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Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Zwerge

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Zugehörigkeit der Zwerge zu den Elben geht aus dem Namen Alberich hervor, der als Zwergkönig erscheint. Wie die Lichtelben im Freien wohnen und sich des Sonnen- und Mondenscheins freuen, so ist die Wohnung der Zwerge in den Tiefen der dunkeln Berge gelegen, sie sterben, wenn die Sonne sie bestrahlt. Von ihren aufgehenden Strahlen werden sie zu Stein verwandelt: es sind die zur Nachtzeit an den Berggipfeln haftenden, mit Sonnenaufgang schwindenden und dann die Felsenspitzen erscheinen lassenden Wolken- und Nebelgebilde.

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Deutsche Mythologie – Die elfischen Geister – Wassergeister

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Für die Zugehörigkeit der Wassergeister zu den Elben spricht folgende Sage des 8. Jhdts. (Vita Galli 27):

Als der Erwählte Gottes Gallus einst die Netze in die klare Flut während der Stille der Nacht senkte, hörte er einen Berggeist nach seinem Genossen rufen, der sich in den Abgründen des Sees befand. Auf dessen Antwort: „hier bin ich!“ entgegnete der Berggeist: „Mache dich auf zu meiner Hilfe! Siebe, Fremdlinge sind gekommen, die mich aus meinem Tempel geworfen haben; komm, hilf uns diese aus dem Lande treiben.‘ Der Wassergeist erwiderte: „Siehe, einer von ihnen ist auf dem See, dem werde ich aber niemals schaden können. Denn ich wollte seine Netze zerreiben, aber besiegt trauere ich. Mit dem Zeichen des Gebetes ist er stets umgeben und niemals vom Schlafe überwältigt.“ Als der heilige Gallus dieses hörte, schützte er sich allenthalben mit dem Zeichen des heiligen Kreuzes und sprach zu ihnen; „Im Namen Jesu Christi befehle ich euch, weichet aus dieser Gegend und unterfanget euch nicht, irgend jemand hier zu verletzen.“ Er teilte seinem Abte das Erlebnis mit, und dieser rief die Brüder durch den Ton der Glocke in die Kirche. Aber noch ehe man das Gebet erhob, ließ sich ein schreckliches Geheul und Gebrüll durch die Höhen der Gebirge hören, und der Dämon entwich trauernd. — Noch ein zweites Zusammentreffen des heiligen Gallus wird in seiner Lebensbeschreibung erzählt: Als sein Diakon das Netz auswarf, erschienen ihm zwei Geister in Weibergestalt, die nackt am Ufer standen, wie wenn sie sich baden wollten, und indem sie ihm ihren entblößten Körper wiesen und Steine gegen ihn schleuderben, riefen sie: „Du hast jenen Mann in diese Wildnis geführt, einen ungerechten und neidischen Menschen, der uns immer übermächtig ist bei unseren bösen Taten.“ Vor dem Gebete des Gallus entflohen dann die* Geister durch den Lauf des Flusses bis zu dem Scheitel des Berges. Aber als sie die Netze ans Land zogen, hörten sie vom Gipfel des Berges Stimmen gleichsam zweier Weiber, die über den Tod der Ihrigen klagten und jammerten, daß sie fortan weder unter Menschen noch in der Wildnis leben dürften. Kurz nachher vernahm der Diakon zu dreimalen die Geister mit Geschrei von einem Berge fragen, ob Gallus noch in der Wildnis wäre oder sich fortbegeben hätte. — Wie hier die Seefrauen, die sich in das Gebirge zurückziehen, mit Steinen werfen, so schleudert der Nix nach seinem Opfer eine Keule. Ein siebenjähriger Knabe spielte mit seiuen Schwestern am Flußufer. Da stieg aus dem Wasser ein häßlicher, rauhhaariger Mann hervor, trat unter die Spielenden und sagte: „warum stört ihr mich hier?“ Alle flohen entsetzt, dem Knaben aber, der langsamer als die übrigen lief, warf er seine Keule in den Rücken, tötete ihn und sprang dann wieder in die Flut zurück (Thom. Cantiprat.).

Ein freundliches Geschick hat uns überhaupt verschiedene Nixensagen aus der heidnischen Zeit bewahrt.

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Deutsche Mythologie – Der Götterglaube

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Allgemeine Bemerkungen.

Wie bei den Dämonen ist bei den Naturgöttern der Zusammenhang mit den zugrunde liegenden Naturerscheinungen gelockert, ja oft aufgelöst; der Glaube, daß es die großen Naturmächte sind, von denen Wohl und Wehe des menschlichen Daseins abhängt, ist mehr und mehr zurückgetreten. Die Götter sind zu wunderbarer Größe und Herrlichkeit gesteigerte Menschen, Idealbilder von Königen und Fürsten, von erstaunlicher Kraft und Weisheit. Wie Zeus, Hera, Apollo idealisierte Hellenen sind, so sind Wodan, Frija, Donar ideale Germanen. Eine bestimmte Rangordnung unter den Göttern gab es ursprünglich nicht; jeder war in gewissen Lebenslagen der Höchste, der Donnerer, wenn das Gewitter tobte, der Windgott, wenn es stürmte. Solch ein „Augenblicksgott“ ist ferner die Gottheit, die eine einzelne bestimmte Ernte schützt oder eine einzelne bestimmte Waffe zum Siege lenkt und eben in der Garbe, in der Lanze selbst wohnt. Sie entwickelt sich zu einer „Sondergottheit“, die nunmehr ein für allemal der Ernte, dem Kriege vorsteht, und wird schliesslich zu einem „persönlichen Gott“, der immer reicher und idealer ausgestattet wird und alle zusammen gehörenden „Sondergötter“ in sich vereinigt, Darum haften auch ethische Elemente den Götter anfangs nur locker und äußerlich an; *der Gewittergott ist wohl ein gewaltiger, kriegerischer Held und nur wenig von dem Gescblochte der Riesen unterschieden, aber leuchtende Reinheit und Erhabenheit einer höchsten sittlichen Kraft hat er ursprünglich nicht.

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Deutsche Mythologie – Mythenkreise – Licht und Finsternis. Gestirnmythen.

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der Tag wird allnächtlich von der Nacht verschlungen, um zur Zeit der Morgendämmerung wieder freigelasscn zu werden. Sagen und Märchen von einem Helden oder einer Jungfrau, die von einem Ungeheuer verschlungen und später wieder befreit werden, haben sich in der Volksmythologie erhalten. Wenn sieh das Licht der Sonne oder des Mondes verfinsterte, dann glaubte man, der klaffende Rachen eines Wolfes drohte sie zu verschlingen. Überreste dieses alten Glaubens bekunden sich vornehmlich in dem lärmenden Geschrei, das zur Verteidigung der gefährdeten Gestirne und zum Abschrecken des Verfolgers erhoben wird, auch durch Waffen suchte man den Bedrängten zu Hilfe zu kommen. Die Bekehrer griffen den heidnischen Aberglauben an und verboten, solche Rufe auszustoßen und „siege Mond“ (vincc liiua) zu schreien, um dem Monde in seiner großen Bedrängnis beizustehen (Primin, Indiculus Nr. 21), oder Mondfinsternisse durch Kübel- und Kesselsehlagen zu vertreiben (Burchard). „Hast du die Überlieferungen der Heiden beobachtet“, heißt es in Burehards Beiclit-spicgel, „die sieh bis auf den heutigen Tag von Vater auf den Sohn gleichsam erblich fortpflanzen, das ist, daß du die Elemente verehrst, die Sonne, den Mond, den Neumond oder die Mondfinsternis? daß du durch dein Geschrei oder deinen Beistand ihm das Licht wiedergeben zu können glaubtest, als wenn nämlich von den Elementen dir oder ihnen von dir geholfen werden könnte?“ In alten Kalendern war das Bild von der Sonne oder dem Monde im Rachen eines Drachen ein Symbol zur Bezeichnung von Finsternissen. „Und stracks verschlingt den Tag die fürchterlichste Nacht“, heißt es in Wielands Oberon (Ges. V).

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