Schlagwort-Archive: Kleinasien

Frankreich als Lehrmeister der neuen Türkei

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Frankreich erntet jetzt die Früchte seiner langjährigen Bemühungen um die Hebung des französischen Schulwesens in der Türkei. Unausgesetzt waren französische Beamte und Geistliche bestrebt, in den wichtigsten Städten von Kleinasien und Syrien, ebenso wie in Konstantinopel durch Errichtung von Schulen die Kenntnis der französischen Sprache zu verbreiten. Heute ist, dank diesen Bemühungen, die französische Sprache die am weitesten verbreitete fremde Sprache in der europäischen und kleinasiatischen Türkei.

Es war nun naheliegend, daß die neue türkische Regierung, als es sich darum handelte, die Kenntnis europäischer Wissenschaft im Beamtenkörper zu verbreiten, demjenigen Lande sich zuneigte, dessen Sprache zur Vermittlung der neuen Wissenszweige den türkischen Beamten am geläufigsten war. Frankreich wurde dazu ausersehen, den jungen Beamten des neuen Regimes als Bildungsstätte zu dienen.

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Feudalherrschaften in China, Indien, Vorderasien und Hellas

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Eine Weltgeschichte in einem Bande.

Das Großkönigtum lebte einstweilen nur bei den Assyrern fort. Das ist ein rauhes, äußerst kriegerisches Volk, das seit ungefähr 1100 im Aufstieg begriffen ist und gegen 700 eine Weltmachtstellung erringt. In allen anderen Ländern war Kleinstaaterei im Schwange. In China sowohl als auch in Vorderasien, in Ägypten und bei den Griechen bildeten sich Feudalstaaten aus, die meist untereinander in steter Fehde lagen.

ln Ostasien ist die Zahl dieser feudalen Staatswesen zeitweilig bis auf zwölfhundert gestiegen. Seit dem achten Jahrhundert trat jedoch eine Wendung ein. Die halbtatarische, halbchinesische Dynastie der Tsin, deren Gebot südlich vom Hoango-Knie galt, machte die größten Anstrengungen, um ein ausgedehnteres Gebiet unter ihrer Herrschaft zu vereinigen. Das löste dann eine Gegenwirkung bei den anderen aus, die sich ebenfalls zu stärkeren Staaten zusammenschlossen. Allmählich wurden so im Kampfe ums Dasein die kleineren Staatsbetriebe ausgeschaltet, und zuletzt blieben nur noch sieben einigermaßen gleichgeordnete Staatswesen in China übrig.

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Arier und Chinesen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Zuletzt schwoll die Flut der fremden Völker immer mehr an. Es gesellten sich nun zu den Kas neue reisige Völker, nämlich die Arier. Um rund 1200 vor Christi kam eine neue Sturmflut, die sich über die Gestade des ganzen Mittelmeeres ergoß.

Auch Ägypten wurde von der Flut überschwemmt. Mit äußerster Anstrengung gelang es jedoch noch einmal dem Pharaonen Mernephta, Deiche gegen die verheerende Flut aufzurichten, und die „Barbaren des Nordens“ zurückzuschlagen.

Die Arier treten um 1400 in die Hallen der Geschichte ein. Sie erscheinen zuerst im Herzen von Kleinasien. Dort sind bei Bogasköi Ruinen erhalten, deren Inschriften von indischen Göttern aus damaliger Zeit Kunde bringen. Die Arier kamen vom Westen; vielleicht aus Frankreich. Ihre Hauptvölker waren die Italer, die Kelten, die Griechen, die Perser oder Iranier und die Hindu. Außerdem wären Illyrier, Thraker, Armenier, Skythen oder Saken und eine Anzahl von kleineren Stämmen in der Nähe des Pamir zu erwähnen. In der Folgezeit sind dann noch nördlichere Arier aufgetaucht, nämlich die Germanen und Slaven. Man darf sich nun nicht etwa vorstellen, daß die Horden, die seit der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends zum Vorschein kommen, nur reinrassige Staaten begründet hätten. Im Gegenteil! Sie bedeuteten offenbar nur eine kleine Minderheit, die Herrenkaste. Sie hatten sich mit den Überwundenen, deren Zahl vielleicht zehn-bis zwanzigmal größer war, auseinanderzusetzen. Bei den Skythen und Indern muß die Kopfzahl der unterworfenen Völker sogar um mehr als das zwanzigfache die Zahl der Sieger, der eindringenden Eroberer, übertroffen haben; denn die Masse der Skythen wird von einem so guten Beobachter, wie dem Arzte Hippokrates, als mongolisch geschildert, und Indien bietet heute noch überwiegend Dravidazüge.

Zugleich mit den Indogermanen treten die Chinesen auf die Bühne.

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der Verkauf deutscher Kriegsschiffe an die Türkei

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Am 14. August sind die an die Türkei verkauften deutschen Kriegsschiffe „Weißenburg“ und „Kurfürst Friedrich Wilhelm“ unter dem Kommando des Konteradmirals Koch nach Konstantinopel in See gegangen; 26 türkische Offiziere mit einer Anzahl Mannschaften befanden sich an Bord. Ende August werden die Schiffe in den Dardanellen erwartet, wo die Uebergabe an die türkische Regierung erfolgen soll.

Der Vorgang wird wieder, gleich der ersten Nachricht vom Verkauf der deutschen Kriegsschiffe an die Türkei, in der Presse der Tripelentente zu zahlreichen Kommentaren Anlaß geben, aus denen unschwer das Mißbehagen über das perfekt gewordene Kaufgeschäft zu erkennen sein wird. Weniger, daß man der deutschen Regierung das günstige Kaufgeschäft etwa mißgönnt; vielmehr betrachtet man es als unerwünscht, daß die Türkei auf diese Weise rasch zu einer ansehnlichen Verstärkung ihrer maritimen Streitkräfte gekommen ist, denn manche „Freunde“ der Türkei sehen es auch heute noch nicht gern, wenn die Türkei ihre Machtmittel vermehrt, sei es daß sie strategisch wichtige Bahnen in Kleinasien und Mesopotamien baut, oder eine Stärkung ihrer Kriegsrüstung erfährt.

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