Schlagwort-Archive: Gerhard Ittner

Eindruck Verhandlungstag ./. Ittner

von John Schacher

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justizpalast nürnbergJustizpalast Nürnberg, das größte Justizgebäude Bayerns, Haupteingang – König Ludwig III. von Bayern weihte das Gebäude im September 1916 ein

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Heute am 9. April fand um 13 Uhr im Justizpalast Nürnberg, Saal 619 die Verhandlung gegen Gerhard Ittner wegen angebl. Volksverhetzung/Beleidigung des Staates statt. Fast auf den Tag genau 10 Jahre nach erster Urteilsverkündung geht es für den Angeklagten um weitere späte Jahre im Kerker (Landgericht = 3 Jahre aufwärts), die sich stark auf die Internetaktivitäten eines Richard Wilhelm von Neutitschein beziehen. Beziehungsweise der/den Person/en oder Kreisen hinter diesem Pseudonym.

Mindestens 6 Verhandlungstage stehen bis Mitte Juni noch an. Die in der „Presse“ genannten „Knastbriefe an Christian Bärthel“ fanden heute jedenfalls keine Erwähnung. „Wer glaubt denn heute noch der Zeitung“, antwortete die Richterin auf Nachfrage. Bärthel selbst war am Vormittag geladen und auch nachmittags noch freiwillig anwesend, so daß ich ihn erstmals persönlich traf. Sympathisch! Gleiches gilt auch für die vorsitzende Richterin, welche mir ein dort Jahrzehnte tätiger befreundeter Anwalt als „gute Person, da hätte Ittner es weit schlimmer erwischen können“ geschildert hat.

Gerhard Ittner war während einer Verhandlung am 7. April 2005 vor Urteilsverkündung (2 Jahre & 9 Monate Haft) geflohen und wurde erst am 11. April 2012 mithilfe von Zielfahndern in Portugal verhaftet und (unter dem vorgeschützten Vorwurf einer NSU-/Terror-Verbindung) in die BRD nach Nürnberg ausgeliefert, wo er bis Herbst 2014 seine 2005er-Haftstrafe verbüsste. Statt Entlassung wurde aber wegen der neuen Vorwürfe in Verbindung mit Fluchtgefahr weiter U-Haft verfügt.

„Richard Wilhelm von Neutitschein“ (kurz „RiWi“) samt seiner – bzw. unter seinem Namen – erschienenen Artikel und Kommentare erzeugte 2011/12 etwas Bewegung im Netz, die bis hin zur Erstellung von falschen Blogs und schlimmen Kommentaren  unter dem Namen RiWi führten. Hierbei wurden oft Grenzen überschritten, die jegliche Toleranz ins Leere laufen liessen. Vermutlich ein Antifa-Produkt…

Gestern wurde Jurij Below befragt – sehr sehr lang und unergiebig hiess es -, so daß der ebenfalls geladene Honigmann verschoben werden musste.

Zusammenfassend kann ich sagen, daß die Einvernahme der Zeugen wohl noch 2 Monate dauern wird und es mir sehr fraglich erscheint, ob der vom Gericht zu findende Nachweis, das Ittner gleich Neutitschein sei, technisch einwandfrei zu führen überhaupt möglich ist. Persönlichen Kontakt zum Echtmenschen RiWi gab es meines Wissens für niemanden. Bei der Vielzahl von Ironisten und Trittbrettfahrern die damals RiWi spielten – man erinnere sich alleine an die Schlammschlachten im Honigmann-Kommentarbereich… – , sind genaue Zuordnungen rechtssicher schwierigst zu treffen.

Allein deshalb sehe ich die Chance auf einen Freispruch als hoch an, ohne bisher die genauen Hintergründe/Anklagepunkte zu kennen. Ich wünsche mir einen Freispruch für meinen sturen Freund Gerhard. Im zentralen Punkt, dem gewaltfreien Kampf um vollumfängliche Meinungsfreiheit, bin ich seiner Meinung.

Ansonsten: Minenfelder sind eher zum Umgehen geeignet… und Gerhard Ittner hat lt. beisitzendem Richter keine Besuchseinschränkung.

Dissidenten-Europäer ohne Vaterland

von H.-P. Schröder

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amnesty wer sonst aa

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Cher Monsieur Dieudonné, J’ai demandé à un de mes amis Français de vous transmettre cette lettre et de la publier pour moi. Je ne peux pas le faire moi-même car je suis prisonnier politique dans la République Fédérale d’Allemagne, juste à cause d’un discours totalement non-violent. Uniquement pour avoir usé de la liberté d’expression, je suis emprisonné depuis désormais trois ans. Quelle hypocrisie : d’une part ils scandent « Je suis Charlie » en louant la liberté d’expression la plus totale et en prétendant combattre le terrorisme ; et d’une autre part ils se font eux-mêmes terroristes contre la liberté d’expression ! En 2012, après m’être exilé sept ans dans différents pays, j’étais arrêté au Portugal et extradé en RFA pour avoir exprimé mes pensées [contre la guerre en Irak, dénonçant le gouvernement des États-Unis et le génocide amérindien]* en 2002 et 2003.

Évidemment, j’étais fautif car je n’ai pas usé de la bonne liberté d’expression, celle dans le seul but d’humilier les religions et de heurter plusieurs millions de personnes par des dessins du prophète Mohamed ; j’ai usé de la mauvaise liberté d’expression, celle qui concerne la critique des histoires d’Holocauste. Des histoires mises en œuvre par un très puissant et très influent lobby organisé, tenant un business et faisant pression sur les politiques et la Finance.

J’ai donc appris que la démocratie permettait de heurter les sensibilités religieuses de plusieurs millions de personnes à travers le monde mais ne permettait pas de déranger le business d’un certain groupe d’individus par des questions gênantes. Qui a besoin d’une « démocratie » comme celle-là, à part ces mêmes individus ? J’ai toujours cru que la démocratie défendait les intérêts du peuple, pas d’un petit mais très influent groupe d’hommes d’affaires et de maître chanteurs apatrides.

Ma peine s’est terminée en octobre 2014 mais je n’ai pas été libéré de prison. Je dois rester ici en attendant un autre procès pour « négation de crimes contre l’humanité » qu’ils ont ouvert contre moi. Je suis accusé d’avoir « nié l’Holocauste » dans des lettres privées, écrites lorsque j’étais en prison au Portugal alors que j’attendais mon extradition. Le sujet de mes lettres n’était pas d’aborder la question de « l’Holocauste » en détail, mais juste de demander pourquoi la liberté d’expression n’est pas effective pour cette période de l’Histoire.

Le procureur d’État a dit que poser cette question constituait en soi un délit car mes intentions étaient de nier « l’Holocauste ». La Cour a dit que je devais attendre mon procès en prison car j’allais encore y passer un long moment pour mon terrible crime.

Peut-être que vous et vos lecteurs pourriez demander à l’Ambassade d’Allemagne en France comment la RFA peut s’exclamer « Je suis Charlie » et louer la liberté d’expression, en intimant l’ordre de respecter cette liberté d’expression à la Chine et la Russie – pendant que des personnes comme moi sont enfermées en tant que prisonniers politiques, tels des grands criminels, juste à cause d’un discours non-violent.
Cher Monsieur Dieudonné, j’apprécie beaucoup vote travail et votre état d’esprit. Je vous assure de mon soutien et de ma sympathie.
Bien cordialement,

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http://www.phi-europe.org/un-prisonnier-politique-allemand-ecrit-a-dieudonne/#sthash.DKHwz9GJ.0kRoe3m6.dpbs

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Sehr geehrter Herr Dieudonné,

ich bat einen meiner französischen Freunde, Ihnen diesen Brief zu senden und ihn für mich zu veröffentlichen. Ich kann es nicht, weil ich ein politischer Gefangener in der Bundesrepublik Deutschland bin, nur wegen einer völlig gewaltfreien Rede. Nur weil ich das Recht auf freie Meinungsäußerung wahrgenommen habe, bin ich jetzt seit drei Jahren inhaftiert. Welche Heuchelei: Auf der einen Seite rufen sie „Ich bin Charlie“, loben die Meinungsfreiheit und äußern die Behauptung, den Terrorismus zu bekämpfen und auf der anderen Seite sind sie selbst die Terroristen gegen die Meinungsfreiheit ! Im Jahr 2012, nachdem ich sieben Jahre im Exil in verschiedenen Ländern verbracht hatte, wurde ich in Portugal festgenommen und an die Bundesrepublik Deutschland ausgeliefert, wegen der Äusserung einiger meiner Gedanken in den Jahren 2002 und 2003 (gegen den Krieg im Irak, Beschuldigungen der Regierung der Vereinigten Staaten und des Völkermordes an den Indianern).

Offensichtlich war ich schuldig, weil ich nicht die richtige Meinungsfreiheit benutzte, jene, deren einziger Zweck darin besteht Religionen zu demütigen und mehrere Millionen Menschen mit Zeichnungen des Propheten Mohammed zu verletzen. Ich habe die falsche Form der freien Meinungsäußerung genutzt, jene die für Kritik an den Holocaust-Geschichten sorgt. An jenen Geschichten, die von einer sehr mächtigen und einflussreichen Lobby implementiert, ein Unternehmen darstellen und Nachdruck erhalten (Lobbyarbeit) durch Politik und Finanzen.

So lernte ich, dass es die Demokratie ermöglicht, die religiösen Gefühle von Millionen von Menschen weltweit zu beleidigen, aber daß es nicht möglich ist, das Geschäft von einer bestimmten Gruppe von Individuen durch unangenehme Fragen zu stören. Wer braucht so eine Art von „Demokratie“ wie diese, abgesehen von jenen Personen? Ich habe immer geglaubt, dass die Demokratie die Interessen aller Menschen verteidigt, nicht (speziell) die Interessen einer kleinen, aber einflussreichen Gruppe von Geschäftsleuten und staatenlosen Meistersängern.
Meine Strafe war im Oktober 2014 beendet, aber ich bin nicht aus dem Gefängnis entlassen worden. Ich muss hier bleiben, bis ein anderer Prozess wegen „Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, gegen mich eröffnet wird. Mir wird die „Leugnung des Holocaust“ vorgeworfen, geäussert in privaten Briefen, die geschrieben wurden, als ich im Gefängnis in Portugal auf meine Auslieferung wartete. Das Thema meiner Briefe war nicht der „Holocaust“ im Detail, sondern grundsätzlich die Frage, wieso die Meinungsfreiheit nicht (s) gilt, in dieser Periode der Geschichte.

Der Staatsanwalt sagte, dass diese Frage an sich eine Straftat sei, weil es meine Absicht gewesen sei ,“den Holocaust“ zu leugnen. Das Gericht entschied, daß ich die Zeit bis zu meinem nächsten Prozess im Gefängnis verbleiben muß, weil ich eine lange Gefängnisstrafe für meine schrecklichen Verbrechen zu erwarten habe (?).

Vielleicht könnten Sie und Ihre Leser der Deutschen Botschaft in Frankreich die Frage stellen, wie die Bundesrepublik Deutschland (Regierung) ausrufen kann: „Ich bin Charlie“ und, die Deutung des Begriffes Meinungsfreiheit mietend, China und Russland mahnt, das Recht auf freie Meinungsäusserung zu respektieren, während Leute wie ich, wegen einer gewaltfreien Rede, als politische Gefangene, wie Schwerverbrecher behandelt werden.
Sehr geehrter Herr Dieudonné, ich schätze Ihre Arbeit und ihre Geisteshaltung. Ich versichere Sie meiner Unterstützung und meiner Sympathie.
Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Ittner
JVA Nürnberg
Bärenschanzstr. 68
D-90429 Nürnberg

Gerhard Ittner nach Bayern ausgeliefert

Gerhard Ittner 2005 – Foto: Jurij Below

von John Schacher

Am gestrigen Dienstag wurde Gerhard Ittner von Portugal an die BRD ausgeliefert und aus dem Gefängnis Beja in einen bayerischen Kerker verlegt, wie die Staatsanwaltschaft Nürnberg heute der Presse mitteilte. CSU-Innenminister Herrmann frohlockt und eine große Anzahl von MS-Medien berichteten (zur Abschreckung) über die „sinnlose Flucht“ Ittners. 

Gerhard Ittner war 2005 wegen „Holocaustleugnung“ und Volksverhetzung zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden, flüchtete und wurde im April nach siebeneinhalbjähriger Hatz in Portugal verhaftet. Dem von Portugal zügig stattgegebenen Auslieferungsersuchen trat Ittner mit einer Berufung entgegen und versuchte, seinen Fall vor den europäischen Menschenrechtsgerichtshof in Straßbourg zu bringen, wo man ihn nach der aktuellen Rechtsprechung völlig entlasten könnte – wenn man das wollte! Dieses Gericht muß nicht jeden Fall annehmen, sondern bearbeitet nur solche, die auf seiner Linie liegen, scheint es mir!

Ich stehe mit Gerhard Ittner seit längerem in Briefkontakt. Kurz nach der letzten Veröffentlichung eines seiner Texte kam es zu einer Haussuchung und Computerbeschlagnahme bei mir, wie Dauerleser wissen. Der Vorwurf gegen mich lautet auf Verdacht der Volksverhetzung, die ein Richard-Wilhelm von Neutitschein (Pseudonym) an einem deutschen Geschichtsprofessor aus Dresden begangen hätte. (Neutitschein hatte in einem seiner Artikel berichtet, deutsche Geschichtsprofessoren angeschrieben und aufgefordert zu haben, den Studenten keine Enten zu erzählen, sondern objektiv und wahrheitsentsprechend zu lehren). Um festzustellen, ob ich diese mail verschickt bzw. meine IP Verwendung gefunden hätte, brauchten die Behörden meine Hardware!?! Auf dem beschlagnahmten Rechner war der halberfasste Text eines Briefes/Artikels von Gerhard, den ich nun im direkten Anschluss auf dem Blog veröffentliche.

Das schmeckt erfahrungsgemäß immer einigen Lesern überhaupt nicht, weshalb ich um Verständnis bitte und wieder einmal darauf hinweise, dass ich keiner Partei angehöre(n will), es jedoch zum Kotzen finde, wenn offensichtliche Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit gegen engagierte Forscher und Wahrheitssuchende mittels dem §130 begangen werden. Das ist ein himmelschreiendes Unrecht und die Opfer brauchen eine Plattform.

„Was für eine Wahrheit soll das sein, die keine Diskussion aushält?“

(Gerhard Ittner)

Selbst bin ich mittlerweile trotz unterschiedlicher politischer Auffassung ein Freund Gerhard Ittners und kann nur sagen: der Mann hat Charakter! Er macht sich um sein Vaterland Deutschland Sorgen. Er hat auch allen Grund dazu – in Zeiten, wo der demokratisch vorgetragene Wunsch nach einem Nationalstaat „Volksverhetzung“ und „Antisemitimus“, „Rassismus“ und „rechtextremer Gewalt“ gleichgesetzt wird! Der Mann ist keiner Gewalttat oder Betrügerei beschuldigt! Also auch an die „linken“ Leser meine Bitte um Solidarität und Kameradschaft – wir alle sind Deutsche und wünschen uns Wahrheit. Wahrheit ist der kleinste gemeinsame Nenner.