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Ägypten: Mursi entpuppt sich als Marionette des rassistischen TV-Predigers Qaradawi

Mohammed Mursi im Präsidentschaftswahlkampf 2012  Bild: Wikipedia
Mohammed Mursi im Präsidentschaftswahlkampf 2012
Bild: Wikipedia

erschienen bei nocheinparteibuch

Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat es in Bezug auf Syrien bis vor Kurzem geschafft, eine fragile Balance zu halten. Einerseits forderte Mohammed Mursi zwar in Solidarität mit der syrischen Muslimbruderschaft den Sturz der säkularen syrischen Regierung, andererseits lehnte er jedoch militärische Einmischungen von außen wie Luftangriffe durch die NATO ab, unterhielt anders als die GCC-Staaten weiterhin diplomatische Beziehungen zu Syrien und forderte gemeinsam mit den BRICS-Staaten eine politische Lösung des Konfliktes in Syrien.

Auf einer Großveranstaltung der Muslimbruderschaft in Ägypten zur Bekundung von Solidarität mit in Syrien aktiven Terroristen gab Mohammed Mursi, dessen Zustimmungswerte bei den Ägyptern in den letzten Monaten von 57% auf 28% gefallen sind, vor einigen Tagen die Änderung seiner Haltung zu Syrien bekannt. Mursi erklärte, dass Ägypten die dipomatischen Beziehungen zu Syrien abbricht, finanzielle Hilfen für in Syrien aktive Terroristen bereitstellen wird, nach Syrien reisende Terroristen diesbezüglich von Strafverfolgung freistellt und NATO-Luftangriffe auf Syrien sowie die Nichteinmischung des Auslandes in syrische Angelegenheiten fordert. Außerdem beschimpfte der ägyptische Präsident Schiiten als unrein und unsauber und deutete an, er beabsichtige, die ägyptische Armee zur Unterstützung des Terrorismus nach Syrien zu schicken.

Hassprediger Jusuf Qaradawi als junger Mann - Bild: Wikipedia
Hassprediger Jusuf Qaradawi als junger Mann – Bild: Wikipedia

Wenngleich Ägypten nur einen geringen Einfluss auf das Geschehen in Syrien hat, so rief Mursis Änderung seiner Haltung einige Reaktionen hervor. Hochrangige Berater von Mursi und Regierungsmitglieder Ägyptens ließen an die Presse durchsickern, dass sie über die Entscheidung Mursis nicht vorab informiert worden seien, sie diese Entscheidung ablehnen und sie den durch die überraschende Entscheidung Mursis entstandenen Schaden für möglicherweise irreparabel hielten. Ägyptische Oppositionspolitiker unterschiedlicher Farben erklärten sinngemäß unisono, die Rede Mursis sei ein weiterer Beleg dafür, dass Mursi nicht alle Tassen im Schrank habe, erkärten, die Revolution in Ägypten sei noch nicht zu Ende, und kündigten an, Mursi die Antwort bei geplanten Großdemonstrationen am 30. Juni zu geben, die das Ziel der Entmachtung von Mursi haben. Das ägyptische Militär ließ knapp ausrichten, für von Mursi angedachte Kriege im Ausland nicht zur Verfügung zu stehen.

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Ägypten: Massenstreiks und Proteste bringen Port Said zum Stillstand

Protest Port Said - Bild: einartysken
Proteste in Port Said – Bild: einartysken

erschienen bei einartysken

von Einar Schlereth

Artikel wie dieser sind auch in der alternativen Medienlandschaft recht selten. Denkt doch mal nach, wie oft ihr seit Beginn der ägyptischen Massenaufstände ein Bild von einem Arbeiter oder Landarbeiter oder überhaupt Bilder von außerhalb des Tahrirplatzes gesehen habt? Eins oder zwei oder gar keins?
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Dabei ist gerade das ägyptische Volk in den vergangenen 100 Jahren und mehr wahrscheinlich öfters gegen die Herrschenden aufgestanden als irgendein anderes arabisches Volk. Gegen die türkische Herrschaft, dann gegen die britische, gegen Faruk, gegen Nasser und Sadat und Mubarak und jetzt gegen Mursi. Und vor allem auch die Arbeiter und die Landarbeiter. Aber auf Grund seiner geostrategischen Lage, seiner Größe des Landes und der Bevölkerung, seines religiösen Einflusses haben die Herrschenden immer mit brutaler Gewalt zugeschlagen, wenn sich da „unten“ etwas regte. Da stand keiner dem anderen nach. Das sieht man jetzt an dem „demokratisch“ gewählten Mursi, der dabei ist, in kürzester Zeit den Mubarak zu übertreffen.
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Allerdings muss man sagen, dass der gegenwärtige Zeitpunkt denkbar schlecht ist. Denn Ägypten ist von innen und außen von Moslembrüdern belagert und den noch übleren Salafisten,  Wahabisten, Al Qaida-Gesindel etc. Auf der einen Seite die Verbrecherbanden in Libyen, auf der anderen Seite die Zionisten-Rassisten, die Jordanier und die Saudis, beide engste Verbündete der US/NATO Kriminellen. Wenn es wirklich darauf ankommt, werden alle gemeinsam auf die ägyptischen Arbeiter einschlagen – von allen Seiten. Ich habe schon vor zwei Jahren mit der Prognose für den ‚arabischen Frühling‘ richtig gelegen und fürchte, dass ich wieder Recht behalte.
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Ägypten: 15 Jahren Gefängnis wegen Übertritt zum Christentum

Mohammed Morsi, der Präsident Ägyptens - Bild: IGFM
Mohammed Morsi, der Präsident Ägyptens – Bild: IGFM

erschienen bei IGFM – Danke an Christoph

 

IGFM: Regierung Mursi bricht internationale Menschrechtsverträge

 

Beni Suef/Frankfurt am Main (14. Januar 2013) – In der oberägyptischen Stadt Biba im Gouvernement Beni Suef wurde am gestrigen Sonntag eine 8-köpfige Familie zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie vom Islam zum Christentum konvertiert ist. Die Internationale Gesellschaft für Menschen- rechte (IGFM) kritisierte das Urteil als „eklatanten Bruch völkerrechtlich bindender Menschenrechtsverträge“ und forderte die deutsche Bundesregierung auf, nachdrücklich vom ägyptischen Präsident Mursi die Aufhebung des Urteils zu fordern. „Verträge müssen eingehalten werden“, betonte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin, „auch dann, wenn sie mit archaischen Auslegungen des islamischen Rechts kollidieren.“

Nadia Mohamed Ali, Mutter von sieben Kindern, war nach Information der IGFM ursprünglich Christin und konvertierte vor 23 Jahren zum Islam. Als sie sich nach dem Tod ihres 1991 verstorbenen Ehemannes entschloss, wieder zum Christentum zurückzukehren, halfen ihr von 2004 bis 2006 sieben Beamte, Namen und ihre Religionszugehörigkeit der gesamten Familie in den Dokumenten zu ändern.

Nach Angaben des arabischen Nachrichtenportals „moheet“ wurden diese sieben Beamten ebenfalls zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Nabil Adly Hana, Ayad Naguib Ayad, Hany Bebawy Reyad, Amgad Awad Bebawy, Shehata Wahba Ghobrial, Mohamed Oweis Abdel-Gawad und Mohamed Abdel-Fatah El-Berawy hatten dabei geholfen, die neuen christlichen Namen der Familienmitglieder in deren Geburtsurkunden zu ändern und so neue ID-Karten zu erstellen.

„De facto kein Recht auf Religionsfreiheit“
Nach Angaben der IGFM seien in Ägypten de facto alle Religionen außer Islam, Christentum und Judentum verboten, ebenso Religionslosigkeit. Durch die Anfeindungen von Islamisten sei die früher große und bedeutende jüdische Gemeinde in Ägypten praktisch erloschen. Die alteingesessene Minderheit der Bahai sei ganz offiziell verboten und insbesondere Konvertiten vom Islam zum Christentum müssten Verhaftungen, Misshandlungen und sogar mit ihrer Ermordung rechnen, so die IGFM.

Weitere Informationen zur Menschenrechtslage in Ägypten unter:

http://www.igfm.de/Menschenrechte-in-AEgypten.575.0.html

Quelle: IGFM