Schlagwort-Archive: Tripolis

Libyen-Splitter 20.8.14

nächtlicher Besuch in Tripolis
nächtlicher Besuch in Tripolis

von Leonor Massanet – Danke an Valeria

Übersetzung John Schacher

Ein vom Flughafen Mitiga in Tripolis startendes Zivilflugzeug musste wegen heftigem Raketenbeschuss bereits nach wenigen Minuten wieder gelandet werden.

Die wenigen zivilen Flugzeuge, die von Tripolis starten, benutzen den alten Militärflugplatz, da die sich „Islamisten“ nennenden Söldnertruppen bekanntlich den Hauptstadtflughafen von Libyen komplett zerstört haben.

Die fortgesetzten ungezielten Bombardements der Hauptstadt haben die großen Wasserspeicher im Stadtteil Andalus nahe der Moschee von Laroussi zerstört. Ambulanzen sind überall in der Gegend zu hören, welche sich um die „Kollateralschäden“ in zivilen Gebauden kümmern.

In Libyen haben die meisten Häuser und auch die Städte selbst Wasser-Hochtanks, die meist auf einer großen Säule stehen. Erinnern wir uns, dass Libyen zu 80% aus Wüste besteht und Wasser sehr, sehr wertvoll ist. Deshalb ist eines der Ziele der Invasoren Libyens, immer möglichst jede Versorgung mit Wasser und Elektrizität zu zerstören.

Wenn keine Elektrizität anliegt, gibt es auch kein Trinkwasser aus den Speichern.

Die Zivilbevölkerung der Hauptstadt Libyens liegt weiter unter unaufhörlichem Bombardement, nachdem die bewaffneten Gruppen der Söldnern aus Misrata weitere Hilfslieferungen erhalten haben. Von ausserhalb der Stadt fahren sie fort, Tripolis mit (Grad-)Raketen zu beschießen; diese explodieren wo sie gerade herunterkommen – ganz im Stil der NATO.

 

Jahresrückblick 2013: Libyen

tripolis miliz autoserschienen bei chartophyleikon tou polemou

Für Libyen ging das Jahr 2013 praktisch ohne Veränderungen über die Bühne. Das geteilte Land mit einer schwachen Zentralmacht war das ganze Jahr über damit beschäftigt, eine gewisse Balance zwischen Tripolis und den verschiedenen Regionen des Landes zu etablieren. Ungeachtet unverhohlen separatistischer Tendenzen, die traditionell von der Kyrenaika ausgingen, ist die Einheit des Landes nach wie vor Konsens der verschiedenen Kräfte in Libyen.

Das Abflauen des Interesses der Medien an Libyen war einerseits durch die Übersättigung mit Informationen im Zuge der wichtigsten Ereignisse im Land bedingt, andererseits ist der Westen direkt daran interessiert, dass das “libysche Thema” abgeschlossen wird. Zu deutlich ist der Kontrast zwischen den deklarierten Zielen seiner Intervention in den inneren Konflikt in diesem Land und den wirklichen Ergebnissen des Sieges der Rebellion, des Bürgerkriegs und der Intervention.

Damit kann man wohl begründen, dass die Nachrichten aus Libyen bruchstückhaft und an konkrete Ereignisse gekoppelt von dort zu uns drangen, so dass es kaum möglich ist, die Prozesse, die derzeit in Libyen ablaufen, auch nur annähernd objektiv zu verstehen.

Vor einem solchen Hintergrund ist die Einheit des Landes, das de facto in einzelne Territorien zerfällt und unter der Kontrolle vollkommen verschiedenartiger Kräfte und Gruppierungen steht, nicht ganz verständlich. Im Schatten bleiben nämlich die Stabilisierungsfaktoren, welche noch eine Somalisierung und Balkanisierung Libyens verhindern.

Misrata ist heute eine eigenartige, quasi selbständige Handelsrepublik, die von Händler-Clans regiert wird

Es mag seltsam erscheinen, aber eines der wichtigsten Machtzentren – die Hafenstadt Misrata – ist ungeachtet aller erdenklichen Boni, welche die Elite dieser Stadt aus der Zerschlagung der Dschamahirija ziehen konnte – gerade einer der Faktoren, die einen Zerfall des Landes verhindern. Möglich, dass das als ein Paradoxon erscheint, aber es gibt durchaus logische Erklärungen dafür.

Zum heutigen Tage ist Misrata die einzige libysche Stadt, die sich vollständig von den Folgen des Bürgerkriegs erholt hat, welcher sie schwer betroffen hatte. Die Kampfhandlungen der Gaddafi-Armee und der Freischärler von Misrata betrafen zwar vergleichsweise wenige Stadtgebiete, doch die Folgen des Krieges sahen hier direkt nach dessen Ende nicht weniger schockierend aus als die Ruinen von Sirte und Bani-Walid.

Inzwischen ist Misrata eine blühende und vollkommen friedliche Stadt, in der es praktisch keine Probleme mit der Sicherheit gibt; es gibt Arbeit und ganz allgemein ist die Lage hier vollkommen anders, als in allen übrigen libyschen Städten.

WEITERLESEN bei chartophyleikon tou polemou

eröffnen die Al Qaida-Anhänger im Libanon eine neue Front im syrischen Krieg?

siria chesserschienen bei einartysken

von Mahdi Darius Nazemroaya

Die USA und ihre Alliierten sind dabei, im Libanon eine neue Front im Konflikt in Syrien zu eröffnen.

Libanon befindet sich in einer Art Schwebezustand durch den Mangel an einer Regierung und die Verschiebung der parlamentarischen Wahlen. Erschwerend kommt hinzu, dass viele institutionelle Persönlichkeiten und militärische Kommandeure in Pension gegangen sind und die Interims-Regierung ist nicht in der Lage, sie zu ersetzen.
Hisbollahs Eingreifen in den syrischen Konflikt hat der syrischen Regierung einen Aufschwung gegeben gegen die anti-Regierungs-Streitkräfte.

Das hat die Aufmerksamkeit der USA und ihrer Alliierten auf den Libanon als ein neues Schlachtfeld gelenkt. Raketen werden von anti-Regierungs-Streitkräften von Syrien aus, aber auch innerhalb des Libanon auf Hisbollah Stellungen und gegen Dörfer mit Shia-Bevölkerung abgefeuert.

Al Qaida im Libanon

Foto: Hariri mit der Fahne seiner ‚Future Party‘ und Al-Qaida und anti-Syrien-Regierungs-Fahnen geschmückt an der Straße nach Sidon (Foto: Nazemroaya)
*
Die Al Qaida Fahne sieht man seit Jahren im Libanon. Wenn man in der Nähe des Flughafens oder auf der Straße nach Sidon fährt, sieht man die schwarzen Al Qaida-Fahnen. Dasselbe gilt auch für Tripoli (Trablos) und einige Viertel in Beirut. Seit dem syrischen Konflikt sieht man sie zuammen mit der Fahne der Aufständischen. Die USA und ihre Alliierten haben sich in der Tat blind gestellt gegenüber der Unterstützung, die die ‚Future Party‘ von Saad Hariri der Al Qaida gibt. Der gegenwärtige Chef des UN-Sekretariats für politische Angelegenheiten, Jeffrey Feltman, der einst US- Botschafter im Libanon war, bevor er in das Verteidigungs-Ministerium befördert wurde, hat ebenfalls weggeschaut gegenüber der Unterstützung von Hariris Familie und ihrer ‚Future Party‘ sowie ihrer ‚March 14 Allianz‘.
.

Die Allianz der Hariri-Familie mit den takfiris und den Al Qaida-Anhängern reicht weit zurück. Sie ist politisch mit Gruppen alliiert gewesen, die offen Osama Bin Laden verehrten. Es war die Hariri-Familie und ihre‘ Future Party‘, die auch die Kämpfer importierte, aus der dann die Fatah Al-Islam wurde. Die Ausbeutung der takfiri-Milizen innerhalb des Libanon durch die Hariri-Familie hatte den Zweck, die Hisbollah anzugreifen. Regional wurde dieselbe Strategie von den saudischen Beschützern der Hariris und von der George Bush Verwaltung angewandt, die solche Milizen aufbauten und bewaffneten, um sie gegen Syrien und den Iran einzusetzen. Die Hariris waren wütend, als Seymour Hersh den Plan enthüllte und griffen ihn öffentlich an.

Wenige Monate später geriet die Fatah Al-Islam außer Kontrolle. Die Hariri-gelenkte ‚March 14 Allianz‘ hat schändlicherweise versucht, Syrien und die Palästinenser zu beschuldigen, diese Gruppe gebildet und finanziert zu haben. Seymour Hersh wurde gerechtfertigt. Die Kämpfe im Libanon zwischen der libanesischen Armee und der Fatah al-Islam nahm die Armeen vorweg, die für den Regime-Wechsel in Libyen und Syrien zusammengezogen wurden.

Tripoli und Sidon sind Erweiterunge des Syrien-Konfliktes

Libanons zweitgrößte Stadt Tripoli hat intensive Kämpfe zwischen der Alawiten-Gemeinde, die von der Arabischen Demokratischen Partei repräsentiert wird, und den takfiri-Alliierten der Hariri-Familie erlebt. Harriris Alliierte in Tripoli sind offene Anhänger von Al-Qaida und der anti-Regierungs-Streitkräfte in Syrien. Die ‚Future Party‘ hat dabei Koordinierungsarbeit geleistet.

Libanons drittgrößte Stadt Sidon ist auch Schauplatz von Kämpfen und Spannungen zwischen Ahmed Al-Assir, einem Verbündeten der Hariris, und den Hisbollah-Anhängern gewesen. Al-Assirs Leute haben sogar versucht, Sidons bedeutendsten Sunni-Kleriker zu ermorden, weil er seit langem sagte, dass es Versuche gibt, einen Shia-Sunni-Konflikt im Libanon und der Region zu schüren. Ein Kontingent der libanesischen Armee musste den Frieden in der Stadt aufrechterhalten.
.
.

Libyen schließt Grenzen zu vier seiner Nachbarländer

erschienen bei Pravda-TV – Danke an Yvonne

libyen-grenzen

Libyen hat die vorübergehende Schließung seiner Grenzen zu vier seiner Nachbarländer angekündigt. Die Nationalversammlung in Tripolis beschloss die Maßnahme am Sonntag aufgrund der verschlechterten Sicherheitslage im Süden des Landes, wie aus Regierungskreisen verlautete. Der Süden des Landes wurde demnach zu einer “geschlossenen Militärzone” erklärt.

In dem von der libyschen Nachrichtenagentur Lana verbreiteten Entschließungstext hieß es, die Landesgrenzen zum Tschad, Niger, Sudan und zu Algerien würden bis zur Regelung des Personen- und Güterverkehrs mit den Nachbarn “vorübergehend geschlossen”.

Eine Abgeordnete sagte, die Maßnahme solle in Kraft bleiben, bis die Sicherheit in der Region wieder hergestellt sei. Sie verwies auf eine wachsende Zahl illegaler Einwanderer, die aus Furcht vor einer möglichen internationalen Militärintervention im Norden Malis über die Grenze kämen sowie auf einen Anstieg von Gewalt und Drogenkriminalität in der Region. Mali grenzt an den Süden Algeriens. Islamisten brachten nach einem Putsch unzufriedener Soldaten gegen die Regierung in Bamako den Norden Malis unter ihre Kontrolle.

Quellen: Pravda-TV, APA/derStandard.at vom 17.12.2012