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Interview mit Assad – Fürchten Sie, dasselbe Schicksal wie Saddam und Gaddafi zu erleiden?

assaderschienen bei einartysken

Übersetzung: Einar Schlereth

Paris Match (PM): Herr Präsident, nach drei Jahren Krieg und in Anbetracht, wie sich die Dinge entwickelt haben, bereuen Sie da, die Dinge am Anfang nicht anders angepackt zu haben, bei den ersten Anzeichen der Revolution im März 2011? Fühlen Sie sich verantwortlich für das, was geschah?

Bashar al-Assad (BA): Schon in den ersten Tagen der Ereignisse gab es auf Seiten der Armee und der Polizei Märtyrer; wir hatten es also vom ersten Tag an mit Terror zu tun. Es ist wahr, dass es Demonstrationen gab, aber die waren zahlenmäßig nicht sehr groß. In so einem Fall gibt es keine andere Wahl, als das Volk vor den Terroristen zu schützen. Es gibt keine andere Wahl. Wir können nicht sagen, dass wir bedauern, die Terroristen vom ersten Tag an bekämpft zu haben. Das heißt jedoch nicht, dass in der Praxis keine Fehler gemacht wurden. Es gibt immer Fehler. Sein wir doch ehrlich: hätte Katar nicht damals die Terroristen bezahlt und hätte die Türkei sie nicht logistisch unterstützt und hätte der Westen sie nicht politisch unterstützt, wären die Dinge ganz anders gelaufen. Wenn wir in Syrien vor der Krise Probleme und Fehler hatten, was normal ist, heißt es nicht unbedingt, dass die Ereignisse interne Ursachen hatte.

 

Wann habt ihr zuletzt bei uns friedliche Demonstranten mit solcher Ausrüstung gesehen?

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PM: Ihre Armee wird beschuldigt, im Krieg exzessive Gewalt angewandt zu haben. Warum werden Zivilisten bombardiert?

BA: Wenn ein Terrorist dich mit Waffen angreift, wie verteidigst du dich und dein Volk, mit Worten? Die Armee benutzt Waffen, wenn die andere Seite sie benutzt. Für uns in Syrien kann doch  nicht unser Ziel sein, die Zivilisten zu bombardieren. Wenn wir unsere eigenen Leute töten würden, gleichzeitig die Terroristen bekämpfen würden und all die Länder, die sie unterstützen … wie hätten wir da jahrelang durchhalten können? Wenn wir nicht unser Volk verteidigt hätten, dann hätten wir all diesem Druck nicht standhalten können. Folglich zu sagen, dass wir unsere Leute bombardieren, macht keinerlei Sinn.

PM: Satellitenbilder von den Städten Homs und Hama zeigen vollständig zerstörte Stadtviertel und die UNO, der ihr Land angehört, spricht von 190 000 Menschen, die im Krieg getötet wurde. Waren all diese Leute in den Vierteln Terroristen?

BA: Erstens müssen Sie die Zahlen der UNO verifizieren. Welches sind die Quellen? Diese Zahlen, die in der Welt und in den Medien zirkulieren, sind übertrieben und nicht genau. Zweitens sind die Bilder von den Zerstörungen nicht von Satelliten, sondern es gibt sie wirklich vor Ort und die sind genau …

Meistens, wenn die Terroristen in ein bestimmtes Gebiet kommen, fliehen die Zivilisten. Tatsächlich findet sich die größte Zahl von Opfern unter denen, die bei Terroristen-Angriffen getötet werden. Natürlich sterben in einem Krieg mit Terroristen auch Unschuldige. Das passiert überall in der Welt.


PM: Laut UNO befinden sich drei Millionen syrische Flüchtlinge in den benachbarten Ländern, was ein Achtel von Syriens Bevölkerung ausmacht. Sind sie alle Terroristen?

BA: Nein, nein. Jene, die Syrien verlassen haben, taten es wegen des Terrorismus. Es gibt auch solche, die den Terrorismus unterstützen und weggingen wegen der Sicherheitssituation. Es gibt auch eine beträchtliche Zahl, die keine Seite unterstützen.

PM: Militärischerseits, haben Sie die Mittel, um den Krieg zu gewinnen?

BA: Jetzt kämpfen wir gegen Länder, nicht nur Gangs. Millionen Dollar werden an diese Gangs verteilt. Sie erhalten Waffen aus verschiedenen Ländern, einschließlich der Türkei. Es ist also kein einfacher Krieg aus militärischer  Perspektive. Trotzdem gewinnt die syrische Armee an vielen Orten. Andererseits kann niemand sagen, wie und wann dieser Krieg enden wird. Aber für sie war am Anfang der größte Krieg, wie sie die Herzen und Sinne der Menschen gewinnen, und den Krieg haben sie verloren. Die Leute, die sich den Terroristen anschließen, sind sehr wenige geworden, und deswegen gewinnt die Armee.

PM: Aber sie haben noch nicht verloren, denn die Hälfte des Landes ist unter ihrer Kontrolle.

BA: Die syrische Armee kann nicht überall sein … folglich, wenn die Armee einen Platz verlässt, kommen  gleich wieder die Terroristen rein. Aber die Armee hat jede Region unter Kontrolle gebracht, die sie sich vorgenommen  hat. Dies ist nicht ein Krieg zwischen zwei Armeen, wo man sagen kann, die eine hat den Teil genommen, die andere einen anderen Teil. … Deswegen wird es ein langer und schwerer Krieg.

PM: Viele Leute sagen, die Lösung liegt in ihrem Abgang. Glauben Sie, dass Ihr Abgang die Lösung wäre?

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Syrien: Assad begnadigt Extremisten

syria barterschienen bei Ria Novosti

 

Baschar al-Assad amnestiert Extremisten, wenn diese ihre Waffen niederlegen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

 

 

Die Situation in den zentralen Gebieten Syriens hat sich deutlich gewandelt. In Damaskus, in Homs und Palmyra wurden die Feuergefechte eingestellt. Die Belagerung und der Hunger sind vorbei. In den Straßen haben die Händler wieder ihre Geschäfte geöffnet. Cafés werden wieder besucht. Nach dem Sieg der syrischen Armee im Westen des Landes kehrt allmählich der Alltag wieder zurück. Entlang der libanesischen Grenze haben die syrischen Behörden wieder die Straßen unter ihrer Kontrolle, die das Landesinnere mit der Küste verbinden.

Assad sei wieder obenauf und könne sich Großzügigkeit erlauben, schreiben US-Medien. Laut den syrischen Behörden haben viele Aufständische keine politischen Hassmotive, sondern wurden bestochen. Assad schlug den Extremisten vor, Reue zu zeigen und aufzugeben. Einige akzeptieren seine Bedingungen.

Die Assad-Gegner mussten ihre Niederlage eingestehen, wollen aber weiterkämpfen – allerdings mit einer anderen Taktik. Jetzt haben sie weder Geld noch Waffen und brauchen deshalb eine Pause.

Die USA wollen ihre Militärhilfe an die Aufständischen erweitern. Im Süden Jordaniens soll ein Aufmarschgebiet für eine Offensive auf Damaskus geschaffen werden. Laut Washington wird dieser Plan den Konflikt zwar nicht lösen, jedoch dabei helfen, das Gleichgewicht zwischen den Konfliktseiten zu halten. Militärausbilder aus den USA, Saudi-Arabien, Jordanien, Frankreich und den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen die oppositionellen Kämpfer ausbilden. Diese sollen zudem mit Schusswaffen versorgt werden. Mobile Flugabwehrsysteme und schwere Panzerabwehrwaffen sollen sie jedoch nicht bekommen.

Die Saudis wollten US-Außenminister John Kerry bei seinem Riad-Besuch davon überzeugen, dass die syrischen Aufständischen mit mobilen Flugabwehrsystemen und Panzerabwehrwaffen beliefert werden müssen. Der russische Außenminister Sergej Lawrow bat seinen US-Amtskollegen um eine Erklärung. Kerry sicherte zu, dass Washington weiterhin keine Abwehrwaffen an die syrischen Radikalen liefern werde.

Laut Quellen der Nachrichtenagentur AP erwägt die Obama-Administration jedoch die Aufhebung des Lieferverbots.

Quelle: Ria Novosti

Demokratie auf syrische Art

syria frauerschienen bei einartysken

Eine Sache in der andauernden Krise in Syrien, die fast nie in unseren Medien – selbst nicht in den alternativen Medien – erwähnt wird, ist die Rolle der gewaltlosen Opposition zum Baath-Regime.

Nach den Demonstrationen im Frühjahr 2011 begann die Regierung Diskussionen mit der Opposition zu führen über die Reform des syrischen politischen Systems. Aus diesen Diskussionen ging eine neue Verfassung hervor, die im Februar 2012 von 90% der Wählerschaft bei einer Wahlbeteiligung von 57 % in einem Volksreferendum gebilligt wurde.

Vor der neuen Verfassung war Syrien offiziell ein Ein-Parteien-Staat: die Baath-Partei, zu der der gegenwärtige und frühere Präsident gehörte, war diese Partei. 2007 wurde die Ernennung von Bashar al-Assad durch das Parlament mit 98% bei einer Wahlbeteiligung von 96 % gebilligt – die Art von Mandat, wie man sie von einem autoritäten Regime erwartet. Unter der neuen Verfassung wurde Syrien ein Mehr-Parteien-Staat; die Wahlen zum neuen Parlament standen allen Parteien offen.

Im Mai vergangenen Jahres fanden Parlamentswahlen unter der neuen Verfassung statt. Es gab zwei Blöcke, die um die Stimmen rangen: die pro-Regierungs Nationale Progressive Front, die aus 6 Parteien bestand, und die oppositionelle Volksfront für Veränderung und Befreiung, zu der zwei Parteien gehörten. Von den 250 Sitzen im Parlament gewannen die Baathisten 134 Sitze, wobei sich 34 Sitze auf die anderen Parteien der Nationalen Front verteilten, einschließlich der sechs Sitze für die zwei Fraktionen der Kommunistischen Partei. Die Opposition teilte sich 6 Sitze. Parteilos  waren siebenundsiebzig Mitglieder des neuen Parlamentes. Die Verfassung verlangt, dass zumindest die Hälfte der Parlamentsmitglieder Arbeiter und Bauern sein müssen.

Mit anderen Worten umfasst das syrische Parlament eine Vielfalt von Meinungen, von der wir in unserem Kongress nur träumen können – eine echte Leistung für die gewaltlose Opposition.

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die faschistischen Verbrecher in Tel Aviv bomben Syrien

rothschild piloterschienen bei einartysken

Die Kettenhunde der USA greifen Syrien aus der Luft an und zu Lande mit chemischen Waffen, nachdem sich Syrien halb entwaffnet hat.

Wie die Answer Coaliton in einer Protesterklärung gestern meldete, hat die israelische Luftwaffe die syrische Stadt Latakia angegriffen und eine Luftverteidigungsstellung zerstört, was das Zweite Israelische Fernsehen bestätigte. Auch die BBC hat den Angriff bestätigt und gesagt, dass es sich um den sechsten israelischen Angriff in diesem Jahr handle. Ansonsten herrscht in den Medien das Schweigen im Walde. Wäre das genauso kompakt, wenn eine Basis in Israel mit Bomben ausradiert werden würde?

Diese Verbrechen können sich die israelischen Faschisten nur erlauben im Schutz des Waffenschirmes der USA und kraft der US-Waffenlieferungen in Höhe von jährlich bis zu 4 Milliarden Dollar.
Aber warum schweigt Syrien? Obwohl Bashar al-Assad nach dem israelischen Angriff auf Damaskus gesagt hatte, dass er bei der nächsten Attacke zurückschlagen würde? Und nun, wo die Hochburg der Alawiten, seine Heimat, angegriffen wird, passiert wieder nichts.

Aber das wirft noch mehr Fragen auf. Zum Beispiel, wie das überhaupt möglich war. Wieso wurde dieser heimtückische Angriff nicht abgewehrt? Warum wurden die Flugzeuge nicht vom Himmel geholt? Haben die Syrer und die Russen geschlafen?

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