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Pepe Escobar: NATO ist auf Krieg aus

aua aua europa screen SR
aua aua europa (screenshot SR)

erschienen bei und übersetzt von „Hinter der Fichte

von Pepe Escobar

Die Organisation des Nordatlantikvertrages NATO ist verzweifelt. Es juckt sie nach einem Krieg um jeden Preis auf dem Schlachtfeld Ukraine.

Beginnen wir mit dem Pentagon-Oberhaupt US-Verteidigungsminister Chuck Hagel, der über die „Bedrohung“ durch den russischen Bären ins Schwärmen geriet: „Wenn Sie den Aufmarsch der russischen Soldaten sehen und die Perfektion dieser Truppen, die Ausbildung dieser Truppen und die schwere militärische Ausrüstung die sich entlang der Grenze befindet, das ist natürlich eine Realität, es ist eine Bedrohung, es ist eine Möglichkeit – absolut.“ Die NATO-Sprecherin Oana Lungescu konnte nicht näher erklären, ob es nun „Bedrohung“ oder „Realität“ ist, absolut oder nicht, aber sie hat alles gesehen: „Wir raten nicht, was Russland vorhat, sondern wir können sehen was Russland vor Ort tut – und das ist sehr besorgniserregend. Russland hat rund 20.000 kampfbereite Soldaten an der Ostgrenze der Ukraine zusammengezogen.“ Typisch für sie, im absolut exakten NATOsprech, fügte Lungescu hinzu, dass Russland „höchstwahrscheinlich“ Soldaten in die Ostukraine senden würde unter dem Deckmantel einer „humanitären oder friedensstiftenden Mission“. Und damit basta.

Hagel und seine ferngesteuerte rumänische Lakaiin haben offensichtlich diese ausführliche Erklärung des Sprechers der russischen Luftstreitkräfte nicht gelesen oder sie einfach ignoriert: Die „Bedrohung“ oder der „Aufmarsch“ endeten diesen Freitag, dem letzten Tag der russischen – zuvor angekündigten – Manöver.

„Fogh of War“ wird kribbelig

(Bemerkung. „Fogh of War“ ist ein Wortspiel mit dem Vornamen von Anders Fogh Rasmussen, im englischen Fog = Nebel; Fog of War = „Kriegsnebel“, HB)

Wie gerufen, aufs Stichwort, kam NATO Generalsekretär Anders „Fogh of War“ Rasmussen in Kiew an. Praktisch mit Kriegsschaum vorm Mund, bereit die Basis für den NATO-Gipfel in Wales am 04. September zu schaffen, wenn die Ukraine, erhoben zum wichtigen Nicht-NATO-Alliierten, in Lichtgeschwindigkeit komplett NATO-bewaffnet werden könnte. Dazu kommt, dass die NATO dabei ist, ernsthaft „aufzumarschieren“ in Polen, Rumänien, dem Baltikum und auch der Türkei. Doch es begannen alle Arten der Khaganate von Nulands (nach Victoria Nuland, Stellv. US-Außenministerin für Europäische und eurasische Beziehungen) Abkömmlingen außer Kontrolle zu geraten. Man kann sich den aufgeblasenen Fogh of War vorstellen, wie er vergeblich versucht seine Fassung wiederzuerlangen. Das brauchte einigen Aufwand, da ihm das Schauspiel des ukrainischen Präsidenten Pedro Poroschenko präsentiert wurde – ein ausgewiesener Oligarch, verfolgt von krummen Geschäften – der krampfhaft versucht, die Maidan-Originale von dem Platz im Zentrum Kiews zu vertreiben; das sind die Leute die Ende letzten Jahres den Protest begannen, der später vom Banderastan/Rechter Sektor, Neonazis, den US-Neocon-Herren gekapert wurden. Die originalen Maidan-Proteste – eine Art Occupy Kiew – waren gegen die monströse Korruption und für ein Ende des immerwährenden ukrainischen Tanzes der Oligarchen. Was die Protestler bekamen, war noch mehr Korruption; den üblichen Oligarchentanz; einen gescheiterten Staat im Bürgerkrieg und eine erklärte ethnische Säuberung von mindestens 8 Millionen Bürgern; und obendrein einen gescheiterten Staat auf dem Weg zur weiteren Verarmung durch die „Strukturanpassung“ des IWF. Kein Wunder, dass die den Maidan nicht verlassen wollen. So hat der Remix des Maidan schon begonnen, noch vor der Ankunft von General Winter. Schokoladen-König Poroschenko muss sie vertreiben, so schnell er kann, weil neue Kiewer Proteste nicht in das Narrativ der hysterischen Westmedien passen, dass „alles Putins Schuld ist“. Vor allem ist die Korruption noch scheußlicher als zuvor – mit reichlich Neonazi Beigeschmack. Während Fogh of War schon wütend ist, weil „Russland nicht einmarschieren wird“, entschied der großspurig „Sekretär“ des ukrainischen Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates genannte Neonazi Andrej Parubij – der höchstwahrscheinliche Kandidat, den Abschuß der MH17 Passagiermaschine letzten Monat befohlen zu haben – auszusteigen. Eine ausgewiesene Ratte verlässt das sinkende Schiff; zum Großteil provoziert von der Tatsache, dass er keine ausgedehnte ethnische Säuberung im Schnelldurchlauf in der Ostukraine bekam und er einen Waffenstillstand zu erdulden hatte. Poroschenko ist kein Idiot; nach haufenweise schlechter PR weiß er, seine landesweite „Unterstützung“ verflüchtigt sich von Minute zu Minute.

Zu allem Übel kommt wieder ein US-Raketenkreuzer ins Schwarze Meer „um Frieden zu bringen“. Der Kreml und die russische Aufklärung sehen das als das, was es ist.

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der (Farce-) Kaiser ist nackt

obama 8erschienen bei Asia Times Online

von Pepe Escobar

Übersetzung John Schacher

Es ist nichts Tragisches an der Obama-Präsidentschaft, nichts, was die analytischen Fähigkeiten eines Neo-Plutarch oder Neo-Gibbon (Anm. röm.&brit. Historiker) erfordern würde. Es ist mehr eine Pirandello-Farce, eine Art von Charakter auf der Suche nach einem Autor.

Die Autor-Kandidaten  sind wohlbekannt – von der Israel-Lobby zum Haus Saud, von einer ausgewählten Elite des industriell-militärischen-Sicherheits-Komplexes zu, über allem, der dünnen Banken/Finanz-Elite, den wirklichen Herren des Universums. Der arme Barack ist nur eine Chiffre, ein Funktionär des Imperiums, dessen Entscheidungs-Repertoire sich kaum über das „Warenzeichen Lächeln“ bei den erforderlichen Fototerminen hinaus erstreckt.

Es gibt nichts „tragisches“ an der Tatsache, dass in dieser Woche – anlässlich des 12. Jahrestages von 9/11 – die Präsidentschaft für ihre „Bombardierungs-Glaubwürdigkeit“ kämpft und versucht, die republikanischen Falken im US-Kongress zu verführen – während die meisten Kriegstreiber du jour Demokraten sind.

Die Republikaner sind gespalten zwischen einer Unterstützung des Präsidenten, den zu hassen sie lieben oder ihm einen scharfen Tadel zu erteilen – ebenso wie es sie  schmerzt, den Aufträgen ihrer Herren vom amerikanischen Israel Public Affairs Committee (AIPAC) und den militärischen Auftragnehmern zu folgen. Wieder einmal ist dies eine Farce – verursacht durch die Tatsache, dass der Mann, der zur Beendigung von Kriegen gewählt wurde, gerne noch einen neuen beginnen würde. Und wieder ohne UN-Votum.

Die „Strategie“ des Weissen Hauses in dieser entscheidenden Verhandlungs-Woche läuft darauf hinaus, den US-Kongress davon zu überzeugen, dass die Vereinigten Staaten einen Krieg gegen Syrien beginnen müssen, um einen „bösen Diktator zu bestrafen“ – einen so schlimmen wie Hitler – der Kinder vergast. Der Beweis?: „Es ist unbestreitbar“.

Nun, es ist nicht „unwiderlegbar“. Es ist nicht einmal über „vernünftige Zweifel erhaben“. Wie Obamas Stabschef Denis McDonough zugeben musste, mit ernstem Gesicht, kocht es zusammen auf „der gesunde Menschenverstand, unabhängig von Geheimdienst-Informationen, lässt vermuten, dass das Regime diese durchgeführt hat“.

Also warum, wenn es wirklich um „common sense“ geht, wurde dem Präsident offensichtlich von seiner ihn umgebenden Clique aus Kriechern das Kompendium des gesunden Menschenverstandes nicht gezeigt, welches von einer Gruppe von Spitzenkräften, nämlich extrem glaubwürdigen ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeitern zusammengestellt wurde, die alle „Beweise“ als unglaublich fehlerhaft entlarven. Um an eine Farce von vor 12 Jahren zu erinnern, scheint dies ein klarer Fall von „rund um die Politik“ genagelten „Fakten“ zu sein.

Und um die Farce verschlimmern, geht es auch nicht so sehr um Syrien an sich, wie darum, „eine Botschaft an den Iran“ zu senden, Code für „wenn ihr euch weiter mit uns anlegt, werdet ihr bombardiert“.

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USA: die unentbehrliche (Bomben-) Nation

bush obamaWas zu gunsten des Staates begonnen wird, geht oft zu ungunsten der Welt aus
Karl Kraus

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von Pepe Escobar

Übersetzung John Schacher

Yes We Scan. Yes We Drone. Und ja, wir bombardieren. Um dem US-Kongress das Tomahawking von Syrien zu verkaufen, erreicht der Propaganda-Blitzkrieg des Weissen Hauses bereits den maximalen „Vor-Bombardierungs“-Spin – genüsslich produziert durch die US-Medienkonzerne.

 

Und ja, alle Parallelen zum Irak 2.0 kamen gebührend zum Tragen, als US-Außenminister John Kerry dozierte, dass Bashar al-Assad „jetzt auf der Liste der bösen Monster wie Adolf Hitler und Saddam Hussein ist“. Warum wird Kambodschas Pol Pot nie erwähnt? Ach ja, weil die USA ihn unterstützte.

Jeder einzelne Grasknäuel in der Wüste von Nevada weiß, wer für den Krieg gegen Syrien mit den Füssen scharrt; große Sektoren der industriell-militärischen Komplexe, Israel, das Haus Saud, der „sozialistische“ Francois Hollande in Frankreich, letzterer mit feuchten Träumen nach Sykes-Picot-Art. Praktisch niemand betreibt Lobbying, damit der Kongress NICHT in den Krieg ziehen lässt.

Und all das verzweifelte Kriegs-Lobbying kann sogar überflüssig sein; Friedensnobelpreisträger und Bombardement-Interessent Barack Obama hat bereits angedeutet – mittels der Hardcore-Absicherung auf „Ich habe beschlossen, dass die Vereinigten Staaten militärische Maßnahmen ergreifen sollten“-Art – dass er darauf gebogen ist Syrien anzugreifen, egal was der Kongress sagt.

Obamas selbstverschuldete „rote Linie“ ist ein mutierter Virus, von einem „Schuss vor den Bug“ verwandelte es sich in einen „Klaps auf die Hand“. Augenblicklich lautet es: „Ich bin der Bomben-Entscheider“. Spekulationen über seine wahren Motive laufen ins Leere. Sein Ave-Maria-Rückpaß auf den äußerst unbeliebten, mit zertifizierten Idioten vollgepackten Kongress kann ein Hilferuf (rette mich aus meiner dummen „roten Linie“) sein; oder – angesichts der ihn umgebenden humanitären Imperialisten von der Art einer Susan Rice – ist er der Hölle auf Lieferung eines anderen Krieges für das amerikanische Israel Public Affairs Committee (AIPAC) und die „House of Saud“-Lobby unter dem Deckmantel der „moralischen Überlegenheit“ verpflichtet. Ein Teil des Spin ist, dass „Israel geschützt werden müsse“. Aber Tatsache ist, daß Israel bereits übergeschützt ist durch einen von AIPAC ferngesteuerten Kongress der Vereinigten Staaten. [1]

was für Beweise gibt es überhaupt?

Die ehemaligen „käsefressenden devoten Affen“ (Anm.: Frankreich) leisten ihren Beitrag, begeistert unterstützten sie die „Beweise“ des Weißen Hauses mit einem zwielichtigen eigenen Bericht, der weitgehend auf YouTube-Intel basiert. [2]

Sogar Fox News räumte ein, dass die elektronische Aufklärung der USA im Wesentlichen von der „Einheit 8200“ der Israeli Defense Forces (IDF) kam – der dortigen Version der NSA. [3] Hier entlarvte der ehemalige britische Botschafter Craig Murray überzeugend den von Israel abgefangenen Intel-Betrug.

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Syrien: Operation Tomahawk mit Käse

nethan obamavon Pepe Escobar

Übersetzung John Schacher

 

Diese ohrenbetäubend hysterische Show rund um Syrien als ein Irak 2.0 kann nur ablaufen, weil der Präsident der Vereinigten Staaten (POTUS) sich selbst ein “Glaubwürdigkeits“- Problem fabriziert hat, als er voller Leichtfertigkeit den Einsatz von chemischen Waffen in Syrien als “rote Linie“ definierte.

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Um „Glaubwürdigkeit“ zu bewahren, muss die US-Regierung dringend die Übeltäter bestrafen – zur Hölle mit Beweisen. „Doch dieses Mal wird es begrenzt sein.“ „Maßgeschneidert.“ „Nur ein paar Tage.“ „Ein Schuss vor den Bug“ – wie es POTUS einordnet. Dennoch werden einige – aber nicht alle – „hochwertigen Ziele“, einschließlich Steuerungs- und Kontroll-Einrichtungen sowie Liefer-Systeme in Syrien eine Flut von Tomahawk Marschflugkörpern (384 sind bereits im östlichen Mittelmeer positioniert) begrüßen dürfen.

Wir alle wissen wie sehr das Pentagon es liebt, seine humanitären Befreiungen auf der ganzen Welt mit Namen wie Desert Fox, Invincible Vulture oder anderen Produkten der Brainstorming-Idiotie zu taufen. So, jetzt ist es Zeit, diese Operation „Tomahawk mit Käse“ zu nennen.

Es ist wie die Bestellung einer Pizza-Lieferung. „Hallo, Ich möchte Tomahawk mit Käse.“ – „Natürlich, ist in 20 Minuten fertig.“ – „Halt, warte! Ich muss ja erst die UN täuschen. Kann ich nächste Woche abholen kommen? Mit extra Käse?“

1988 startete Bill “Ich hatte keinen Sex mit dieser Frau“ Clinton die Operation Desert Fox, die entwickelt worden war, um „die Fähigkeiten Saddam Hussein´s“, nicht-existente Massenvernichtungswaffen herzustellen, „abzubauen, aber nicht zu zerstören“. Jetzt wird der Einsatz jener zutiefst moralischen Tomahawks auch damit begründet, „die Fähigkeit von Bashar al-Assads Regierung“, unbewiesene C-Waffen-Angriffe zu entfesseln, „zu verschlechtern“.

Dennoch gibt es immer noch dieses zutiefst lästige Problem der immerfort undankbaren Araber, die, laut der New York Times, „aus emotionalen Gründen gegen alle westlichen militärischen Aktionen in der Region sind, egal wie humanitär die Sache auch ist“.

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