Menschenrechte, die substanzlose Makulatur

Mit Menschen I-1 (2)von John Schacher

An einem Gedenktag (wie heute zu Dresden) trifft neues Unrecht auf besonders sensiblen Herzensboden und so kommt es, daß zwei Berichte über Verbrechen gegen internationales Recht – begangen von den Hütern dieses Rechts selbst – besonders hart aufstossen.

Beim Honigmann erschien heute ein Teaser auf folgenden, sehr empfehlenswerten Focus-Artikel:, der auch wieder deutlich darauf hinweist, wie sehr es die britischen Konzentrationslager-Erfinder lieben, diesen barbarischen Terrorakt anzuwenden und dabei sogar ganz bewusst unschuldige Menschen in Massen einzupferchen (in Libyen bestehen nach wie vor Foltergefängnisse sowie die Tawergha-Lager… ):

http://www.focus.de/politik/ausland/tid-29413/report-todes-folter-im-namen-der-majestaet_aid_901637.html

„Gerhard Menzel, den FOCUS kürzlich interviewte, ist der letzte Überlebende des Verhörzentrums Bad Nenndorf. Er zählte zu den 372 Männern und 44 Frauen, die von britischen Greifkommandos gefasst und eingekerkert worden waren.

Vor diesem Hintergrund regte Stewart Menzies, Chef des Auslandsgeheimdienstes MI-6, an, zur Prävention 275.000 Deutsche in Lagern zu internieren.

Am 19. Juni 1946, als Gerhard Menzel in Hamburg auf offener Straße von britischen Agenten verschleppt wurde, war der Zweite Weltkrieg für den jungen Mann längst abgehakt. Staunend erfuhr er den Haftgrund: Er sei vorzeitig aus sowjetischer Gefangenschaft freigelassen und als angeworbener Moskauer Agent in die britische Besatzungszone geschickt worden. Später sollte sich herausstellen, dass Menzel denunziert worden war. …“

Und bei der ARD verschwand im Schnelldurchlauf nachfolgend verlinkter Artikel aus dem RSS-Feed. Ist ja auch zu peinlich! Israel hält sich nicht an die grundsätzlichsten internationalen Vereinbarungen und lässt ausländische Bürger in Geheimgefängnissen verschwinden – für immer:

http://www.tagesschau.de/ausland/israel1372.html

„Der Name: Offenbar Ben Zygier. Geboren wohl in Melbourne, Australien. Alter bei Eintritt des Todes: Vermutlich 34 Jahre. Im Dezember 2010 soll sich der junge Mann in einem israelischen Gefängnis erhängt haben. … Die israelische Regierung informiert offenbar nicht einmal die Australier, dass einer ihrer Staatsbürger erstickt ist. Erst jetzt, gut zwei Jahre nach seinem Tod, berichtet das australische Fernsehen über Details in dem undurchsichtigen Fall.

Er sei nicht zuständig, antwortet Justizminister Jaakov Neeman. Der Fall müsse aber untersucht werden. Da hatte er sich offenbar nicht mit Regierungschef Benjamin Netanjahu abgesprochen. Dessen Büro berief nach dem Bericht aus Australien das sogenannte Israelische Redakteurs-Komitee ein. Die Teilnehmer der Sitzung, Chefredakteure und Publizisten, sollten überzeugt werden, nicht über die Enthüllungen zu berichten.

Wie lange leben wir noch in einer Zivilisationsstufe, in der solch schwere Verstösse gegen internationales Recht von den selbsternannten „Hütern“ desselben begangen werden können, ohne dass eine gerichtliche Verfolgung dieser Untaten – oder einfach das Eintreten von Gerechtigkeit – möglich wäre. Nein, hier und heute wird sogar das Gedenken als staatsfeindlicher Akt gesehen und behandelt.

Während ein Staat wie Israel seit Jahrzehnten ungestraft Bürger anderer Staaten ums Leben bringt, ohne dass dieser „internationale Partnerstaat“ seine Bürger in irgendeiner Weise schützen könnte. Manchmal finden diese Dinge nicht mal den Weg aufs Papier – so unwichtig sind Realiäten im Windschatten der inbrünstig ausgerufenen Menschenrechte.

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