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Syrien: der durchgesickerte Report der Beobachter der Arabischen Liga

erschienen bei einartysken

Wir möchten unsere Leser mit dem Bericht der Beobachtermission der Arabischen Liga in Syrien bekannt machen. Der Bericht gibt die Existenz von „bewaffneten Einheiten“ zu, die am Töten von Zivilisten und Polizisten beteiligt sind und an der Durchführung von Terrorakten, die zu Aktionen der Regierungstruppen führten.

Der Bericht bezieht sich sowohl auf „bewaffnete Oppositionsgruppen“ als auch auf die „Freie Syrische Armee“, die beide, laut AL Mission an der willkürlichen Tötung von unschuldigen Zivilisten beteiligt sind.

In einigen Zonen haben diese bewaffneten Einheiten die syrischen Sicherheitskräfte und Bürger angegriffen, worauf die Regierung mit weiterer Gewalt antwortete. Am Ende bezahlen die Bürger den Preis für diese Aktionen mit Leib und Leben.

„In Homs, Idlib und Hama wurde die Mission Zeuge von Gewalttaten, die gegen die Armee der Regierung und Zivilisten begangen wurden, was zu mehreren Toten und Verletzten führte. Bespiele für solche Akte sind das Bomben eines zivilen Buses, wobei acht Personen getötet und mehrere verwundet wurden, sowohl Kinder als auch Frauen, sowie die Bombardierung eines Zuges, der Dieselöl transportierte. Bei einem anderen Vorfall in Homs wurde eine Polizeistation in die Luft gesprengt, wobei zwei Beamte getötet wurden. Eine Ölpipeline und einige kleinere Brücken wurden ebenfalls gesprengt.“
„Derlei Vorfälle umfassen das Sprengen von Gebäuden, Zügen mit Brennstoff, Fahrzeugen, die Dieselöl transportieren und Sprengattentate auf die Polizei, Mitglieder der Medien und Ölpipelines. Manche dieser Angriffe werden von der Freien Syrischen Armee und manche von den bewaffneten Oppositionsgruppen begangen.“

Die Mission bemerkte auch, dass „laut ihrer Teams vor Ort, die Natur dieser Vorfälle und die Zahl der getöteten Personen und die Anzahl der Demonstranten von den Medien übertrieben würden.“

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eigentlich ein Fall für Den Haag: offene Kriegshetzerei der BILD

Bild: botrostours.at

von John Schacher

Wer heute den online-Auftritt der BILD besucht, glaubt sich einer Parallelwelt. Eine ganze Kaskade von offensichtlich falschen Thesen, begleitet von Schlagzeilen wie „Gaddafi läßt Leichen verminen“, oder „Gaddafi-Tochter nutzt menschliche Schutzschilde“ erschlägt den Leser förmlich. Dass der Michel für so blöd gehalten wird (oder werden kann), ist an sich schon ein Kriegsgrund.

Doch da der Ton bekanntlich die Musik macht, lohnt sich das Überfliegen der BILD-Zeilen irgendwie doch:


DER KRIEG IN LIBYEN GEHT WEITER!
Immer neue perfide Ideen hat das Regime von Muammar Gaddafi im blutigen Kampf gegen sein Volk.
Aufständische aus Misrata berichten, die Soldaten des Diktators benutzten Hubschrauber mit dem Symbol des Roten Kreuzes, um Minen im Hafen zu verstecken. Streubomben seien nach wie vor im Einsatz – zwei grausame Zeichen für die illegale Kriegsführung der Gaddafi-Schergen.
Gaddafi-Schergen, Gaddafi-Soldaten, Gaddafi-Krieger – aber wo steckt eigentlich Gaddafi selbst?“…..

Und so geht es in einem fort. Was macht der gewitzte Redakteur, wenn er keinerlei neue Informationen hat? Richtig, er spekuliert! Jetzt wird wie weiland… wieder einmal auf den Tod des Bösewichts angespielt. Wie spannend. Und wie kurzlebig! (Nachtrag am 12.5.2011 Gaddafi zeigt sich im Staatsfernsehen – Gerüchte über seinen Tod widerlegt):

„Seit neun Tagen kein Lebenszeichen des Kriegstreibers!
Nicht einmal zur Beerdigung seines jüngsten Sohnes ließ er sich blicken!
IST GADDAFI LÄNGST TOT?
Die italienische Zeitung „La Stampa“ spekuliert, Gaddafi könnte tot oder bei dem Nato-Bombardement schwer verletzt worden sein.“

Die einzige letztlich verwertbare Information kommt –  bei BILD natürlich völlig entgegen dem journalistischen Grundsatz, mit dem Wichtigen zu beginnen – völlig versteckt am Ende daher: ein Botschafter hat offenbar indiskret berichtet, dass die NATO bei ihrem Anschlag auf die Gaddafi-Familie mitten in einem Wohngebiet in Tripolis spezielle „Hochdruck“-Bomben eingesetzt und damit hohe zivile Verluste billigend hingenommen hat.

„Die Zeitung beruft sich dabei auf diplomatische Kreise, auf die 45 in Tripolis verbliebenen Auslandsrepräsentanten. Ein Botschafter in Tripolis wird wörtlich zitiert:
„In dieser Nacht wurden wir in Oberst Gaddafis Zentrale gebracht. Alles war zerstört. Die Nato hat Spezial-Bomben eingesetzt, die eine gewaltigen horizontalen Druck erzeugen. Es ist schwer, einen solchen Angriff zu überleben…“

Fazit: Es bleibt nur zu sagen: wenn unserein freier Journalist solcherlei Ergüsse verbreiten würde, wären schnell Verfassungsschutz und Gerichte – und dies berechtigterweise – im Spiel, während BILD dies bislang noch folgenlos tun darf. Hoffentlich ist der Tag nicht mehr fern, an dem sich dies ändert und die Verantwortlichen zu Rechenschaft & Umschulung gezogen werden.


Zitatenquelle: 1 Seite BILD.de