Schlagwort-Archiv: Afrika

Mali und die Agenda von AFRICOM für Afrika: sie zielt auf China

Mali explorationsrechte (2)erschienen bei voltairenet

von F. William Engdahl
.

Ganz unerwartet war in den letzten Tagen Mali plötzlich Mittelpunkt der Welt geworden. Frankreich wurde von Malis Regierung aufgefordert zu inter- venieren, um, wie es behauptet, die Dschihad-Terroristen aus großen Teilen des Landes militärisch zu vertreiben.

Was der Konflikt in Mali wirklich nun ist, ist kaum das, was wir in den Mainstream-Medien lesen. Es geht um große ungenutzte Erz- und Energieressourcen und um eine de-facto Re-kolonialisierung von Französisch-Afrika unter dem Banner der Menschenrechte. Der reale Hintergrund liest sich wie ein Thriller von John LeCarre.

… In einer wegweisenden Analyse schreibt der kanadische geopolitische Analyst Mahdi Darius Nazemroaya:

“Es sagt eine Menge, dass Washington zur Bekämpfung des Terrorismus die Karte im Rahmen der Pan-Sahel-Initiative verwendet. Die Reichweite oder der Bereich der Aktivität der Terroristen, die laut Washington in den Grenzen von Algerien, Libyen, Niger, Tschad, Mali und Mauretanien sei, ähnelt den Grenzen der kolonialen territorialen Einheit, die Frankreich versuchte, in Afrika im Jahr 1957 zu erhalten. Paris plante seinerzeit, diese afrikanische Entität in der westlichen Zentral-Sahara als Teil Frankreichs (Provinz) direkt an Frankreich gebunden zu errichten, zusammen mit der Küstenregion Algeriens.” [26]

WEITERLESEN bei voltairenet

 

Deutsche Soldaten Arm in Arm mit Massenmördern, Vergewaltigern und potentiellen Völkermördern: Perspektiven aus Mali

Haus in Bamako -Bild: ader.eu
Haus in Bamako -Bild: ader.eu

erschienen bei

Der Nachrichtenspiegel

von Eifelphilosoph

Montag, 18.2.2013. Eifel. Es gibt ja erstaunlich viele Bücher darüber, wie sehr in den Medien gelogen und betrogen wird. Alle haben eins gemeinsam: sie verändern nichts. Ebenso erstaunlich ist, wie oft die großen, klassischen deutschen “Leit”medien vor Verschwör- ungstheorien warnen.

Das ist mir erst kürzlich aufgefallen, als es um den russischen Meteoriten ging. Ganz dicht auf die Berichterstattung über den Meteoriten folgte im Spiegel eine Warnung vor Verschwörungstheorien, wobei auffiel, das diese “Verschwörungstheorien” sich aus ganz normalen Zeitungsberichten vor Ort speisten, die einfach andere Beobachtungen gemacht hatten als die deutschen Leitmedien gerne hätten. Geht es dabei schon um eine große Weltverschwörung? Nein. In erster Linie geht es um das Geschäft: der Journalist kämpft um die Deutungshoheit der Wirklichkeit. Damit verdient er sein Geld – um Auftrag von Partei und Verlag. Wenn also dann einfach mal so ein kleiner Blogger daherkommt und die Trümmer des letzten Anschlages anders sortiert – plausibler, nüchterner, logischer – dann verliert der gut bezahlte Journalist seine Deutungshoheit und … seine Führungsmacht. Die brauchen “interessierte Kreise” aber, weil ja Krieg geführt werden soll – wie zum Beispiel in Mali.

Was in der Berichterstattung über Mali selten auftaucht (ich habe jedenfalls noch nicht davon gelesen), ist der Kampf den sich Frankreich und die USA seit Jahrzehnten um die Bodenschätze Afrikas liefern. Ja, das machen die “demokratischen” Großmächte: sie liefern sich heftige Kämpfe – die man allerdings lieber von Negern ausführen läßt.

Neger – darf man das noch sagen? Nein. Politisch korrekt, wie der Deutsche ist, möchte er das Wort “Neger” nicht mehr hören. Wenn diesselbigen schwarzen Leute aber in Massen erschossen werden, dann ist ihm das egal. Überhaupt passt der deutsche Leser gut zum deutschen Journalisten. Er möchte nicht beunruhigt werden, möchte eine Welt, in der die Wissenschaft alles erklären kann, die Politik alles im Griff hat und die Presse alles weiß.  Dann fühlt er sich in seinem Einfamilienhaus sicher. Dinge, die ihn beunruhigen, mag er nicht – die sollen gefälligst von den Journalisten weggebissen werden … was die dann auch tun.

Aktuell machen sie das im Spiegel – in einem Bericht über Mali.

Besonders lang hatte das “Islamische Emirat von Timbuktu” nicht Bestand. Neun Monate, von April 2012 bis zum Einmarsch französischer Truppen im Januar 2013, regierten Radikalislamisten die nordmalische Stadt. Es reichte, um die Welt in Schrecken zu versetzen. Vermeintlichen Dieben wurde die Hand abgehackt, historische Mausoleen wurden mit Pickeln und Äxten zerstört.

Es gab auch noch andere Schilderungen der Schrecken – so wurde eine minderjährige Ehefrau zurück zu ihren Eltern geschickt, weil sie sich vor ihrem gewalttätigen Mann fürchtete – und das Tragen westlicher Kleidung wurde verboten.  Ebenso gab es ein Verbot, ohne hinreichenden Grund in Privathäuser einzudringen. Grund genug, sofort einzumarschieren.

Natürlich sind Amputationen schlimm – aber rechtfertigt das Massenmord an der unschuldigen Zivilbevölkerung? Voltaire.net hat ein paar gefunden:

WEITERLESEN bei „Der Nachrichtenspiegel“

Mali: wieder ein neuer Krieg

Haus in Bamako -Bild: ader.eu
Haus in Bamako -Bild: ader.eu

von Angelika Gutsche

 

Viele Ungereimtheiten, Halbwahrheiten und Unterschlagung von Fakten bestimmen die täglichen Presseberichte über den Krieg in Mali.

 

 

Es wird geheuchelt, was das Zeug hält, Nebelkerzen werden geworfen. Natürlich ist ein primitiver Islamismus verabscheuungswürdig und viele Tuareg, vor allem jene, die durch Tourismus zu einem kleinen Wohlstand gekommen sind, bekämpfen die Islamisten in Nordmali. Doch bei dem Krieg Frankreichs in Nordmali geht es nicht um die Abwehr von bösen Islamisten oder um Demokratie, sondern es geht um handfeste wirtschaftliche Interessen, in erster Linie denen Frankreichs, um unschätzbare Rohstoffe, die im Norden Malis auf ihre Förderung warten.

Die Presse behauptet, die „Malier“ in Bamako begrüßten den Luftschlag der Franzosen. Doch Bamako liegt weit im Süden Malis. Begrüßen die Tuareg im Norden des Landes auch den Luftschlag auf ihre Städte und die Zerstörungskraft der anrollenden französischen Panzerkolonnen? Über eine Viertelmillion sind in den Kriegsgebieten auf der Flucht, teils auf den Weg in den Süden Malis, in die größeren Städte wie Bamako, wo sie ein neues Hungerproletariat bilden werden, aber auch weit mehr als Hunderttausend sind in die benachbarten Staaten Algerien, Niger, Burkina Faso und Mauretanien geflüchtet.

Mali´s Wahlspruch: „Ein Volk, ein Ziel, ein Glaube“
Mali´s Wahlspruch: „Ein Volk, ein Ziel, ein Glaube“

Es ist richtig, es gibt verschiedene Gruppierungen von Aufständischen in der Sahelzone. Es kämpfte nicht nur die säkulare Rebellengruppe „Nationale Bewegung für die Befreiung von Azawad“ (MNLA) für ein selbstbestimmtes Azawad, sondern es kämpfen auch verschiedene islamistische Gruppen für die Unabhängigkeit Azawads von Mali. Doch sind auch Tuareg (singular: Targi) und andere Ethnien Nordmalis wie Fulbe und Kunta islamischen Glaubens, wenn auch in unterschiedlich strenger Ausprägung, wobei aus kulturellen Gründen viele Tuareg eher einem soften Islam zuneigen und den Frauen eine bedeutende Rolle zugestanden wird. Trotzdem gibt es bei den verschiedenen Rebellengruppen viele Überschneidungen, Gruppen verbünden sich und überwerfen sich wieder. So ist der Führer der Gruppe Ansar Dine (Verteidiger des Islams) ein Targi namens Iyag Ag Ghaly, der schon bei den Tuareg-Aufständen in den 90er Jahren eine wichtige Rolle spielte. Doch gilt in Nordmali wie in anderen Ländern auch: Militanter Islamismus ist auch und vor allem der Ausdruck eines sozialen Gerechtigkeits- und Armutsproblems.

Auch was die Empörung gegen die Forderung nach dem islamischen Recht im neuen Staat Azawad betrifft, kann dem Westen nur Heuchelei vorgeworfen werden. Unterstützt man nicht gerade in Syrien jene Islamistengruppen im Kampf gegen Assad, die man in Nordmali bekämpft? Sind nicht bei den „Aufständischen“ in Syrien, die jubelnd im deutschen Fernsehen gezeigt werden, die gleichen schwarzen Salafisten-Fahnen zu sehen wie bei den islamischen Tuareg-Aufständischen in Nordmali? Dort gute Salafisten, weil gegen Assad? Hier schlechte Salafisten, weil gegen westlich ausgerichtete Zentralregierung in Bamako? Und fand man es nicht auch völlig unbedenklich als in Libyen nach dem Einsatz der Nato plötzlich Islamisten das Sagen hatten? Obwohl Libyen doch viel näher an Europa liegt als Mali? Nur ein paar Seemeilen von der zur EU gehörigen Insel Malta entfernt? Mali: wieder ein neuer Krieg weiterlesen