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Libyen-Splitter 23.8.14

Tripolis nach dem Bombardement 23.8.14
Tripolis nach dem Bombardement 23.8.14

von Leonor Massanet

Danke an Valeria

Übersetzung John Schacher

Der Westen befahl, daß die „Rebellen“ die Basis der neuen Nation Libyen bilden sollten. Diese Ausdrucksweise bezieht sich auf die bewaffneten Banden von Al-Kaida und Moslembrüdern.

Die aktuellen Bombardements zielen darauf ab, die Verteidiger der libyschen Stämme zu entwaffnen, welche ihre weitverstreuten Familien und ganz konkret jeden Libyer verteidigen. Die Libyer sind in ihrer Heimat und haben als Einzige das Recht auf ihr Land.

Das was der Westen als „Entwicklung einer Demokratie“ bezeichnet basiert auf Gebrauch aller Methoden des Krieges, falschen Informationen und Lügen, weil man so weder die Elendsschreie des entwaffneten libyschen Volkes hört, noch die Verbrechen gegen jede Menschlichkeit von Seiten der terroristischen Organisationen sieht, die sich einen Teil des Landes angeeignet haben.

Der Westen erfand den „Nationalen Übergangsrat“ und half ihm mit allem. Die Libyer haben ihn nie anerkannt.

Die Libyer sind nun sowohl über die Verlogenheit der westlichen Demokratien als auch den sogenannten “arabischen Frühling“ im Bilde, der nur eine Verschwörung zur Zerstörung von Nationen und ihres Fortschrittes darstellt.

Dr. Mustafa Alzatadi

Auswirkungen der Bombardements vom Morgen auf Tripolis, die Hauptstadt Libyens.
Auswirkungen der Bombardements vom Morgen auf Tripolis, die Hauptstadt Libyens – Bilder via mail

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Nach der Zerstörung aller elektrischen Zentralen Libyens durch die NATO kam die nordamerikanische Gesellschaft General Electric nach Libyen und bietet Elektrizität auf Monopolbasis an. An was erinnert uns das? Dasselbe, was im Irak nach der Invasion der Amerikaner geschah? Zuerst zerstören sie die Installationen eines Landes, danach kommen ihre Firmen, um „zu helfen“.
General Electric hat die Libyer informiert, daß sie nun den Strom 12 Stunden täglich abschalten werden.

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Die libysche Stadt Sabha, der Hauptstadt von Fezzan hat die Elektrizitätsversorgung nach 32 Stunden Bestrafung wiederherstellen können. Sabha bedindet sich mitten in der Wüste Sahara etwa 800 km im Süden von Tripolis, wo im August die Temperaturen sehr hohe Werte erreichen. Das Trinkwasser befindet sich in einer unterirdischen Wasserblase, wesewegen es ohne Strom unmöglich ist, Wasser zu fördern.
Die Lage dort war und ist verzweifelt, weil sich der Rest der Welt nicht darum kümmert.

Die Personen die das Vorkriegs-Sabha kennen, können sich eine Vorstellung vom Ausmass der Zerstörungen machen, mit denen die NATO ihre Bombenkampagne begann: die Brandruinen, die vollständig zerstörten Gärten und Farmen, Kornspeicher, die Zerstörung der großen Süßwasserspeicher, welche für die früher überbordende Flora der Stadt und wunderbaren Gerüche sorgten,…nun ist eine Stadt voller Abfall und Schutt.
Das Leid der einheimischen Bevölkerung ist unmenschlich. Nur wenige Leute dort dienen der „Neuen Weltordnung“, dem „arabischen Frühling“ und anderen Manipulations-Projekten. In der Mehrzahl sind es gute Menschen, die nur für ihre Familien leben.

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Hier noch ein aktueller RT-Link zu Libyen:

Libyische Islamisten-Miliz will Flughafen Tripolis erobert haben

 

Es wird dort berichtet, dass Zintan nun den Flughafen von Tripolis vollständig die islamistischen Milizen verloren habe. Das kürzlich von Jamahiriya-Kräften befreite Militär-Camp 27 (ehem. Stützpunkt Khamis-Brigade) sei ebenfalls von den Islamisten überrannt worden. Dann ist die Rede von einem Nachtangriff mehrer Kampfjets in der Nacht zum Samstag auf ebenjene islamistschen Rückeroberer, der zu 10 Toten und 20 Verwundeten führte. Die infrage kommenden NATO-Länder wollens nicht gewesen sein, die Libyer haben keine eigene Technik dazu. Alle Welt rätselt nun, wer nachangriffstaugliche Hardware besitzt.

 

 

Jahresrückblick 2013: Libyen

tripolis miliz autoserschienen bei chartophyleikon tou polemou

Für Libyen ging das Jahr 2013 praktisch ohne Veränderungen über die Bühne. Das geteilte Land mit einer schwachen Zentralmacht war das ganze Jahr über damit beschäftigt, eine gewisse Balance zwischen Tripolis und den verschiedenen Regionen des Landes zu etablieren. Ungeachtet unverhohlen separatistischer Tendenzen, die traditionell von der Kyrenaika ausgingen, ist die Einheit des Landes nach wie vor Konsens der verschiedenen Kräfte in Libyen.

Das Abflauen des Interesses der Medien an Libyen war einerseits durch die Übersättigung mit Informationen im Zuge der wichtigsten Ereignisse im Land bedingt, andererseits ist der Westen direkt daran interessiert, dass das “libysche Thema” abgeschlossen wird. Zu deutlich ist der Kontrast zwischen den deklarierten Zielen seiner Intervention in den inneren Konflikt in diesem Land und den wirklichen Ergebnissen des Sieges der Rebellion, des Bürgerkriegs und der Intervention.

Damit kann man wohl begründen, dass die Nachrichten aus Libyen bruchstückhaft und an konkrete Ereignisse gekoppelt von dort zu uns drangen, so dass es kaum möglich ist, die Prozesse, die derzeit in Libyen ablaufen, auch nur annähernd objektiv zu verstehen.

Vor einem solchen Hintergrund ist die Einheit des Landes, das de facto in einzelne Territorien zerfällt und unter der Kontrolle vollkommen verschiedenartiger Kräfte und Gruppierungen steht, nicht ganz verständlich. Im Schatten bleiben nämlich die Stabilisierungsfaktoren, welche noch eine Somalisierung und Balkanisierung Libyens verhindern.

Misrata ist heute eine eigenartige, quasi selbständige Handelsrepublik, die von Händler-Clans regiert wird

Es mag seltsam erscheinen, aber eines der wichtigsten Machtzentren – die Hafenstadt Misrata – ist ungeachtet aller erdenklichen Boni, welche die Elite dieser Stadt aus der Zerschlagung der Dschamahirija ziehen konnte – gerade einer der Faktoren, die einen Zerfall des Landes verhindern. Möglich, dass das als ein Paradoxon erscheint, aber es gibt durchaus logische Erklärungen dafür.

Zum heutigen Tage ist Misrata die einzige libysche Stadt, die sich vollständig von den Folgen des Bürgerkriegs erholt hat, welcher sie schwer betroffen hatte. Die Kampfhandlungen der Gaddafi-Armee und der Freischärler von Misrata betrafen zwar vergleichsweise wenige Stadtgebiete, doch die Folgen des Krieges sahen hier direkt nach dessen Ende nicht weniger schockierend aus als die Ruinen von Sirte und Bani-Walid.

Inzwischen ist Misrata eine blühende und vollkommen friedliche Stadt, in der es praktisch keine Probleme mit der Sicherheit gibt; es gibt Arbeit und ganz allgemein ist die Lage hier vollkommen anders, als in allen übrigen libyschen Städten.

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Libyen: Saif-enoper – nächster Akt

saif al islam 812von John Schacher

Heute meldet Ria zum wiederholten Male den Prozeßbeginn gegen Saif al-Islam – diesmal ab 19. September in Libyen. Diese Feigenblattmeldungen samt anschliessender Abfilmung… sind natürlich allesamt nicht ernst zu nehmen.

 

Wo sind und wie geht es den uns bekannten Top-Gefangenen der libyschen Jamahiriya? Leben Dr. Dorda, der ehemalige, von Tunesien ausgelieferte Premierminister Bagdadi al-Mamoudi, Saif al-Islam oder Abdullah al-Senussi überhaupt noch? Oder wurden sie in den al-Qaeda-Foltergefängnissen bereits vernichtet?

Internationale Organisationen berichten von fortdauernden Kriegsgefangenschaften ohne irgendwelche Ansätze zur Registrierung oder Hilfe… kein Plan ist in Sicht! Was soll die Justiz eines solchen Landes denn leisten können, wenn sie solch offensichtliche Mißstände in ihrem System nicht beseitigen kann – vollkommen macht- und zahnlos ist? JA nicht einmal guten Willen zeigt..!

Wie die letzten Meldungen nahelegen, hat sich der Misrata-Einfluss mittlerweile nach Tripolis ausgedehnt. So stehen dementsprechend Tripolis die Zintan-Interessen noch diametraler gegenüber, als die Situation zu Gaddafi-Zeiten war. Zudem beklagen sich die Berberstämme sprachlich, gesellschaftlich und schultechnisch nun noch mehr diskriminiert zu werden als in der Jamahiriya, was die Region Tripolis zusätzlich destabilisiert. Die Instabilität der Kyrenaika (Benghasi, Derna, Tobruk…) ist bekannt, ebenso der „wilde Süden“, wo in der Wüste seit 2 Jahren völlige Gesetzlosigkeit herrscht und unbeschreibliche Verbrechen unbemerkt stattfinden. Der einzige Hort von Stabilität und Normalität war Bani Walid – weshalb man es nochmals dem Erdboden gleichmachen wollte.

Für Libyen zeichnet sich in keinerlei Weise eine Lösung ab, nicht mal eine Verbesserung ist in Sicht. Die US-NATO-„Rebellen“ und ihre geheimdienstlichen Herren haben ihre Arbeit sehr gründlich gemacht und einen „Horror“ gesetzt, der jeden Atemzug in Libyen begleitet.

Muammar al-Quadhafi: Held der Menschenrechte 2011

erschienen bei Mathaba

Übersetzung John Schacher

Oberst Quadhafi war der Gewinner des Amnesty International Preises „Held der Menschenrechte“ nach einem Wettbewerb im Internet für 2011. Trotzdem schlossen die rückgratlosen Feiglinge bei Amnesty – als sie sahen, welchen Weg die Abstimmung nahm – den Wettbewerb und weigerten sich, den wahren Gewinner bekanntzugeben. Zu spät! Millionen von Menschen hatten schon gesehen, was passiert war. Die Menschen haben gesprochen und Amnesty konnte ihre Wahl nicht mehr verbergen.