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Deutsche Mythologie – Schicksalsgeister

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Auf einfachem Grunde erhebt sich das düster erhabene Bild der Schicksalsfrauen. Um den Alp zu besänftigen, der den Schläfer drückte und sein Blut aussaugte, stellte man Speise und Trank auf deu Tisch. Fand der Alp die angerichtete Mahlzeit vor, so verschonte er den Menschen mit seiner Verfolgung. Daraus entstand der Glaube, daß des Hauses Glück und Unglück an der Bereitung des Mahles hänge. Da mit besonderer Vorsicht die kleinen Kinder vor den Angriffen des Alps geschützt wurden, erweiterte sich der Glaube an die Macht des Alps über Glück und Unglück zu der Vorstellung, das den Glücksgeistern gerüstete Mahl sei von Bedeutung für das Schicksal des Neugeborenen wie für das ganze Leben des Kindes. So wurde die Mahr zur Verwalterin von Glück und Unglück. Sie besaß die Gewalt, die Seelen ihrer Bestimmung, Mensch zu werden, zu entfremden und in der Gemeinschaft der Seelen- und Alpwesen zurückzu halten. Daß in diesem Glauben die Vorstellung von den Schicksalsweibern ihre tiefste Wurzel hat, lehrt das Zeugnis Burchards von Worms. „Hast du geglaubt“, lautet eine Beichtfrage, „was einige zu glauben pflegen, daß jene, die im Volksglauben Parcae heißen, wirklich bestehen und bei der Geburt eines Menschen ihn zu dem bestimmen können, was sie wollen, nämlich daß ein solcher sich, wenn er will, in einen Wolf verwandeln kann, was die Torheit der Menge Werwolf nennt, oder in irgend eine andere Gestalt?“. Und eine andere Frage lautet: „Hast du getan, was einige Frauen zu gewissen Zeiten des Jahres zu tun pflegen, nämlich in deinem Hause einen Tisch angerichtet und Speise, und Trank mit drei kleinen Messern auf den Tisch gelegt, damit, wenn jene drei Schwestern kommen, die des Altertums Verkehrtheit und Torheit Parcae nannte, sie dort sich labten, in dem Glauben, daß diese drei Schwestern dir dann oder in Zukunft nützen könnten?“

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Wahrheit

Bild: Wikipedia
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„Ich glaube an die Wahrheit. Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muß unser höchstes Ziel sein. Damit dienen wir vor allem dem Gestern und  dem Heute.
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Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand. Fürchtet nicht,  wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehasst und gefürchtet wie die Wahrheit.
Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht
vor dem Tag!“
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Theodor Fontane (1819-1898)