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Berliner Bezirk drängt auf Deutschlands ersten Cannabis-Coffee-Shop

marijuanaerschienen bei RT

Übersetzung John Schacher

Berlin könnte bald in den Genuss von legalem Marihuana kommen, nachdem das Parlament des „Hip und trendy“-Stadtteils Friedrichshain-Kreuzberg mit überwältigender Mehrheit für eine Maßnahme stimmte, die zum ersten legalen Coffee-Shop im Land führen könnte.

Nach knapp einem Monat im Amt kam die gerade neu gewählte Bürgermeisterin der Region, die Grüne Monika Hermann, im September auf die Idee, ihren Bezirk in eine Zone frei von Cannabisgesetzen – ähnlich wie die Coffee-Shops in Amsterdam oder Kopenhagens berühmtem Christiania-Bezirk – zu verwandeln.

Die Idee entstand aus der Erkenntnis, dass der Umgang mit der Drogenkriminalität im regional berüchtigten Görlitzer Park einfach zu viel Aufwand für die Behörden ergab, die ihre Zeit besser für die Bekämpfung harter Drogen und organisierter Kriminalität verwenden könnte.

Laut Hermann hat die Polizei seit Anfang des Jahres 113-mal Razzias im Park durchgeführt, dabei 984 Menschen festgenommen und Strafverfahren gegen 310 Personen in die Wege geleitet.

Das Ergebnis der Abstimmung im Parlamentsviertel hat zu einem Antrag an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführt, der bereits eingereicht wurde. Dies sollte den berüchtigten Görlitzer Park in ein Pilotprojekt für die Legalisierung von Marihuana verwandeln, berichtete die Berliner Zeitung am Freitag, nach einer Ankündigung der Grünen vom Donnerstag.

Die daraus resultierende Petition wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Experten, Beratungsstellen und Ansässigen erstellt.

„Es geht nicht darum, ein glückliches Drogen-Land zu schaffen“, betonte Hermann. „Aber ich glaube, dass wir das Problem der Drogen im Park damit mildern.“

Sie glaubt, dass die „Verbots-Politik versagt hat“ und dass „wir jetzt über ungewöhnliche Lösungen nachdenken müssen.“

Obwohl der Besitz und Verkauf von weichen Drogen in Deutschland immer noch gegen das Gesetz ist, scheint die Nachsicht der Polizei gegen Pott auf dem Vormarsch, während die Schritte in Richtung Entkriminalisierung schon seit Mitte der neunziger Jahre stattgefunden haben.

Ein Beispiel dafür ist es, dass der Besitz von kleinen Mengen nicht mehr als Straftat gilt, während unter dem neuen Gesetzesvorschlag der Besitz von etwa 15 Gramm zu weniger als einem Klaps auf das Handgelenk führen könnte.

Es gibt überall Grauzonen in der Anwendung des Gesetzes – wie auch der nördliche Teil des Landes weit entspannter mit der Droge umgeht als der Süden. Und das ist ein Problem für weitere linke und demokratische Parteien in Deutschland, von denen einige behaupten, dass es sehr viel problematischere und gefährlichere Drogen als Marihuana gibt.

Kreuzberg wird nun versuchen, die noch bestehenden rechtlichen Probleme mit Marihuana auszubügeln, einschließlich Fragen in Bezug auf die Händler und Verkäufer.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass nach Artikel 3 des Betäubungsmittelgesetzes ein ausreichendes öffentliches Interesse das Potenzial hat, zur Legalisierung zu führen – vorausgesetzt, dass angemessene öffentliche und wissenschaftliche Beweise gegeben sind.

Allerdings schienen die deutschen Behörden nicht so begeistert von der Idee eines Coffee-Shops im Görlitzer Park.

„Cannabis ist keine harmlose Substanz, sondern enthält für viele, vor allem junge Menschen, erhebliche Gesundheitsrisiken“, betont Christina Köhler-Azara, Drogenbeauftragte in Deutschland.

Die Sprecherin des Gesundheitsministeriums sagte, dass eine „Droge eine Droge bleibt“, und trotz der Tatsache, dass der Besitz von geringen Mengen Pott erlaubt ist – aber verboten bleibt, es zu verkaufen.

Quelle: RT