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damals…

Bild: 40kings.de
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erschienen bei Michael Winkler

Vor zehn Jahren ist der erste Pranger erschienen, damals, 2004. In der Rückschau wird es schon schwierig, das zuzuordnen, was in diesem Jahr geschehen ist. Bei Johannes Rau habe ich schon nachdenken müssen. War der noch Bundespräsident? Als der Pranger erschienen ist, war er es nicht mehr. Der Mann hatte das Amt bekommen, damit er endlich aufhört, Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen zu bleiben. Das höchste Staatsamt war zum Trostpflaster verkommen, und entsprechend blaß war derjenige aufgetreten, der sich dieses Amt erschachert hatte. Aber so im Nachhinein läßt sich durchaus Positives über Johannes Rau sagen: Er hat seine volle Amtszeit durchgehalten, und er hat den Anstatt besessen, genau wie Karl Carstens bald nach seiner Amtszeit zu sterben. An diese großartigen Vorbilder wollen sich Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Horst Köhler und Christian Wulff einfach nicht halten.

Bundeskanzler war damals Gerhard Schröder. Der „Basta“-Mann, der seinen Parteifreunden schon mal sagte: „Euch mach ich fettich!“ Immerhin, der Mann hat vorgesorgt, sich zahlreiche Pöstchen nach dem Ende seiner Amtszeit gesichert. 2004 hat er noch nicht gewußt, wie bald das sein würde, da hat er noch damit gerechnet, bis 2006 durchzuhalten. Unter Schröder wurde der Euro als Bargeld eingeführt und als Währung verwässert. Schröder überschritt die Defizit-Grenzen des Maastricht-Vertrags, unter ihm wurde die BRD zum „kranken Mann“ Europas. Schröder schaffte Rekorde in der Verschuldung und der Arbeitslosigkeit. Aber er führte Reformen durch, an die sich seine Nachfolgerin nicht gewagt hatte, erwarb sich Lorbeeren, auf die sich Merkel später ausruhen konnte.

Wir hatten damals den besten Außenminister seit Klaus Kinkel, „Joschka“ den Steinewerfer Fischer. Das Idol der Partei der Lehrer und Besserverdiener hat bewiesen, daß in der BRD ein systemtreu arrangierter Politiker ganz ohne Schul- oder Berufsabschluß bis in die höchsten Ämter aufsteigen konnte. Fischer hat für seine ach so pazifistischen Grüninnen den ersten Kriegseinsatz der Bundeswehr herbeigeführt. Schröder, nicht Fischer, hat die Bundeswehr aus dem Irak herausgehalten, doch beide waren zu Afghanistan bereit. Immerhin, Ende Oktober ahnte noch niemand etwas von der Tsunami-Katastrophe, die Ende des Jahres über den Indischen Ozean hereinbrechen sollte. Dabei hatte Fischer seinen größten Auftritt, als er im Ganzkörper-Kondom durch das verwüstete Gebiet stolperte, um seine persönliche Neugier zu befriedigen. Er ließ sich in diesen geplagten Ländern als Staatsgast hofieren und behinderte durch sein dümmliches Herumstehen die Aufräumarbeiten. Wobei – heute würde Merkel da stören. damals… weiterlesen

Freiheit!

Cartoon: bildergeschichten.eu
Cartoon: bildergeschichten.eu

erschienen bei Michael Winkler

Betrachten wir allein das Wort „Freiheit“, so stoßen wir auf eine sehr interessante Eigenschaft. Dieses Wort wird durch seine Mehrzahl eingeschränkt, denn Freiheiten sind nur dann nötig, wenn die Freiheit selbst nicht gewährt wird.

Um es gleich vorneweg zu nehmen: Es gibt nur eine legitime Einschränkung der eigenen Freiheit, und diese ist dort, wo die Freiheit eines Anderen beginnt, oder, um ein altmodisches Wort zu benutzen, die des Nächsten. Diese Einschränkung erfolgt aus Respekt, nicht aus Zwang. Werden hingegen Freiheiten gewährt, und sei es im Grundgesetz oder einer wahrhaftigen Verfassung, dann heißt das, daß die Freiheit beschränkt wird. Ein bißchen frei ist jedoch wie ein bißchen schwanger: man ist es entweder ganz oder gar nicht.

Die BRD, die sich so gerne als „freiester Staat auf deutschem Boden“ bezeichnet, gewährt wohlweislich nur Freiheiten, aber keine Freiheit. Deshalb, weil es nur Freiheiten sind, ist dieser Staat ein Unterdrückungsstaat.

Beginnen wir gleich mit dem richtigen Thema: Waffen. Nach den Weisheiten, die uns die Medien aufschwatzen, bedeuten frei verkäufliche Waffen Mord und Totschlag. Allerdings waren Waffen während des größten Teils der Menschheitsgeschichte frei verfügbar, ohne daß sich unsere Vorfahren im kollektiven Blutrausch selbst ausgelöscht haben. Jetzt kommt das Argument, daß es weitaus schwerer ist, mehrere Menschen mit einem Steinbeil zu erschlagen, als mit einer Pistole zu erschießen. Das ist in der Theorie richtig, aber haben Sie schon einmal mit einer Pistole geschossen? Vergessen Sie Hollywood, dort schlagen die Schauspieler einen Salto und treffen trotzdem auf 20 Meter. In aller Ruhe zielen, mit aufgelegter Waffe, auf zehn Meter – ich habe bei der Bundeswehr oft genug daneben geschossen. Das Steinbeil hat keine Ladehemmung, es spritzt Blut, damit kann man durchaus eine Gruppe Menschen niedermetzeln. Vor allem Schulkinder…

Und dann zückt die Lehrerin ihren Revolver und schießt den Amokläufer über den Haufen. Ach so, nein, die Lehrerin ist ja unbewaffnet. Die bekommt ebenfalls den Schädel gespalten.

Amok laufen, unschuldige Mitmenschen niedermetzeln, das geht mit allem. Die Waffen, uns vor den bösen Jungs zu schützen, werden uns systematisch verweigert. Die bösen Jungs halten sich da nicht dran, die haben ihre illegalen Waffen und benutzen sie gerne. Statt Freiheit haben wir ein „Gewaltmonopol“ des Staates. Dies besagt, daß der Staat sich ermächtigt sieht, jederzeit und gegen jedermann Gewalt anzuwenden, so er das für nötig erachtet. Wenn also ein Revierleiter der Polizei einen gefesselten 15jährigen zusammenschlägt, übt er nur das Gewaltmonopol des Staates aus. Die Kollegen im Gewaltmonopol, Richter und Staatsanwälte, begründen gerne, daß er an Leib und Leben bedroht war.

Der Begriff „Schutzmann“ für Polizist ist aus der Mode gekommen. Als Beschützer tauchen die Polizisten nur noch selten auf, allenfalls nachdem eine Tat geschehen ist, wird ein Protokoll angefertigt. Wenn die Polizei Ihre Tür eintritt, Ihren Kanarienvogel über den Haufen schießt und Sie krankenhausreif prügelt, weil sie die Hausnummer verwechselt hat („Zahlendreher“), dann wissen Sie, wie weit Ihre persönlichen Freiheiten gehen und was für eine großartige Sache das Gewaltmonopol des Staates ist. Und wenn Sie Widerstand leisten, werden Sie auch noch vor Gericht gezerrt und verurteilt, denn gegen das Gewaltmonopol des Staates ist Widerstand verboten.

Im zweiten Zusatz der US-Verfassung, in dem das Recht verbrieft ist, Waffen zu tragen, wird explizit ausgeführt, gegen wen diese Waffen gerichtet sind: Falls ein US-Regime versucht, die eigene Bevölkerung zu unterdrücken, soll diese eine Miliz formen und diese Regierung stürzen. Allzu ernst dürfen diese Worte jedoch nicht genommen werden, denn als sich tatsächlich Teile der US-Bevölkerung als unterdrückt gefühlt und eine Miliz geformt haben, ließ Abraham Lincoln die Armee ausrücken, die Befreiungskämpfer zusammenschießen und deren Land großflächig verwüsten. Das Land der Freien und die Heimstatt der Tapferen führte bereits damals einen erbarmungslosen Krieg gegen die Zivilbevölkerung.

Noch zu meiner Bundeswehrzeit, 1978, bestand die Ausrüstung eines Soldaten aus dem Sturmgewehr, dem Stahlhelm und Kleinigkeiten wie ABC-Schutzmaske, Klappspaten und Verbandspäckchen. Natürlich hatte die Armee Panzer, Kanonen, Flugzeuge, doch der zivile Milizsoldat konnte auf der Basis Mann gegen Mann noch mithalten. Heute verfügt das Militär über Splitterschutzwesten und Nachtsichtgeräte, über Gefechtsfeldkommunikation und Lagecomputer. Dagegen kann keine Miliz mithalten, vor allem, wenn das Militär auch noch über die Todesflieger verfügt, die ferngesteuerten Drohnen, die den Tod zum Computerspiel werden lassen.

Das Unterdrückungs- und Vernichtungspotential des Staates gegenüber der eigenen Bevölkerung ist enorm gewachsen und es wird immer weiter ausgebaut. Die Elektrozäune fehlen, und noch haben die Wachen keinen Schießbefehl, trotzdem wird der ach so freie Deutsche heute intensiver überwacht als so mancher Insasse eines Konzentrationslagers. Wobei es in Großbritannien noch schlimmer ist, da ist Orwells Totalüberwachung schon weitgehend umgesetzt. Dabei sollte die Würde des Menschen unantastbar sein, sagt das Grundgesetz.

Wir haben Rede-, Meinungs- und Informationsfreiheit, laut Grundgesetz, doch diese werden allesamt eingeschränkt, unter Gesetzesvorbehalt gestellt. Jede Einschränkung der Freiheit hebt die Freiheit jedoch vollständig auf, beendet die Selbstbestimmung und führt zur Unterdrückung. Ich habe auf dem Gefängnishof die Freiheit, im oder gegen den Uhrzeigersinn zu laufen, doch kein Mensch würde mich deshalb als frei bezeichnen.

Wo es einstmals ein Propagandaministerium gegeben hatte, haben wir heute deren vierzehn, plus das Bundeskanzleramt, als Leit- und Koordinierungsstelle. Es bleibt uns überlassen, ob wir die Aktuelle Kamera („ARD-Tagesschau“) oder den Schwarzen Kanal („ZDF-Heute“) anschauen, der Tenor der Nachrichten und damit die Propaganda ist überall gleich. Unabhängige Informationen jenseits des Propagandageflechts sind schwer zu erhalten. Was hier als Freiheit bezeichnet wird, ist Informations-Sklaverei, ist fortwährende Indoktrination, ist der unablässige Versuch, den Menschen die Fähigkeit des Denkens zu nehmen und diese durch vorgefertigte Meinungen zu ersetzen.

Zu Zeiten der Monarchie gab es den Straftatbestand der Majestätsbeleidigung. Das bedeutete allerdings nicht, daß der Herrscher nicht kritisiert werden durfte. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen berechtigter Kritik und böswilliger Verunglimpfung, wobei schwache Monarchen diese Grenze anders gezogen haben als selbstsichere, von der Qualität ihrer Regierung überzeugte. Der Monarch war der Souverän jenes damaligen Staates.

Der heutige Souverän ist das Volk, denn alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Dennoch spielen sich die Volksvertreter als kleine Majestäten auf, die überall mitbestimmen wollen und sich selbst als erhaben gegen jede Kritik fühlen. Gedacht waren diese Vertreter einmal als die Anwälte des Volkes, gewählt und mit Macht versehen, um das Volk zu beschützen. Doch im Lauf der Jahre ist daraus eine eigene Kaste geworden, die sich über das Volk erhoben hat, es in Unmündigkeit hält und unterdrückt.

Freiheit? Sie haben noch nicht einmal die Freiheit zu entscheiden, wer Sie vertreten soll! Sie dürfen nur Parteifunktionäre auf Listen ankreuzen, auf die sich Parteifunktionäre gegenseitig gesetzt haben. Und was diese Parteifunktionäre Ihnen vor der Wahl versprechen, wird nach der Wahl nicht gehalten, denn da regieren plötzlich „Koalitionszwänge“, also die Absprachen der Parteifunktionäre untereinander.

Was uns gegenüber als Demokratie ausgegeben wird, ist die Herrschaft der Parteifunktionäre auch gegen den erklärten Willen des Volkes. Das deutsche Volk wollte keinen Euro, aber dafür die Glühbirnen behalten, das deutsche Volk wollte keine EU-Verfassung, keinen Vertrag von Lissabon, keinen ESM, keine Bankenrettung. Das deutsche Volk will keine Zuwanderung, die nur die Löhne im Lande drückt. Dafür will das deutsche Volk Ehrlichkeit, auch in den Kriminalstatistiken.

Der totale Meinungsterror ist kein Produkt einer Diktatur, sondern das Ergebnis einer Demokratie. Friedrich der Große hatte es nicht nötig, sein Volk zu verhetzen, der Zar nicht und Ludwig XIV. von Frankreich auch nicht. Volksverhetzung zu Propagandazwecken ist eine britische Erfindung, die in den USA perfektioniert wurde. In einer Demokratie ist in der Regel alles käuflich, von der öffentlichen Meinung bis hin zu den Parlamentariern und der Regierung.

Eine Zeitung ist auf ihre Anzeigekunden angewiesen, entziehen diese dem Blatt ihre Gunst, weil dieses die falsche Meinung veröffentlicht hat, bricht die Zeitung in die Knie. Das private, werbefinanzierte Fernsehen steht unter der gleichen Knute. In den USA kosten Wahlkämpfe Unsummen, dort ist offensichtlich, daß derjenige, der für dieses Geld gewählt wurde, eine Gegenleistung zu liefern hat. In Merkeldeutschland findet das alles ein wenig subtiler statt, hinter den Kulissen.

Wer den Kapitän-Tüttelbek-Demokratie-Preis, dotiert mit 50.000 Euro, entgegennimmt, weiß genau, daß er dafür etwas leisten muß. Und wer als Finanzminister hofft, daß er nach seiner Amtszeit bei Banken und Versicherungen gut bezahlte Vorträge halten darf, der sollte in seiner Amtszeit ein offenes Ohr für die Anliegen der Banken und Versicherungen haben. Der Parteifunktionär Kurt Habenix ist für weitaus geringere Summen zu haben als ein Güldehart Baron von Reichenstein, das bedarf keiner weiteren Erläuterung.

Die Demokraten verkaufen jedoch nicht nur sich selbst, sondern auch die Freiheit des Volkes. Haben die Demokraten erst einmal die Steuertöpfe gekapert, dann wird daraus ihr Programm finanziert, gegen den Willen des Volkes. Dann gibt es eben Geld für Krötenwanderwege, dann wird mit Kohlendioxid argumentiert, dann werden überall Gefahren abgewehrt, die es vorher nie gegeben hatte. Und alles braucht Geld, mehr Geld, noch mehr Geld. Der einfache Steuerbürger muß für Joch und Knute, die ihn knechten, teuer bezahlen.

Freiheit beginnt im Denken, und deshalb muß eine Regierung, die dem Volk die Freiheit einschränken und damit wegnehmen will, immer Denkverbote installieren. In den steinzeitlichen Stammesgesellschaften haben das Tabu, das gemeinsame Totem, die Denkvorschrift noch den Zusammenhalt gefördert, doch schon in den frühen Staaten wurde das Denkverbot als Herrschaftsinstrument benutzt. Ob nun Marduk oder Ammun-Ra, ob Zeus oder Baal-Mammon, wer zum jeweiligen Staatsvolk gehören wollte, hatte zu glauben, was über den Staatsgott verkündet wurde und das zu tun, was die Priester als göttlichen Befehl verbreiteten.

Im Mittelalter galten die Dogmen der Kirche als unumstößlich, als letzte, unwiderlegbare Wahrheit. Wer das Offenkundige zu leugnen wagte, stellte sich gegen die Kirche, gegen den König und gegen Gott. Damit war er dem Bannspruch verfallen und mußte ausgemerzt werden, auf daß seine Lehren nicht die Seelen der Gläubigen vergifteten und auf Abwege führten. Diese Gläubige hatten zu bezahlen, den Zehnten an den Fürsten, den Zehnten an die Kirche, und sie hatten zu arbeiten, unentgeltlich, für Thron und Altar. Das bestimmte die göttliche Ordnung, dem durfte sich keiner widersetzten.

In der Gegenwart haben wir Deutsche den Holocaust, die Erbsünde, aus der sich die Staatlichkeit der BRD ableitet und die folglich nicht angezweifelt werden darf. Jede Behauptung, und sei sie noch so abstrus, hat akzeptiert zu werden, denn wer leugnet, stellt die göttliche Ordnung und vor allem den Staat in Frage. Die Sonne umkreist die Erde und Kinder haften für ihre Eltern, uneingeschränkt, bis ans Ende aller Tage. Unschuldsbehauptungen sind Ketzerei und als solche ebenfalls strafbar. Der Versuch, mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu argumentieren, ist Blasphemie und wiederum strafbar.

Staatsanwälte und Richter haben keine Ahnung von Naturwissenschaften, deshalb stellt es sie zufrieden, die Naturgesetze einfach zu verbieten. Was nicht sein darf, kann auch nicht sein, fertig. Die Forderung, dies zu beweisen, ist natürlich strafbar.

Geht von freien Gedanken wirklich eine so große Gefahr aus, daß es einer Einweihung bedarf, einer Lizenz, frei zu denken? Erhalten wir die Lizenz dazu in einer Freimaurer-Loge, bei der Kirche, in einer Partei? Oder ist die dort erteilte Lizenz in Wahrheit das Produkt einer Gehirnwäsche, einer Beschneidung der Gedanken, die es dem Betreffenden verunmöglicht, die lizenzierte Freiheit auch wirklich zu nutzen?

Freiheit gibt es nicht umsonst, die muß ständig erarbeitet werden. Wie viele Menschen sind zu dieser ständigen Arbeit bereit, wo es doch so viel bequemer ist, in Unfreiheit dahinzudämmern? Wer seine Freiheiten nutzt, anstatt die Freiheit anzustreben, spart Energie für andere Zwecke, für vergnügliche Zwecke. Das gilt auch in der Umkehrung: Wer seine Energie für sonstige Zwecke vergeudet, dem fehlt sie, um die Freiheit anzustreben und letztlich zu erlangen.

Das Hamsterrad wurde für diese Zwecke erschaffen. Die Bauern haben zu arbeiten, damit die Priester zum Lobe Gottes beten können. Die Bauern haben zu arbeiten, damit der König eine Armee ins Feld stellen kann, um andere Könige und deren Armeen zum Lobe Gottes oder zum Wohl der königlichen Schatzkammern abzuschlachten. Und Sie haben heute zu arbeiten, damit der Staat seine Gängelungsbeamten bezahlen kann, die Frauenbeauftragten, die Integrationsbeauftragten und die Gleichstellungsbeauftragten.

Dank des Hamsterrades sind Sie abends müde, Sie denken nicht darüber nach, was Aktuelle Kamera und der Schwarze Kanal berichten, Sie lassen sich von den Politikern in den Talkshows berieseln, ohne Kritik zu äußern, ohne auch nur daran zu denken, das Gesagte mit dem zu vergleichen, was diese Leute gestern, vor einem Jahr oder vor den Wahlen gesagt haben.

Wer nicht denkt, ist ein fügsamer Untertan, und ein fügsamer Untertan kann ohne Mühe beherrscht werden. Das dumme Volk ist gegen Nazis, ohne zu merken, daß sie allüberall zu Nazis erklärt werden. Das dumme Volk denkt nicht über das nach, was ihm vorgesetzt wird, gestern war die Kernkraft noch unverzichtbar, heute ist sie absolut überflüssig. Dem dummen Volk kann man einreden, die Stärke einer Volkswirtschaft drückt sich in den Kursen der Aktien aus und nicht in den Löhnen der Arbeiter.

Die Freiheit gewöhnlicher Menschen mißfällt vor allem jenen, die sich ihre eigenen Freiheiten mühselig erworben haben. Freiheiten – nicht Freiheit. Ob nun Loge, Kirche oder Partei, wo immer die Hierarchie gestützt werden will, kann sie keine Freiheit gewähren, sondern nur Freiheiten. Hierarchie – wörtlich übersetzt, die Herrschaft der Priester. Hohepriester, Oberpriester, Priester, Tempeldiener und die Gläubigen, die für alles aufkommen müssen. Der Tempeldiener hat beschränkte Macht über die Gläubigen, schuldet aber den Priestern unbedingten Gehorsam. Die Priester gehorchen den Oberpriestern, die wiederum dem Hohepriester. Ist der wenigstens frei? Nein, denn auch er ist der Gefangene seiner Macht, er wird von den Oberpriestern beäugt und beurteilt, ein Fehler, und der gerade noch großmächtige Hohepriester hat sein Amt und sein Leben verwirkt.

Der Bauer, der von seiner Hände Arbeit lebt, den Früchten seines Feldes und den Erträgen seiner Tiere, der ist freier als der Hohepriester. Dafür ist er der Trockenheit und den Heuschrecken, der Viehseuche und den Naturkatastrophen ausgeliefert, dem Willen der Götter. Dafür bezahlt er seine Tempelsteuer, und schon ist er wieder abhängig. Der moderne Bauer bezahlt ebenfalls Tempelsteuern, nur heißen diese Kreditzinsen. Der Traktor gehört der Bank, der Mähdrescher gehört der Bank…

Die völlige Freiheit ist eine Illusion, wir gehen immer irgendwelche Abhängigkeiten ein. Wir können nur darauf achten, daß wir die Mehrzahl dieser Abhängigkeiten freiwillig eingegangen sind. Einige Abhängigkeiten sind von der Natur vorgegeben, wir als Kinder sind unseren Eltern verpflichtet, und wir als Eltern unseren Kindern. Beruf und Arbeitgeber können wir hoffentlich wählen, auch den Wohnort, wie wir uns kleiden, was wir essen. Was auch immer wir wählen, wir beschränken damit unsere Freiheit, zu Gunsten des menschlichen Zusammenlebens. Meine Leser erwarten den nächsten Tageskommentar, den nächsten Pranger. Ich habe mich entschieden, diese Texte zu schreiben, es war meine freie Entscheidung. Ich kann sie ändern, wenn ich will, doch solange ich das nicht will, ist daraus eine Verpflichtung geworden.

Freiheit beginnt mit der Gedankenfreiheit. Wir leben im freiesten Staat auf deutschem Boden, doch das ist nicht das Verdienst dieses Staates. Der Staat will uns diese Freiheit nehmen, indem er das Internet zensiert, indem Verweise auf unliebsame Quellen sanktioniert werden. Wo dieser Staat keine Bücher verbrennen kann, versucht er, die Informationen zu unterdrücken. Hier ist ein Kampf entbrannt, und jeder Rechner, der mit dem Internet verbunden ist, erschließt Informationen, die jedes Dogma in Frage stellen, die das berichten und aufzeigen, was der Staat nicht haben möchte.

Der Staat? Ist die BRD, ist die Besatzer-Republik Deutschland, ein wirklicher Staat? In einer Beziehung ist sie das ganz sicher: Sie ist die Institution, die uns die Freiheit nimmt, um uns Freiheiten zu gewähren. Sie ist das Joch, das uns beugt, die Knute, die uns schlägt. Sie ist der Räuber, der Parasit, der unsere Arbeit besteuert, um damit die Hobbys der Volldemokraten zu finanzieren, sei es die EU, sei es die Bankenrettung, sei es Israel, seien es die Auslandseinsätze der Bundeswehr, seien es Krötenwanderwege oder die Klimawandel-Religion.

Die herrschende Schicht der Parteifunktionäre sieht, wie das Chaos, das sie angerichtet haben, sich immer weiter auswächst und sie zu verschlingen droht. Der staatliche Irrsinn hat Methode, soll die Funktionäre noch ein paar Monate, ein paar Wochen länger in den Dienstwagen halten und ihnen Zugang zum Kanzlerairbus verschaffen. Das Mittel der Wahl ist noch mehr Propaganda, noch mehr Indoktrination, noch mehr Schuld und Erbsünde, noch mehr Kampf gegen Rechts. Wir erleben mehr Überwachung, mehr Gängelung, mehr unsinnige Steuern.

Nicht nur wir, es passiert weltweit. Der Hintergrund trägt einen einfachen Namen: Zinsen. Wer alles Geld der Welt an sich gerafft hat, der kassiert von allen Menschen die Zinsen für ihre Schulden. Doch jene Kreditherren sind zu wenige, um die Welt wirklich auf Dauer zu beherrschen, denn der Wunsch nach Freiheit ist stark, und er wächst mit jeder weiteren Stufe der Knechtschaft. Es geht lange gut, wir haben fast 70 Jahre durchgehalten. Die Freiheiten werden langsam als Beschränkungen wahrgenommen, als eine Form der Sklaverei, durch die uns die Freiheit versagt worden ist.

Die Herrschaft des Geldes hat die Unfähigen nach oben gespült, und die Herrschaft der Unfähigen wird schließlich zusammenbrechen, weil diese Herrscher nicht fähig sind, sich anzupassen. Die Strategie der Ausbeutung durch Schuld und Schulden hat wunderbar funktioniert, doch sie ist an ihre Grenzen gestoßen. Der Wirt blutet aus, und mit ihm stirbt der Parasit. Was bald folgt, sind schwere Zeiten, die wir uns nicht gewünscht haben. Es wird mühsam, und bei allem Leid gibt es nur ein einziges Geschenk, das dieses Leid jedoch wert ist:

Quelle: Michael Winkler

Michael Winkler: Expedition – Folge 5

deutsche-flugscheibe-haunebu-iiimit freundlicher Genehmigung von Michael Winkler

Leutnant Werner Voß wurde zur SMS FRIEDENSTAUBE zurückbeordert. Die T2-06 sollte wieder auf Luftaufnahmen umgerüstet werden. Kapitän Ritscher hörte sich den Bericht des Leutnants schweigend an, erst am Schluß kommentierte er gereizt: „Was fällt diesem Wohlthat ein, Waffen an diesen angeblichen Nordstaaten-Oberst zu verschenken?“

„Es sind doch nur G36, Herr Kapitän“, schränkte Voß ein.

„Halb so alt wie unsere G3, und bei den ersten Schüssen sogar einigermaßen treffsicher“, knurrte der Kapitän. „Wie auch immer, pacta sunt servanda, aber sagen Sie dem Doktor unter vier Augen, daß er das nie wieder machen soll! Ich werde ihn mir deshalb noch persönlich zur Brust nehmen!“

„Jawoll, Herr Kaptein!“

Ritscher grinste über diese Antwort. „Immerhin, die Räuberbande wird dadurch hoffentlich die Verladearbeiten nicht stören. Herr Leutnant, Sie werden morgen zwölf Mann zu Oberleutnant Skorzeny bringen, damit der schneller vorankommt.“

„Herr Kapitän, mit einer solchen Zuladung…“

„Ich kenne zufällig das Handbuch, Sie können diese Männer transportieren“, unterbrach ihn Ritscher.

„Ja, aber ich bin dann nicht mehr luftkampffähig“, schränkte Voß ein.

„Dann müssen Sie für die 20 Minuten dieses Transports eben auf Luftkämpfe verzichten“, riet ihm der Kapitän. „In Washington nehmen Sie Ihre komplette Mannschaft an Bord. Fliegen Sie anschließend nach Annapolis, ich will davon Aufnahmen.“

„Annapolis? Darf ich fragen, warum?“

„In Annapolis befand sich die Marineakademie der Vereinigten Staaten“, erklärte der Kapitän. „Ich war dort mal auf einem Lehrgang. Annapolis hat Zugang zur See, liegt aber zugleich geschützt im Landesinneren. Wenn eine militärische Einrichtung die Katastrophe überstanden hat, dann Annapolis. Privat interessiert mich, was da stehen geblieben ist.

Ihr zweites Ziel ist Norfolk, das war mal die größte Marinebasis der Welt, außerdem liegt da gleich Langley Airfield daneben. Die Russen haben da eine Ladung draufgeworfen, aber vielleicht hat da etwas überlebt. Wir müssen sicher gehen.

Ihr drittes Ziel ist diese famose Potomac-Armee. Wenn dieser Brown nicht nur geblufft hat, muß es da Lager geben, vielleicht sogar die eine oder andere Kaserne. Gibt es diese Armee wirklich, gibt es vielleicht sogar irgendwo eine Regierung. Und wenn es eine Regierung gibt, ist die unter Umständen wenig begeistert, daß wir ihre Schatzkammern ausräumen. Ich wünsche jedoch keine Kontaktaufnahme! Bringen Sie mir Bilder, deren Stellungen, deren Ausrüstung, mehr nicht.

Wenn Sie tatsächlich die Potomac-Armee aufspüren, haben Sie am Nachmittag ein viertes Ziel: Suchen Sie nach der Virginia-Armee!“

„Bitte?“, wunderte sich Voß. „Sie glauben, dort gibt es eine zweite amerikanische Armee?“

„Geschichte, Herr Leutnant“, rügte Ritscher mit einer leichten Andeutung. „Die Potomac-Armee war im amerikanischen Bürgerkrieg die Hauptstreitmacht der Nordstaaten. Ihr Gegenspieler war die Virginia-Armee unter Robert E. Lee. Wenn es eine Nordstaaten-Armee gibt, finden wir womöglich auch eine Südstaaten-Armee. Gehen Sie eine Stunde in die Bordbibliothek und stöbern Sie im Lexikon, damit Sie für morgen vorbereitet sind.“

„Zu Befehl, Herr Kapitän.“

Ritscher schüttelte den Kopf. „Voß, wenn Sie das als Befehl auffassen, dann müssen Sie noch einiges mehr lernen als den richtigen Umgang mit Ihrem Steuerknüppel. Das ist der Ratschlag eines Mannes, der vom Alter her Ihr Vater sein könnte, an einen jungen Mann, jede Gelegenheit zu nutzen, etwas für seine Bildung zu tun.“

„Danke, Herr Kapitän.“

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SMS Friedenstaube IV – die Akten-Aktion

deutsche-flugscheibe-haunebu-iiierschienen bei Michael Winkler

Fortsetzungsroman Folge IV:

„Na, dann gib mal Wasserstoff!“

Oberleutnant Skorzeny und Leutnant Wittmann hatten sich bei der Jungfernfahrt der SMS FRIEDENSTAUBE nach Helgoland angefreundet. Die an Bord stationierte Flugscheibe sollte unmittelbar vor der Abfahrt eine neue Optik erhalten. Kapitän Ritscher hatte entschieden, diese Verzögerung für eine Übungsfahrt zu nutzen. Dabei hatten sich Skorzeny und Wittmann intensive Gefechte geliefert, bei denen ihre Truppen sich mehrfach gegenseitig ausgelöscht hatten. Skorzeny hatte die Panzertruppe als leichte Beute seiner Elite-Kampftaucher angesehen, doch Wittmann hatte sich als ebenbürtig erwiesen.

Nun rollten die beiden Panzer auf der Interstate 95 Richtung Washington. Das mit dem Wasserstoff bezog sich auf die Vril-Reaktoren der beiden Amphibienpanzer. Dank der kalten Fusion erzeugten sie bis zu 3.200 PS elektrische Leistung, die den Panzern eine Endgeschwindigkeit verliehen, die in früheren Zeiten jede Radarfalle ausgelöst hätte. Vor der großen Katastrophe hätten höchstens die anderen Autos die Panzer behindert, heute ließ es der Zustand der Straße nicht mehr zu, die Panzer auszufahren. Der Asphalt war aufgerissen, Schlagloch reihte sich an Schlagloch, und oft genug wuchsen darin bis zu hüfthohe Büsche.

„60 km/h, wenn wir schneller sind, riskieren wir einen Achsbruch“, erwiderte Leutnant Wittmann, der Kommandant des Spähtrupps. Skorzeny und ein weiterer Kampftaucher fuhren als Passagiere mit. Obwohl sich hinter den Amphibienpanzern ein Lkw verstecken konnte, boten sie nicht allzu viel Platz. Sein Rang sicherte dem Oberleutnant den Platz des Richtschützen im Turm, der Richtschütze und der mitreisende Kampftaucher steckten im Verbindungsgang zum Rückwärtsfahrer, von der Außenwelt abgeschlossen.

Den größten Teil der Ausrüstung Skorzenys transportierte der fliegende Schutzengel, die T2-06, in ihren Frachtabteilen. Der Oberleutnant hatte darauf bestanden, daß die Aufklärungs-Flugscheibe ihr Doppel-MG und eine 100kg-Bombe mitführte, auch wenn das ihre Frachtkapazität reduzierte. Leutnant Voß, der Kommandant des Aufklärers, hatte am Tag zuvor die Route erkundet und Luftaufnahmen angefertigt, die den Panzern nun als Landkarte dienten. Heute begleitete er die beiden Panzer in 50 Metern Höhe, mit der langweiligen Geschwindigkeit der Bodenfahrzeuge.

Der Antrieb der Flugscheiben erlaubte ein bewegungsloses Schweben, langsame Fahrt und ebenso Geschwindigkeiten bis zu 1.000 Knoten innerhalb der Atmosphäre. Im nahen Weltraum erreichten sie noch höhere Geschwindigkeiten, allerdings ließ der Antrieb in den oberen Schichten des Erdmagnetfeldes nach. Theoretisch konnte eine Flugscheibe den Mond erreichen, dort allerdings weder landen noch zurückkehren, da der Antrieb nicht mehr wirkte.

An der amerikanischen Ostküste hatten einmal mehr als 100 Millionen Menschen gelebt, jetzt eilten die Panzer durch ein ausgestorbenes Land. Krankheit, Bürgerkrieg, Hunger und Naturkatastrophen hatten ihren Tribut gefordert, die T2-06 hatte nur vereinzelte Siedlungen gefunden, in denen Menschen überlebt hatten. Sie lagen weiter im Landesinneren, auf fruchtbarem Ackerland, fernab der zerfallenden Städte.

Die Panzer umgingen Philadelphia und erreichten den Delaware. Die Straße verschwand in einem Tunnel, die Panzer zogen es vor zu wassern und den Fluß schwimmend zu überqueren. Dort erlaubte Skorzeny eine viertelstündige Pause, hauptsächlich, um den beiden im Panzer eingeschlossenen Männern die Gelegenheit zu geben, sich ein wenig die Beine zu vertreten.

Kurz vor elf Uhr erreichten die Panzer Washington. Die robusten Reifen zermahlten Skelette, unbegrabene Überreste der Kämpfe des Bürgerkriegs, zumeist Zivilisten, teilweise zerfetzt durch Hohlspitzgeschosse. Gelegentlich mußten die Panzer verrostete Autowracks zur Seite schieben, einmal eine verbarrikadierte Straße mit einer Panzersperre umgehen. Nach einer Dreiviertelstunde erreichten sie ihr Ziel, die „National Mall“, die vom Lincoln Memorial zum Gebäude des Kongreß‘ führte. Skorzeny dirigierte die Panzer zum Smithsonian Museum für Luft- und Raumfahrt. Dort ließ er absitzen und befahl Mittagspause.

Dr. Wohlthat, der einzige Zivilist der Expedition, der auf der T2-06 mitgeflogen war, setzte sich neben den Oberleutnant, mit dem er bisher sehr wenig zu tun gehabt hatte. „Wie fühlen Sie sich im Zentrum einer ehemaligen Weltmacht?“

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