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Libyen: Saif-enoper – nächster Akt

saif al islam 812von John Schacher

Heute meldet Ria zum wiederholten Male den Prozeßbeginn gegen Saif al-Islam – diesmal ab 19. September in Libyen. Diese Feigenblattmeldungen samt anschliessender Abfilmung… sind natürlich allesamt nicht ernst zu nehmen.

 

Wo sind und wie geht es den uns bekannten Top-Gefangenen der libyschen Jamahiriya? Leben Dr. Dorda, der ehemalige, von Tunesien ausgelieferte Premierminister Bagdadi al-Mamoudi, Saif al-Islam oder Abdullah al-Senussi überhaupt noch? Oder wurden sie in den al-Qaeda-Foltergefängnissen bereits vernichtet?

Internationale Organisationen berichten von fortdauernden Kriegsgefangenschaften ohne irgendwelche Ansätze zur Registrierung oder Hilfe… kein Plan ist in Sicht! Was soll die Justiz eines solchen Landes denn leisten können, wenn sie solch offensichtliche Mißstände in ihrem System nicht beseitigen kann – vollkommen macht- und zahnlos ist? JA nicht einmal guten Willen zeigt..!

Wie die letzten Meldungen nahelegen, hat sich der Misrata-Einfluss mittlerweile nach Tripolis ausgedehnt. So stehen dementsprechend Tripolis die Zintan-Interessen noch diametraler gegenüber, als die Situation zu Gaddafi-Zeiten war. Zudem beklagen sich die Berberstämme sprachlich, gesellschaftlich und schultechnisch nun noch mehr diskriminiert zu werden als in der Jamahiriya, was die Region Tripolis zusätzlich destabilisiert. Die Instabilität der Kyrenaika (Benghasi, Derna, Tobruk…) ist bekannt, ebenso der „wilde Süden“, wo in der Wüste seit 2 Jahren völlige Gesetzlosigkeit herrscht und unbeschreibliche Verbrechen unbemerkt stattfinden. Der einzige Hort von Stabilität und Normalität war Bani Walid – weshalb man es nochmals dem Erdboden gleichmachen wollte.

Für Libyen zeichnet sich in keinerlei Weise eine Lösung ab, nicht mal eine Verbesserung ist in Sicht. Die US-NATO-„Rebellen“ und ihre geheimdienstlichen Herren haben ihre Arbeit sehr gründlich gemacht und einen „Horror“ gesetzt, der jeden Atemzug in Libyen begleitet.

Libyen: Saif al-Islam vor Gericht in Zintan

von John Schacher – Danke an Armeeverkauf & Herb

Was wirklich mit und um Saif al-Islam Gaddafi los ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Immerhin lebt er offenbar noch! Der Film und einige Pressemeldungen weisen auf seine zweite Anhörung in Zintan wegen Kriegsverbrechen etc. hin. Zudem bürgt RT im Grundsatz für Nachrichten-Qualität – sollte also kein Hoax sein…

Saif droht die Todesstrafe. Laut Meldungen soll er geäussert haben, er würde lieber vor dem internationalen Gerichtshof in DenHaag stehen – in Libyen käme ein Prozeß gegen ihn einem Mord gleich.


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Quellen: mail.com. scoop.it

Gaddafis Cousin in Kairo festgenommen

guerra por petoleo libioerschienen bei bluewin.ch

Danke an Yvonne

Ein Cousin des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi ist in Kairo festgenommen worden. Bei der Festnahme von Ahmed Gaddaf al-Dam in seinem von Wachleuten geschützten Haus im Stadtteil Zamalek fielen am Dienstag nach Informationen des ägyptischen Nachrichtenportals „Al-Ahram“ Schüsse.

Anschliessend habe sich Gaddaf al-Dam der Polizei gestellt, hiess es. Der 60-Jährige wird laut Interpol von den libyschen Justizbehörden wegen Betrugs, Fälschung und Geldwäscherei gesucht.

Schon wenige Tage nach Beginn der libyschen Revolution im Februar 2011 hatte sich Gaddaf al-Dam, der sich unter dem alten Regime um die libysch-ägyptischen Beziehungen kümmerte, von seinem Cousin abgewandt, der auf Demonstranten schiessen liess.

Gaddafi war im August 2011 aus Tripolis vertrieben worden. Im darauffolgenden Oktober töteten ihn Rebellen in seiner Heimatstadt Sirte. Gaddaf al-Dam sieht dem Ex-Diktator zum Verwechseln ähnlich.

Quelle: bluewin.ch

Libyen: Geheimdienstchef al-Senussi von Mauretanien ausgeliefert

Abdullah-Al-Senussi – Bild: timesofummah.com

von John Schacher

Nach monatelangen Verhandlungen mit Mauretanien hat heute die libysche Besatzer-Regierung die Auslieferung von Abdullah al-Senussi nach Tripoli erreicht. Al-Senussi war der libysche Geheimdienstchef unter Quadhafi und seine Auslieferung dem NTC laut Mathaba rund 200 Millionen Dollar wert.

Mauritanien hatte eine Übergabe von al-Senussi ohne dessen Einverständnis anfangs kategorisch ausgeschlossen. Damit hat man den Preis offenbar nur richtig hochgetrieben… Die NTC-Regierung gibt an, al-Senussi wegen eines bis heute völlig unbewiesenen „Massakers“ im Abu-Slim-Gefängnis belangen zu wollen, bei dem 1200 Gefangene ermordet worden seien.

Auch Frankreich sucht Senussi: dieser wurde vor einigen Jahren für den Abschuss eines französischen Flugzeugs über Afrika in Abwesenheit verurteilt worden, obwohl keinerlei Grund für Senussi bestand, diesen terroristischen Akt auszuüben.

Senussi ergeht es nun wie den anderen etwa 20.000 Libyern/Libyerinnen, die derzeit ohne Rechtsgrundlage inhaftiert sind und oftmals sogar gefoltert werden. Da Senussi im Fokus der Medien steht, wird er wohl eine etwas bessere Behandlung bekommen.

Der sogenannte Internationale Gerichtshof, dessen Rechtsprechung in Afrika großteils nicht anerkannt wird, betreibt einen völlig ungerechtfertigten internationalen Haftbefehl gegen Senussi, der auf „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ ausgestellt ist, obwohl dem Gerichtshof bekannt ist, dass letztes Jahr geschätzte 100.000 Libyer von Händen der US-europäischen Militärkräfte und ihrer Bodenalliierten sterben mussten.

“Senussi wurde heute am frühen Mittwochnachmittag in die Mitiga-Luftwaffenbasis in Tripolis geflogen und unmittelbar darauf mit einem Helikopter ins Hadba Al-Khadra-Gefängnis transportiert”, erklärte der Gefängnisdirektor und NTC-Oberst Mohammed Gwaider.

Zusätzlich zu der Zahlung an mauretanische Beamte, welche uns von libyschen Quellen bestätigt wurde, hat das Besatzer-Regime erklärt, Mauretanien als Belohnung für die Übergabe Senussi´s weitere Finanzhilfen geben zu wollen.



Quelle: Mathaba, Libya-SOS