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Libyen: „Grüne Erklärung“ zu Genfer Gesprächen

Libia patria y dignidadvon Angelika Gutsche

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Stellungnahme des Libyan Popular National Movement (LPNM) zu den Genfer Friedensgesprächen

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Wie gemeldet fanden Mitte Januar unter der Schirmherrschaft der UN-Mission in Genf Verhandlungen zwischen sogenannten libyschen Konfliktparteien statt. Doch was ist unter „Konfliktparteien“ zu verstehen? Es waren nicht einmal Vertreter der international anerkannten „Tobruk“-Regierung anwesend oder Vertreter bewaffneter Gruppen wie zum Beispiel der Libyschen Fadschr (Morgenröte), die augenblicklich Tripolis kontrolliert. Beide Parteien sollen erst an einer nächsten Verhandlungsrunde teilnehmen. Einberufen hatte das Treffen der Sondergesandte der Vereinten Nationen für Libyen, Bernardino Léon, ein Mitglied der Bilderberger (http://ilaelamam.com/2014/08/15/new-un-special-envoy-to-libya-bernardino-leon-is-a-bilderberg-group-member/), den die meisten Libyer für einen Vertreter der Moslembruderschaft halten und keinesfalls als Vertreter der Interessen des libyschen Volkes sehen.

Libya childrenNoch schwerwiegender dürfte allerdings der Ausschluss der LPNM (Libyan Popular National Movement) von den Verhandlungen sein. Die LPNM ist der politische Arm des Grünen Widerstands und vertritt die Anhänger der Jamahirija, die wohl immer noch einen Großteil des libyschen Volkes ausmachen und zu denen die fast zwei Millionen im Exil lebenden Libyer zählen, die nach dem Sturz Gaddafis aus dem Land fliehen mussten und fast ein Drittel der libyschen Bevölkerung stellen.

Da die LPNM nicht direkt an den Genfer Gesprächen teilnehmen konnte, veröffentlichte sie die folgende Verlautbarung, in der sie zu den Gesprächen Stellung nimmt: https://www.facebook.com/Movement69/posts/633875496741501.

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Libyen: Aufstand – im Süden Grüne Flaggen

libia 2014 1erschienen bei voltairenet

Die libyschen nationalistischen Kräfte haben die Kontrolle von mehreren Städten, besonders im Süden des Landes übernommen.

 

Mehrere Anti-NATO-Demonstrationen werden seit drei Tagen gemeldet.

Die grüne Flagge weht wieder über Adschdabiya, Marsa el-Brega, dem Hafen von Ras Lanuf, Sabah, Selluk und auch Tobruk.

Der durch die NATO auferlegte Nationalkongress – in dem aber oft alte Gaddafi Anhänger mitgewirkt haben, von denen einige heimlich loyal geblieben sind – hat den Ausnahmezustand über das Land verhängt.

Es hat nie eine „Revolution“ in Libyen gegeben, sondern nur eine verdeckte NATO-Operation, um die Abspaltung von Bengasi zu provozieren und Al-Qaida für den Sturz der Regierung in Tripolis zu verwenden. Letztlich hat die NATO Tripolis bombardiert und Muammar al-Gaddafi ermordet. Die ausländische ’humanitäre’ Intervention hat 160.000 Tote gefordert und zwei Drittel der Bevölkerung ins Exil gezwungen.

Übersetzung: Horst Fröhlich

Quelle: voltairenet

Empfehlung: dieser YT-Kanal (Link für Playlist kurzer Spots nutzen):





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Liste befreiter Städte vom 19.1.2014:

Tobruk
Amsaad
City Dome
City Tamimi
White
City Afattaúh
Prairie City
Talmith
Aldersah
Drianh
Alakorah
Precise
Biar
Sellouk
Ajdabiya
Alumblytanih
Qmins
Brega
Ras Lanuf
Sellouk
Ddina
Sabah

Quelle und Spendenmöglichkeit: http://www.libyanwarthetruth.com/breaking-news-southern-libya-liberated

Libyen: Interview mit dem Grünen Widerstand

grün
grün

gesehen bei za-kaddafi.ru

Pravda.Ru sprach mit einem Offizier des libyschen Grünen Widerstands, der uns über die Realität auf dem Boden Libyens aufklärt. In welchem ​​Umfang die von der NATO unterstützte Regierung das Land regiert (oder nicht), in welchem Ausmaß das libysche Volk hinter der „Regierung“ steht und noch viel mehr …

1. Inwieweit kontrolliert die von der NATO unterstützte „Regierung“ von Libyen das Land?

Diese Rebellenregierung hat eine sehr geringe Unterstützung beim libyschen Volk, vielleicht 8-12% der Rebellen haben die Kontrolle in Libyen. Viele Landesteile Libyens werden von Milizen, Bandeneinheiten, Ansar Al Islam und al-Qaida-Terrorgruppen beherrscht. Machtvolle Unterstützung dafür kommt von der Rebellenregierung aus Misrata, einige Einheiten der Rebellen akzeptieren die Regierung überhaupt nicht.

2. Da bei den Wahlen die Jamahiriya keine Option war, wie viel Prozent der Menschen würden für sie stimmen, wenn es diese Option gäbe?

85 bis 88% des libyschen Volkes unterstützt die Jamahiriyah. Wenn es auch in Zukunft keine Möglichkeit geben wird, um für ein grünes Libyen zu stimmen, werden nur sehr wenige Menschen zur Wahl gehen. Dies wird ein wichtiges und ernstes Problem unserer Zukunft sein.

3. Wie können wir das Leben vor und nach der NATO-geführten Invasion von Libyen vergleichen?

Jetzt ist das Leben sehr schlecht, wirklich sehr schlecht und viel schlimmer als früher, es gibt keine Sicherheit, kein Essen für die Menschen, kein Gas in Tripolis. Wir sind ohne Strom, die Strassen in sehr schlechtem Zustand, Krankenhäuser haben keine Medizin, Frauen werden entführt und überall geschehen Morde.

4. Welcher Prozentsatz der an den NATO-Gräueltaten  beteiligten Terrorgruppen waren eigentlich Libyer?

Vielleicht 20%, die meisten wurden von Misrata importiert – israelische Mossad-Söldner und vom Katar aus der ganzen Welt gebrachte Al-Qaida-Leute.

5. Was ist der richtige Weg für den Grünen Widerstand?

Kampf gegen die Rebellen mit guten Luftabwehrsystemen, um der NATO-Luftwaffe sowie der Drohnen-Herausforderung zu begegnen. Es geht darum, die Rebellen zu bekämpfen und niederzuwerfen, denn die Rebellen sind Ausländer, sie sind nicht qualifiziert, Frieden und Miteinander des libyschen Volk zu schaffen. Sie morden nur libysche Menschen, um unser Land, unser Öl zu rauben, deshalb müssen wir sie mit modernen Waffen bekämpfen.

6. Saif al-Islam al-Gaddafi´s „Verhandlung“ wird voraussichtlich in Zintan im Januar oder Februar stattfinden. Haben Sie eine Idee zum wahrscheinlichen Ergebnis? Könnte er die Jamahiriya führen, um eine durch das Volk unterstützte Regierung zu bilden?

Zintan sucht eine Lösung für eine Generalamnestie zu finden, es gibt keine Verbrechen, die von Saif begangen wurden, nur seitens Tripolis kommen viele Beschuldigungen gegen Saif. Es gibt es keine Regierung in Libyen, die Saif einen fairen Prozeß machen kann, deshalb wollen alle Beteiligten Zeit kaufen. Es läuft darauf hinaus Saif entweder zu töten oder ihm zu erlauben, als freier Mann zu gehen. Es gibt es keinen richtigen Fall der Justiz oder der Gerichtsbarkeit in Libyen gegen Saif – und viele andere Gefangene. Ja, das libysche Volk unterstützt Saif, die Stammes-Räte unterstützen Saif auch, er könnte sehr leicht eine Regierung bilden. Es gibt große Unterstützung für Saif, das libysche Volk würde für Saif stimmen.

Die NATO-Länder, USA, Katar und die Türkei würden Saif nicht akzeptieren. In Libyen selbst fordern viele Menschen Freiheit für viele Gefangene. Die Libyer brauchen Saif, dieses Problem bräuchte eine Art Atombombe, um die NATO aus Libyen zu werfen. Zintan will Freiheit für Saif, befürchtet aber, er würde von Misrata, Israel, Katar oder Al-Qaida-Söldner sofort entführt und getötet werden. Keine dieser Optionen ist gut.

Das Interview wurde durchgeführt von Timothy Bancroft-Hinchey (Pravda.Ru) mit Azmi, Special Operations Green Command Officer, Libyen.

Green Command ist die Streitmacht der libyschen Volks-Jamahiriya, die dafür kämpft, die ausländischen und von der NATO-unterstützten Terror-Truppen aus dem Land zu vertreiben und das demokratische Regierungssystem der Jamahiriya wiederherzustellen.

Quelle: Pravda.ru

Libyen: ein Begräbnis erster Klasse für die US-amerikanischen Pläne zur Umgestaltung des Nahen Ostens

VIVA LIBIA LIBREvon Angelika Gutsche

Neue Nachrichten erreichen uns aus Bengasi, der im Osten Libyens gelegenen Stadt, in der schon die amerikanische Botschaft gestürmt und deren Botschafter Stevens getötet wurde. Wiederum ist Bengasi der Ausgangspunkt von schweren bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungsmilizen und Aufständischen, die den Dschamahirija-Anhängern zugerechnet werden.

Libyen ist nicht Afghanistan, hier leben keine wilden Bergstämme, in denen sich ein mittelalterlicher Islamismus mit einem kämpferischen Ehrenkodex paart. Unter Gaddafi war der Schulbesuch für alle Kinder – ob Jungen oder Mädchen – Pflicht, viele Libyer studierten im europäischen Ausland. Libyen liegt nicht am Hindukusch, sondern am Mittelmeer, nur einen Steinwurf von Malta und Sizilien, also der Europäischen Union entfernt. Dazu steht auch nicht im Widerspruch, dass überproportional viele Libyer unter den Dschihadisten sind, die sich in Afghanistan und anderswo der Al Kaida anschlossen. In einem Land, in dem der islamistische Extremismus keine Chance hatte, bleibt nur der Gang ins Ausland.

Libya Man Mader River stolen truck by rebels NTCLibyen war auch kein armes Land, dessen Menschen von einer kargen Landwirtschaft leben, sondern das Land war durch seine Öl-, Gas- und Wasservorkommen reich und die große Mehrzahl der Bevölkerung wohlhabend. Viele Gastarbeiter aus den umliegenden Ländern fanden in Libyen einen Broterwerb, die einfachen Arbeiten ließ man von Immigranten aus Schwarzafrika verrichten. Deshalb wird die bisherige und auch die weitere politische Entwicklung nicht mit jener in Ägypten oder Tunesien zu vergleichen sein, in deren Gesellschaften immer mehr Menschen in immer größere Armut abrutschen. Auch wurden in diesen Ländern die neuen politischen Verhältnisse nicht durch Nato-Bomben erzwungen.

Wie jetzt auch in Syrien wurden in Libyen die bewaffneten Kämpfe gegen die Regierung in der Hauptsache von radikalen islamistischen Brigaden getragen, die vom Westen und den Golfstaaten mit Waffen und Geld versorgt wurden. Und genauso wie in Syrien, wo laut seriösen Umfragen inzwischen etwa siebzig Prozent der Syrer Assad unterstützen sollen1, kann auch in Libyen der politische Islamismus mit keiner Mehrheit in der Bevölkerung rechnen.

Im Jahre 2011 war es trotz der immensen Unterstützung aus dem Westen und den Golfstaaten und der militärischen Schwäche Gaddafis den „Aufständischen“-Brigaden auch nach monatelangen Kämpfen nicht gelungen, einen Sieg über die regulären Truppen zu erzielen. Im Gegenteil, die „Aufständischen“ wurden immer weiter zurückgedrängt und nur die hemmungslose Bombardierung des Landes durch die Nato und deren Einsatz von Spezialeinheiten konnte ihre Niederlage und einen Sieg der libyschen Armee verhindern2. Die Islamisten fanden bei der libyschen Bevölkerung nicht den nötigen Rückhalt, genauso wie große Teile des libyschen Volkes das Eingreifen der Nato verurteilten, die mit ihren Bomben die gesamte Infrastruktur des Landes zerstörte und Zehntausende von Toten hinterließ. Auch wenn etliche Libyer inzwischen das System Gaddafi als überholt ansahen und sich eine ernst zu nehmende Opposition gebildet hatte, war das Letzte was man sich wünschte, dass Islamisten die Macht im Land übernahmen und der Westen Libyen und damit seine Öl- und Wasservorkommen kontrolliert.

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