Schlagwort-Archive: Al-Nusra-Front

Chef syrischer Terrorgruppe Al-Nusra-Front im Irak gefasst

al-Golani - Bild: monroenews
al-Golani – Bild: monroenews

erschienen bei Ria Novosti

Der irakische Geheimdienst hat den Chef der in Syrien operierenden islamistischen Gruppe Al-Nusra-Front, Abu Mohammed al-Golani, gefasst, meldete AFP am Sonntag.

Al-Golani soll unter anderem Entführungen von Uno-Mitarbeitern geplant haben. Der bereits 2005 festgenommene Al-Golani war 2010 aus unbekannten Gründen wieder auf freien Fuß gesetzt worden, so AFP.

Al-Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri hatte Anfang November die Auflösung der Gruppe „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ bekannt gegeben, die in Syrien aktiv gewesen war. Künftig werde Al-Qaida in Syrien durch die Al-Nusra-Front vertreten sein, die im bevorstehenden Jahr weiter von al-Golani geleitet werde, so der Al-Qaida-Anführer.

Ende Mai hatte der UN-Sicherheitsrat die syrische Gruppe Al-Nusra-Front wegen ihrer Nähe zum Terrornetzwerk Al-Qaida auf die Liste der Terrororganisationen gesetzt.

Quelle: Ria Novosti

Syrien: Volkxsturm

siria y kerrierschienen bei chartophylakeion tou polemou

Das “Scharia-Kommitee der Provinz Aleppo” verkündete vor wenigen Tagen eine Generalmobilmachung “aller Moslems der Provinz” zum Dschihad.

 

Was genau dieses “Scharia-Kommitee” ist, bleibt dabei nicht so ganz klar, doch es sieht nach einer Art bürgerlicher oder quasi-bürgerlicher und dabei natürlich bewaffneter Selbstverwaltung aus. Auf den von den Rebellenbrigaden kontrollierten Gebieten schießen diverse solche Strukturen: Kommitees, “Emirate”, Standgerichte, Ordnungsdienste und so weiter – wie die Pilze aus dem blutgesättigten Boden, um kurz darauf wieder umgemäht zu werden. Siehe auch Libyen vor 1-2 Jahren. Rein geographisch könnte es sich bei diesem “Scharia-Kommitee” um ein Organ der Al-Nusra-Front handeln. Und es waren wohl diese “Jungs”, die man unlängst eine FSA-Fahne durch ihr schwarzes Todesbanner ersetzen sah.
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Danach (und nach den Informationen im Zusammenhang mit der inzwischen in aller Munde kursierenden Operation “Nordsturm”) zu urteilen, ist die Lage der Terrorbrigaden in Aleppo inzwischen nahezu verzweifelt. Kurz vor der Verbreitung dieses Aufrufs gab es wieder verstärkte Versuche, das Gefängnis von Aleppo zu stürmen, in welchem verschiedenen Angaben zufolge mehr als 1.000 Rebellenkämpfer einsitzen. Vor drei Tagen wurde die türkische Grenze für die Einreise (also in die Türkei) geschlossen, woraufhin es dort zwischen A’zaz und Kilis einige heftige Gefechte zwischen der türkischen Armee und Al-Nusra-Brigaden gegeben hat, die dahin durchzubrechen versuchten. A’zaz, seit Mitte/Ende Juli 2012 unter Kontrolle der FSA, ist nach meinen letzten (zugegebenermaßen nicht mehr allzu frischen) Informationen eines der derzeitigen Zwischenziele der syrischen Armee.
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Es sieht danach aus, als würde die Falle langsam zuschnappen und die Massen der Militia werden sich allmählich darüber klar, dass sie der Vernichtung unterliegen. Der Versuch einer solchen Generalmobilmachung zeugt davon, dass es offenbar keine andere Möglichkeit mehr gibt, ihre Reihen aufzufüllen. Es ist natürlich klar, dass unter Waffen gestellte Zivilisten, zumal solche, die man zum bewaffneten Kampf zwingen muss, im Sinne einer Kampfkraft weniger als nichts taugen.

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Syrien: der Pipeline-Dschihad

der fette Emir von Quatar
the godfather from Katar

erschienen bei Junge Welt – Danke an Yvonne

von Rainer Rupp

Der winzige gasreiche Golfstaat Katar habe in den vergangenen zwei Jahren »die Rebellion in Syrien mit bis zu drei Milliarden Dollar unterstützt«. Das sei »weit mehr als jede andere Regierung«, berichtete die britische Financial Times am Freitag. Über die Rolle Katars im Syrien-Konflikt hat die Zeitung nach eigenen Angaben Dutzende von Interviews mit Rebellenführern im Ausland und innerhalb Syriens sowie mit Beamten aus den regionalen und westlichen Hauptstädten geführt. Ein Ergebnis ist, daß der kleine, aber unermeßlich reiche Golfstaat z.B. 50.000 Dollar im Jahr an jeden Überläufer von Präsident Assads Sicherheitskräften zu den Rebellen zahlt.

Beobachter aus der Region spotteten bereits – so die Londoner Zeitung – daß Katars Feudalherrscher Hamad bin Khalifa al-Thani sich in Syrien eine »Revolution gekauft« habe und mit seiner Unterstützung für islamistische Rebellen in der gesamten arabischen Welt so etwas wie »ein pan-islamistischer Gamal Abdel Nasser« werden möchte. Dies aber habe das eifersüchtige, salafistische Saudi-Arabien auf den Plan gerufen, das nun Katar den ersten Platz als Waffenlieferant für die Rebellen in Syrien streitig gemacht habe. Letzteres werde in den westlichen Hauptstädten mit großer Sorge beobachtet, weil dadurch die aus aller Welt nach Syrien strömenden Dschihadisten vom Typ der Al-Nusra-Front, die sich offen zur Al-Qaida-Ideologie bekennt, noch stärker unterstützt werden.

Was die Financial Times jedoch vollkommen unter den Tisch fallen läßt, sind die handfesten wirtschaftlichen Interessen, die der Emir von Katar mit seiner gekauften Rebellion in Syrien verfolgt. Denn auch in Sy­rien geht es – wie meist im Nahen und Mittleren Osten – um Ressourcen und deren Transportwege. Für Katar steht dabei ganz konkret eine Gaspipeline auf dem Spiel, die über Jordanien nach Kalas in die Südtürkei führen soll, von wo das Gas weiter nach Westeuropa geleitet würde. Aber Syrien bzw. die Regierung Assad steht dem Projekt im Weg, was auch erklärt, weshalb die Regierung in Ankara plötzlich den Sturz Assads forderte, obwohl Regierungschef Erdogan mitsamt Familie noch kurz zuvor mit Assad in trauter Einigkeit einen gemeinsamen Urlaub verbracht hatte.

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