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Deutschland im 18. Jahrhundert – Das Militär

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Fürs Vaterland zu sterben
Wünscht mancher sich;
Zehntausend Taler erben,
Das wünsch’ ich mich.
Das Vaterland ist undankbar,
Und dafür sterben?
O, du Narr!

Die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts ist die Zeit, in der die stehenden Heere aufkommen, das 18. Jahrundert die, in der sie sich entwickeln.

Sie kamen mit dem Absolutismus als politischer Doktrin, denn sie waren das Element der Macht, auf das er sich stützen mußte, wollte er sich durchsetzen, aber sie haben sein Absterben überlebt. Da das Deutsche Reich nicht absolut regiert wurde, so besaß es auch nur die Bruchstücke einer Armee. Im Jahre 1681 hatte der Reichstagbeschlossen, eine Armee von 40000 Mann dauernd unter den Fahnen zu halten, und zwar 28000 Mann Infanterie und 12000 Mann Kavallerie.

Diese Anzahl hieß das Simplum, 1702 wollte man es verdoppeln und später sprach man sogar davon, es zu verdreifachen; die Abneigung des Kaisers, der fürchtete, diese Truppen möchten bei Gelegenheit gegen ihn verwendet werden, hat das aber stets verhindert. Jeder Reichsstand hatte, der Kopfzahl seines Territoriums entsprechend, sein Kontingent zu stellen, die kreisweise zu Regimentern zusammengezogen wurden. Wie bei allen Angelegenheiten, die von Reichswegen gemeinsam unternommen werden sollten, ging es auch hier, das Beste blieb auf dem Papier.

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