Schlagwort-Archive: Opposition Libyen

Libyen: „das Volk kann sein Land zurückbekommen!“

Ahmed al-Gaddafi - Bild: screenshot Ria Novosti
Ahmed al-Gaddafi – Bild: screenshot Ria Novosti

erschienen bei Stimme Russlands

Danke an André

Nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi hat Libyen die Kontrolle über seine Ölvorkommen verloren, dem Volk wurden Hunderte Milliarden US-Dollar gestohlen. Das sagte Ahmed Muhareb al-Gaddafi, ein Anführer der derzeitigen Opposition, im Gespräch mit Stimme Russlands.

Zwei Jahre nach dem Sturz von Muammar al-Gaddafi ist es den Libyern noch nicht gelungen, eine stabile Regierung zu bilden. In den Regionen haben bewaffnete Gruppen faktisch das Sagen. Ihr einstiger Schulterschluss ist längst vorbei, seit dem Sieg der „Revolution“ rivalisieren sie hart gegeneinander.

Die „Gruppe für politische Aktion zum Wohl Libyens“ mit Ahmed Muhareb al-Gaddafi, einem Verwandten des gestürzten Machthabers, an der Spitze, verspricht nun, wieder Ordnung im Land zu schaffen. Soll das bedeuten, dass die libysche Opposition einen Putsch vorbereitet? Der im Exil lebende Oppositionspolitiker sagte im Gespräch mit dem STIMME RUSSLANDS-Reporter Naowaf Ibrahim:

„Wir sprechen von keinem Putsch. Wir sind keine militärische, sondern eine politische Gruppe. Wir wollen Libyen helfen, denn die Lage im Land ist katastrophal. Diejenigen, die einst gegen Muammar al-Gaddafi protestiert haben, bereuen mittlerweile ihr damaliges Vorgehen. Während der Gaddafi-Ära konnten junge Familien beispielsweise Wohnungen mit großen Vergünstigungen oder – unter gewissen Umständen – sogar kostenfrei bekommen. Der Staat übernahm die Kosten für Arzneien und medizinische Behandlung. Muammar al-Gaddafi besuchte persönlich Krankenhäuser und passte auf, damit Patienten alles Nötige bekommen. Die Bildung war für alle zugänglich.

Derzeit ist die Situation anders. In abgelegenen Regionen entstand seit zwei Jahren eine marginale Bevölkerungsschicht, deren Leben lediglich aus Waffen und Gewalt besteht. In diesen Gebieten wurde ich selbst neun Mal gefasst und hinter Gitter gebracht.

Haben die Libyer das wirklich gewollt? Was im Jahr 2011 geschehen ist, darf nicht als Volksrevolution bezeichnet werden. Wer hat das dann gebraucht? Betrachten wir die Situation mit dem Öl, um diese Frage zu beantworten.

Wohin geht das libysche Erdöl? Nach der so genannten Revolution forderten wir, dass nur libysche Konzerne die Ölvorkommen erschließen dürfen. Deswegen wurden wir in Gefängnisse geworfen. Im Ergebnis verfügen nun fremde Konzerne über die Vorkommen und saugen unsere Ressourcen ungehindert ab. Folglich wurde nicht das Regime, sondern die Volksmacht in Libyen gestürzt. Nun haben die Libyer das begriffen und stehen gegen die neue Regierung auf. Viele ehemalige Offiziere, Beamte, Politiker, Unternehmer schließen sich unserer Gruppe an.“

Ist aber eine friedliche Umgestaltung möglich, wenn man sich bewaffneten Gruppen entgegensetzen will? Ahmed al-Gaddafi antwortet:

„Es geht nicht um eine bewaffnete Lösung, wir sind eine politische Organisation. Ich glaube an unser Volk, der seinen Fehler einsieht und in der Lage ist, sein Land zurückzubekommen. Ein Beispiel dafür war die erbitterte Debatte im Nationalkongress über eine eventuelle Unabhängigkeit von Cyrenaika. Immer mehr Parlamentarier setzen sich gegen Separatismus ein, der den Staat spaltet.

Was die Finanzen für den Wiederaufbau des Landes betrifft, könnte das libysche Geld für diese Zwecke verwendet werden, das bisher in ausländischen Banken verbleibt. Ich habe im libyschen Auslands-Investitionssektor gearbeitet und weiß, dass unsere Einlagen in ausländischen Banken insgesamt rund 1,2 Billionen US-Dollar betragen. Manche sagen derzeit, in Wirklichkeit gehe es um höchstens 1,2 Milliarden, das stimmt aber nicht. Eben 1,2 Billionen wurden dem libyschen Volk gestohlen.

WEITERLESEN bei Stimme Russlands

Ahmed al-Gaddafi: Libysche Opposition bereitet sich auf entscheidenden Kampf um das Land vor

Ahmed al-Gaddafi - Bild: screenshot Ria Novosti
Ahmed al-Gaddafi – Bild: screenshot Ria Novosti

erschienen bei Ria Novosti

Die libysche Opposition bereitet sich nach Angaben ihres Führers, Ahmed al-Gaddafi, auf den entscheidenden Kampf um das Land vor.

„Die in Emigration lebenden Vertreter der libyschen Militär- und Sicherheitskräfte, die auf der Seite von Muammar al-Gaddafi gekämpft haben, sowie die über die Politik des gegenwärtigen Regimes enttäuschten Militärs und Polizisten wollen vereinzelte Extremistengruppierungen entwaffnen, die Libyen kontrollieren.“ Das sagte der Verwandte des ermordeten Machthabers Muammar al-Gaddafi, Leiter der „Politischen Aktionsgruppe für das Wohl Libyens“, am Mittwoch in einem Interview der Nachrichtenagentur RIA Novosti. Ein Großteil der ehemaligen Offiziere der niedergeschlagenen Jamahiriya befinde sich derzeit in benachbarten Ländern und unterhalte Kontakt zur Aktionsgruppe.

„Auch wir sind im Kontakt zu diesen Menschen. Wir haben auch viele Anhänger auf dem Territorium Libyens, darunter in ehemaligen Formationen der Aufständischen, die über die libysche Revolution vom 17. Februar enttäuscht sind, und unter den Polizisten. Wir haben ihnen empfohlen, derzeit nichts zu unternehmen. Letztendlich werden die Islamisten gegen die Liberalen vorgehen, dann werden sich verschiedene Gruppen von Islamisten einander Kämpfe liefern. In diesem Augenblick werden wir auf die entscheidende Schlacht gefasst sein. Das lässt sich nicht mehr lange auf sich warten“, sagte Ahmed al-Gaddafi.

Das Hauptziel der Koalition der NATO in Libyen sei gar nicht die Hilfe für die Aufständischen in Bengasi gewesen, sondern die Erlangung der Kontrolle über libysche Finanzen auf ausländischen Konten unter dem Vorwand, dass dies Muammar al-Gaddafis Geld sei. „Ich als ehemaliger Amtsträger, der für staatliche Investitionen im Ausland zuständig war, weiß ganz genau, dass al-Gaddafi kein einziges Auslandskonto besaß. Für den Westen, dessen Wirtschaft mit akutem Geldmangel konfrontiert war, kam es darauf an, Libyen in ein Chaos zu stürzen, um sein Geld ungehindert zu nutzen. Sie (der Westen) behaupten, dass Libyen höchstens 160 Milliarden US-Dollar im Ausland deponiert hatte. In Wirklichkeit beträgt diese Summe 1,2 Billionen Dollar. Wo ist denn dieses Geld? Das war der schwerste bewaffnete Überfall auf einen Staat in der Geschichte, der von der sogenannten internationalen Gemeinschaft stillschweigend gebilligt wurde“, betonte der Oppositionsführer.

Es seien aber Länder des Westens selbst, die die Folgen des künstlich ausgelösten Chaos‘ zu spüren begonnen hätten. Allen voran Frankreich. „Sie (der Westen) hatten keine Ahnung vom Ausmaß der von ihnen verursachen Chaos‘. Waffen, die sie an die Extremisten im Sintan-Gebirge geliefert hatten, wurden später gegen französische Soldaten im Mali eingesetzt. Libysche Waffen tauchen bereits im Süden Frankreichs auf. Ich weiß, dass Banden, die dort ihr Unwesen treiben, diese Waffen aktiv verwenden. Die illegale Migration von Afrika nach Europa ist um ein Mehrfaches gestiegen.“ Jetzt trügen Länder des Westens die Früchte ihrer Verbrechen gegen das libysche Volk, fuhr Ahmed al-Gaddafi fort.

Die in Libyen regierenden Gruppen kontrollierten derzeit nur den zentralen Teil des Landes mit der Hauptstadt Tripolis. Die Regionen Kyrenaika im Osten und Fezzan im Süden hätten bereits de facto ihre Unabhängigkeit verkündet. „Zwei Jahre nach der Ermordung von al-Gaddafi wurde nichts getan, nichts gebaut. Die Libyer wollen jetzt nach Wahrheit suchen“, sagte der Oppositionspolitiker.

„Einige westliche Länder bekunden bereits Interesse für die von mir gebildete politische Aktionsgruppe. Mitte oder Ende November werde ich in Kairo eine Konferenz der Opposition einberufen – die erste seit Beendigung des Bürgerkrieges in Libyen… Wir arbeiten, um dem Blutvergießen ein Ende zu setzen und Libyen von der Okkupation zu befreien.“ „Wir sind in erster Linie Patrioten. Wir wissen, was in Libyen geschehen ist: Das war kein Sturz des Regimes, das war der Niedergang des ganzen Staates“, betonte der Politiker.

Ahmed al-Gaddafi war unter seinem berühmten Verwandten sowohl in den höchsten Machtetagen aktiv als auch Dissident und deshalb mehrmals hinter Gittern gewesen. In den letzten Monaten des Bürgerkrieges erfüllte er 2011 persönliche Anweisungen des Machthabers. Das Ziel war, Kontakte zu den führenden Repräsentanten europäischer Länder und zu Mitgliedern des libyschen Übergangsrates herzustellen, um die Beendigung der Kampfhandlungen zu erwirken.

Quelle: Ria Novosti

3 verräterAnmerkung: Der mir bisher unbekannte Ahmed al-Gaddafi (oder Ahmed Gaddaf al-Dam?) hat zwar recht, reisst aber seinen Mund recht weit auf für einen lt. Wikipedia Toten.

Um als „Führer“ der Exilarmee und in Namen heimatlicher Kräfte zu argumentieren, bräuchte es eine Erklärung der Stammesältesten-Versammlung. Denke ich zumindest.

Warum Ria Novosti diesem Herrn ein so großes Forum gibt (Foto/Exklusivreportage/Lebenslauf), wäre sicher wissenswert.
Eine seiner Vita vergleichbare Person kann ich auf einem Gangway-Foto erinnern, siehe rechts. Der Herr unten (das Foto heisst: „3 Verräter“) ist ein Verwandter, der im engeren Finanzwesen arbeitete, die Nr. 2 General Younis … Aber das kann nicht der gleiche Mann sein, oder?

Die libysche Widerstandsbewegung oder spanisch „Movimiento Nacional del Pueblo de Libia“ aka Grüner Widerstand (so verstehe ich es) hat sich noch nicht zum „Führer 2013“ geäussert. Was die Russen da geritten hat möcht ich gern wissen…