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Wahrheit

Bild: Wikipedia
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Danke an armeeverkauf

„Ich glaube an die Wahrheit. Sie zu suchen, nach ihr zu forschen in und um uns, muß unser höchstes Ziel sein. Damit dienen wir vor allem dem Gestern und  dem Heute.
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Ohne Wahrheit gibt es keine Sicherheit und keinen Bestand. Fürchtet nicht,  wenn die ganze Meute aufschreit. Denn nichts ist auf dieser Welt so gehasst und gefürchtet wie die Wahrheit.
Letzten Endes wird jeder Widerstand gegen die Wahrheit zusammenbrechen wie die Nacht
vor dem Tag!“
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Theodor Fontane (1819-1898)

Hensel´s Sonntagsmatinee: Krise und Kristall – Welche Krise?

von H.- P. Schröder

Text März 2009 / Ergänzt im August 2012

Vom Morgen bis in die Nacht reden Presse, Rundfunk, Fernsehen auf uns ein. Da wird erläutert, erklärt, darauf hingewiesen und ausgeführt, daß sich die Balken biegen: Die Welt leidet Not. Nein, es geht nicht um die körperlich erlittene Not der Kriegs-, Seuchen- und Hungeropfer.

Die Gesündesten der Gesunden, die Stützen der Gesellschaft, die uns gestern noch stolzgeschwellt und gutgenährt mit Tempo 250 rechts auf der Autobahn überholt haben, sind plötzlich „notleidend“, „leiden an zurückgehendem Auftragsvolumen“, „blicken besorgt in die Zukunft“.

Und was tue ich? Ich gehe in mich und schaue unbesorgt in meinen Kristall. Das hat überhaupt nichts mit Esoterik zu tun, mit der Wahren schon gar nicht. Goethe hat das gemacht, Bravais hat das gemacht, Röntgen hat das gemacht, die ganze moderne Materialforschung macht das und sie erkennen die tollsten Sachen darin.

Mein Lieblingskristall, soweit ich mich entsinne ein Rheinkiesel, erzählt die Geschichte einer Zivilisation, die vor 6000 Generationen die Mutter aller Krisen erlebte, die Krise aller Krisen, die Krise der Krise.

Wenn die Existenz auf dem Spiel steht, wird man wählerisch.

Die Bewohner meines Kristalls beschloßen, klug zu werden. Das bereitete den Krisen ihre Existenzkrise, führte zu deren Exitus, führte zur letzten aller Krisen, der Krise der Krisen.

Die Bewohner meines Kristalls beschloßen, sich ihre eigenen Gedanken zu machen, niemand hatte ihnen dazu geraten.

Die ersten, zaghaften Überlegungen wiesen in die Richtung „Nicht das, was die Anderen denken und behaupten ist wichtig, sondern das, was ich denke. Schließlich muß ich mit meinem Kopf auskommen.“

Schon bald erschien Wegweisendes an den Wänden, der in privater Hand befindlichen, öffentlichen Gebäude.
„Autorität ist Anmaßung“ und „Unser Wissen ist morgen Illusion“ und „Wer schläft, wird ausgeraubt“.

Die dem öffentlichen Wohl verpflichteten Ungebetenen stellten Wachen aus Zurückgebliebenen auf, die nach ein, zwei Nächten desertierten. Die Ungebetenen ließen Putzkolonnen ausrücken, die Untilgbares überpinselten. Die Stadt wurde fleckig. Man errichtete mobile Lichtmasten und befahl Alarmanlagen einzubauen. Die damit Beschäftigten fingen an, ihre Tätigkeit als lästig zu empfinden und spielten in der Freizeit mit Kreide. Weder Strafexpeditionen noch Strassensperren brachten Besserung. Strassenschilder wurden befolgt, fanden aber keine Achtung.

Aus den Amtsstuben ertönte Aida.

Einige verzichteten plötzlich auf die abendliche Mußeinschaltstunde der unterwandernden Belehrung und einlullenden Unter-Haltung, zugunsten eines Spazierganges in den Sonnenuntergang. In aller Stille.

„ Sind wir Babys?“ – „Benötigen wir Schnuller?“ sagten sie sich.

Nach einem langen Arbeitstag und einer kleinen Reise kamen sie ausgeruhter zurück, als sie losgezogen waren. Das erschien ihnen merkwürdig. Sie erzählten den Nachbarn davon.

Einige reagierten mit Einwänden. Einige reagierten mit Furcht. „Was, … wenn…?“ Einige fingen an aufzuräumen. Neue Botschaften erschienen: „Wachstum ist Müllwachstum“, „Fortschritt bedeutet, zu wissen, wohin der Weg führt“, „Unser Erbe ist eine Vision, kein schnelleres Auto“.

Sie bemerkten Widerstände. Von Kräften, die an ihrer Trägheit verdienten, wie Parasiten. Von Kräften, die ebenfalls unglücklich waren. Unglückliche Kräfte sind schwache Kräfte.

Die Krise aller Krisen verschärfte sich rapide.

Man begann den Mitmenschen und der Natur mit mehr Achtung zu begegnen. Eine Frucht wachsender Aufmerksamkeit. Auf allen Ebenen. Man begann zu überlegen, bevor man handelte. Die Maschen der Gaukler fingen weniger Opfer. Frühere Zuhörer spazierten jetzt in den nächsten Sonnenaufgang.

Alltagstaugliche Philosophen erschienen auf der Bühne. In einfach verständlichen Worten sprachen sie aus, was jeder weiß:

„Die Welt ist eine Illusion, geschaffen in unseren Köpfen, gesteuert über unsere Sinne, beeinflußbar durch unser Denken.
Wir leben auf der Oberfläche einer ungeheuer großen, ungeheuer schweren Kugel, sehen aber nur flaches Land. Wir rasen auf der Oberfläche dieser Masse mit irrwitziger Geschwindigkeit durch den Raum, bemerken aber nichts davon. Wir benötigen eine Vision. Diese Vision muß so groß sein, wie die Himmel, die wir durchmessen müssen, um zur Erkenntnis der Wirklichkeit zu gelangen. Die Werkzeuge dazu hat jeder in seiner Hand. Sie sind kostenlos. Die Benutzung der Straße ist kostenlos. Der Sonnenuntergang ist kostenlos. Die Beförderung durch den Raum ist kostenlos. Mozart, Dickens, Beethoven, Shakespeare, Swift, Moliere, Dante, Cervantes, Bach, Goethe, Schiller, Nietzsche, die Quantenphysik sind kostenlos.

Das bisher Ungedachte ist kostenlos. Im Inneren und im Äusseren warten Welten auf Euch. Kein Vergleich mit den Glasperlen der Niederungen. Es liegt am in uns.“

Notwendigerweise automatisch gelangten alle Erwachenden, alle Erwachsenden, zu einer gemeinsamen Grunderkenntnis, zu einer verbindenden Grundvereinbarung. „Jeder von Uns kennt einen Splitter der Wahrheit. Wir sind aufeinander angewiesen. Wir brauchen Dein Wissen, Wir brauchen Deine Fähigkeit, aber wir beeinflußen Dich nicht, außer durch UNSER Beispiel.“

So hat es begonnen. Nichts ist unmöglich, dem der weiß. Irgendwann dachten alle unabhängig. Nach Generationen hat sich diese Lebensweise, mitsamt ihrer Sicht auf die Dinge, über die Große Welteninsel ausgebreitet, nach einem Millenium…..

Das Bild verblaßt. Krise und Kristall, – was einem da so alles einfällt. Tun Sie sich etwas Gutes, finden Sie einen freien Augenblick, finden Sie etwas, das sich anfassen lässt und wirklich bleibt, eine unbezahlbare Gelegenheit, jetzt in diesem Augenbklick, einen Gegenstand für ihren Schreibtisch, für ihre Kinder, einen Lichtstrahl für die Kassiererein, die Sie bedient, für den Gefangenen in Behördengewahrsam, auf dessen Türschild Sachbearbeiter steht. Glauben Sie mir, gerade da ist es besonders kritisch, gerade da ist die Not am Größten.

Jetzt werde ich spazieren gehen… aus der Stadt hinaus in`s Freie……..

 

„Parolen“ oder „Aus aktuellem Anlaß“

 

Der Stand der Dinge am 22. August 2012 oder „Wie um sich schlagende, geheimbündlerisch auftretende Justiz und Presse, auf Anweisung, Positionen besetzen, um in Gründerzeitmücken gefährliche  Elefantenvereine, bewaffnet mit dickem Fell und Blaserohren, hinein zu halluzinieren, die schwerste Sachbeschädigungen begehen (könnten), weil sie, wie einige Spitzel angeblich glaubwürdig berichteten, geäussert haben (sollen), die Absicht zu hegen, sich nicht mehr länger von Pygmäen beschießen zu lassen“.

Karl Kraus, nicht belangbar, da tot:

„Eine fremdgesteuerte Justiz und eine verkaufte Presse Arm in Arm, die dabei brav, wie gefordert, als Schrotthändler eherne Rechtsgrundsätze verhökern und die Rechtsmoral und das Ansehen der Rechtsorgane durch die Verfolgung lebender Menschen wegen Banalitäten herabwürdigen, bis zur Lächerlichkeit. Ausführende sind Richter und Staatsanwälte mit Viererstaatsexamen, die in ihrer Tätigkeit als Erfüllungsgehilfen, ihre einzige Chance sehen, aufzusteigen, um dann, in neuer Position, noch größere Schäden anzurichten.“

Gazettenzitat, 22. August 2012, “„Neonazi“ Prozess in Koblenz“:

„Einigen Angeklagten wird zudem vorgeworfen…. rechtsextreme Parolen wie „Hitzefrei statt Völkerbrei“ auf Wände gesprüht zu haben.“

„Hitzefrei statt Völkerbrei“ – es hat schon angefangen…… .

Würde Franz Kafka seinem Prozess heute ein zusätzliches Kapitel anfügen?

Wie würde der posthum bedeutend hoch gehandelte George Grosz das da zeichnen?

Entwurf des Beginns der Weihnachtsansprache 2011,

, die unseren Bundespräsidenten unvergeßlich machen würde, wenn er den Mut gehabt  hätte, sie zu halten – vor seinem Rücktritt

von H.-P. Schröder

 

Liebe Mitmenschen,

die Stürme der letzten Wochen sind auch an mir nicht spurlos vorbei gezogen. In Anbetracht der Weltlage völlig nebensächliches schob sich in den Vordergrund und zog unverdient Aufmerksamkeit auf sich. Spekulationen über meine Person wurden öffentlich geäussert, die sich hochgeheizt im Land verbreiteten.

Was mit einem Gerücht begann, wuchs sich aus zu Verdacht und Verdacht wuch sich aus zu Beschuldigung. Das kann ihnen, meinen Zuhörern,  nicht verborgen geblieben sein.

( Pause )

Ich bedauere zutiefst, daß dadurch wichtigere Ereignisse, erschreckende Ereignisse, die unser aller Leben betreffen, die es bestimmen und in Zukunft gefährden können, aus dem Bewusstsein verdrängt worden sind.

Von Mitschuld daran darf ich mich nicht freisprechen. Ich hätte handeln müssen, sobald mir klar geworden ist, daß Geschütze in Stellung fuhren. Aber ich war verwirrt. Und unentschlossen. Man trägt Verantwortung, man hat manche Fehler im Laufe eines Lebens gemacht und ist vorsichtig geworden. Man möchte Entscheidungen nicht vorschnell treffen, denn geschehene Dinge kann man niemals mehr zurück nehmen.

Was habe ich mir persönlich vor zu werfen? Ich habe einen Kredit von einem Freund erhalten, aber ich habe nichts dafür getan, was nicht jeder von euch, meine Mitmenschen, für einen guten Freund tun würde. Ich habe die wichtige Grenze nie überschritten.

( Kurze Pause )

Daß es derart einfach ist, die Integrität eines Menschen zu gefährden, hätte ich mir nie träumen lassen, obwohl ich als Jurist mit den Fallstricken unseres Rechtswesens durchaus auf vertrautem Fuss stehe und mir in meiner privilegierten Stellung Mittel zur Verfügung stehen, die manches bewirken können, was für euch, die ihr die Gemeinschaft durch euere Schaffenskraft erhaltet, fast unmöglich scheint.

Trotzdem trifft man auf Mächte, gegen die selbst die Mittel eines Bundespräsidenten versagen, denen man sich aber trotzdem entgegenstellen muß.

( Kurze Pause )

Daß jetzt auch noch das Ansehen meiner Frau bedroht wird, nehme ich zum Anlass, Ihr und ihnen allen zu versichern, daß es keine Rolle spielt, wieviel Schmutz herangekarrt wird, um uns zu bewerfen, und mag kommen was will, für mich ist sie strahlend und schön und bezaubernd und ich liebe sie von ganzem Herzen ……….

( Lange Pause )


Nachwort des Schreibers in eigener Sache

Ich habe hier nicht aufgeschrieben, was Herr Wulff gerne gehört hätte und schon gar nicht etwas von dem Schaumwein, den ihm die Speichellecker und gewitzten Redenschreiber, diese gewieften Taktiker und geblähten Ego im-Kreise-Wackel-Geister seiner Umgebung täglich in das Ohr und in das Unterbewusstsein giessen, des schnöden Vorteils wegen, sondern ich habe meine einfache Vorstellung von dem geschrieben, was er aus seinem eigenen Munde hören sollte, damit es allen und allem ein wenig besser gehen kann. In diesen und in den kommenden Zeiten.