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Die Gesellschaft und die menschliche Gestalt im Zeitalter des Industrialismus

Textübersetzung aus dem Kunstmuseum Hamburg

Die Kunst und die Gesellschaft


Es war der Ehrgeiz der klassischen Kunst des deutschen Bürgertums, unpolitisch zu sein. Nach einem kurzen Aufschwung, dem wir Dinge wie das ungeheure politische Pathos der „Räuber“ und die leidenschaftliche bürgerliche Anklage in „Kabale und Liebe“ oder in „Emilia Galotti“, auch den frischen politischen Hohn im „Götz von Berlichingen“ verdanken, begann das trostlose politische Philisterium der größten deutschen Dichter. Schiller vermochte es im Jahre 1795 zu schreiben:

„Es ist im buchstäblichen Sinne wahr, daß ich gar nicht in meinem Jahrhundert lebe, und ob ich gleich mir habe sagen lassen, daß in Frankreich eine Revolution vorgefallen, so ist dies ungefähr das Wichtigste, was ich davon weiß.“

Und Goethe machte in seinem Tagebuch im Sommer 1806 bei der Abreise von Karlsbad die wahrhaft geheimrätliche Aufzeichnung:

„Zwiespalt des Bedienten und des Kutschers auf dem Bock, welcher uns mehr in Leidenschaft versetzte, als die Spaltung des römischen Reichs.“

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