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Goten – Waräger – Deutsche

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Es war das germanische Volk der Goten, das den gewaltigen Raum von den Karpaten bis zum Kaukasus, vom Ladogasee bis zum Schwarzen Meer im 1. Jahrhundert nach der Zeitwende in staatliche Formen zwang.

Damals siedelten von der oberen Düna über die Wolga bis an die Ufer des Weißen Meeres Völker finno-ugrischer Sprache, die neben nordischen, primitiven europäiden und mongoloiden Menschen besonders im Westen zur ostbaltischen Rasse gezählt werden können.

Die Ostseeküste hatten Völker indogermanischer Sprachen inne, die in der Mehrzahl einen stark nordischen Einschlag verrrieten und stellenweise ostbaltisch durchmengt waren. Südlich davon saßen slawische Stämme. Den Raum zwischen Dnjepr und Don bewohnten Nachkommen indogermanischer Völker, Skythen, deren Blut stellenweise ebenfalls mit mongoloiden Bestandteilen durchsetzt war.

Alle diese Völker und Stämme wurden dann durch das Gotenvolk überschichtet, dessen hochentwickelte Bauernkultur durch die ausgegrabenen Geräte, Waffen, Gefäße und Schmuckstücke bezeugt ist.

Man unterscheidet die Ostgoten, die unter der Herrschaft der Amaler im Norden des Schwarzen Meeres siedelten, und die Westgoten unter dem Fürstengeschlecht der Balten zwischen der Ostsee und dem Dnjepr.

Um 370 hatte das Gotenreich des Königs Ermanarich seine größte Machtausdehnung und Blüte erreicht. Der Dnjepr war die Verkehrsachse dieses ganzen Staatssystems, das von germanischen Herulern, Bastarnen und Skiren im Südwesten flankiert war. So wurde die weite osteuropäische Ebene von einem germanischen Volk gegen jene Nomadenstämme gesichert, die das Europäertum und seine Kulturschöpfungen bedrohten.

Als aber hunnische Reiterheere nach Westen drängten, vermochte ihnen das Gotenreich nicht standzuhalten. Ermanarich, der den Zerfall seines Staates nicht verhindern konnte, gab sich seihst den Tod, und sein Nachfolger Winithar fiel im Kampf gegen die Hunnen. Goten – Waräger – Deutsche weiterlesen

die Quellen der germanischen Mythologie

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Da du lebtest, lebte auch ich,
Da hättest du gerne gefangen mich.
Nun bist du tot, nun hast du mich,
Und daß ich sterbe, was hilft es dich?“

Über dem Beginn der griechischen Geschichte steht wie ein Morgenrot die homerische Poesie.

Hellenische und asiatische Fürsten verlassen ihre schimmernden Stadtpaläste, um zehn Jahre hindurch auf dem Gefilde zwischen dem schiffbedeckten Gestade, Priams hoher Feste und dem waldigen Idagebirge um schöne Weiber, Waffen, Schätze und Ruhm mit einander zu ringen. Dann fahren sie von Trojas rauchenden Trümmern in ihren dunklen Schiffen heim, manche von Insel zu Insel, von einem Abenteuer zum andern verschlagen, bis in die Tiefe des Hades hinab. Über alles ragt der Berg Olympos, auf dessen Gipfel unter Vater Zeus Lenkung die glanzvolle Götterfamilie wohnt, ewig und selig und doch oft von Liebe und Haß unter sich entzweit und in Liebe und Haß dem Treiben der Sterblichen dort unten zugewandt. So schwingen sie sich denn auch hilfreich oder verderblich zu ihnen herab oder empfangen droben den Fettdampf ihrer reichen Schlachtopfer oder die Gebete, die aus einfachen Tempeln zu ihnen aufsteigen. Auf einer nicht weiten und fest umrissenen Bühne, den Wogen und Inseln und Küsten des östlichen Mittelmeers, bewegen sich diese Menschen und diese Götter, nach Alter und Geschlecht, Geburt und Schicksal, Wuchs und Gemüt, Rang und Beruf scharf von einander geschieden. Ihre klare, milde, freie Schönheit, die reife und doch so frische Frucht einer langen Kultur, erquickt uns fremde Ungläubige noch heute, und ihr phantastisches Bild schwebt noch heute uns vor Augen wie eine zwar zerronnene, einst aber lebendig gewesene Wirklichkeit.

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Germanen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Ruhm Hermann, dem Vaterlandsretter!
Tod Hermann, dem Freiheitsdränger!


In diese Zeit des größten Aufschwungs der Südkultur fällt das Emporkommen der Germanen. Wir haben oben gesehen, daß die Germanen ein Zweig der Indogermanen oder Arier sind.

Als ihre nächsten Verwandten kann man die Italiker (die ursprünglich wohl in Litauen saßen) und die Slawen ansprechen. Die Germanen treten zuerst an der mittleren Donau, dann am Rhein, und noch später am Schwarzen Meere auf. Ob die Bastarner, die um 200 v. Chr. Verhandlungen mit dem Mazedonier Philipp dem Zweiten pflogen, germanischen Blutes waren, ist unsicher. Nicht einmal von den Kimbern und Teutonen ist es völlig gewiß. Der erste bestimmt beglaubigte Zug der Germanen ist der der Sueven oder Schwaben, die unter Ariovist in das Elsaß einbrachen und sich bis zur oberen Seine ausbreiteten. Wir müssen uns vergegenwärtigen, daß damals Europa noch von einer Fülle anderer Rassen bewohnt war.

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Deutsche Mythologie – Zauberei und Hexerei

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die alten Deutschen kannten Zauber mit Tat und Wort; den ersteren verbietet Nr. 10 des Indiculus (de phy-lacteriis et Ugaturis), den zweiten Nr. 12 (de incantationibus). Das Wort Zauber (ahd. zoubar) selbst bedeutet eigentlich „Mennig“, die rote Farbe, mit der die Runen in die Lostäfelchen eingetragen wurden. Das Zauberlied ist die älteste nachweisbare Dichtungsart der Germanen wie der Indogermanen überhaupt, und die Sprache lehrt, daß Zauberei mit dem Wort und der Dichtkunst eng zusammengehört. „Lied“ ist ursprünglich das Zauberlied, ebenso hat ahd., as. galdar oder galstar von Hause aus die Bedeutung „Zaubergesang“, „Zauberlied“: es wurde in halbsingendem Tone langsam und feierlich gesprochen; auch „schwören“ bedeutet ursprünglich „mit lauter, halbsingender Stimme etwas äußern“. Neben dem Liede geht das Wort her, neben der gesungenen Zauber weise die gesprochene Segensformel. Dahin gehört engl, spell „Zauberspruch, Zauber“, verglichen mit ags. spell „Erzählung, Geschichte“ von einer Wurzel „sprechen, singen“. Als die Langobarden viele ihrer Sklaven zu Freien machten, um die Zahl ihrer Streiter zu vergrössern, bekräftigten sie ihnen vermittelst eines Pfeiles die Weihe und murmelten dabei noch einige Worte in ihrer Sprache, um der Sache Festigkeit zu verleihen (Pis. Diac. 1, 3); gemeint ist ein Zauberspruch, der die ungewöhnliche Handlung zum Heile wenden sollte.

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