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Jahresrückblick 2013: Ägypten

Proteste auf dem Tahrir Platz in Kairo - Photo: Lilian Wagdy
Proteste auf dem Tahrir Platz in Kairo – Photo: Lilian Wagdy

erschienen bei chartophyleikon tou polemou

Obwohl der Arabische Frühling in Tunesien begann – und zwar durch die Selbstverbrennung des vorher vollkommen unbekannten Mohamed Bouazizi -, ist er erst in Ägypten zu einem Ereignis von regionaler und weltweiter Bedeutung geworden. Der Kairoer Tahrir-Platz wurde zu seinem Symbol. Es war auch Ägypten, wo der Arabische Frühling am 3. Juli 2013 zu seinem logischen Ende gelangte. Die Revolution hatte bis dahin alle Stadien passiert, wurde zur Konterrevolution und schließlich zur Reaktion. Jede jakobinische Diktatur hat ihren eigenen Thermidor. Auch der Arabische Frühling ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme.

Der Militärputsch der ägyptischen Generäle, die den rechtmäßig gewählten Präsidenten Mursi stürzten, wurde im Verlauf von fast einem Jahr und dazu noch relativ unverhohlen vorbereitet, es gab gar keine Möglichkeit zu übersehen, dass solche Vorbereitungen die ganze Zeit im Gange waren – nur konnte Präsident Mursi eben nichts dagegen unternehmen.

Die “Muslimbrüder” schafften es, die Zügel der Revolutionen des Frühjahrs und Herbstes 2011 in die Hände zu nehmen, waren an vorderster Front am Aufstand in Libyen beteiligt, kamen in Tunesien an die Macht. Auf ihre Urheberschaft geht auch die “Liwa al-Islam” zurück, welche eine der kampferprobtesten Rebellengruppierungen in Syrien ist. Da sie in ihren jeweiligen Ländern die einzige und dazu noch gut organisierte Oppositionskraft waren, haben die Muslimbrüder keine Probleme damit gehabt, sich die Inkompetenz der säkularen Oppositionellen und die – in der ersten Phase des Arabischen Frühlings – geringe Zahl ihrer radikalen Glaubensbrüder, der Salafiten, zunutze zu machen. Es gibt keine Zweifel darüber, dass – wären die Pläne des Westens in Syrien durchführbar gewesen – die “Brüder” auch dort die politische Macht ergriffen hätten.

Allerdings sind es zwei paar Schuhe, die Macht zu ergreifen und diese zu halten. Die Muslimbrüder entsprachen auch hier ganz der Klassik, indem sie die Wahrheit dieser Regel einmal mehr unter Beweis stellten. Das Regieren ist auch eine Art Wissenschaft, das muss man lernen, dazu braucht es Talent und Erfahrung. Es ist unmöglich, einen Pulk Leute von sonstwoher zu versammeln und von ihm zu erwarten, dass sie dazu in der Lage wären, extrem schwierige Aufgaben der operativen Führung in Krisensituationen an den Tag zu legen. Ungeachtet dessen, dass die Führungspersönlichkeiten der Muslimbrüder durchaus kluge und gebildete Leute sind, waren sie für den Machtantritt denkbar schlecht vorbereitet.

Ihre theoretischen Konstruktionen kamen mit der rauen Wirklichkeit der permanenten, post-revolutionären Krise in Widerspruch, welche eine Unmenge an komplexem Wissen, Fertigkeiten, Erfahrung, schnellste Reaktion und – auf praktischer Ebene – auch eine gewisse Hartherzigkeit erforderten.

Bewertet man nun die Ursachen für das Scheitern des politischen Islam, der auf eine Modernisierung und Anpassung dieser archaischen Lehre an das moderne Leben ausgerichtet ist, könnte man ein etwaiges Bild dessen zeichnen, was denn in Wirklichkeit passiert ist. Warum haben die durchaus nicht dummen, gebildeten und Autorität genießenden Führungspersönlichkeiten der gemäßigten Islamisten, die Millionen mobilisieren konnten, es nicht geschafft, an der Macht zu bleiben, so dass sie schließlich die Zügel dieser Macht wieder fahren lassen mussten?

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Schlag gegen Syrien – Ziel: Russland

erschienen bei chartophylakeion tou polemou

Nibiru
Nibiru
Das folgende Gespräch mit Professor Andrej Fursow, dem Leiter des Zentrums für Russland-Forschung an der Moskauer Geisteswissenschaftlichen Universität und dem Mitglied der Internationalen Akademie der Wissenschaften (München), erschien am 9. August 2012 bei KP.ru. Es ist bei der gegebenen Ausgangsfragestellung unerwartet weit im Spektrum dessen, was darin behandelt wird. Ausgehend von der derzeitigen Situation in Syrien und dem “Arabischen Frühling” versucht der russische Historiker Prognosen und Betrachtungen über die weitere Entwicklung danach, vom Konkreten zum Globalen.
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Es sind für einen Blog-Artikel wahrscheinlich untypisch “viele Buchstaben”. Der Übersetzer möchte die Lektüre aber jedem ans Herz legen, der sich für “Weltpolitik” interessiert – man liest es dann fast in einem Zug. Wer ungeduldig ist, kann sich einfach an den Zwischenüberschriften und den Fragen entlanghangeln. Aber der Text ist in seiner Gesamtheit wichtig genug, ihn in die “Grundsätze” dieses Blogs aufzunehmen.

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Syrien: Klartext von Christoph Hörstel


Bei „Alles Schall und Rauch“ kann man lesen:

Wenn sie (Israel) es machen, dann stehen sie alleine da. Die Konsequenzen werden sie spüren, denn den Preis werden wir alle zahlen, basierend auf einen massiven Krieg, den die Iraner als unsere Machenschaft interpretieren werden, wird verherend für uns in Afghanistan, im Irak, was das Öl betrifft, aber auch was die Stabilität im Mittleren Osten generell betrifft sein„, erklärt Brzezinski:


Die Aussage, „unser Luftraum“ über den Irak finde ich entlarvend.

Der israelische Aussenminister Avigdor Lieberman sagte vor zwei Tagen, amerikanische und russische Warnungen vor einem Iran-Angriff könne die israelische Entscheidung nicht beeinflussen. Die Vergangenheit zeigt, ihnen ist alles zuzutrauen und sie könnten uns durchaus in den III. WK stürzen.

 

Syrien: „friedliche Demonstranten“ hängen öffentlich Mitbürger

Übersetzung John Schacher

Hier sehen Sie, was die US-Propaganda-Outlets als friedliche Demonstranten definieren. Am Ende des Videos können Sie deutlich sehen, dass die Aufzeichner des Mordes die neu erfundene Flagge der US-gesteuerten Terroristen tragen. Das geht schon seit dem Anfang des Konfliktes so, aber die Propaganda-Outlets lügen ständig beschwichtigend, diese Mörder und Schlächter seien „friedliche Demonstranten“.

Der Mann im Video wurde ermordet, weil er mit dem Beobachter der Arabischen Liga hinsichtlich der anhaltenden Gewalt in Syrien sprach. Er erklärte, dass bewaffnete Banden und Terroristen hinter den anhaltenden Gewaltexzessen stehen, kurz danach musste er sterben.

Quelle: Ozyism