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die „Freunde“ Syriens entlarven sich selbst

Marie Colvin & Remi Ochlik - Bild: msnbc.com

erschienen bei einartysken

Am 22. Februar 2012 kamen zwei Journalisten bei einem Angriff der syrischen Armee auf  einen Stützpunkt bewaffneter Banditen in Homs ums Leben: Marie Colvin und Remi Ochlik. Wie nicht anders zu erwarten, gab es einen unisono Aufschrei der westlichen MainstreamMedien (MSM). Der Diktator Bashar Al-Assad mordet nicht nur „seine Eigenen“, sondern auch tapfere Journalisten, die „nichts als die Wahrheit berichten wollen“.

Sarkozy schreit „Jetzt reicht’s! Das Regime muss weg!“ Und zitiert den syrischen Botschafter zu sich, desgleichen Cameron. Die syrische Regierung habe das Lager  mit Absicht beschossen, weil man wusste, dass sich die Journalisten dort befanden. „Welch eine schamlose Brutalität!“ donnert Agence France Press. Und dann werden alle Verdienste und Preise aufgezählt, die sich die beiden im Laufe der Zeit erworben hatten. „DIE WELT trauert um ihren Tod!“
Gleichzeitig werden Fotos gezeigt, wie Marie Colvin schon 2011 mit libyschen Rebellen sich ablichten lässt. Und man gibt sogar zu, dass beide Journalisten Syrien heimlich mit Rebelleneskorte betreten haben.

Und da tritt Dr. Franklin Lamb, Prof. für Internationales Recht, auf den Plan und schreibt einen tränentriefenden Nachruf auf seine Freundin, die doch so außerordentlich begabte Auslandsjournalistin. Er war einer der letzten, der Marie Colvin lebend gesehen hat – in Libanon, wo sie ihn um Hilfe für ihren Trip nach Syrien bat. Und er hat ihr geholfen und hat ihr auch Adressen in Syrien gegeben. War sich der ehrenwerte Rechtsgelehrte nicht darüber im klaren, dass er Beihilfe zu illegalen Handlungen leistete? Weiss er etwa nicht, wie Personen behandelt werden, die sich illegal in die USA einschleichen? Im besten Fall landen sie in Guantanamo oder werden kurzerhand umgelegt, wenn sie sich obendrein in Gesellschaft von bewaffneten Regimegegnern befinden.

Dr. Franklin Lamb

Gibt es überhaupt irgendein Land auf der Welt, dass vom Ausland bezahlte und bewaffnete Banditen frei im Lande herumlaufen, kidnappen, foltern und killen  ließe? Man frage den Experten Dr. Lamb, der eine wahrlich schillernde Figur ist und auf allen Hochzeiten tanzt. Manchmal schreibt er gute Sachen, z. B. aus Libyen, dann sitzt er mit seinen Rebellenfreunden in Libyen am Strand, taucht plötzlich in Mali bei den Gaddafi-Getreuen auf, die von dort aus den Widerstand organisieren, und nun sitzt er im Libanon, um „embedded“ Journalisten nach Syrien zu schleusen.
„Embedded“! Wer redet denn davon? Nun, zum Beispiel Viktor Reznov in dem Artikel  „Syria: The War Machine Devours its  propagandists“ (Syrien: Die Kriegsmaschine verschlingt ihre Propagandisten) vom 23. Februar 2012. Er betont, dass die syrische Regierung nichts von der Anwesenheit der beiden Journalisten wusste, genauso wie zuvor schon von der Anwesenheit von Gilles Jacquier. Auch da dröhnte es von allen Seiten, die syrische Armee habe ihn erschossen, bis herauskam, dass er erstens kein Journalist sondern Agent war und zweitens von „seinen eigenen“ (den Rebellen also) zusammen mit vielen friedlichen Demonstranten erschossen wurde. Natürlich hörte man keinen Ton mehr von den MSM, am wenigsten eine Entschuldigung oder Richtigstellung.

Danach wirft Reznov einen Blick auf das hochgelobte Werk von Ochlik und Colvin:

Ochlik war (schon) in Libyen als Fotograf, embedded von der NATO; er berichtete über die gefeierten Rebellen und zeigte alle NATO-Banditen und al-Qaida Schurken in heroischen Posen für den Westen. Seine journalistische Verantwortung reichte allerdings nicht für die Opfer des NATO-Krieges. Auch Colvin war verantwortlich für die Verbreitung der (falschen) Information vom „Bombardieren des eigenen Volkes“ in Libyen. Colvin erzählte sogar schon im Jahr 2000 das Märchen von „Saddams nuklearer Bombe“.

Und nun berichtete Marie Colvin also für Murdochs Sunday Times und auch die CNN. Aber wie im Titel gesagt, werden jene, die so fleissig die Propaganda-Trommel rühren (ohne das diese verbrecherischen Kriege gar nicht möglich wären), selbst von der Kriegsmaschine verschlungen.

Ich bin gespannt, was die MSM jetzt zur Abstimmung über die neue Verfassung in Syrien, der mit 89% der Stimmen zugestimmt wurde, zu sagen haben. Oder zu den 1500 ausländischen Soldaten (darunter 10 französische Mitglieder der Spezialeinheiten). Wahrscheinlich nichts oder nur Verdrehungen in das absolute
Gegenteil (wie im übrigen schon geschehen – die Abstimmung wurde als Farce bezeichnet, d. h. die 89% Syrer gibt es gar nicht).

Quelle: einartysken