Archiv der Kategorie: Ressort Kultur

Deutsches in Wort und Werk präsentiert von Silvio

vom Pferde

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Vor dir steht ein Pferd. Das Tier gefällt dir? — Das will ich gerne glauben. Es ist auch nicht irgendein beliebiges Pferd. Es ist ein besonders schönes, ein besonders edles und rassiges Tier. Es gehört zu der Rasse der Lipizzaner, die ihren Stammbaum bis in das klassische Altertum zurückführt.

Warum gefällt dir dieses Tier eigentlich so besonders gut? Warum bist du glücklich, daß es dir begegnete? Warum tut sein Anblick dir in der Seele wohl? — Seltsame Fragen, wirst du denken; da braucht man doch nicht nach dem Warum zu fragen, wenn einem so ein Pferd gefällt, so ein herrliches Geschöpf. Warum es mir gefällt? — Nun, einfach, weil es schön ist; weil es so ebenmäßig im Wuchs ist; weil alles bei ihm so gut zueinander stimmt, Rumpf, Kopf und Beine; weil sein Fell so glatt ist, seine Farbe so vornehm, seine Bewegung so geschmeidig, seine Haltung so stolz ist. Das ist alles ganz richtig, aber ich will noch etwas ganz anderes von dir hören, nicht die Gründe für dein Wohlgefallen, die beim Pferde liegen, sondern diejenigen Gründe, die bei dir selbst liegen. Was befähigt dich, die Schönheit eines Pferdes zu empfinden? Welche Eigenschaften in dir machen dir das möglich? Ich weiß, daß dir auch diese Antwort nicht schwerfallen kann. — Du sagst, es sei dein Schönheitssinn, dein Instinkt? Richtig, aber noch treffender? — Also, dein Gefühl für Rasse!

Das Baltikum:
Das Balten-Gebet
Baltikum-Die ersten Freikorps
Litauen war ehemals mächtige europäische Großmacht
Baltikum-11. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Das Baltikum wird zerstückelt
Das Ende Alt-Livlands
Rußlands Dauerprobleme mit seinen Ostseeprovinzen
Der Untergang des Deutschen Ritterordens
Und immer wieder russische Grausamkeiten
Das Baltikum zwischen Bolschewisten und Zaristen
Der Erste Weltkrieg im Baltikum
Deutsche Truppen im Baltikum-Abwehrkämpfe gegen die Roten
Baltikum-Die Landeswehr
Das Baltenregiment
Das Baltikum und seine wechselnden Staatsformen
Baltikum-Das Ende der deutschen Dominanz

der Kakao, seine Kultur und Verarbeitung

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Kein Feldzug ohne Schokolade!

Unsere heutige Jugend kennt nicht mehr die Zeiten, da Schokolade und Kakao Genussmittel waren, die man sich nur aus ganz besonders festlichen Anlässen gestattete. — Schokolade und Kakao sind auch heute immer noch ein recht begehrter Artikel geblieben.

Aber ihr Preis ist durch die gesteigerte Produktion und die infolge Vervollkommnung der Fabrikationsmaschinen verbilligte Verarbeitung derartig gesunken, dass diese früher recht teueren Genussmittel jetzt Allgemeingut des täglichen Lebens auch für die minder begüterte Bevölkerung geworden ist.

Welche Bedeutung hat heute der Kakao bei der Verproviantierung der Armeen! Kein Feldzug ohne Schokolade! Welch’ grosse Dienste leistete sie unseren wackeren Südwestafrikanern im Herero– und Hottentottenkriege! —

Aber die wenigsten wohl, welche heute Schokolade und Kakao für sich verwenden, wissen viel mehr von diesem Produkt, als dass es aus einer tropischen Bohne gewonnen wird, die man ja auch im rohen Zustande dann und wann einmal in den Schokoladeläden zur Schau gestellt sieht, und sie wissen vielfach auch nicht, dass aus unseren Kolonien, namentlich aus Samoa und Kamerun, ein vorzüglicher Kakao kommt. Und darum möchte ich meine verehrten Leserinnen und Leser bitten, nach einer schnellen Fahrt über den Ozean mit mir einen Rundgang durch eine Kakao-Pflanzung zu machen. Nach einer Fahrt durch hochstämmigen, lianendurchflochtenen Urwald, belebt von bunten Papageien und Kolibris, gelangen wir zu der als Ziel unseres Ausfluges erwählten Kakaopflanzung. — Sie sieht mehr wie ein Wald aus, aber wie ein regelmässig gepflanzter. In langer Reihen stehen etwa 15 Meter hohe Bäume und zwischen diesen Reihen je drei Reihen niedriger Bäume, etwa 5 Meter hoch, in Form und Schnitt unseren Apfelhalbstämmen ähnelnd, im Laub allerdings sehr verschieden. der Kakao, seine Kultur und Verarbeitung weiterlesen

Sowjetunion-Russen

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Nach dem Zusammenbruch des Gotenreiches im Jahre 375 breiteten sich die slawischen Stämme nach Nordosten aus und erreichten die finno-ugrischen Gebiete. Gehörte die dortige Bevölkerung im Westen zur ostbaltischen Rasse, so zeigte sie weiter östlich einen anderen, zum Teil mongoloiden Einschlag. Dieser ganze Raum stand vom 9. Jahrhundert an unter warädischer Führung. Erst von Holmgardr (Naugard) und dann von Koenugardr (Kiew) strömten slawische Siedler an die Oberwolga nach. So wurde das Land christianisiert und sprachlich überschichtet.

Ein neues Volk, das man heute als russisches bezeichnet, ging aus diesem Slawisierungsprozeß hervor.

Jedoch begann die politische Geschichte des Russentums erst mit Iwan Kalita (1328-1340), der seine Großfürstenwürde dem Mongolenkhan zu verdanken hatte. Von der „Goldenen Horde“ völlig abhängig, übernahm Moskowien gleichfalls in seiner Kultur, Sitte und Tracht mongolische Wesenszüge. Die Oberschicht, „Bojaren“ genannt, verschmolz größtenteils mit regierenden Tatarengeschlechtern zu einem neuen, dem Kremlherrscher gefügigen Dienstadel. Auf diese Weise erlosch auch hier das warägische Bluterbe und Moskau wurde zum Träger desselben Gedankens, der in vielem das Eroberungswerk von Dschingis-Khan geprägt hatte.

Diesem moskowitischen „Drang nach Westen“ erlag zunächst unter Iwan III. (1462-1505) der Volksstaat von Großnaugard. Dann erzwang Iwan IV. „Grosnyj“ genannt (1533-1584) die Auflösung des Livländischen Ordensstaates. Zu gleicher Zeit öffnete sich dem mongolischen Blut durch die Eroberung der Chanate von Kasan (1552) und Astrachan (1556) ein weites Tor zum russischen Volkskörper.

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der Wald als Lebensgemeinschaft

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Stark und tief ist die Liebe zum Wald bei den germanischen Völkern. Wie ein Erinnern an die frühere Waldheimat, in der die Vorfahren dieser Völker lebten, so klingt es immer wieder in Lied und Sage, Mythe und Märchen. Der nordische Mensch hat einen angeborenen Sinn für das Wesen und die Eigenart der Natur und mit ihm auch ein reines und unmittelbares Verständnis für das Wunder des Lebens, das sich im Wald demjenigen offenbart, dem es gegeben ist, dieses Wunder wahrzunehmen.

Wir sehen in ihm ein lebendiges Ganzes, wenngleich wir im einzelnen nicht immer das Zusammenklingen zur großen Hymne des Lebens erkennen. In seinen Heimat- und Feierliedern hat der nordische Mensch immer aufs neue das große Erleben um das Geheimnis „Wald“ zu deuten versucht. Ob er von den „ewig singenden Wäldern“ spricht, von seiner „Wahlheimat“ erzählt oder von den „heiligen Seen und Wäldern“ singt, „die über die Grenzen stiller Höhen bis in das grüne Meer“ reichen, — es ist stets der gleiche Ausdruck einer artgemäßen Naturverbundenheit. Nirgendwo überkommt den germanischen Menschen ein tieferes Gefühl der Weihe als in den Wäldern seiner Heimat.

Einen lebendigen Eindruck von dem Wesen des Waldes, seiner wechselnden Zusammensetzung und örtlichen Beschaffenheit gewinnt der, der aus der Ebene in das Gebirge aufsteigt oder aus niederen Breiten der Erde in höhere kommt. Fast überall ist der Boden geeignet, einen Wald zu ernähren. Entscheidend für das Entstehen von Wäldern unter natürlichen Umständen sind die beiden Faktoren: Temperatur und Feuchtigkeit. Ob ein Wald gedeiht und sich behauptet, hängt davon ab, wie warm es ist und wieviel Regen fällt. In wärmeren Perioden der Geschichte unserer Erde hatte der Wald wohl eine gewisse Vielseitigkeit an Arten, aber keine besondere Dichte. Diese gewann er erst, als in der Jungsteinzeit und Bronzezeit die Witterung fortschreitend kühler und feuchter und somit für den nordischen Wald besonders geeignet wurde. Damals breiteten sich Rotbuche und Hainbuche, in den höheren Lagen Tanne und Fichte aus; sie machten die Wälder dichter und geschlossener als zuvor. Der nordische Wald entwickelt unter der ihm zusagenden Witterung seine ganze Kraft und erhabene Schönheit. So trat er in die geschichtliche Zeit ein.

Der Waldboden entwickelt die Kräfte, die das Abfließen des Regenwassers hemmen und wird damit zum Träger und Erhalter der Fruchtbarkeit derjenigen Landstriche, deren natürliche Pflanzendecke er bildet. Schon im Dach seiner Baumkronen fängt der Wald den Regen auf, so daß er gehemmt zur Erde fällt, den Boden nicht abspült und verschlammt. Das Kronendach selbst fördert die Bildung von Tau und Reif. Stürme und Wind werden durch den Wald gebrochen, ihre austrocknenden und sonst nachteiligen Wirkungen für die Landschaft herabgesetzt. Der Waldboden trinkt das Wasser der Schneeschmelze, den Regen und sonstige Niederschläge wie ein Schwamm und kann größte Mengen aufnehmen, ohne daß sie oberflächlich ablaufen, über die rauhe Oberfläche des Waldbodens kann fließendes Wasser so gut wie gar nicht abrinnen. Selbst an Hängen ist der Abfluß des Wassers im Walde sehr stark gehemmt. Immer muß es in den Boden hinein und durch ihn hindurch, damit es in ihm wirkt. Leben spendet und Wachstum fördert, Quellen und Grundwasser speist. Die vom Regen durchronnenen oberen Schichten des Bodens erfaßt der Wald mit dem Wurzelwerk seiner Bestände in großer Breite und Tiefe. Vom Sturm bewegt, rütteln die Bäume am Gefüge des Bodens; er hebt und senkt sich unter der Wirkung des langen Hebels von Stamm und Wurzeln. So betreibt der Wald seine Art der „Bodenarbeit“.

Die obere, lebendurchsetzte Schicht des Waldbodens, die wir Muttererde oder Humus nennen, entsteht aus der jährlich zu Boden fallenden Streu des Waldes. Damit ist die Muttererde, die lebende, humusreiche Schicht, der Born des Waldbodens. Macht der Bauer ein Stück Wald zum Acker, wie es in der frühesten Zeit bäuerlicher Landnahme im mitteleuropäischen Raum die Regel war, so trägt ihm der Humus des Waldes die Ernte zu. Als Gabe des Waldes nimmt sie der Bauer hin. Im allgemeinen ist der Wald-Feldbau aufgegeben, und der Bauer hat selbst die Leistungen übernommen, die einst der Wald für den Boden bewirkte.

Es wird leicht vergessen, daß die große Mehrzahl der landwirtschaftlich genutzten Böden Deutschlands ursprünglich alte Waldböden sind. Nur Löß-und Schwarzerdeböden sind eigentliche Getreideböden und nicht waldbedingt. Auf allen übrigen Böden aber schuf einst der Wald die Muttererde und gab dem Boden Leben und Fruchtbarkeit. Mit der Ewigkeit des Lebendigen haben diese sich unter der pflegenden Hand des Bauern bis heute erhalten. Auch dadurch sind wir ein waldverbundenes Volk!

Der Wald ist gegenwärtig im Lebensraum der nordischen Völker stark zurückgedrängt, im allgemeinen auf diejenigen Flächen, die anders als durch Waldwirtschaft mit Vorteil nicht benutzt werden konnten. Am Ende des 19. Jahrhunderts war von einem Recht des Waldes auf die Erhaltung der Eigenart seines Wesens und seiner örtlich bedingten Kraft kaum noch die Rede. Der Wald galt als eine wenig gut verzinsliche Anlage. So dachte jene Zeit und trennte sich leichten Herzens vom Baumbestand eines Waldes — oft, um den gewonnenen Erlös in anderen Unternehmungen nutzbringender anzulegen. Große Gebiete der Erde haben dadurch für immer und unwiederbringlich den Wald und mit ihm seine Fruchtbarkeit und schließlich auch die Bewohnbarkeit für ausgebreitete menschliche Ansiedlungen verloren. Unermeßlich ist die Einbuße an vielseitig bedingtem Leben, das diesen Gebieten mit dem Walde genommen wurde.

Siehe auch:
Voraussetzung zum Kind
Ebenbürtigkeit in der germanischen Ehe
Beethoven in Japan
Rebellion oder Aufbruch
Die Reichskleinodien
Ein indogermanisches Dokument
Alle Dinge sind in Ordnung gesetzt
Die ewigen Dinge sind da wo wir ihnen dienen
Lebensbaum und Weltbaum
Des Königs Richterspruch
Das Familienbild
Werden und Vergehen der Welt im arischen Mythus
Wie Loki und Heimdall um Freyjas Halsband kämpften
Ein Soldat erlebt einen Baum