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Malaria

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Malaria heisst auf deutsch: schlechte Luft. Malaria ist der Name einer Infektionskrankheit, die besonders in sumpfigen Niederungen vorkommt und deshalb auch Sumpffieber genannt wird. Man glaubte, dass aus den Sümpfen oder aus der frisch aufgerissenen Erde krankmachende Dünste und sogenannte Miasmen aufstiegen. Wegen der in bestimmtem Wechsel auftretenden Fieberanfälle heisst die Krankheit auch Wechselfieber.

Die Krankheit ist vor allem in warmen Ländern häufig, besonders in den Tropen. In Italien ist besonders die Campagna bei Rom als Fieberherd gefürchtet, aber auch bei uns in Deutschland kommt die Malaria vor. So im Flussgebiet der Altmühl und des Maines; ferner wurde Malaria u. a. beobachtet in Potsdam, Leipzig und der Nordsee; da besonders in Wilhelmshaven gelegentlich der Erbauung des Kriegshafens. Man hat ausgerechnet, dass auf der ganzen Erde 100 Millionen Menschen an der Malaria leiden. In Indien allein sterben jährlich an Malaria etwa 1.200.000 Menschen.

Obwohl wir in Deutschland selbst wenig Malaria haben, ist die Krankheit uns seit dem Erwerb der Kolonien sehr verhängnisvoll geworden. Viele Söhne des deutschen Volkes, die voll Begeisterung für Deutschlands Ruhm übers Meer gezogen sind, wurden drüben von der tückischen Krankheit weggerafft. Nicht in offener Feldschlacht sanken sie dahin, vom Speer des Feindes getroffen; auf kummervollem Krankenlager, fern von der Pflege ihrer Lieben, siechten sie dahin und erlagen dem Stich einer winzigen unscheinbaren Mücke, des Moskito. Wenige Jahrzehnte erst ist es her, dass man diesen Feind erkannt hat, dass man weiss: die Malaria wird nicht in Form von giftiger Sumpfluft eingeatmet, sondern sie wird durch den Stich einer Mücke, des Anopheles makulipennis, und zwar nur des Weibchens dieser Gattung, auf den Menschen übertragen. Dieses sticht den Menschen, weil es zur Ablage seiner Eier Blut nötig hat, und eine Infektion des Menschen erfolgt nur dann, wenn sich der Moskito selbst schon früher an einem Malariakranken angesteckt, injiziert hat und somit selbst erkrankt ist.

Lange mühevolle Arbeit im Laboratorium und am Mikroskop hat es gekostet, bis diese Tatsachen entdeckt wurden. Das Hauptverdienst an diesen Entdeckungen gebührt dem französischen Militärarzt Laverau, dem englischen Militärarzt Ronald Ross und dem deutschen Professor Robert Koch. Alle unbestimmten Theorien haben der klaren Tatsache weichen müssen: an Malaria erkrankt ein Mensch nur dann, wenn durch den Stich eines selbst kranken Anophelesweibchens die Malariakeime in sein Blut übertragen worden sind. Malaria weiterlesen