über die Symptome innerer und äusserer Balkanisierung

von H.-P. Schröder

Zu Studienzwecken

26. Februar 1942

„Rumänien! Wenn heute einem Antonescu etwas passiert, wer kommt dann ? Ich kriege es mit der Angst, wenn ich daran denke ! Der König ist eine schmutzige kleine Kröte, der Kerl hilft nicht einmal seiner Mutter aus dem Wagen heraus, weil er fürchtet, daß es seiner königlichen Würde Abbruch tut. Er hat mich ganz erstaunt angeschaut, als ich nicht ihn, sondern seine Mutter rechts genommen habe. Freilich, das Zeremoniell will es anders. Aber das kann man heute nicht mehr aufrechterhalten.

Der rumänische Bauer ist nur ein armseliges Stück Vieh. Das, was sonst in Erscheinung tritt, sind ohne Zweifel nur die miserabelsten Kreise. Der Film „Stadt Anatol“ hat das Milieu dieser balkanischen Petroleum-Entwicklung wirklich sehr gut geschildert. Leute, die bloß – weil zufällig unter ihrem Boden eine Ölader läuft – in den Besitz einer fließenden Goldquelle kommen, ohne daß sie eine Arbeit leisten, das ist ganz gegen jede natürliche Ordnung !

Nun baut sich eine Stadt wie Bukarest nur auf Grundstücksspekulation auf. Ähnlich habe ich seinerzeit dem Erzberger (Versailleunterschreiber, Politiker der feigen katholischen Zentrumspartei, -die heutige CDU) eine ganz gemeine Grundstücksschiebung vorwerfen können: Da sollte zwischen Pankow und Berlin parzelliert werden. Der Straßengrund musste abgelöst werden. Wurde vorzeitig bekannt, daß eine Parzellierung stattfindet, dann sind alle Gründe – auch die öffentlichen – um ein paar hundert Prozent im Preis gestiegen. Ich habe nachgewiesen, daß ein Grundstück, das einen Goldwert hatte von 110.000 bis 120.000 Mark, von Erzberger, der von der bevorstehenden Parzellierung durch eine Indiskretion Kenntnis erhalten hatte, mit einem Monsignore (!!!) zusammen für 3,7 Millionen verkauft wurde. Deshalb haben wir in das Parteiprogramm den Punkt gegen die Grundstücksspekulation aufgenommen. Warum sollte den Betreffenden nicht ein kleiner Gewinn gegeben werden? Aber Wucherpreise, nur weil die Öffentlichkeit eine Maßnahme plant, das gibt es nicht !“

Tischgespräche 1941 – 1942

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