Archiv der Kategorie: Ressort Kultur

Deutsches in Wort und Werk präsentiert von Silvio

eine Reise in das Deutsche Kaiserreich (1871-1918)

aus dem Kunstmuseum Hamburg

mit 94 farbigen Abbildungen.

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Berlin.



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die Überlegenheit deutscher Kultur auf dem Felde der Wissenschaft

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Anmerkung: Der Text entspringt nicht dem bösen Gedankengut aus dem 3. Reich!

Deutschland, der Träger der Welt-Kultur.

 

Es freut mich, dass Sie schliesslich die Überlegenheit deutscher Kultur auf dem Felde der Wissenschaft anerkennen, der reinen sowohl wie der angewandten. Aber obwohl Darwin und Pasteur nur Stufen zum Tempel höherer Wissenschaft sind, behaupten Sie, Herr Professor, dennoch, dass diese Männer die hervorragendsten wissenschaftlichen Führer der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts sind. Es gibt Deutsche wie Rudolf Virchow, der hochbedeutende Cellular-Pathologe, Archäologe und Anthropologe, Robert Koch, der berühmte Bakteriologe, Justus Liebig, der Entdecker der Kohlenstoffpräparate, der auch das Chloroform entdeckt hat und gleichzeitig der Begründer der landwirtschaftlichen Chemie ist.

Sodann Hermann Helmholz, einer der ausgezeichnetsten Männer der Wissenschaft des 19. Jahrhunderts, eine Autorität auf verschiedenen Gebieten, Ernst Häckel, der Naturphilosoph und Zoologe, und mancher andere, der ebenso bedeutend ist wie Darwin und Pasteur. Deutschland hat noch andere Söhne dieser Art hervorgebracht — Männer weltberühmter Errungenschaften: wie Professor Billroth, einen der grössten Chirurgen seiner Zeit, Professor Behring, den Entdecker des Diphtherie-Serums, Professor Ehrlich, dem wir das Salvarsan verdanken, Röntgen, welcher der Welt durch die nach ihm benannten Strahlen einen unendlichen Dienst geleistet hat, und andere, die wunderbare Erfolge zu verzeichnen haben und deren Namen für immer weltberühmt sein werden. die Überlegenheit deutscher Kultur auf dem Felde der Wissenschaft weiterlesen

El Ghazi Kemal Pascha

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Jahrhunderte alte Eifersucht zwischen England und Frankreich, die nur ungefähr 40 Jahre lang geruht hatte, hat ihren neuen Kristallisationskern gefunden. Nach der Niederlage der Mittelmächte Europas scheint nun die Zersetzung der siegreichen Staaten ebenfalls zu beginnen. Die strategisch, ökonomisch und politisch vielleicht wichtigste Stelle der aussereuropäischen politischen Kombination ist die Türkei bezw. ihr altes und noch jetzt von ihr gehaltenes Gebiet, eine Ländermasse, durch die die längst geplante Algier-Port-Said-Sudan Bahn führen soll, zu der alle anderen, bis jetzt vorhandenen Bahnen, die Kap-Kairo, Hedschas-, Libanon-, Bagdad-Bahn nur Zubringerbahnen sein werden.

Palästina, Anatolien, Syrien und die Küste des Marmara-Meeres sind Schlüssel-, Deckungs- und Sicherungspunkte zum Ausbau dieses Systems. England setzte sich nach dem Waffenstillstand mit einem grossen Uebergewicht an Machtmitteln in Konstantinopel fest, auf diese Weise die Dardanellen und den Bosporus beherrschend und gegen Sowjet-Russland eine Barre errichtend, das nun den Weg zu einer Verbindung RusslandTürkei versperrt fand. Mittlerweile war es aber für Russland doch möglich, selbst auf dem Umweg über die neuen, den Weg ebenfalls versperrenden Kaukasus-Staaten, wie Georgien usw. eine aktive Unterstützung der Türkei herzustellen, wodurch gleichzeitig deren Durchtränkung mit bolschewistischen Ideen vorbereitet wird.

Auf diese Weise findet heute eine Bedrohung der westeuropäischen Kultur statt. Da aber Frankreich ebenfalls bestrebt ist, das Gebiet dieser Drei-Erdteil-Ecke an sich zu reissen, so unterstützte es die sich gegen den Friedensvertrag von Sevres auflehnende Angora-Türkei ebenfalls mit Kriegsmaterial, um die englische Politik zur Bescheidenheit zu zwingen und gleichzeitig von Syrien aus, wo sein Einfluss von jeher sehr stark war, seine Machtsphäre zu vergrössem und sich selbst in das Erdteilverbindende-Bahnnetzgebiet hineinzuschieben.

Und der türkische Führer Kemal Pascha siegte und damit siegte auch die französische Politik im Orient. Es ist nun nur eine Frage der Weiterentwicklung dieser Dinge, ob England und Frankreich eines Tages ebenso aneinander geraten werden, wie Deutschland mit England zum Teil nur der Bagdadbahn wegen aneinander geriet. In diesem Falle würde die Türkei wahrscheinlich verstärkt und vergrössert wieder erstehen, gleichzeitig würde die Bolschewisierung der Welt grosse Fortschritte machen, denn die Türkei und Russland hätten wieder gemeinsame Grenzen. Und was bolschewistische Ideen am mittelländischen Meer mit seinem so regen Verkehr bedeuten, vermag man sich leicht vorzustellen, ebenso eine Ausbreitung des Sovjetgedankens am Persischen Golf auf der Strecke nach Indien. Es wäre der Anfang vom Ende Europas, ein Ende, an dem Russland das grösste Interesse hätte.

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die Berliner Polizei

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Im Urteil des New Yorker Polizeikommissars RICHARD ENRIGHT.

Polizeikommissar RICHARD ENRIGHT hat sich in Berlin bereits in Worten höchsten Lobes über die dortige Polizei geäussert; er war Augenzeuge der grossen Demonstration „zum Schutze der Republik“, er sah die Hunderttausende in musterhafter Ordnung und mit tiefem Ernste gegen die Intriguen und Ränke der monarchischen Klique protestieren und bewunderte die Massen, die ohne nennenswertes Polizeiaufgebot, selbst dafür sorgten, dass keinerlei Ruhestörungen oder Ausschreitungen vorkamen.

Das amerikanische Volk ist bekannt für seine tadellose Haltung bei Massendemonstrationen und grossen Ansammlungen; Kommissar Enright hielt indessen mit seinem Lob für die Berliner nicht zurück, weil dort diese „Selbstzucht“ der Massen fast ohne jede Polizeiaufsicht geschah, während hier doch immer der Blaurock dabei sein muss, wenn auch nur pro forma.

Kommissar Enright hat die Berliner Polizei während seines Aufenthaltes bis in’s Kleinste studiert und die Summe seines Studiums im folgenden zusammengefasst:

„Ich traf am 2. Juli in Berlin ein, gerade rechtzeitig, um der grossen Protestkundgebung gegen die monarchischen Umtriebe am 4. Juli beizuwohnen.

An diesem Tage wurde in allen Geschäften um ein Uhr mittags der Betrieb eingestellt, und Eisen- und Strassenbahnarbeiter, Droschkenkutscher, Kellner, Küche, Büro- und andere Angestellte gingen bis 6 Uhr abends an den Streik.

Eine nach Hunderttausenden zählende Menge strömte von allen Seiten der in geschlossenen Reihen mit Musikkapellen und Bannerträgern durch die Hauptverkehrsadern der Stadt dem bestimmten Sammelpunkt in der Mitte der Stadt zu.


Hier wurden keine Reden gehalten, und die Kundgebung ging mit der grössten Ruhe und Ordnung vonstatten. Die Parade an und für sich schien keinen bestimmten Zweck zu haben, und die Teilnehmer schienen wederer besonders interessiert, noch glücklich zu sein. Sie durchzogen ruhig, mit düsteren Mienen die Strassen. Merkwürdig war es, dass vorzugsweise die Marseillaise, das hohe Lied der Revolution, die gegenwärtige Nationalhymne Frankreichs, von den Musikkapellen gespielt wurde. Dies war um so auffallender, als die meisten Umzügler junge Leute waren, die im deutschen Heer im Felde gestanden haben mussten.

Nachdem die Parade ihren Zweck erfüllte, lösten sich die einzelnen Trupps just auf, und um 6 Uhr gingen die Geschäfte wie gewöhnlich weiter. Auf dem Paradeweg und dem Platze, wo sich der Umzug aufflöste, waren verhältnismässig wenig Polizisten zu sehen, obwohl sich in den Höfen der verschiedenen Gebäude eine ziemliche Anzahl zum Teil stark bewaffneter Polizeioffiziere verborgen hielten, um im Notfalle einzuspringen.

Der ungewöhnliche Charakter dieser zur Unterstützung der herrschenden Regierung und nicht in Auflehnung gegen Gesetz und Ordnung abgehaltenen Demonstration ersparte es der Polizei, für die Bewachung der Strassen besondere Massnahmen zu treffen.


Die Einwohnerzahl Berlins beträgt ungefähr vier Millionen, von denen nur etwa 160.000 Fremde sind. Ausserdem passieren täglich ungefähr 20.000 ausländische Touristen, unter denen sich viele russische und andere osteuropäische Flüchtlinge befinden, die Metropole an der Spree. die Berliner Polizei weiterlesen