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Libyen: „Zero-hour“ angebrochen?

Familie Quadhafi - Bild: LibyaSOS

von John Schacher

Die lange herbeigesehnte „Stunde Null“ scheint in Libyen angebrochen zu sein. Jedenfalls begründet sich diese Vermutung mit dem seit einigen Tagen massiven Ausbleiben von aktuellen Nachrichten aus Libyen. Die vorangegangenen Störkampagnen der letzten Wochen mit ihren massiven Falschmeldungen gab bereits eine Zuspitzung der Lage zu erkennen. Alles Gute, Grüner Widerstand!

Ein weiteres Problem sind derzeit die zahlreichen Infiltranten, die in die Reihen des Grünen Widerstandes aufgenommen werden wollen. Kurz fasst es der Kommentar eines russischen Beobachters:

„Es ist einfach und ziemlich banal. Ich denke, Zeit „Stunde Null“ ist schon gekommen, aber diese wird nicht mit Schlachten und Eroberungen, sondern im Zusammenhang mit anderen Siegen erinnert werden. „

Einige kleine Meldungen erreichen uns dennoch: vor bereits zwei Tagen kam es zu einem tödlichen Zwischenfall in den Nafusa-Bergen auf Höhe Nalut. Dort wurde ein Transportkonvoi von mehreren NATO-Kampfjets bombardiert und zerstört. Augenzeugen berichten, französische Flugzeuge erkannt zu haben. Man geht davon aus, dass ein Transport von Saif al-Islam Quadhafi vermutet wurde, den man durch einen Luftschlag zu töten hoffte. Alle verbliebenen Mitglieder der Familie Quadhafi stehen unterdessen auf der Interpol-Fahndungsliste. Die oberste Priorität der neuen Machthaber unter Jalil ist es, JEDES Symbol der prägenden Ära unter Muammar al-Quadhafi rückstandslos aus der Realität zu entfernen. Koste es, was es wolle. Die Paranoia könnte nicht größer sein!

Für Tripolis gilt die dringende Warnung vor 5 mobilen Funknetz-Überwachungseinheiten (wahrscheinlich Toyota-Geländewagen), die alle Handy-Gespräche mitverfolgen und orten können sowie mit Greifkommandos besetzt sind. Dieses moderne Überwachungs-Equipment wurde dem NTC von Frankreich gegeben.

In Al Kufra gehen die Kämpfe weiter. Die Jamahiriya-treuen Toubou und der zu Hilfe kommende Grüne Widerstand behaupten bisher das Feld. Die Kämpfer für das Vaterland haben eine sehr hohe Moral und sind top-motiviert. Mehr ist leider nicht bekannt.


In Sabha kam es zu Kämpfen mit schweren Waffen. Auslöser war die beabsichtigte Ehescheidung eines Warfalla-Mannes von einer Libyerin aus dem ortsansässigen Stamm Aulat Suleiman. Diese wurde entgegen aller Gepflogenheiten abgelehnt und der unwillige Ehemann vom Stamm Suleiman schliesslich ermordet und gevierteilt.

Anmerkung der Redaktion: Liebe Leserinnen und Leser, viele von Ihnen haben geschrieben und fragten, warum wir die Verbreitung von Informationen aus Libyen reduziert haben. Der Grund dafür ist, dass wir gebeten wurden, den Widerstand der Grünen nicht auf Websites und Internet-Foren zu veröffentlichen und dadurch Informationen, welche die Tätigkeiten der grünen Soldaten stören können, freizugeben.

Hier noch eine Aufzeichnung aus Kriegstagen. Man sieht den ermordeten Verteidigungsminister Abu Bakr Younis bei einer Ansprache vor Soldaten im Kampfgebiet: