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Libyen: Jalil flieht nach Tunis – Auslieferungsgefahr für Vertriebene

jalil schuhputzervon John Schacher

In der Nacht von Sonntag auf Montag ist Mustafa Abdel Jalil trotz Ausreiseverbotes mit einem Flugzeug nach Tunis geflüchtet. In Libyen wollte man ihm wegen Mordes an General Younis den Prozeß machen. Die Wanderratte wurde in Ehren vom tunesischen Präsidenten Moncef Marzouki am Flughafen Cartago empfangen.

Quasi synchron dazu tauchten am Montagmorgen der tunesische Premier Hammadi Jebali und eine Ministerdelegation in Tripolis im Rahmen einer Eil-Visite auf, um den eben erfolgten tunesischen Staatsbankrott (!) zu melden und libysche Finanz-Hilfen zu erbitten. Am Flughafen Mitiga eingetroffen wurden sie von Libyens Außenminister Mohamed Abdel Aziz, Verteidigungsminister, Innenminister, Botschaftern und Militärgrößen empfangen. Geforderte Gegenleistung für Hilfen ist die Auslieferung der Jamahiriya-Flüchtlinge aus Tunesien. Wegen dieser sich zuspitzenden Situation erfolgen gerade noch stärkere Auseinandersetzungen in Tunesien und im Grenzgebiet zwischen Rebellen, Flüchtlingen und über den Rummel verägerten Tunesiern als sonst schon üblich. Der Grenzübergang in Ras Jadir und weiter südliche Trassen sind gesperrt und abgeriegelt. Kein Versorgungs-Schwerlastverkehr.

In Tripolis kam es zu einem Angriff auf die Residenz des Premierministers, danach zogen die randalierenden Bewaffneten weiter zum Sitz des Innenministeriums und verursachten neben Vandalismus viel Angst bei den Anwohnern. Die Strassen zur Residenz waren zum Zeitpunkt der Meldung noch immer gesperrt und nicht bekannt, ob es zu Opfern gekommen ist. Tripolis versinkt immer weiter im Chaos – Mord folgt auf Mord.

122 Junge Männer von Bani Walid stellen furchtlos auf dem Rechtsweg Schadenersatzforderungen an die Nationalversammlung. Die illegalen Zerstörungen in Bani Walid soll von der Regierung – die nicht eingeschritten ist – bezahlt werden. Weitere Stämme unterstützen diese Klage.

Vier sehr hohe Rebellen-Militärs sollen bei einem heftigen Auto-Unfall zwischen Tarhouna und Bani Walid umgekommen sein. Von Fremeinwirkung war nicht die Rede.

Ist Khamis am 21.8.11 rechtzeitig in Aishas Auto umgestiegen?

khamis uniformen


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In Benghazi herrscht ununterbrochen Bombenstimmung bei Polizei und Militär. Besonders oft sind übergelaufene ehemalige Jamahiriya-Beamte die Opfer.

Al Kufra meldet Zusammenstösse kleinerer Art, die aber zu Überflügen von Luftunterstützung geführt hat. Man hat große Angst vor weiteren Bombardements.

In Sabha wurde ein Scharfschützen-Anschlag auf Magharief verübt, den der Widerstand aber nicht selbst verübt haben will.

Region Ajelat: Zerstörungen der von NATO und USA unterstützten kriminellen Banden:


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Aus Misrata wie immer die Horrormeldung: dort sollen in Gefängnissen 400 Tawergha-Leichen aufgefunden und an das Rote Kreuz dokumentiert worden sein. Man hofft, dass die Todesursachen (Folter) ermittelt werden und eine Identifikation stattfindet.

Libyen: nun geht es gegen Zintan

von John Schacher

Das Elend in Libyen nimmt kein Ende und wird nicht enden, bis die Jamahiriya wieder in Kraft tritt oder der letzte freie Libyer getötet wurde. Nach dem blutigen Massker in Bani Walid, wo sogar das Krankenhaus komplett ausgeraubt, alle Patienten und zumindest ein Arzt ermordet wurden, zieht die Misrata-Miliz mit der Unterstützung der „Regierung“ nun offenbar in den Kampf gegen das bisher recht stabile Zintan.

Misrata wurde von Katar mittels dem Frachter „Mar del Amazonas“ vor kurzem fürstlich mit gemeldeten 481 nagelneuen gepanzerten Kampfwagen eines noch unbekannten Herstellers ausgestattet, die in den nun kommenden Kämpfen als leichte Schützenpanzer fungieren sollen (Bilder).

In Tripolis äusserten sich die Zerwürfnisse zwischen Zintan, Misrata und der US-Marionetten-„Regierung“ bereits wie  berichtet seit dem letzten Wochenende in Form größerer Schießereien und Anschläge. Auch die Blockierung der Raffinerie in Zawia seitens unbezahlter verwundeter Rebellen aus dem Bürgerkrieg, die für eine große Benzinknappheit sorgt – steht im Fokus aktueller Ereignisse. Misrata soll sich der Hilfe von Berberstämmen aus den Nafusa-Bergen versichert haben, nachdem im Großraum Tripolis lebende Berber aus Zintan von den Arabern aus Zintan attackiert worden sind.

Eine große Kolonne motorisierter Kampfeinheiten aus Misrata hatte sich bereits vor einiger Zeit in den Süden begeben und dabei das von Zintan kontrollierte Gebiet unauffällig durchquert. Ihr Ziel war bis jetzt unklar. Nun sind diese Einheiten bei Ghadames aufgetaucht, wo wichtige Ölfelder (Ghadames und Ubari) liegen, deren Erträge eben genau in der Raffinerie Zawia verarbeitet werden. Misrata hat auch in der Gegend um Ghadames lebende Araber-Stämme bestochen, sich gegen ihren bisherigen Verbündeten Zintan zu stellen und liegt nun strategisch im Rücken von Zintan, dem man offiziell vorwirft, geflüchteten Jamahirya-Kämpfern aus Bani Walid Unterschlupf zu gewähren, darunter al-Waer, dem Kommandanten der Verteidiger. Die Ähnlichkeit der staatlich geäusserten Begründung für die Agression gegen Bani Walid ist groß…

Zintan verfügt nur über rund 100 Panzer, während Misrata über 700 schwere Kampfpanzer hat. Die Nachschubroute für Misrata ist jedoch eine sehr lange im Vergleich zur Aktion Bani Walid. Zintan verhandelt derzeit mit den Banditen von Garyan über die Freilassung der dort befindlichen Warfalla-Stammesältesten.

Bilder der sinnlosen Zerstörungswut in Bani Walid:



Libyen: unrecht Gut gedeihet nicht….

von John Schacher

In Bani Walid wurde im Zuge der Plünderungen die Regional-Bank von Misrata-Milizen um 11 Millionen Dinar beraubt. Danach kam es offenbar zu einem „Unfall“. Genaueres folgt baldmöglichst:


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Der NTC soll den Kommandeuren der Belagerung von Bani Walid 3,5 Millionen Dollar für ihr blutiges Werk bezahlt haben. Die Stadt war daraufhin von 4 Seiten eingekesselt worden.

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SALUT für einen HELDEN !!!  Heute unterbrach ein mutiger Mann Obama´s Rede mit einem Foto-Plakat, auf dem ermordete libysche Kinder abgebildet waren! Die Polizei verhaftete den Mann sofort und die Leute bemerkten es fast gar nicht…


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Bei größeren Gefechten in Tripolis am letzten Wochenende, bei denen unter anderem der Sitz des Geheimdienstes mit Granaten beschossen und teilweise zerstört wurde, entstand dieses nette Video. Wer gegen wen kämpfte, ist unklar. Es hiess, dass ein Milizkomandeur, der einen Anschlag/Umsturz plante, verhaftet werden sollte und sich daraus Größeres entwickelte:


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Den Verräter an Saif al-Islam soll es vor kurzem auch erwischt haben. Hier zur Erinnerung sein 2011er-TV-Interview:


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In Zawia besetzten „Rebellen“ die Erdölraffinierie und hindern seit 4. November die Arbeiter/Angestellten am Betreten des Geländes. Das Befüllen der Tankschiffe, die 40% der Exporte nach Europa in Zawia empfangen, kam zu Erliegen. Hintergrund sind Zahlungsverzug an verwundete „Rebellen“ des letzten Jahres und andere Zahlungsrückstände.

In Benghazi wurde die Botschaft Ägyptens wegen der andauernden Gewalt aus Sicherheitsgründen geschlossen. Auch das britische Konsularbüro wurde „aus Sicherheitsgründen“ geschlossen. Ein Mordanschlag auf Hamed Alhassi, den Kommandeur des Barqa Military Council misslang, wobei sein Fahrer getötet wurde.

Über Ghat wurde während der letzten Woche immer wieder eine US-Drohne gesichtet, die über die Städte Awbari, Murzuq und Ghat flog. Vor kurzem wurde ein Angriffsplan gegen die westlichen Grenzstädte – darunter auch Ragdaline und Ras Jedir, der Grenzübergang nach Tunesien – bekannt, der von den Misrata-Milizen zur Unterwerfung der Grenzregion durchgeführt werden soll. Dabei war sogar von einer Vergewaltigungs-Order die Rede, bei der die Opfer gefilmt werden sollen, um den „gelisteten“ Familien durch diese größtmögliche Schande ein Leben in Libyen unmöglich zu machen…

Quelle: Libya-SOS

neue Morris-Interviews zu Bani Walid


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Es heisst immer nur, dass die Leute in der Wüste zurück nach Bani Walid wollen… ich gehe aber davon aus, dass sie ebenfalls am Wegfahren gehindert werden und so seit 5 Tagen isoliert und zum Abschlachten bereit gehalten werden. Heute las ich auch davon, dass die Belagerer die Flüchtlinge nach Tawergha (der völlig verlassenen und zerstörten Stadt) bugsieren möchten – sicher nicht mit guten Hintergedanken…