Libya wa bas

Ali Zeidan Libya PMerschienen bei chartophyleikon tou polemou

Der rein formaljuristisch deklarierte Grund, aus dem man vor einer Woche den libyschen Premier Ali Seidan kurzzeitig verschleppt hatte, soll die Ergreifung des durchaus nicht unbekannten Herrn Abu Ansa al-Libi durch US-amerikanische Spezialeinheiten gewesen sein (wobei diese Spezialeinheiten, nach Augenzeugenberichten u.a. der Frau des Verhafteten, ein reines libysches Arabisch gesprochen haben sollen). Der “Oberste Revolutionsrat”, welcher Seidan in seine Gewalt gebracht hatte, ließ verlauten, Seidan habe zumindest Kenntnis von der bevorstehenden Ergreifung des Abu Ansa al-Libi gehabt und sei damit “Mittäter”.

Mit diesem “Obersten Revolutionsrat” sind zumindest einige Regierungs- und Parlamentsmitglieder assoziiert, darunter der Parlamentssprecher sowie Abdelrahman Suehli, der “Chef von Misurata”. Der Parlamentssprecher hat vor einigen Monaten einen Erlass über die Schaffung eines “Operativen Stabs” beim Obersten Revolutionsrat herausgegeben; dieses Kommando sollte die Sicherheit der Hauptstadt Tripolis gewährleisten und war schließlich die Kraft, welche die Entführung Seidans bewerkstelligte. Mit anderen Worten, dahinter stecken all jene, die schon immer gegen Seidan und mit den Golfmonarchien waren.

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4 Gedanken zu „Libya wa bas

  1. Soeben stand es in den Nachrichten: Militärpolizeichef wurde vor seinem Haus in Bengasi erschossen. Ahmed Al-Barghathi, er war einer der ersten, die sich dem Aufstand gegen Gaddafi angeschlossen hatte. Ich freue mich nicht darüber, wie Auge um Auge, Zahn um Zahn, aber man soll dann schon merken; es kommt alles zurück. Andere werden wohl Angst bekommen…..können nicht mehr unbeschwert leben. Sie müssen mit der Angst leben.

    1. @ einspruch
      hilflose Ansage, da der Westen kein Interesse an einer Gesundung der libyschen Verhältnisse hat. Irgendwie wollen die das nicht verstehen, oder? Wollen bilaterale Beziehungen und Hilfe nicht von ihrer „gewählten“ Regierung, sondern von denen, die sie überfallen und ausgeraubt haben… Flüchtlingsrückführung und Freilassung/Aufarbeitung der Foltergefangenen kosten Geld, das der Westen nicht hat/haben will.
      Das müssten die IM Land lösen, nicht von aussen!

  2. @Jo: das Problem ist, daß es keine innere Lösung geben wird, solange maßgebliche Interessen von außen das Chaos fördern. Ich sehe das mehr als ein Angebot/Werbung an an einer Restauration Libyens interessierte Kreise im Ausland (Ru, China, eventuell USA, wenn der Syrienschwenk erweitert wird) . Gleichzeitig ist es natürlich auch eine Positionierung im Inneren. Ich sehe allerdings im Moment keine inneren Bedingungen für eine Lösung von innen – bis das Durcheinander von Stammes-, Gruppen- und ideologischen Interessen sich klärt wird wohl noch viel Zeit und Leid nötig sein. Wünsche trotzdem das Beste.

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