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das Wort zum Sonntag: „Jeanne d`Arcs Tod, eine ewige Lehre“

von H.-P. Schröder

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Entsetzlich, rassistisch, geschmacklos – „Zentralrat erwägt Anzeige“ – Aber denken Sie selbst !

Jeanne  Jedermann

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Beim Abendessen sprach …… B. auf Bücher an, die er von ihm zur Durchsicht erhalten hatte. Insbesondere hätten ihn die Zitatzusammenstellungen aus Friedrich des Großen „Briefe über die Religion“ und seinen „Theologischen Streitschriften“ interessiert. Es sei eine wirklich wertvolle Tat, wenn man diese Schriften allen Deutschen – insbesondere aber allen führenden Leuten, voran Admiralen, Generälen usw. – zugänglich mache. Denn aus ihnen ergebe sich, daß er – …… – nicht mit „ketzerischen“ Gedanken allein dastehe, sondern sich in der besten Gesellschaft eines der größten deutschen Männer befände.

Es sei bedauerlich, beim Studium von Büchern über das Thema Staat/Kirche immer wieder feststellen zu müssen, daß eine Staatsführung die wahren Interessen des Volkes sehr, sehr leicht zugunsten irgendwelcher Ideologien oder Interessenklüngel preisgebe. Nur so sei es verständlich, daß eine Freiheitsheldin wie die Jeanne d`Arc – Shaw habe das noch viel klarer herausgearbeitet als Schiller – von ihren einflußreichen französischen Zeitgenossen verraten worden sei und als Zauberin habe verbrannt werden können.

Was in solchen Fällen von dem rechtlichen Denken der Gerichte zu halten sei, zeige Ernst Hauggs Abhandlung über das „Deutschlandlied“. Nach ihr haben es deutsche Gerichte sogar fertiggebracht, die Freiheitslieder eines so bedeutenden Deutschen wie Hoffmann von Fallersleben als „staatsabgewandt“ zu bezeichnen. Diese Richter hätten hinter den kleinen Belangen der in ihrem Staat herrschenden Dynastie die großen Belange des deutschen Gesamtvolkes einfach nicht gesehen.

Wenn man das wisse, müsse man es der habsburgischen Monarchie hoch anrechnen, daß sie den deutschen Gedanken auch in der Zeit, in der sich das Reich in Einzelstaaten aufgelöst habe und von dynastischen Interessen förmlich auseinandergerissen worden sei, hochgehalten habe.“

Weihnachtsgedanken: Raum ohne Volk

Autor: Michael Winkler

„Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ – bei öffentlichen Veranstaltungen ist diese Strophe des Deutschland-Lieds so verpönt, wie jene, in der deutsche Frauen besungen werden. Offiziell dürfen wir uns also nur noch Einigkeit und Recht und Freiheit wünschen, die dem deutschen Vaterland nach wie vor versagt sind.

In dieser ersten Strophe wird ein geographischer Raum angegeben, der kulturelle und sprachliche Gebiete umfaßte. Als das Lied 1841 gedichtet wurde, gab es kein Deutschland, zumindest nicht als staatliche Einheit. In diesem Raum lebte ein Volk, aufgeteilt in 38 einzelne Staaten. Dort, in diesem Raum, lebten deutsche Frauen, blühte die deutsche Treue, wuchs der deutsche Wein und erklang der deutsche Sang. Nur die Einigkeit fehlte, das Recht und die Freiheit gab es für die Bürger, aber nicht für das ganze deutsche Vaterland.

Erst 1871 wurde das Deutsche Reich geschaffen, das diesen Raum weitgehend ausfüllte, bis auf den letzten Zipfel zur Etsch, der zu Österreich-Ungarn gehörte. Das Volk hatte seinen Raum erhalten und ihn ausgefüllt.

Doch das liegt in der fernen Vergangenheit, jenes Reich ist vor gut 90 Jahren zerstört worden, zerstückelt und aufgeteilt nach einem aufgezwungenen Krieg. Das Deutschlandlied wurde zum Ausdruck der Sehnsucht, dem Ausdruck dessen, was verloren gegangen war.

Den Raum gibt es immer noch, denn hundert Jahre sind für Flüsse und Meere keine relevante Zeitspanne. Dort leben immer noch Menschen, aber lebt dort ein Volk? Wenn ja, welches Volk? Etwa noch immer das deutsche Volk?

Das deutsche Volk… Haben Sie diesen Begriff in letzter Zeit noch einmal gehört? Ich schon, in einer Nachricht aus Nordrhein-Westfalen. Dort hat der Landtag einstimmig beschlossen, das deutsche Volk aus der Landesverfassung zu streichen, zu Gunsten einer gesichtslosen und entwurzelten „Bevölkerung„. Eine Bevölkerung läßt sich jederzeit austauschen, durch andere Menschen ersetzen. Eine Bevölkerung hat keine Heimat, eine Bevölkerung hat keine Traditionen.

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