Department. Damn! Scheiss russische Friedensengel! Eine Sprecherin Kerry´s erklärte, dies wäre nur ein „rhetorisches Argument“ gewesen. Es wäre einfach nur „eine Rede“. Damaskus und Moskau hätten eine schreckliche Erfolgsbilanz. Dies sei nur eine „Verzögerungstaktik“. Washington könne Assad nicht trauen. Und selbst wenn es ein „seriöser“ Vorschlag wäre, würde er die Taktik des Weissen Hauses, diesen Krieg dem US-Kongress zu verkaufen, nicht verzögern.

Doch  – zwei Stunden später – sah die künftige US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton es als … „einen ernsthaften Vorschlag“, von „Sekretär Kerry und den Russen“. Und sie machte nach einem Treffen mit Obama höchstpersönlich klar, daß sie dafür sei.

Unterdessen trat die nach Fledermaus-Scheisse verrückte Behörde das Pedal auf das Metall, mit der eiligen Warnung von National Security Adviser Susan „Wolfowitz“ Rice, dass chemische Angriffe in Syrien eine „ernsthafte Bedrohung für unsere nationale Sicherheit“ einschliesslich der „Bürger daheim“ darstellen. Was, kein „Atompilz“?

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