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Fehler in unserem Geldsystem – Video

erschienen bei monneta.org – Danke an André

Systemkritische Fragen blieben in der Finanzkrise bislang unterbelichtet. Der neue Film »Fehler im Geldsystem?« zeigt in 7 ½ Minuten in anschaulichen Grafiken welche Folgen Zins und Zinseszins in der Finanzwirtschaft haben und wie systematisch von der großen Mehrheit der Bevölkerung zu den Vermögenden umverteilt wird.


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Das Video wurde als Einspielfilm für Vorträge konzipiert und endet deshalb mit der Frage: Wie können wir es besser machen?

zu reich zum überleben

erschienen bei denkbonus

Der folgende Interviewtext ist lang und lohnt sich Wort für Wort. Dem Ökonomen Prof. Richard Wolff gelingt darin etwas Außergewöhnliches. Er beschreibt die tieferen Ursachen und historischen Hintergründe unserer weltweiten Krise komplett wertneutral, vergleichbar einem mechanischen Prozess und zeigt dabei klar konturiert auf, weshalb der Kapitalismus nichts anderes vermag, als sich selbst zu zerstören. Ein Muss für jeden, der verstehen will, wie diese Welt funktioniert

Die historischen Wurzeln der gegenwärtigen Krise

by Richard Wolff and Tomasz Konicz.
Published on March 15, 2012

Was sind die Ursachen der gegenwärtigen Krise des Kapitalismus? Verhält er sich tatsächlich so, dass einige gierige Banker die Krise ausgelöst haben, oder ist diese auf längerfristige systemische Ursachen zurückzuführen?

US- Ökonom Prof. Richard Wolff

Richard Wolff: Meiner Ansicht nach sind es die längerfristigen Probleme des Kapitalismus, die die Basis der gegenwärtigen Krise bilden. Der Versuch, die gegenwärtige Krise als eine Finanzkrise oder als eine Krise der Wall Street darzustellen, ist in einer fundamentalen Weise ideologisch, weil er bestrebt ist, die Krise nur in einem Teil des kapitalistischen Systems zu lokalisieren und diese so zu begrenzen. Das ist keine harmlose und unschuldige Bezeichnung. Ich spreche hingegen von einer Krise des Kapitalismus, weil es eine Krise des gesamten Systems ist: Es ist eine Krise der Wall Street wie der Main Street (Mittelklasse), es ist im selben Ausmaß eine Krise des Finanzsektors wie der Industrie, des Exportsektors, des Arbeitsmarkts und aller Teile des kapitalistischen Systems. Lassen Sie mich nun die wichtigsten Dimensionen dieser systemischen Krise darlegen. Zuallererst muss darauf hingewiesen werden, dass in den Vereinigten Staaten in den letzten 30 Jahren die sozialen Programme und Errungenschaften demontiert wurden, die eingeführt wurden, als der Kapitalismus das letzte Mal in einer fundamentalen Systemkrise steckte – nämlich während der “Großen Depression” der 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Damals führten die Vereinigten Staaten umfassende Sozialprogramme für die Masse der Bevölkerung ein.

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Zukunft für Kapitalismus, Kommunismus und Weisheiten der Rothschild und anderer

von Dr. Steffen Seidel

In Europa und anderen Teilen der Welt wird vor allem nach dem Fall des Warschauer Paktes, also der größten Anzahl an Staaten, in der die Errichtung des Kommunismus als Endziel galt, mit dem Abbau der sozialen Marktwirtschaft begonnen. Also dem Abbau genau dessen, was vielen Bürgern als bessere Alternative zu den Anstrengungen erschien, einen Kommunismus aufzubauen. Die Wahl für die soziale Marktwirtschaft wurde vor allem auf Basis der verfügbaren Waren getroffen und all dem, was man sich kaufen kann, vorausgesetzt man ist im Besitz des entsprechenden Geldes.

Ein weiterer wichtiger Grund war der erfolgreiche kalte Krieggegen diese Staaten, von US-Strategen auch bereits als 3. Weltkrieg verstanden,  geführt mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, nicht nur ökonomischen, sondern auch mittels Vergeudung von Ressourcen durch Wettrüsten und nicht zuletzt dem Beginn der Nutzung und Züchtung von Terrorismus – getarnt bis heute und das in bis dahin unvorstellbarem Ausmaß.
In wieweit auch Gorbatschow Teil des Planes war und nicht nur Resultat der Schwächung der Hauptmacht des Staatenbundes, wird sich später vielleicht noch heraus stellen. Zumindest war das Ende eine Aufweichung und Zerstörung von innen.

Den Bürgern sollte das natürlich egal oder auch Recht sein, solange es ihnen besser oder zumindest gut geht. Dem wird aber immer weniger entsprochen, nachdem der Zwang zu einem Wettbewerb der Systeme weggefallen war. Die Notwendigkeit, eine Soziale Marktwirtschaft wie ein Schaufenster zur Werbung aufzubauen ist Dingen gewichen, die sich insgesamt im „Washington Consens“ als neokonservatives Gedankengut wiederfinden. Es gilt nun die Strategie der völligen Dominanz des Privateigentums vor dem Staat und der Souveränität des Volkes mit dem Ziel der ungehinderten Ausbeutung und Bereicherung von sehr wenigen (so wenige, dass die Verwendung der Zahl 1% bereits eine Falschdarstellung ist).

Mit dem Ausverkauf von Volkseigentum in der EU und einer weitgehenden Verschuldung der Staaten, die eine Schuldsklaverei mehr und mehr als Ziel erahnen lassen, scheint die Zeit der Realitätsverdrängung bei den Bürgern mehr und mehr vorbei zu sein. Und das trotz einer Manipulation der Massen, wie es die Demagogie von Diktatoren der Vergangenheit, wie z.B. zu Goebbels Zeit, noch gar nicht vermochte. Weitere Machtergreifung wie eine Diktatur mit Vollmachten bisher unbekannten Ausmaßes infolge grenzenloser Immunität und Straffreiheit sind von Brüssel aus geplant.
Die Bürger beginnen auch in Deutschland dagegen auf die Straße zu gehen und so schrieb german.irib.ir betreffs den „Blockupy“-Protesten in Frankfurt am Main am 19. 05.2012: „über 20.000 Menschen demonstrieren gegen Kapitalismus“.

Infolge des katastrophalen Zusammenbruchs all dessen, wofür die Bürger dem kapitalistischen/marktwirtschaftlichem System gegenüber den Anfängen eines Kommunismus den Vorrang gaben, entsteht aber die zwingende Frage: wie weiter? Denn mit der Zusammenballung der Macht und all unseres Reichtums in den Händen von sehr, sehr wenigen kann es nicht weiter gehen.
Es stellt sich erneut die Systemfrage!

Vielleicht um auch denen neue Argumente zu liefern, die mehr dazu tendieren, am Kapitalismus festzuhalten und das Mögliche noch einmal überdenken wollen, denn auch das ist legitim, möchte ich einige Weisheiten derer anheften, die über das uns zugrunde richtende System Bescheid wissen:

— Argentarius, “Vom Gelde”

Der Zinseszinseffekt ist das achte Weltwunder.

— Mayer Amschel Rothschild

Der Zinseszins ist die größte mathematische Entdeckung aller Zeiten.

— Albert Einstein

Gib mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.

— Mayer Amschel Rothschild, Begründer der Bankendynastie Rothschild

Mir ist egal, welche Marionette auf dem englischen Thron sitzt und das britische Weltreich regiert. Ich kontrolliere die Geldmenge. Und wer die britische Geldmenge kontrolliert, kontrolliert auch das britische Empire.

— Nathan Mayer Rothschild

Die wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.

— Gebrüder Rothschild, 1863

Wer auch immer die Geldmenge in unserem Land kontrolliert, ist der uneingeschränkte Herrscher über den gesamten Handel und die Industrie …

Und sobald man begreift, dass das ganze System sehr einfach gesteuert werden kann, so oder so, durch einige wenige an seiner Spitze, braucht einem nicht mehr erklärt werden, woher Zyklen der Inflation und Rezession kommen.

— US-Präsident James A. Garfield, 1881, zwei Wochen bevor er erschossen wurde

Das Kreditsystem, das seinen Mittelpunkt hat in den angeblichen Nationalbanken und den großen Geldverleihern und Wucherern um sie herum, ist eine enorme Zentralisation und gibt dieser Parasitenklasse eine fabelhafte Macht, nicht nur die industriellen Kapitalisten periodisch zu dezimieren, sondern auf die gefährlichste Weise in die wirkliche Produktion einzugreifen – und diese Bande weiß nichts von der Produktion und hat nichts mit ihr zu tun.

— Karl Marx

Es ist absurd zu sagen, dass unser Land zwar 30 Mio. $ als Anleihen herausgegeben hat, aber nicht 30 Mio. als Währung. Beides sind Zahlungsversprechen, aber die eine Option mästet den Wucherer und die andere hilft dem Volk. Wenn die Währung, die von der Regierung herausgegeben wird, wertlos wäre, wären es die Anleihen ebenso.

— Thomas A. Edison

Ich habe zwei große Feinde: Die Südarmee vor mir und die Finanzwelt hinter mir. Von diesen beiden Feinden ist der letztere der schlimmere.

— Abraham Lincoln

Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation, und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet alle jene als Volksfeinde, die ihre Methoden in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben, ihre Herrschaft zu verlängern, bis der Reichtum in den Händen von Wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.

— Abraham Lincoln, 16. Präsident der USA; wurde 1865 ermordet

Vor 50 Jahren betrugen die Arbeitseinkommen 96 Prozent und die Kapitaleinkommen 4 Prozent des Bruttosozialprodukts; heute betragen die Arbeitseinkommen 60 Prozent und die Kapitaleinkommen 40 Prozent. Ein Arbeiter bei Henry Ford konnte sich mit drei Monatslöhnen ein Auto kaufen; das gibt es heute nicht mehr. Relativ hat sich die Situation der Arbeitnehmer kontinuierlich verschlechtert. Die Hälfte unserer Einkommen zahlen wir direkt oder indirekt für Zinsen; Zinskosten für Fremdkapital sind in die Preise aller Dinge, die wir kaufen, einkalkuliert, und der Schuldendienst unserer Staaten und Gemeinden ist zum größten Ausgabenposten ihrer Budgets geworden. Das bedeutet: Wenn Sie persönlich weniger als 50 Prozent Ihres Einkommens aus Zinsen erzielen, gehören Sie zu den Verlierern des Systems; auf der Gewinnerseite sind Sie nur dann, wenn Ihr Zinsaufkommen Ihr Arbeitsaufkommen übersteigt.

— Wolfgang Berger, Banker, Unternehmensberater, Nov. 2000

“Papiergeld ist eine Hypothek auf den Wohlstand, der gar nicht existiert, gedeckt durch Pistolen, welche auf die gerichtet sind, die den Wohlstand erarbeiten müssen. Da wir nur mit echtem Geld zu tun haben wollen, beteiligen wir uns nicht an irgendwelchen Betrugssystemen der Zentralbanken.

— Selbstdarstellung der freien Bank der Lakota-Indianer, 2008

Bankraub ist eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.

— Bertolt Brecht

Es gibt keine subtilere und auch keine sicherere Methode, einer Gesellschaft ihre Grundlagen zu entziehen, als die Zerstörung ihrer Währung. … und kaum einer unter einer Million versteht das wirklich.

— John Maynard Keynes

Es sind gerade die Christen, die das ursprünglich anders orientierte Volk der Juden zum Geldhandel gezwungen haben. Die Missetaten der Hochfinanz gliedern sich nicht in christliche und jüdische; es ist unterschiedslos der Sieg des Mammonismus über die Menschenseele. Nicht die Juden sind zu bekämpfen, sondern die Machtmittel, die in jüdischen und christlichen Händen seit Jahrtausenden namenloses Unglück anrichten.

— Silvio Gesell

Der einzige Weg, um das Verhalten der Politiker zu ändern, ist, ihnen das Geld wegzunehmen.

— Milton Friedman

Man muss sich aus einer Krise heraus produzieren — man kann sich aus ihr nicht herausdrucken, durch die Ausgabe von wertlosem Geld!

Gerald Celente, 2009

[Quelle der Zitate: http://www.yoice.net/blog/zitate/geldsystem/ ]

Den meisten Menschen ist es ziemlich egal, wie das System heißt usw., Hauptsache man kann leben, erhält für seine Arbeit genug dass es sich lohnt und weiß die Zukunft seiner Kinder in Sicherheit.
Das ist eben aber alles nicht mehr gewährleistet.

Interessant war für mich auch, dass uns nicht nur bekannte Leute wie Karl Marx, sondern auch andere wie Abraham Lincoln und König Friedrich II von Preußen aus dem Herzen sprechen, was die heutigen Zustände angeht. Wie hatte doch der bald ermordete Abraham Lincoln, 16. Präsident der USA, Recht!
Sorgen wir doch dafür, dass bedeutend mehr Menschen als zu Zeiten von Bertolt Brecht dieses Wissen über das, was uns die Gegenwart wie auch die Zukunft zerstört, erlangen.