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Michael Winkler: Expedition – Folge 6

deutsche-flugscheibe-haunebu-iiimit freundlicher Genehmigung von Michael Winkler

„Colonel Brown meldet sich zur Stelle, Sir!“

Vice-Admiral Henry Morgenthau III. musterte die abgerissene Gestalt, die seine Patrouille aufgegriffen hatte. „Laut meinen Unterlagen sind Sie Gunnery Sergeant George Brown. Wer hat Sie befördert?“

„Brigadier General Lucius S. Grant, Potomac-Armee, Sir!“

Der Admiral tippte etwas auf seiner Computer-Tastatur. „Major Grant, so. so. Nun ja, wenn Sie sich bei meiner Operation bewähren, werde ich Ihre Beförderungen bestätigen. Rühren! Nehmen Sie Platz.“

Brown atmete erleichtert auf. Der Admiral hatte sich nicht selbst befördert, obwohl er dazu durchaus die Befugnis gehabt hätte. Vor der Katastrophe war er der Kommandant der Marine-Akademie Annapolis gewesen, als höchster überlebender Offizier war er heute Militärgouverneur der Vereinigten Staaten von Amerika, mit allen Machtbefugnissen des Präsidenten ausgestattet, bis die Zeiten es erlaubten, einen neuen Präsidenten zu wählen.

„Sie hatten Kontakt mit den Deutschen?“

„Ay, Sir! Wir haben die Deutschen dabei überrascht, wie sie das Smithsonian ausgeraubt haben.“

„Ausgeraubt? Was haben die dort gestohlen?“

„Alte Nazi-Akten, Sir. Ich habe mich selbst davon überzeugt, daß dieses Altpapier in Deutsch beschriftet ist und Hakenkreuzstempel trägt. Die wollten das in ein eigenes Museum legen.“

Der Admiral überlegte einige Sekunden. „Haben die Ihnen gesagt, was sie da für Akten holen?“

Brown nickte. „Ja, Sir, ich habe es sogar gesehen. Pläne für die V2 und die Me 262.“

„WAS???“ Der Admiral knurrte: „Ob nun Colonel oder Sergeant, Sie sind ein Esel! Wissen Sie, was Sie den verdammten Krauts überlassen haben?“

„Sir, das Zeug war mindestens 80 Jahre alt! Sonst wäre es doch kaum in einem Museum gelagert worden!“

Morgenthau schüttelte den Kopf. „Für diese Papiere hat die beste Generation, die jemals in Amerika gelebt hat, ihr Blut geopfert! Die Deutschen können damit die primitiven Raketen und Flugzeuge nachbauen, mit denen sie fast den Krieg gewonnen hätten. Vor zehn Jahren, ja, da wäre das Zeug lächerlich gewesen, aber heute, wo alles in Trümmern liegt, ist solche simple Technologie der Schlüssel zum Wiederaufbau, wenn nicht gar zur Weltmacht! Ihre Enkel werden unter dem Hakenkreuz aufwachsen und deutsche Kinderlieder singen, weil SIE zu dumm waren, um zu begreifen, was diese Deutschen Ihnen da geraubt haben.“

Brown nahm seinen ganzen Mut zusammen. „Herr Admiral, Sir, die Deutschen brauchen das gar nicht! Die haben UFOs, ich habe sie selbst gesehen. Für die ist das wirklich altes Zeug.“

„UFOs? Na großartig!“ Der Admiral atmete durch. „Dann wäre es zumindest für UNS der Schlüssel zum Wiederaufstieg gewesen, den Sie sich haben rauben lassen! Sind die Deutschen immer noch in Washington?“

„Nein, Sir, sie sind vorgestern abgezogen.“

„Wissen Sie wohin?“ Michael Winkler: Expedition – Folge 6 weiterlesen