Schlagwort-Archive: Weltall

Galileo Galilei: Der Prozeß

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Vorspiel.

Wegen der Veröffentlichung seines Dialoges wurde Galilei vor die Inquisition geladen. Er sollte sich verantworten, weil er in diesen Ausführungen die 1616 verbotene Lehre des Kopernikus als wahr hingestellt hatte. Allerdings hat Galilei in einer Einleitung versucht, dem Leser vorzutäuschen, daß er das kopernikanische System gar nicht für wahr halte, sondern es nur auseinandersetzen wolle. Diese Einleitung war zwischen ihm und dem Zensor genau besprochen worden. Es läßt sich heute nicht aktenmäßig feststellen, aus welchem Grunde der Papst sich nach der Veröffentlichung des Dialogs so außerordentlich feindselig gegen Galilei verhielt, wie er es wirklich tat. Urban VIII. verlangte, daß der florentinische Hofmathematiker sofort nach Rom kommen solle. Der im 69. Lebensjahr stehende Galilei wies vergebens auf seinen sehr bedenklichen Gesundheitszustand hin. Wenn er nicht freiwillig komme, ließ Urban sagen, so werde er ihn in Ketten legen und in diesem Zustand nach Rom transportieren lassen! Der Papst maßte sich die richterliche Gewalt in geistlichen Dingen in allen katholischen Ländern an — und Florenz war nicht Venedig! Der Großherzog Ferdinand II. wagte gegen den gefürchteten und als sehr energisch bekannten Urban VIII. nicht den geringsten Widerspruch. Er riet selbst zur Abreise. Mitten im Winter wurde der greise Gelehrte durch das von der Pest verseuchte Land in einer Sänfte nach Rom getragen, wo er am 13. Februar 1633 ankam. Unterwegs hatte er eine zehntägige Quarantäne an der Grenze des Kirchenstaates erdulden müssen.

Galileo Galilei: Der Prozeß weiterlesen

die Quellen der germanischen Mythologie

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Da du lebtest, lebte auch ich,
Da hättest du gerne gefangen mich.
Nun bist du tot, nun hast du mich,
Und daß ich sterbe, was hilft es dich?“

Über dem Beginn der griechischen Geschichte steht wie ein Morgenrot die homerische Poesie.

Hellenische und asiatische Fürsten verlassen ihre schimmernden Stadtpaläste, um zehn Jahre hindurch auf dem Gefilde zwischen dem schiffbedeckten Gestade, Priams hoher Feste und dem waldigen Idagebirge um schöne Weiber, Waffen, Schätze und Ruhm mit einander zu ringen. Dann fahren sie von Trojas rauchenden Trümmern in ihren dunklen Schiffen heim, manche von Insel zu Insel, von einem Abenteuer zum andern verschlagen, bis in die Tiefe des Hades hinab. Über alles ragt der Berg Olympos, auf dessen Gipfel unter Vater Zeus Lenkung die glanzvolle Götterfamilie wohnt, ewig und selig und doch oft von Liebe und Haß unter sich entzweit und in Liebe und Haß dem Treiben der Sterblichen dort unten zugewandt. So schwingen sie sich denn auch hilfreich oder verderblich zu ihnen herab oder empfangen droben den Fettdampf ihrer reichen Schlachtopfer oder die Gebete, die aus einfachen Tempeln zu ihnen aufsteigen. Auf einer nicht weiten und fest umrissenen Bühne, den Wogen und Inseln und Küsten des östlichen Mittelmeers, bewegen sich diese Menschen und diese Götter, nach Alter und Geschlecht, Geburt und Schicksal, Wuchs und Gemüt, Rang und Beruf scharf von einander geschieden. Ihre klare, milde, freie Schönheit, die reife und doch so frische Frucht einer langen Kultur, erquickt uns fremde Ungläubige noch heute, und ihr phantastisches Bild schwebt noch heute uns vor Augen wie eine zwar zerronnene, einst aber lebendig gewesene Wirklichkeit.

die Quellen der germanischen Mythologie weiterlesen