Gregor Gysi: „Patron der Stasi“?

G. Gysi 2013 - Bild: Wikipedia
G. Gysi 2013 – Bild: Wikipedia

erschienen bei unzensuriert.at

Danke an Waffenstudent

„Patron der Stasi“: Diese pointierte Bezeichnung des DDR-Bürgerrechtlers Rolf Henrich lässt Gregor Gysi, den Granden der Linkspartei, erneut im Zweilicht stehen. Neue Archivalien-Funde und Interpretationen von Experten aus dem Umfeld der Birthler-Behörde bringen den damals privilegierten „DDR“-Anwalt erneut in schwere Bedrängnis. Sie sind weitere Mosaiksteine, die ein für Gysi sehr unschönes Bild verdichten. Schon seit langem ist klar: Der eloquente Medienliebling war im grauen Alltag des SED-Staates ein getreuer „Systemling“, ein Zuträger und Scharfmacher.

Henrich hat diese andere Seite Gysis erlebt. Der Kollege Gysis wurde nach der Veröffentlichung des Werkes „Der vormundschaftliche Staat“ (1989) als Anwalt kaltgestellt, verlor die Zulassung und damit seine Existenz. Die Stasi sah in dem Oppositionellen einen Staatsfeind, der Apparat wollte den Kritiker fertigmachen, die übliche Routine wurde in Gang gesetzt. Vor wenigen Monaten musste Henrich aus Dokumenten erfahren, dass Gysi als Vorsitzender des DDR-Anwaltskollegs der Stasi die Verfolgung des Bürgerrechtlers mittels des Gummiparagraphen „Staatsfeindliche Hetze“ (§106 StGB der DDR) geradezu aufnötigte. Gysi, ein Denunziant reinsten Wassers, kritisierte angesichts des noch ausbleibenden Strafverfahrens, die „nicht nachvollziehbare“ Entscheidungsfindung von Staatsanwaltschaft und Mielke-Apparat. Das DDR-Verfolgungstandem war dem System-Anwalt schlichtweg zu lasch.

„Notar“, „Gregor“: Hinter den IM könnte sich Gysi verborgen haben

Bereits die Archivfunde in Zusammenhang mit den bislang nicht identifizierten „Inoffiziellen Mitarbeitern“ (IM) „Gregor“ und „Notar“ legten den begründeten Verdacht nahe, dass Gysi unter diesen Decknamen als Informant und Handlanger der Stasi arbeitete. Die einschlägigen, von Gysi als „Stasi-Sammelmappe“ abqualifizierten Dokumente, in denen sogar eine von Erich Mielke signierte Auszeichnung des IM festgehalten wurde (1985), erhärteten damals den Verdacht. In Anwalt Gysi fand die Staatsführung einen Juristen, der heiße politische Eisen anfassen sollte. Sie schob Gysi vor, um eine sublime und diskrete politische Sedierung von lauten Kritikern zu erreichen. Dem Westen gaukelte man eine seriöse anwaltliche Vertretung vor, intern strebte man ein Verschwinden der Wortführer aus der öffentlichen Wahrnehmung an. Insbesondere in den Fällen der Dissidenten Bahro (2 Jahre Haft wegen „staatsfeindlicher Hetze“) und Havemann wurde Gysi von oben eingeschaltet. Sein Vater (Minister Klaus Gysi) hatte direkten Zugang zu Honecker, der den Ost-Berliner Anwalt Gysi „herzlich grüßen“ ließ. Honecker definierte sogar den Auftrag („Ein Vertrauensverhältnis zu Havemann aufbauen, damit er seine Außen-Propaganda einstellt“).

Doppelspiel und Camouflage im Dienste der Stasi

Bezeichnend: Immer wenn Gysi anwaltlich aktiv wurde, tauchten in den Stasi-Dokumenten parallel die Decknamen der von der Stasi eingesetzten IM „Gregor“ und „Notar“ auf. Sie reichten Führungsoffizieren heikle Informationen weiter, akribisch aufgelistet und kommentiert. Beide IM wussten sehr genau, was die Stasi-Führungsebene lesen wollte. Die verstörenden Dokumente zeugen von Erfassungswahn und geschmackloser Anschmeißerei. Beide IM (oder eben ein IM mit zwei Decknamen) wollten sich als „1000%-ige“ andienen. Sie gaben über Gysis Mandanten vertrauliche Informationen weiter, die aus erster Hand stammen mussten. Katja Havemann („Gysi hat unser Leben vergiftet“), die Witwe des Dissidenten, stellte schon vor über zehn Jahren fest, dass „Gregor“ und „Notar“ die stasiüblichen Decknamen Gysis sein mussten. Andere Erklärungen schieden angesichts ihrer Beobachtungen und der Aktenlage für sie als völlig unrealistisch aus. Denn zahlreiche Gesprächsinhalte, die auf Stasi-Schreibtischen landeten, stammten allesamt aus den „vertraulichen“ Gesprächen zwischen Havemann und Gysi. Ein Doppelspiel von Stasi und Gysi wird greifbar: Um der Camouflage der anwaltlichen Unabhängigkeit genüge zu tun, fertigte man „offizielle“ Schriftstücke an, inoffiziell informierte Gysi höchstwahrscheinlich in Gestalt von „Notar“ und „Gregor“ umfassend und systemtreu. Dass „Notar“ und „Gregor“ auch über den Fall Havemann stetig aus ihren Umfeldern (die merkwürdigerweise mit dem Gysis kongruent waren) der Stasi berichteten, zeigt die Tiefe und Tragweite der Kooperation.

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4 Gedanken zu „Gregor Gysi: „Patron der Stasi“?

  1. Um der Sprach – und Kommentarlosigkeit des beobachtenden Publikums einmal ein Ende zu setzen: Der jüdische Alterspräsident des Bundestages, Stefan Heym, sagte zu Vorwürfen gegen Gysi schon damals: „Lassen sie mir doch den Gysi in Ruhe [seine Schweinereien fort treiben].“

    Der einzige Sozialist und damit echte Oppositionelle, Oskar Lafontaine, ist durch Gysis Blutsschwester, Sarah Wagenknecht, warm geritten und damit kalt gestellt worden.

    Somit hat Gysi im Zwielicht seines Daseins -ohne Konkurrenz und mit dickem Fell- freie Bahn, die gesteuerte Opposition des Bundestages für alle Bildzeitungsabiturienten als gefälschte Antithese vorzuführen.

    Ob dieser kleingewachsene jüdische Gauner ohne Präsidententitel dabei glücklich ist?

    Fragt ihn selber! Denn eigentlich will der Vogel mehr, viel mehr.

  2. Übrigens ist es bezeichnend, dass alle gleichgeschalteten Presseorgane ihre Kommentarfunktionen zum Tode von Ariel Scharon und zu seiner Beerdigung abgeschaltet haben.

    Das liegt einfach nur daran, dass die investigativ-gekauften Chefredakteure sich auch einmal in Ruhe besaufen wollen, damit für die Heuchelei kommender Tage wieder viel Platz in der verkrüppelten Seele geschaffen wird:

    Post vom Igel

    Liebster Ariel!

    Du warst ein Großer, Ein Held, Ein Hero!

    Leider können die Namen aller derer, die Du tapfer und im höchsten Heldenmut ermordet hast, nicht alle auf einem Grabstein verewigt werden.

    Das ist tragisch. Tragischer aber noch ist der Verlust, den wir durch deinen Tod erleiden.

    Die kommenden Tage, Monate, Jahre und sogar Jahrhunderte ohne Dich werden dunkler für uns werden. Denn Du warst uns eine Fackel in der Dunkelheit gegen die Barberei für Recht, Toleranz und Mitmenschlichkeit.

    Ariel, fahre wohl!

    Dein Hans Josef von Igel

  3. @ Hans mein Igel

    Einsame Klasse Dein Kommentar! – Leider nicht von mir!

    „Der einzige Sozialist und damit echte Oppositionelle, Oskar Lafontaine, ist durch Gysis Blutsschwester, Sarah Wagenknecht, warm geritten und damit kalt gestellt worden.“

  4. NATO-Gysi „… Gregor Gysi. Dem ist die Präambel im Entwurf des Europa-Wahlprogramms, in dem die EU neoliberal, undemokratisch und militaristisch genannt wird, zu kritisch und die Nato-Forderung zu national. …“ ein verlogener falscher Fuffziger … seht oder höhrt euch nur die Ausschnitte aus dem ARD-Sommerinterview mit Gysi 2010 und 2013 an

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