Schlagwort-Archive: FSA

Syrien: Hollande ruft Rebellen zur Vertreibung von Extremisten auf

erschienen bei Stimme Russlands – Danke an Ludwig

Anmerkung: das Material von Ludwig kam schon am 24.6. und wurde leider übersehen – ist aber aktuell immer noch interessant

Der französische Präsident François Hollande, der zu einem Besuch nach Katar kam, rief die syrische Opposition auf, die von Extremisten eroberten Gebiete wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Hollande sagte zudem, dass Extremisten “das Chaos im Land“ ausnutzen können. Unter diesen Umständen “wird Baschar al-Assad weiter töten.“

Frankreichs Präsident kommentierte auch die Entscheidung der „Freunde Syriens“ über die Vergrößerung der Hilfe für Rebellen. “Es handelt sich um die Unterstützung der syrischen Opposition, Stärkung ihrer Elemente, was die Vorbereitung der friedlichen Machtübergabe und Beilegung des Konfliktes garantiert.“


 


 .

Statement eines FSA-Generals zum FSA – Al Nusra = Al Quaida-Verhältnis. Man beachte den Hintergrund.


Syrien: der Brahimi-Plan

Lakhdar Brahimi

erschienen bei voltairenet

von Thierry Meyssan

Der in Syrien lebende französische Intellektuelle, Journalist und Autor Thierry Meyssan, Gründer und Vorsitzender des Voltaire Netzwerk und Organisator der Axis for Peace Friedenskonferenz sowie Professor für internationale Beziehungen im Zentrum für strategische Studien in Damaskus schreibt seit einigen Wochen einmal wöchentlich eine Rubrik für die Damaszener Zeitung Tishreen, in der er die politische Entwicklung in Syrien analysiert und kommentiert. Wir veröffentlichen diese Texte seit dem 1. August auf Deutsch. – Die Redaktion

Nach dem zweiten Russisch-Chinesischen Veto (4. Februar), das eine ausländische Intervention in Syrien verbot, hat der Westen vorgetäuscht, Frieden zu suchen, während er einen großen geheimen Krieg führte. Auf diplomatischer Ebene legte er den Lawrow-Annan-Plan vor, während er verdeckt Zehntausende von Söldnern herbeiführte und einige der Beobachter von den Vereinten Nationen Köpfe der FSA einschleusten, indem sie ihre Reise trotz Straßensperren organisierten.

Das Attentat, das das syrische Militär-Befehlskommando enthauptete (18. Juli), sollte den Contras das Tor nach Damaskus öffnen und damit dem Westen den „Regimewechsel“ ermöglichen. Es war dem absolut nicht so. Indem er Konsequenzen aus diesem Fehlschlag zog, und trotz des dritten russischen und chinesischen Vetos, unternahm der Westen einen weiteren Schritt: statt eines „Regimewechsels“ Chaos verbreiten. Um dies zu tun, sabotierte der Westen den Lawrow-Annan-Plan und kündigte seine Absicht an, Präsident Baschar Al-Assad zu ermorden.

Die Operation begann mit Indiskretionen in der Presse. Reuters, NBC, Le Parisien, Le Canard Enchaîné, The Sunday Times und Bild am Sonntag deckten auf, dass Barack Obama seit Monaten eine geheime militärische Einmischung genehmigt hatte, dass die Vereinigten Staaten, die Türkei, Frankreich, das Vereinigte Königreich und Deutschland in Übereinstimmung handelten, und dass dieser geheime Krieg vom Hauptquartier der NATO-Basis in Incirlik koordiniert wurde.

Sofort nach der Aufdeckung des US-Präsidentschafts-Befehls reichte Kofi Annan seinen Rücktritt ein. Es war vergeblich, einen Waffenstillstand im Namen des Sicherheitsrates zu verlangen, während Mitglieder des Rates behaupteten, Kriegstreiber zu sein. Der Sondergesandte der Generalsekretäre der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga sagte nun, es wäre für jedermann unmöglich, seine Mission fortzusetzen, da die Mission selbst, angesichts der „Uneinigkeit“ des Rates, illusorisch wäre.

Trotzdem konnten die westlichen Länder auf die Generalsekretäre der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga zählen, um ihren imperialen Ambitionen den Anschein des Pazifismus und der Legalität zu verleihen. Sie haben daher einen neuen, besonderen gemeinsamen Repräsentanten,

ernannt. Nach der Ernennungserklärung hat Ban Ki Moon ihm nicht als Mission den vom Sicherheitsrat genehmigten Lawrow-Annan-Plan aufgetragen, sondern „seine Talente und außergewöhnliche Erfahrung“ zu benützen, um Syrien „zu einem dem legitimen Wunsch des syrischen Volkes gemäßen politischen Übergang“ zu führen.

Um zu verstehen was sich hier vorbereitet, reicht es zu wissen, was die „Talente und Erfahrungen“ von Herrn Brahimi sind. Sohn eines Kollaborateurs der französischen Besatzung und kein Held der algerischen Unabhängigkeit, wie er es gerne mit einer Namens-Homonymie glauben macht – ist Lakhdar Brahimi einer der Schmeichler der „humanitären Einmischung“, der politisch korrekte Ausdruck für Neo-Kolonialismus. Sein Name bleibt mit dem Bericht der Kommission für friedenserhaltende Operationen verbunden, deren Vorsitz er innehatte. Er wunderte sich nicht über die Abdrift, die die UNO dazu brachte, Interpositions-Kräfte zu schaffen, um politische Lösungen gegen die Meinung der Kriegsparteien aufzudrängen, anstatt für die Umsetzung der zwischen ihnen auf gerechte Weise vereinbarten Friedensabkommen zu wirken. Im Gegenteil, er befürwortete, diese globale Gouvernance auf eine Doktrin der Intervention und eines supranationalen Nachrichtendienstes zu stützen. So entstand der Dienst „Entscheidungsunterstützung“. Nachträglich und ohne selbst den Sicherheitsrat zu informieren, unterzeichnete Ban Ki Moon ein Protokoll mit seinem Amtskollegen der NATO (23. September 2008), das diesen Dienst mit dem Atlantischen Bündnis verknüpft. Soviel zu seinem „Talent“.

Was die „Erfahrung“ von Herrn Brahimi betrifft, führte sie ihn dazu, das libanesische konfessionelle Regime (Abkommen von Taif) zu erfinden und das afghanische Narco-System (Bonn Agreement) zu errichten. Er versuchte auch an dem „Umbau“ vom Irak teilzunehmen, d.h. an seiner Teilung in drei getrennte Staaten, darunter ein sunnitischer, in dem man die Haschemitische Monarchie wiederhergestellt hätte. Das Nützliche mit dem Angenehmen kombinierend, verheiratete er seine Tochter Rym (damals Journalistin bei CNN) mit Prinz Ali, so dass, falls der König würde, sie Königin von Irak würde. Aber sein Größenwahn stieß auf heftigen Widerstand der Baath-Partei und Washington gab das Projekt auf.

Dies ist noch nicht alles. Seine offiziellen Biographien vergessen zu berichten, dass der große „Demokrat“ Lakhdar Brahimi eins der zehn Mitglieder des obersten Sicherheitsrates war, der in Algier den Putsch von 1992 verübt hatte, die Wahlen für null erklärte, Präsident Bendjedid zum Rücktritt zwang und die „Jänner“-Generäle an die Macht brachte. Es folgte ein Bürgerkrieg – ein Modell, das Washington heute in Syrien anwenden möchte – wo beide Seiten von den Vereinigten Staaten manipuliert wurden. Während dieser Zeit nahm der Anführer der Islamisten, Abbassi Madani (heute nach Katar geflohen), zum politischen Berater den pseudo-weltlichen Burhan Ghalioun (künftiger Präsident des syrischen National-Rates). Die bewaffnete islamistische Partei GSPC (2007 umbenannt zu „Al Qaeda im islamischen Maghreb“) wurde mit dem Waffenumgang gemeinsam mit der „islamischen Kämpfer Gruppe in Libyen“ (seit 1997 umbenannt in „Al-Qaida in Libyen“) ausgebildet; die meisten der Kämpfer der beiden Gruppen sind nun in die „Freie syrische Armee“ (FSA) übernommen worden.

Es ist in diesem Zusammenhang interessant, dass der französische Minister für auswärtige Angelegenheiten, Laurent Fabius, die französischen hinteren Basen in den Grenzstaaten von Syrien kontrollierte. Als er in Jordanien war, sagte er: „Ich bin mir der Stärke dessen bewusst, was ich jetzt sage: Herr Baschar Al-Assad würde nicht verdienen, auf der Erde zu sein.“ Ohne den Daumen in Richtung Boden zu wenden, ist Fabius Imperator daher vom „Baschar muss raus!“ zum „Baschar muss sterben!“ übergegangen.

Der Westen hat eine Botschaft für Moskau und Peking. Er wird nicht nachgeben. Er wird mit allen Mitteln bis zum Ende gehen. (PK)

Thierry Meyssan

Übersetzung: Horst Frohlich

Quelle: voltairenetNeue Rheinische Zeitung (Deutschland)

Breaking: Russland gibt Tartus und Syrien auf!

erschienen bei RIA NOVOSTI

Wegen des andauernden Bürgerkriegs in Syrien hat die russische Marine beschlossen, vorübergehend den Stützpunkt in der Hafenstadt Tartus nicht mehr zu benutzen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

Darüber hinaus seien keine großen Waffenlieferungen an das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad geplant. Moskau will Damaskus künftig nur noch politisch, humanitär und informell unterstützen, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Informationen von russischen Militärs und Diplomaten, die an den jüngsten Verhandlungen mit einer offiziellen syrischen Delegation in Moskau teilgenommen hatten.

Somit wird klar, warum der Schiffsverband im Mittelmeer, für den drei russische Flotten (die Nord-, die Ostsee- und die Schwarzmeerflotte) ihre Schiffe bereitgestellt hatten, plötzlich aufgelöst wurde, und warum der Generalstab seine Pläne geändert hat, Schiffe der Nordflotte ins Schwarze Meer zu schicken.

Dem russischen Außenminister Sergej Lawrow zufolge könnten sich die verfeindeten Lager in Syrien versöhnen. Das bedeute, dass eine militärische Unterstützung für Assads Regime derzeit nicht das Hauptziel sei. Im Gegensatz zum Westen, der die Opposition mit Waffen zu versorgen begann, hat Russland fast alle seine Kriegsschiffe aus dem Mittelmeer abgezogen. Vor Syrien kreuzen bereits Schiffsverbände der Nato. Vor diesem Hintergrund sieht Russlands Schiffsverband wie ein „Tropfen im Meer“ aus.

„Unser Militärobjekt in Tartus ist allein durch militärische Maßnahmen nicht zu erhalten. Wir sind nicht in der Lage, den Ländern, die die syrische Opposition unterstützen, mit militärischen Methoden Widerstand zu leisten“, sagte eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium.

Darüber hinaus dementierten die Quellen im russischen Verteidigungsministerium Medienberichte, laut denen die Angehörigen des Stützpunkts in Tartus wegen der heftiger werdenden Kämpfe im Westen Syriens evakuiert worden seien.

Den Quellen im russischen Verteidigungsministerium zufolge unterstützt Moskau die Regierung in Damaskus bei der Aufklärung sowie mit „militärpolitischen Methoden“. Falls sich die Situation dramatisch verändern sollte, kann Russland das gesamte Personal des Stützpunktes in Sicherheit bringen. Bei einem Notfall könnten Flugzeuge der Transportfliegerkräfte und des Zivilschutzministeriums eingesetzt werden, um das russische Personal des Stützpunkts auszufliegen. Die Fluggesellschaft Aeroflot fliegt seit dem 7. August nicht mehr nach Syrien.

„Russland hält sich aus der Situation in Syrien raus. Zudem ist Moskau gegen Gewaltszenarien, die vom Westen gegen Syrien konzipiert werden. Deswegen hängt die Zukunft der russischen Militärobjekte davon ab, wie lange es dauern wird, bis der Frieden einkehrt. Man will hoffen, dass Präsident Baschar Assad die unversöhnliche bewaffnete Opposition zerschlägt, einen Kompromiss eingeht und sich an den Verhandlungstisch setzt“, sagte Igor Korotschenko, Direktor des Zentrums für Analyse des Weltwaffenhandels.

„Russland hat keinen klaren Plan zur Verteidigung seiner geopolitischen Positionen im Nahen Osten“, sagte Militärexperte Juri Netkatschow. Es entstehe der Eindruck, dass die Situation ihrem Selbstlauf überlassen worden sei. Moskau hätte das Assad-Regime wirksam unterstützen können, auch im militärtechnischen Bereich. Falls Assad gestürzt werden sollte, verliert Russland seinen einzigen Verbündeten im Nahen Osten, so der Experte.

Quelle: RIA NOVOSTI

ein dummer Premier

erschienen bei denkbonus

Der Unterschied zwischen türkischer Regierung und dem Eiffelturm liegt darin, dass bei letzterem die größten Nieten ganz unten sitzen. Der dies täglich aufs Neue beweist ist Recep Tayyip Erdoğan, der türkische Premier.

Vollpfosten in Amt und Würden

Kommentar – Noch zu Beginn letzten Jahres hatte er in Düsseldorf vor 10.000 Menschen betont, Islamfeindlichkeit sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Da wollte er schon lange nicht mehr, worum er sich jahrelang ebenso verzweifelt wie ergebnislos bemüht hatte, die EU- Vollmitgliedschaft. Mehr als eine nebulöse ‘Privilegierte Partnerschaft’ sollte es einfach nicht werden. Und heute, gerade einmal eineinhalb Jahre später, stellt er seine eigenen Landesgrenzen genau jenen zur Verfügung, die die türkische Mitgliedschaft ablehnen und sich zugleich den Untergang seines syrischen Nachbarn auf die Fahne geschrieben haben.

Ohne die türkische Mithilfe hätten die Terrorkommandos der NATO- geführten FSA- und NTC- Söldner niemals solch einen Schaden in Syrien anrichten können. Dort fanden die Mörderbanden, die bereits in Libyen zahllose Blutbäder angerichtet hatten, ihre Rückzugsräume, in denen sie sich neu formieren- ihre Wunden lecken und sich mit Nachschub versorgen konnten. Dass sie in Syrien vernichtend geschlagen wurden, tut hier nichts zur Sache. Entscheidend ist vielmehr, was nun kommen wird. Eines sollte Erdogan klar sein. Fällt Syrien, fällt auch die Türkei, soviel steht fest. Weshalb auch sollte der westliche Vernichtungsfeldzug quer durch den nahen und mittleren Osten ausgerechnet vor den Toren Ankaras zum stehen kommen. Das Gegenteil erscheint bedeutend wahrscheinlicher, da nur ein zentralasiatischer Flächenbrand geeignet wäre, Russland und China gefährlich zu destabilisieren.

WEITERLESEN bei denkbonus