Schlagwort-Archiv: Zintan

Libyen-Splitter 24.8.14

libya new 14von Leonor Massanet

Danke an Valeria

Übersetzung John Schacher

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An alle West-Medien:

Der internationale Flughafen von Trípolis in Libyen ist wieder in Händen der Stammeskrieger und der Zintan-Brigade. Am Donnerstag liess man die Ungläubigen (Misrata-Milizen) in den Flughafen eindringen, gestern dann (23.8.14) wurden sie Opfer eines Hinterhalts der Stämme sowie der Zintan-Brigade.

Die im Flughafen befindlichen Misrata-Milizen verloren mehr als 250 ihrer Männer und liessen den Großteil ihrer Bewaffnung zurück, um ihr Leben zu retten. Deshalb bitten wir darum, keine unzutreffenden Meldungen mehr zu veröffentlichen, die ihre Leserschaft desinformieren.

WIR SIND NICHT WIE DIE MISRATA-RASSISTEN, WELCHE DIE WESTMEDIEN ÜBER IHRE TÄTIGKEIT BELÜGEN UND BETRÜGEN!

WIR HÜLLEN UNS IN SCHWEIGEN UND ARBEITEN leise. WIR VERKÜNDIGEN WEDER SIEGE NOCH VERLUSTE, WIE ES DIE MISRATIS TUN, WELCHE ANGST VOR IHREN EIGENEN SCHATTEN HABEN.

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Die vorstehende Information stammt vom Sprecher des libyschen Stammesrates.

Leonor Massanet Arbona

Anm. Jo: eigenartig, daß gerade RT falsch darüber berichtete und das gestern abend noch… mit wem sind deren Korrespondenten wohl im Bette…

 

Libyen: Saif al-Islam und die beschämende Propaganda der „Regierung“

saif mit kopftucherschienen bei Viva Libya – Danke an Yvonne

von Alexandra Valiente

Übersetzung John Schacher

heute wurde ein 1 Minuten-Segment eines Interview mit Saif von „Good Morning Libya“ veröffentlicht

Laut Angaben des Regimes wurde Saif in Zintan interviewed. Die Fragen boten keine Gelegenheit für Saif, seine echten Gedanken und Gefühle zu offenbaren. Er wurde gezwungen, einem Skript zum alleinigen Nutzen des Regimes zu folgen. Dies war eine Verletzung seines Rechts auf Handlungsfreiheit und frei für sich selbst in einer Weise zu sprechen, die ihm einen Weg für einen fairen und transparenten Prozess eröffnen würde. Zudem durfte er seinen Ansichten in Bezug auf eine potenzielle Gerichtsverhandlung in Den Haag keinerlei Ausdruck geben.

(Siehe: nichtunterzeichnete Aussagen von Saif Al Islam Gaddafi | Saif Al Islam Gaddafi wird ausgeführt, wenn in Libyen versucht werden muss)

„… Saif Al-Islam hat in Zintan ein seltsames einminütiges TV-Interview gegeben, in dem er nur drei Fragen beantwortete, die im Voraus mit seinem Anwalt vereinbart worden waren.

Saif wurde über seine Gesundheit gefragt und ob er von Menschenrechtsorganisationen und Mitgliedern seiner Familie besucht wurde. Zu beiden Anfragen antwortete er …

„Ja. Gott sei Dank. „

Der Interviewer fragte dann, warum er seinen Prozeß in Zintan und nicht Tripoli wolle.

Saif … fragte den Interviewer, ob denn Zintan nicht Teil von Libyen wäre?

Der Interviewer sagte, es sei so, worauf Saif erwiderte…

„Na, da bist du ja dann.“

Der Fernsehsender hatte Saif´s libyschen Anwalt, Mohamed Abu Semah und die Zintan-Behörden überzeugt …, dass er auf dem Bildschirm erscheinung solte, um Gerüchten zu begegnen, dass er der Haft entkommen sei und das Land verlassen habe.

Saif ausgedrücktes Einverständnis mit einem libyschen Gericht ist neu.

In der Vergangenheit hatten die Anwälte der Verteidigung, die für ihn durch den Internationalen Strafgerichtshof berufen wurden, erklärt, dass ihr Mandant seinen Prozeß in Den Haag wünsche, weil er nicht glaube, dass er in seiner Heimat einen fairen Prozess erhalten würde. Libyen weigert sich immer noch gegen ein Ersuchen des ICC zur Übergabe von Saif. Der ICC hat aber nun akzeptiert, dass der Prozeß gegen Gaddafis ehemaligen Sicherheitschef Abdullah Senussi nun in Libyen stattfinden wird. Senussi´s ICC Verteidigungs-Team ist derzeit in Berufung gegen diese Entscheidung, obwohl sein Prozess in Tripolis gerade in Gange gesetzt wird.

Saif sollte im gleichen Gerichtssaal in Tripolis zu sehen sein, aber trotz Forderungen aus dem Ministerium für Justiz ist er nicht aus Zintan dorthin gebracht worden.“


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die Fakten:

  • Wir haben keine Gewissheit darüber, wann diese Filmaufnahmen gemacht.
  • Wir haben noch keine Beweis, dass Saif derzeit in Zintan ist, oder er sicher bzw. am Leben ist.
  • Es gibt keine Aufzeichnungen über die jüngsten Besuche von Menschenrechtsorganisationen. Mehrere offizielle Menschenrechtsgruppen haben wiederholt versucht, Saif zu besuchen und wurden abgewiesen.
  • Saif hatte nicht die Freiheit, seinen eigenen Rechtsbeistand zu wählen.
  • Saif´s vom ICC ernannten gesetzlichen Vertretern wurde nie Zugang zu ihrem Mandanten gewährt.
  • Saif hat unmissverständlich klar gemacht, er wolle nicht in Libyen verhandelt werden, weil es keine funktionierende Regierung oder Justiz gebe, die ihm einen fairen Prozess garantieren.
  • Saif war noch nie Kontakt zu seiner Familie oder Freunden.

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Libyen: Saif-enoper – nächster Akt

saif al islam 812von John Schacher

Heute meldet Ria zum wiederholten Male den Prozeßbeginn gegen Saif al-Islam – diesmal ab 19. September in Libyen. Diese Feigenblattmeldungen samt anschliessender Abfilmung… sind natürlich allesamt nicht ernst zu nehmen.

 

Wo sind und wie geht es den uns bekannten Top-Gefangenen der libyschen Jamahiriya? Leben Dr. Dorda, der ehemalige, von Tunesien ausgelieferte Premierminister Bagdadi al-Mamoudi, Saif al-Islam oder Abdullah al-Senussi überhaupt noch? Oder wurden sie in den al-Qaeda-Foltergefängnissen bereits vernichtet?

Internationale Organisationen berichten von fortdauernden Kriegsgefangenschaften ohne irgendwelche Ansätze zur Registrierung oder Hilfe… kein Plan ist in Sicht! Was soll die Justiz eines solchen Landes denn leisten können, wenn sie solch offensichtliche Mißstände in ihrem System nicht beseitigen kann – vollkommen macht- und zahnlos ist? JA nicht einmal guten Willen zeigt..!

Wie die letzten Meldungen nahelegen, hat sich der Misrata-Einfluss mittlerweile nach Tripolis ausgedehnt. So stehen dementsprechend Tripolis die Zintan-Interessen noch diametraler gegenüber, als die Situation zu Gaddafi-Zeiten war. Zudem beklagen sich die Berberstämme sprachlich, gesellschaftlich und schultechnisch nun noch mehr diskriminiert zu werden als in der Jamahiriya, was die Region Tripolis zusätzlich destabilisiert. Die Instabilität der Kyrenaika (Benghasi, Derna, Tobruk…) ist bekannt, ebenso der „wilde Süden“, wo in der Wüste seit 2 Jahren völlige Gesetzlosigkeit herrscht und unbeschreibliche Verbrechen unbemerkt stattfinden. Der einzige Hort von Stabilität und Normalität war Bani Walid – weshalb man es nochmals dem Erdboden gleichmachen wollte.

Für Libyen zeichnet sich in keinerlei Weise eine Lösung ab, nicht mal eine Verbesserung ist in Sicht. Die US-NATO-„Rebellen“ und ihre geheimdienstlichen Herren haben ihre Arbeit sehr gründlich gemacht und einen „Horror“ gesetzt, der jeden Atemzug in Libyen begleitet.

Libyen: Saif al-Islam vor Gericht in Zintan

von John Schacher – Danke an Armeeverkauf & Herb

Was wirklich mit und um Saif al-Islam Gaddafi los ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin lebt er offenbar noch! Der Film und einige Pressemeldungen weisen auf seine zweite Anhörung in Zintan wegen Kriegsverbrechen etc. hin. Zudem bürgt RT im Grundsatz für Nachrichten-Qualität – sollte also kein Hoax sein…

Saif droht die Todesstrafe. Laut Meldungen soll er geäussert haben, er würde lieber vor dem internationalen Gerichtshof in DenHaag stehen – in Libyen käme ein Prozeß gegen ihn einem Mord gleich.


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Quellen: mail.com. scoop.it