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Juden und Phönizier

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Eine Weltgeschichte in einem Bande.

Zugleich mit den Indogermanen und Chinesen tauchen jüngere Semitenstämme auf: die Phönizier, die Minäer, die Juden und die Karthager. Auch von ihnen gilt das, was die Arier durchgemacht haben, nämlich, daß sie von der Wucht älterer Kulturen starke Einwirkungen erlitten. Die Gesetze des alten Testamentes erinnern vielfach an das Gesetz Hammurabis. Bei dem Zug Abrahams mit Amraphel wird eine ältere östliche Chronik im alten Testamente benutzt.

Durch die Mischung mit den kasischen Ureinwohnern Kanaans, ein Vorgang, den ja die Propheten so bitter beklagen, wurde auch eine Mischung jüdischer Eigenart und der angestammten Kulturbegriffe mit den Vorstellungen und Sitten der vorsemitischen Rasse angebahnt. Wenn Salomon den Göttern seine vielen Frauen opfert, so ist das ein Fall, der nicht nur im Königshaus, sondern auch im ganzen Volke häufig gewesen sein muß. Die Juden errichteten seit 1100 eine eigene Herrschaft.

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Orient und Weltpolitik – Die Balkanvölker im einzelnen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Es kommen nahezu zwei Slaven auf einen Deutschen in der alten Welt.

Bogumil Goltz hat das schöne Wort gefunden: die Engländerin geht mit dem Kinn, die Österreicherin mit den Augen. Ähnlich könnte man sagen: der Madjar geht mit den Sporen, der Rumäne mit dem Rücken. Sporen sind scharf und schneidig, aber sie geben keinen Halt, sie zwingen zur Vorsicht.

Der Rücken ist ein unaggressiver, ein unbeholfener Körperteil, aber er trägt, er fördert, er ist, um mit Hebel zu reden, „kernfest und auf die Dauer“. In letzter Zeit hat sich vollends das Selbstbewußtsein der Rumänen dermaßen gehoben, daß sie augenblicklich geradezu als das maßgebende Volk im Balkanstreite zu gelten haben.

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Damaskus

Buchübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg


Die Berge am Ostabhang des Antilibanon öffnen sich, in der Tiefe erscheint weiss und grün, mit Kuppeln und Minarets, mit silbernen Bächen und dichten Baumgruppen eine orientalische Gartenstadt, Sie verschwindet, taucht wieder auf wie ein Gesicht der Wüste und verschwindet abermals, um von Neuem zu erscheinen. Es ist Damaskus, die paradiesesduftige.

Wir reiten durch hundert Gärten hinein. Rechts und links in malerischer Unordnung Bäume mit Südfrüchten, Gras mit feurigen Blumen, darunter jene berühmten Rosen, welche die Dichter des Orients so oft zum Gesang begeistert. Hier und da führt der Weg durch förmliche Laubenhallen, allenthalben rauscht es von Quellen und Bächen. So kommen wir in die Stadt, durch Gassen mit unscheinbaren Lehm wänden zur Seite und über einen von allerlei Trachten und Gestalten wimmelnden Bazar vor die Herberge. Wir staunen, dass wir in diesem schmutzigen Lehmhause wohnen sollen. Wir staunen noch mehr, als wir eintreten und im Innern die prächtigste Einrichtung finden, Mammorgetäfel, Springbrunnen, Wände mit schöner Malerei, hohe luftige Spitzbogenhallen — das Ganze ein Palast ans Tausend und Eine Nacht, reich, bunt, phantastisch über alle Erwartung, ein echter Ausschnitt aus der alten glanzvollen Zeit der Chalifen-Herrschaft. Und wie unser Gasthaus sind alle besseren Häuser in Damaskus, in irdener Schale ein goldener Kern.

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das Wort zum Sonntag 26.4.15

von H.-P. Schröder

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Entsetzlich, rassistisch, geschmacklos – „Zentralrat erwägt Anzeige“ – Aber denken Sie selbst !

Gier  und mehr

Erinnerung

Es könnte auch gefragt werden, ob das „Volk der Idee“, wie das jüdische Volk sich so gern nennt, überhaupt eines in Grenzpfähle eingeschlossenen Landes bedarf. Vor allem aber bleibt gegenüber allen jüdischen Rückkehrsgedanken und -hoffnungen, den Rückkehrsgebeten insbesondere der Schöpfer des babylonischen Talmuds die beklemmende historische Reminiszenz lebendig, dass, als im Jahre 538 v. Chr. die Verheissungen der Propheten durch wunderbare Fügung sich erfüllen und Cyrus den jüdischen Exilanten die Heimkehr nach Palästina gestattete, der weitaus grösste Teil des jüdischen Volkes aus Rücksicht auf Handel und Erwerb in Babylonien, dem Lande seiner verhasstesten Feinde, verblieb und allzu leichten Herzens das gelobte Land nebst allem, was mit diesem unzertrennlich verknüpft war, preisgab, die herrliche Poesie des 137. Psalms: Wie sollten wir ein Zionslied singen auf fremdem Boden?“ in die nüchternste Prosa verkehrend.“

Friedrich Delitzsch: Zur Weiterbildung der Religion – Zwei Vorträge, 1908, Anmerkung Seite 65