Links/Rechts 28.12.17

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… „„Ich muss zugeben, dass mich die erstaunliche Nichtprofessionalität von Poroschenkos Team sehr verwundert hat. Als (der ehemalige georgische Präsident Michail – Anm. d. Red.) Saakaschwili schon im Ausland war, haben sie ihn wieder ins Land gelassen“, so Rękas. „Nachdem sie ihn in Lwiw isoliert hatten, ließen sie ihn wieder nach Kiew. Nachdem sie ihn in Kiew festgenommen hatten, erlaubten sie ihm, auf die Straßen zu gehen und Gebäude zu stürmen. Was macht Saakaschwili weiter? Er wird Poroschenko vor aller Augen wahrscheinlich die Hosen ausziehen.““ …

sputnik: „Demnächst zieht Saakaschwili Poroschenko vor aller Augen die Hose aus“ – Experte


… „Die offiziellen Leitlinien schreiben zwar vor, dass eine Geschlechtsumwandlung (gegengeschlechtliche Therapie) erst ab 16 Jahren begonnen werden darf. Daran hält man sich in den meisten Fällen aber nicht mehr. Schon Dreizehnjährige werden irreversibel umgepolt.“ …

DU: Pubertätsblocker – Ein neuer Trend im Genderwahn?


… „soll … hätte … vermutlich … seien … werden könnten … beriefen .. soll es geben … gehen davon aus.“ …

Anm.: wenns eng wird, kommen immer widerliche Athrax-Geschichten – ohne Beweise bzw. aufgeflogene. Anwendungsfakten jedoch bestehen für Phosphor, Streubomben, Giftgas …

sputnik: Will Pjöngjang Südkoreaner ausrotten? Überläufer immun gegen Milzbrand


rt: 60 cigarettes & glass of wine a day: Norway’s oldest man, 107, shares his secrets for long life


 

4 Gedanken zu „Links/Rechts 28.12.17

  1. Gender … als ich neulich den herben maskulinen Charme von Lilo Wanders sah
    (Lady Gaga bekommt eigene Show | Das Erste – MDR)
    -https://www.mdr.de/brisant/promi-klatsch/lady-gaga-neue-show-las-vegas-100.html
    -https://www.mdr.de/brisant/promi-klatsch/lady-gaga-178-resimage_v-variantBig16x9_w-960.jpg?version=4183

    musste ich gleich an
    -https://www.noz.de/media/2017/02/04/61810592_201702041126_full.jpg
    Lady Gaga: Als Mann geboren?
    denken
    -http://www.bigfm.de/programm/thema/ciara-lady-gaga-geboren
    Lady Gaga: Ist sie in Wirklichkeit ein Gentleman?
    Die Sängerin sorgt mit ihren skurrilen Aussagen regelmäßig für reichlich Zündstoff. Denn nicht irgendwelche Hater verbreiten miese Gerüchte, sondern Lady Gaga selbst. Ausgelöst hat sie das große Rätselraten mit ihrem Schock-Auftritt beim Glastonbury Festival im Jahr 2009. Als Madame sich lasziv auf einem Motorrad räkelte und dann absteigen wollte, rutschte nämlich plötzlich ihr sexy Kleidchen hoch. Zu sehen war kein heißer Slip, sondern ein Penis! Kurz darauf klärte Gaga die Sache in einem Interview auf. “Ja, ich habe männliche und weibliche Genitalien – ich sehe mich aber doch mehr als Frau“, so die 29-Jährige. Interessant!

    Mit Madonna auf Planet Transgender … oder was?

  2. https://www.focus.de/politik/deutschland/geplanter-anschlag-in-karlsruhe-islamist-und-v-mann-zeigen-sich-gegenseitig-als-islamisten-an_id_8122275.html

    Nach Informationen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR wird der Festgenommene Dasbar W., ein Deutscher irakisch-kurdischer Herkunft, vor allem durch die Aussagen eines V-Mannes des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg belastet. Diesen soll er bei einem Lehrgang für Gabelstaplerfahrer kennengelernt haben. Doch ausgerechnet die Glaubwürdigkeit des V-Mannes wird nun angezweifelt.

    Denn ungewöhnlich ist, dass Dasbar W. den V-Mann bereits seinerseits Ende November bei der Polizei angezeigt hatte. In einer Vernehmung Ende November sagte er, er habe einen Bekannten, dem er einen Anschlag zutraue.

    Die Aussagen gegen den V-Mann könnten jedoch auch ein Versuch der Irreführung gewesen sein. Womöglich habe Dasbar W. erkannt, dass dieser ein V-Mann sei und dann versucht, den Verdacht von sich abzulenken. Weitere Ermittlungen sollen nun Klarheit in dem Fall schaffen.

    Mal wieder ein V-Mann … Steuerung

    Lothar Harold Schulte – Der Anschlag

    https://dieoesterreicher.wordpress.com/2013/03/04/zionistische-scharaden/

    1. http://nhzzs.blogspot.de/2007/02/braunes-mossad-maerchen.html

      01 Februar 2007
      Braunes Mossad Maerchen
      Mossad Moellemann, Michel Friedman … Das erstaunliche ist natuerlich, dass SYNTHETISCHER TERROR der Geheimdienste (Siehe Daniele Ganser: Gladio) tatsaechlich Realitaet ist!!

      Der Anschlag oder die verdeckte Sichtweise der Dinge

      Schon mein Leben begann mit meiner Geburt am 9.11.1953 in Singapur, auf der südlichen Erdhalbkugel, für einen Europäer seitenverkehrt: als „Sommerskorpion“.

      Bis zu meinem 12.Lebensjahr wuchs ich bedingt durch die Tätigkeit meines Vaters als Auslandsbaudirektor einer großen Baufirma in der Nähe von großen Bauvorhaben im malaysischen Dschungel auf.

      Das Gefühl der Angst ist mir aus dieser Zeit bis heute unbekannt geblieben Wilde, giftige und gefährliche Tiere des Dschungel ,vor denen sich der normale Europäer fürchtet und fernhält, waren mir vertrauter als die abendländische Kultur. Mein „bester Freund“ war in meiner Kindheit ein freilebender malaysischer Bär. Dinge die von anderen Menschen als gefährlich angesehen wurden, waren für mich von Kindesbeinen an erst recht eine Herausforderung.

      Gerade diese scheinbare Grenzenlosigkeit des Dschungels, die eben ganz anderen Gesetzmäßigkeiten unterliegt, wie unsere hochtechnisierte Kultur, prägte mein späteres Leben und die Sichtweise der Dinge in ganz besonderem Maße.

      Stundenlanges sich Zeitnehmen für die Beobachtung von Abläufen und Geschehnissen in meiner Umgebung, standen im krassen Gegensatz zu der gehetzten europäischen Oberflächlichkeit und Unfähigkeit des sich Zeitnehmen Wollens. Entsprechend hart war der Kulturschock bei meiner Ankunft in Deutschland 1965.

      Mit den Sitten und Gebräuchen des Landes nur dem Hören und Sagen nach vertraut, Englisch und Malaysisch besser sprechend als Deutsch, musste ich mich in dieser mir fremden Umgebung zurechtfinden.

      Wegen meiner sensiblen Beobachtungsgabe fielen mir von Anfang an und mit zunehmendem Alter immer stärker, eine Reihe von Missständen auf, die jedoch entweder niemanden zu stören schienen oder die niemand sah oder sehen wollte.

      Lakkeienhaftes Untertanendenken in bezug auf meines Erachtens fundamentale nationale Interessen Deutschlands, politische Orientierungslosigkeit bei der deutschen Frage ,sowie eine allgemeine Polarisierung der Politik auf sowjetische Interessen einerseits und amerikanische Belange andererseits führten sehr schnell dazu, dass ich mich dem rechtsnationalen Lager der NPD zuwandte. 1972 trat ich meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr an. Als Zeitsoldat wurde ich zu den Fallschirmjägern abkommandiert, wo ich neben der normalen Ausbildung noch zum Einzelkämpfer, Scharfschützen und Sprengstoffmeister ausgebildet wurde. In Hamburg lernte ich bei einem dieser Lehrgänge den Leutnant Michael Kühnen kennen, der damals an der Bundeswehruniversität sein Studium zum Stabsoffizier absolvierte.

      Wie ich kam auch er aus dem rechtsnationalen Spektrum und war wie ich, auch wenn wir vom Typ her vollkommen unterschiedlich waren, auf seine Wiese ein unkonventioneller Typ, der sich in keine Schablone pressen ließ. Wahrscheinlich war dies auch der Grund dafür, dass man sich trotz aller Divergenzen, gut verstand und respektierte. Bewundernswert war für mich damals, mit welcher Leichtigkeit der rede – und sprachgewandte Kühnen es verstand politische Gegner an die Wand zu diskutieren und politische Freunde zu motivieren und mitzureißen.

      Auch ich ließ mich von seinem Sendungsbewusstsein begeistern und baute daher mit Kühnen zusammen die NSDAPAO auf, wobei das AO für „Aufbauorganisation“ stand. Wir waren damals beide felsenfest davon überzeugt, dass es nur mit Hilfe einer solchen Organisation möglich sein werde, dass von den ehemaligen Siegermächten geknechtete Deutschland durch den bewaffneten politischen Kampf aus seiner Knechtschaft zu befreien und zu einer eigenverantwortlichen politischen Größe werden zu lassen. Für die dafür erforderliche paramilitärische Ausbildung der einzelnen Mitglieder dieser Organisation kam mir schon damals meine militärische Spezialausbildung sehr zu gute. Mit den von mir ausgebildeten Mitgliedern wurden dann in der Folgezeit politisch motivierte bewaffnete Aktionen durchgeführt.

      Diese Aktionen führten dann dazu, dass ich zusammen mit Michael Kühnen und anderen Mitgliedern 1977 verhaftet wurde und im Jahre 1979 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Celle im sogenannten „Bückeburger Wehrwolfprozess“ als Rädelsführer einer rechtsterroristischen Vereinigung gem. § 129a StGB zu 11 ,5 Jahren Haft verurteilt wurde.

      Meine Haftzeit verbrachte ich im Hochsicherheitstrakt der JVA Celle.

      Hier wurde mir eigentlich zum erstenmal richtig bewusst, dass es in der Bundesrepublik eine scheinbare und doppelbödige Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde gibt. Bezeichnenderweise beschäftigte sich mit meinen Haftbedingungen nicht nur emnesty international, sondern auch der niedersächsische Landtag .Das was der Staat uns vorwarf, praktizierte er nun mit Kühnen, mir und den anderen selbst: eine unmenschliche und damit menschenunwürdige Haltung. Nach Hungerstreik und vielen anderen Erlebnissen wurde ich schließlich nach fast 9 Jahren Haft 1986 vorzeitig, aber nicht nach der sonst üblichen 2/3 Verbüßung mit Bewährungsauflagen entlassen. Wenn ich eins aus meiner Verurteilung und anschließenden Haft an Lehren gezogen habe, so war es die, dass der bewaffnete politische Kampf nicht führenswert ist, da er in der Bevölkerung keinen Rückhalt gefunden hat und auch nicht finden wird. Übrigens eine Erkenntnis die viele der zur gleichen Zeit inhaftierte Mitglieder der linken RAF ebenfalls gemacht haben.

      Allein die politische Sachorientierung kann ein politisches Umdenken und damit eine grundlegende und durchgreifende Veränderung bewirken.

      Aus diesem Grund habe ich mich aus innerer Überzeugung von meiner früheren Auffassung eines bewaffneten politischen Kampfes entschieden abgewandt.

      Seltsamerweise liefen mir seit meiner Haftentlassung jedoch immer wieder mit der Regelmäßigkeit einer ungeliebten Jahreszeit irgendwelche merkwürdigen Figuren über den Weg, die mich mit der einen oder anderen abenteuerlichen Aktion in mein früheres Fahrwasser zu drängen versuchten. In besonderen Maße galt dies in dem von mir seit 1988 betriebenen Sportstudio in der Kölner Süd-Stadt. Hier trainierten zwar auch jede Menge überzeugte Rechte, doch war schon damals auffallend, das auf einen wirklichen Rechten ein getürkter Rechter kam. Bemerkenswert war dies in sofern, als keine dieser dubiosen Gestalten bei näherem nachhaken auch nur im entferntesten tatsächlich dem rechtsextremen Spektrum angehörte oder in sonstiger Weise zuzuordnen war. So sie sich tatsächlich einmal zu erkennen gaben, dass war einmal bei einem Stasi-Mann der Fall, konnte man nur raten, um welchen Geheimdienst es sich wohl handeln mochte. Man kann es auch so ausdrücken : die Glaubwürdigkeit dieser Leute in Bezug auf ihr Ansinnen war so gering, als wenn Mutter Teresa mit einem Mordauftrag auf mich zugekommen wäre. Ich fragte mich damals schon und dies in besonderem Maße nach der Wiedervereinigung, was mein Sportstudio und meine Person für alle möglichen Geheimdienste und Organisationen so interessant machte. Spektakulärster Fall aus dieser Sammlung war ein Mann, der Anfang der 90 er Jahre, übrigens fast zeitgleich mit dem Kölner NPD Funktionär Denis Lindenberg, in meinem Sportstudio auftauchte, um bei mir zu trainieren. Er gab sich als angeblicher Waffenlieferant der rechten Szene zu erkennen und bot mir 6 Stinger Boden- Luft-Raketen an, die ihm angeblich in Bielefeld angeboten worden wären. Damit könnte ich doch ohne weiteres eine vom Flughafen Köln-Bonn startende EL-AL Maschine abschießen.

      Die Frage nach dem Sinn oder Unsinn dieser Aktion stellte ich mir erst gar nicht. Viel mehr interessierte mich die Frage, was diese Figur mit mir bezweckte und für was ich hier herhalten sollte. Es muss wohl nicht erst gesagt werden, dass Stinger Boden-Luft Raketen und dazu noch 6 Stück auf dem Schwarzmarkt praktisch nicht zu bekommen waren.

      Ich meldete den Sachverhalt deswegen umgehend der Kölner Polizei und sieh da, ich hörte von dem ganzen Vorfall auf wundersame Weise nichts mehr. Mit nichts meine ich, dass eine normalerweise zu erfolgende verantwortliche Vernehmung als Zeuge oder Anzeigenerstatter gerade nicht erfolgte. Bei dem im Raume stehenden Vorwurf ein nicht recht nachvollziehbares Verhalten der Ermittlungsbehörden.

      Ein nicht untypischer Verfahrensablauf jedoch dann, wenn es sich bei dem Anstifter um den Mitarbeiter eines deutschen Geheimdienstes oder eines sogenannten befreundeten Dienstes (wie etwa Mossad oder CIA) handelte.

      Es wird dann von den Ermittlungsbehörden offensichtlich alles getan, die Mitarbeiter solcher Dienste in Ausübung ihrer Tätigkeit nicht zu stören. Als ob man von der Strafbarkeit eines agent provocateur noch nie etwas gehört hätte. Allem Anschein nach wird hier mit zweierlei Maß gemessen oder vielleicht besser mit zweierlei Maß weggeschaut. Interessant ist an dieser Stelle eigentlich nur, was mit mir passiert wäre, wenn ich mich auf diesen deal eingelassen hätte und wessen Interessen die Durchführung einer solchen Aktion genützt hätte .Mit größter Wahrscheinlichkeit wäre ich, so ich die Aktion überlebt hätte, als einschlägig Vorbestrafter und unbelehrbar Gestriger für den Rest meines Lebens als hochgefährlicher Straftäter mit Sicherungsverwahrung weggeschlossen worden.

      Mit Sicherheit genützt hätte diese Aktion all denen, denen eine Bedrohungslage durch gewalttätige Rechtsextremisten gerade recht gekommen wäre: den zahlreichen Geheimdiensten, die nach dem Wegfall der Ost-West Konfliktsituation und damit auch dem Ende der RAF Ära eine Daseinsberechtigung für ihr Vorhandensein suchten. Man denke nur an das Schlagwort einer „Braunen RAF“ ,das zu jener Zeit kursierte . Mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass es eine solche Gruppierung in Wirklichkeit nie gegeben hat. Man sah sich offenbar mit dem Problem einer “ zu brav gewordenen Gesellschaft“ konfrontiert, in der die überdimensionierten Geheimdienstapparate wie prähistorische Überbleibsel aus einer längst überkommenen Zeit wirkten.Was lag also im Grunde genommen näher als die eigene Daseinsberechtigung durch den Aufbau von eben solchen Gruppierungen und das Anschieben von Straftaten abzusichern? Der Geheimdienst sozusagen als Selbstzweck. Diese These wird leider durch folgenden Sachverhalt mehr als erhärtet. Etwa Anfang Dezember 1999, mich hatte es zwischenzeitlich nach einem geschäftlichen Rückschlag an den Niederrhein verschlagen, meldete sich der oben bereits erwähnte NPD Funktionär Denis Lindenberg aus Köln telefonisch in dem Fußballvereinslokal Victoria Goch, in dem ich damals arbeitete. Ich wunderte mich damals schon, woher Denis Lindenberg, von dem ich jahrelang nichts mehr gehört oder gesehen habe, wusste, dass ich dort arbeitete und noch mehr, woher er die Telefonnummer, die weder in der Auskunft stand, noch dazu auf einen Norbert Claasen lief und auch in meinem Freundes und Verwandtenkreis niemandem bekannt war, hatte. Allerdings muss ich sagen, dass Lindenberg merkwürdigerweise immer schon über andere jede Menge wusste, während von ihm eigentlich recht wenig bekannt war.

      Er lud mich zur NPD Weihnachtsfeier nach Köln ein, um sich mit mir über eine Sache zu unterhalten, die er telefonisch nicht besprechen wollte. Auf der Weihnachtsfeier, die in einem Lokal in Köln Kalk abgehalten wurde, eröffnete mir Denis Lindenberg erstaunliches: er finanziere und unterhalte in der Kreisstadt Wurzen bei Leipzig für den Befreiungskampf eine Skinhead Truppe.

      Ich konnte es zunächst überhaupt nicht glauben: da soll ein frühpensionierter ,angeblich schwerkranker, ehemaliger Rechnungsbeamter einer Berufsgenossenschaft, eine Buchhalterseele schlechthin, einen Haufen von hirnlosen, saufenden und randalierenden Glatzköpfen unterhalten? Ich hatte bis dahin in meinem Leben ja schon von vielen Kuriositäten gehört, aber diese schlug allem den Boden aus.

      Bemerkenswert war ja für sich schon, das ein Landesbeamter, immerhin Amtmann, so ohne weiteres als NPD Funktionär in Köln agieren konnte. Sollte dieser Mann für eine vordergründig vollkommen blödsinnige Sache tatsächlich seine Beamtenpension riskieren? Ich konnte es mir bei dem Sicherheitsdenken und der Versorgungsmentalität von Denis Lindenberg nicht vorstellen. Die Krönung vom ganzen war jedoch, das er mir nunmehr eröffnete, er habe mich auf Grund meiner Vergangenheit dazu auserwählt, diesen wirren Haufen einer straffen militärischen Ausbildung zu unterziehen. Kosten spielten dabei keine rolle. Abenteuerlich !

      Wollte mir dieser biedere Rechnungsbeamte tatsächlich weis machen, dass er nicht nur zu einem hochkriminellen Akt anstiften wollte, sondern darüber hinaus noch über anscheinend unbegrenzte Finanzmittel verfügte, um die ganze Sache in die Realität umzusetzen? Kaum zu glauben. Wohnt Lindenberg doch mit seiner Frau Angela in einer recht schlichten Eigentumswohnung im unterdurchschnittlichen Kölner Vorort Höhenberg. Weder hatte er geerbt, noch kommt er aus einer wohlhabenden Familie und erst recht nicht hat er mit seiner Beamtenpension des gehobenen Dienstes ein Einkommen, welches die Finanzierung eines solchen Vorhabens rechtfertigen könnte. Irgendwie muss Lindenberg gespürt haben, dass ich ihm das ganze nicht abnehmen wollte. Er schlug mir deshalb vor, mit ihm zusammen irgendwann Anfang Januar 2000 nach Wurzen zu fahren ,um mir selbst ein Bild zu machen. Als ich die Weihnachtsfeier verließ, ging ich ehrlich gesagt nicht davon aus, dass es zu der gemeinsamen Fahrt nach Wurzen kommen sollte ; zu unwahrscheinlich erschien mir das ganze. Ich hatte die Angelegenheit schon fast wieder vergessen, als Denis Lindenberg mich zu meiner Überraschung tatsächlich Anfang Januar anrief und wir für das kommende Wochenende eine Fahrt nach Wurzen vereinbarten. Sollte doch etwas an der Sache dran sein? Wir verabredeten uns dahingehend, dass ich mit meinem Wagen am Freitagabend vom Niederrhein nach Köln zu Lindenbergs Domizil fahren und dort übernachten sollte, um am nächsten Morgen gemeinsam mit Angela und Denis Lindenberg die Reise nach Wurzen zu unternehmen. Die erste Überraschung kam auf mich zu, als ich bei Lindenbergs Wohnadresse, einem sechsstöckigen Wohnhaus in der Gleiwitzer Str. 17 in Köln — Höhenberg, am Freitagabend vor der Tür stand und den Namen Lindenberg auf der Klingeltafel nirgends ausfindig machen konnte. Ich rief Denis Lindenberg daher über mein Handy an und fragte ihn, ob ich die Adresse vielleicht falsch verstanden haben könnte. Er lachte und antwortete mir dann lapidar, ich solle nur bei “ Fischer “ klingeln. Tatsächlich existierte ein “ Fischer “ im fünfte Stock des Hauses.

      Dort klingelte ich und zu meiner Verwunderung meldete sich über die Gegensprechanlage tatsächlich Denis Lindenberg und drückte mir die Eingangstür auf. Ich wunderte mich schon, wieso ein Mann wie Lindenberg sich derart konspirativ verhält, wo man sich nach außen doch über alle Maßen spießig gibt. Es passte einfach wieder nicht zu der gesamten Erscheinung dieses Mannes sich so zu verhalten. Ob Lindenberg tatsächlich unter dieser Adresse wohnen sollte? Mir kamen da erhebliche Bedenken. An der Wohnungstür zu Lindenbergs Wohnung – oder wessen Wohnung auch immer – kam die nächste Überraschung. Die Wohnung wurde durch eine teure und für die Wohngegend auffallende einbruchshemmende Tür inklusive einer von außen über Code zu bedienenden Alarm- und Sicherungsanlage geschützt.

      Ich fragte mich sofort, was mich in der Wohnung an derartig schützenwertem erwarten sollte. Um es vorweg zusagen: ich konnte vordergründig nichts in der Wohnung feststellen, was diesen Aufwand rechtfertigen sollte. Es handelte sich um eine spießig eingerichtete Wohnung, die von ihrem Ambiente ohne weiteres zu Lindenbergs Gesamterscheinungsbild passte . Nach der Begrüßung fragte ich Denis Lindenberg natürlich sofort, was diese ganzen konspirativen Vorkehrungen für einen Sinn haben sollten.

      Er begründete dies mit einer Gefährdung seiner Person durch Aktionen der Antifa Leute (Anm. linkes Bündnis gegen Rechts ) Ich musste schmunzeln. Total unglaubwürdig erschien mir diese Antwort. Ich habe bis dahin keinen NPD Funktionär und erst recht nicht der zweiten Garnitur wie Lindenberg, kennen gelernt, der sich derartig verhält. Nach einem kurzen allgemeinen Gespräch legte man sich schließlich schlafen, um am nächsten Morgen in aller Frühe die Reise nach Wurzen anzutreten. Ich verfiel in einen unruhigen Schlaf. Ein Gedanke ging mir einfach nicht aus dem Kopf: was sollte hier kaschiert und geschützt werden? Sollte Lindenberg vielleicht jemand anderer sein, als er zu sein vorgab? Es wäre jedenfalls eine plausible Erklärung gewesen für die Ungereimtheiten.

      Mit diesen bohrenden Gedanken im Kopf machte ich mich dann zusammen mit Angela und Denis Lindenberg gegen 7 Uhr auf den Weg nach Wurzen. Es folgte vor Fahrtbeginn eine weitere Überraschung, die meine Zweifel nur noch verstärkte: Man fuhr mit einem nagelneuen dunkelblauen 3 er BMW mit Kölner Kennzeichen. Denis erklärte mir wiederum nur lapidar, sein Wagen wäre zur Inspektion in der Werkstatt und er habe daher einen Mietwagen genommen. Merkwürdig daran war für mich, dass Lindenberg, der als Pfennigfuchser bekannt ist, diese Mehrkosten nicht scheute, wo man die Inspektion seines eigenen Wagens doch so hätte legen können, das dieser für die Fahrt zur Verfügung gestanden hätte.

      Ich hatte einfach nur den Eindruck, das Lindenberg nicht mit einem auf seinen Namen zugelassenen Auto nach Wurzen fahren wollte, um seine Anwesenheit in Wurzen zu verschleiern. Auf der Fahrt nach Wurzen schwankte ich abwechselnd zwischen latentem Misstrauen und Mitleid Lindenberg gegenüber.Lindenberg erzählte mir nämlich, er könne wegen einer schweren Nervenerkrankung ,die auch zu seiner Frühpensionierung geführt habe, nicht mehr Auto fahren, da diese Krankheit in Schüben unkontrolliert auftreten würde. Aus diesem Grund wurde der Wagen auch von Angela Lindenberg gefahren .Denis erzählte mir weiterhin, dass seine Krankheit bereits soweit fortgeschritten wäre, dass er nicht mehr lange zu leben hätte. Merkwürdig ! Das ganze stand in einem inneren Widerspruch. Auf der einen Seite nicht in der Lage ein Fahrzeug zu führen und auf der anderen Seite aber doch so vital um eine so nervenaufreibende Aktion durchzuziehen. Ich fragte ihn daher ob die Sache in wurzen für ihn nervlich denn nicht viel zu aufreibend wäre.

      Lindenberg antwortete mir zu meinem Erstaunen, dass die Wurzener Sache für ihn geradezu ein Sendungsauftrag sei, der ihn allein noch am Leben hielte. In Wurzen sei er seinem Ziel bereits sehr nahe gekommen, was es in ganz Deutschland aufzubauen gelte: eine befreite nationale Zone. Ich konnte die Ankunft in Wurzen eigentlich kaum noch abwarten, um selbst zu sehen ,was Lindenberg dort wirklich bewirkt hatte.

      Mich überraschte jedenfalls schon jetzt die Radikalität seiner Äußerungen, die weder ich noch sonst jemand aus der Kölner NPD Szene bei ihm bislang wahrgenommen hat. Mir schien es so, als ob sich in der Person Lindenberg mit Fortschreiten der Fahrt eine sukzessive Wandlung vollziehen würde, an deren Ende eine vollkommen andere Persönlichkeit stehen sollte: vom Biedermann zum Werwolf. Ich stellte mir nun mehr die Frage, wer ist der wahre Lindenberg, welches ist sein wahres Gesicht. Der Biedermann, der Kranke, der Aggressive oder mehr noch ? Nach langer Fahrt erreicht man schließlich die Kreisstadt Wurzen, ein auf den ersten Blick malerisches und verträumt wirkendes Städtchen an der östlichen Peripherie von Leipzig. Lindenberg eröffnete mir, das sein Mann in Wurzen der NPD Stadtrat und Kreisvorsitzende der NPD im Muldentalkreis Markus Müller sei. Markus Müller sei eine Art Stellvertreter von ihm, der seinen Weisungen wortgetreu Folge leiste und das ganze vor Ort in seinem Sinne koordiniere. Bei mir entstand der Eindruck, dass es sich bei Markus Müller um einen Vasallen handeln musste, der vollkommen von Lindenberg abhängig war und auch gesteuert wurde . Bevor mir Markus Müller vorgestellt werden konnte, bezogen wir zunächst im Haus von Müllers Stiefvater und seiner Mutter Quartier, um uns dann in das von Müller bewohnte Haus zu begeben. Müller bewohnte zusammen mit seiner Freundin die gesamte erste Etage einer großen, aber heruntergekommenen Stadtvilla, welche bis vor kurzem, die Werbetafeln deuteten darauf hin, noch als China Restaurant gedient haben musste. Markus Müller, ein Mann Ende 20 machte auf mich einen lebendigen und redegewandten Eindruck. Durch sein gesamtes Outfit ,wie Springerstiefel, Tarnjacke, Kurzhaarschnitt und Kampfhund war er unschwer der Skinhead Szene zuzuordnen. Lindenberg übergab ihm nach der Begrüßung ein Geldbündel mit schätzungsweise DM 5.000,-, um die Szene zu finanzieren . Merkwürdigerweise ließ sich Lindenberg die Summe, die ja offensichtlich einem vollkommen subversiven Zweck dienen sollte, von Markus Müller quittieren. Lindenbergs Buchhaltermentalität stand hier wieder im krassen Gegensatz zu der Situation. Wofür alles in der Welt brauchte Lindenberg hier eine Quittung? Wohl kaum, um die Summe steuerlich abzuschreiben. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass Lindenberg sich nur deshalb eine Quittung geben ließ, weil er sich seinerseits anderen gegenüber für den Verbleib des Geldes rechtfertigen musste, es sich also nicht um sein eigenes Geld handeln konnte.

      Auf Anweisung von Denis Lindenberg zeigte mir Markus Müller dann das gesamte Anwesen einschließlich der für mich im 2.Stock reservierten Wohnung. So schnell hatte man also eine neue Bleibe! Ich wurde das Gefühl nicht los, dass etwas über meinen Kopf hinweg entschieden zu werden schien . Bei mir blieb jedenfalls ein fader Geschmack zurück.

      Lindenberg eröffnete mir dann, dass man sich gleich mit dem Eigentümer der Immobilie treffen werde, um über deren Ankauf zu verhandeln, allerdings nur dann ,wenn ich nach Wurzen ziehen würde um den Sauhaufen um Müller paramilitärisch auszubilden. Müllers Part sollte die politische Ausrichtung des Haufens sein. Mich erinnerte die ganze Situation in paradoxer Weise an Michael Kühnen, nur mit dem Unterschied, dass wir damals keinen generösen Spender wie Lindenberg hatten. Mir ging das ganze auf eine gefährliche Weise zu schnell. Ich hatte das Gefühl, als ob ich in eine vorbereitete Situation eingebaut werden sollte, die nicht ich ,sondern mir unbekannte Kräfte kontrollierten. Mein Unterbewusstsein sagte mir, dass hier irgendetwas nicht stimmte und ich von der Situation überfahren werden sollte. Wie konnte Lindenberg nur annehmen, dass ich mich einfach so auf eine riskante Geschichte einlassen würde? Wen kannte ich denn von den Figuren? Lindenberg konnte ich wegen der vielen Ungereimtheiten und Widersprüchlichkeiten immer schwerer einordnen und Müller habe ich vor 15 Minuten das erste Mal gesehen. Ich wurde den Eindruck nicht los, das die gesamte Situation von Kräften, die im dunklen lagen, fremdmanipuliert wurde.

      In der Kölner NPD wusste offenbar niemand etwas von Lindenbergs Aktivitäten in Wurzen. Wer waren dann aber die Leute hinter Lindenberg, denen er offenbar durch Vorlage von Quittungen Rechenschaft ablegen musste? Woher sollte bitte schön das Geld für die geplante Anschaffung der Immobilie hier in Wurzen stammen? Immerhin reden wir hier nicht über kleine Geldbeträge, sondern über zig hunderttausende Mark. Am liebsten wäre mir zum jetzigen Zeitpunkt bereits gewesen, ich hätte nie etwas von dem gesamten Vorhaben gehört. Ich überlegte nur noch, wie man nunmehr am elegantesten den Ausstieg aus diesem unkalkulierbaren Abenteuer finden konnte, ohne das Gesicht zu verlieren. Ich entschloss mich daher, Lindenbergs Vorhaben wo es nur ging kaputt zu reden.

      Auf gut Deutsch: alles Scheiße!

      Die erste Möglichkeit die sich dazu bot, waren die Verkaufsverhandlungen mit dem Eigentümer, der gleich eintreffen sollte. Wie kann man denn eine solche heruntergekommene Bruchbude nur kaufen, sollte meine Generallinie sein. Der Eigentümer war, wie mir Lindenberg erzählte, ein DVU (Anm. Deutsch Volks Union) oder DSU (Deutsche Sozial Union) Mann aus dem Muldentalkreis. Lindenberg sagte mir, dass der Mann sich finanziell vollkommen übernommen habe und daher zu großen preislichen Zugeständnissen bereit wäre. Mist! dachte ich bei mir. Das erschwerte ja nur meine Absicht den Kauf der Immobilie madig zu reden. Gott sei Dank gab mir dann Lindenberg doch noch eine Steilvorlage für den Einstieg in den Ausstieg: der untere Teil der Immobilie und ein Anbau sollten als Unterkünfte für die von mir auszubildenden Skinheads dienen. Sagenhaft! Lag doch diese Immobilie mitten in Wurzen. Wollte Lindenberg mir tatsächlich weis machen, dass man die paramilitärische Ausbildung zum Teil mitten in der Öffentlichkeit durchführen sollte? Warum nicht gleich gegenüber der Polizeistation? Ich sagte ihm daher, dass ich den Standort für den Zweck als denkbar ungeeignet hielte. Lindenberg meinte daraufhin allen Ernstes, „man habe in der Stadt alles fest im Griff .Dies gelte auch und insbesondere für die Polizei, zu der man einen sehr guten Draht habe. Ich könne mir hiervon heute Abend noch einen bleibenden Eindruck verschaffen. Ich konnte mir zwar nicht recht vorstellen wie dieser bleibende Eindruck aussehen sollte, meine Neugierde war aber geweckt. Entweder war Lindenberg ein Großmaul oder aber…… ja was nur? Die Person wurde für mich immer mehr zu einem Buch mit sieben Siegeln. Als der Eigentümer eintraf, unterhielten wir uns ca. 1 Stunde über die Vor- und Nachteile der Immobilie und vertagten uns dann schließlich auf ein weiteres Treffen. Wir verabschiedeten uns dann von Markus Müller und gingen zu

      Fuß zu Müllers Eltern zurück, wo wir zu Abend aßen. Auf dem Fußweg zurück eröffnete er mir dann, dass ich nach dem Abendessen von Kameraden abgeholt werden würde, die mir einige interessante Dinge zeigen würden. Er würde gerne selbst mitkommen, müsste sich jedoch wegen seiner Krankheit ausruhen Lass dich überraschen dachte ich nur bei mir. Nach 20 Uhr wurde ich von 2 Männer, schätzungsweise Mitte 20, ihrem äußeren Habitus nach zu urteilen Skinheads, in einem dunklen VW Golf älterer Bauart an einem vorher festgelegten Treffpunkt auf der Straße abgeholt. Ich wurde zu meinem Erstaunen als der große Zampano und Urgestein der Bewegung begrüßt. Die Leute wussten also offenbar über meine Vergangenheit bestens Bescheid, während ich von ihnen nichts wusste, außer irgendwelchen nichtssagenden Vornamen, die man nach 10 Minuten sowieso wieder vergessen hatte. Wieder beschlich mich das ungute Gefühl, dass ich in eine bereits vorfabrizierte Situation eingebaut werden sollte, von der ich immer noch so gut wie keinen Überblick hatte. Mit einem Affenzahn und laut dröhnender Skin Musik rasten wir aus der Stadt und fuhren über kleine Landstraßen und Feldwege schließlich in ein Waldstück, wo ein zweiter Wagen mit aufgeblendetem Licht, geöffneter Heckklappe und gleichfalls laut dröhnender Musik auf einer kleinen Lichtung stand. Wir stiegen aus und gingen auf das zweite Fahrzeug zu wo wir deren Insassen mit dem Deutschen Gruß grüßten. Im hinteren Teil des zweiten Fahrzeugs, dessen Rücksitzbank umgeklappt war, konnte ich erkennen warum ich hierhin gekarrt worden war: eine illustere Auswahl an Kriegswaffen aller Art: russische AK –M Sturmgewehre ,tschechische Skorpion VZ 61 Maschinenpistolen, Tokarew Selbstladepistolen, Handgranaten, Sprengstoff und Munition Die russischen Bestände hätte man beim Abzug der russischen Streitkräfte günstig erworben, während man die Skorpion Maschinenpistolen aus stasi- Beständen von einem ehemaligen Stasi –Mitarbeiter, der nunmehr zur Bewegung gehöre, erhalten habe. Ganz in der Nähe habe man noch mehr Material gebunkert, dass ausreichend sein sollte für die kriegsmäßige Bewaffnung eines ganzen Zuges von 30 Mann. Könnte die Waffen gerne mal Testschiessen. Super! Jetzt sollte ich schon mitten in einem Wald in Gegenwart von mir vollkommen unbekannten Leuten mit Kriegswaffen rumballern, auf denen sich dann zu allem Überfluss auch noch meine Fingerabdrücke befunden hätten. Man bot mir aus dem Waffenbestand auch noch Waffen zum Kauf an, was ich jedoch dankend ablehnte, mit der Zusage später auf dieses Angebot zurückzukommen .

      Für wie blöd hielt man mich eigentlich oder war es im Muldentalkreis etwa üblich, nachts mit Kriegswaffen rumzuballern? Die Antwort kam, ohne das ich eine Frage gestellt hatte: wir haben hier schon alles im Griff! Markus Müllers leiblicher Vater sorgt schon dafür. Ja wie denn? Der ist bei der Wurzener Polizei und hält schon seine Hand über uns. Das kann doch einfach nicht wahr sein! Den übergeordneten Behörden muss doch seit Jahren bekannt sein, dass hier eine Interessenkollision besteht. Wieso wurde dieser Mann nicht schon längst zu einer anderen Dienststelle versetzt? Will man mir allen Ernstes Glauben machen, dass ein Landesbeamter im Polizeidienst jahrelang seine schützende Hand über seinen Sohn und dessen marodierende Hilfstruppen legt, ohne dass dies zumindest die stillschweigende Billigung der übergeordneten Stellen hat?

      In Wurzen ist noch keinem von uns was passiert. Wir können hier Randale machen wie wir wollen. Wie soll das gehen, fragte ich mich.

      Jeder in der rechten Szene weiß doch, dass einem die geballte Staatsmacht auf die Pelle rückt, sobald man nur irgendwo ein NS-Symbol auf eine Wand pinselt. Ich bekam allmählich den Eindruck, dass Lindenberg mit seiner Behauptung, dass Wurzen einer national befreiten Zone sehr nahe kommt, recht haben könnte. Allerdings bekam ich immer mehr den Eindruck, dass dieser Zustand nicht das eigenständige Werk einiger Glatzköpfe war, sondern auf eine Weise ,die ich zum damaligen Zeitpunkt schwer beschreiben konnte, hoheitlich gewollt war. Irgendwie schienen die Uhren hier anders zu ticken. Die gesamte Situation kam mir total surrealistisch vor. Nicht wie im richtigen Leben . Ich dachte nur , nichts wie weg hier, eh die Polizei dich hier mit dem ganzen Plunder und deiner Vergangenheit erwischt. Wie hätte ich das meiner kleinen Tochter erklären können? Etwa damit: dein Papa war schon immer blöd! Endlich gab es nichts mehr anzuschauen und ich wurde von den zwei Männern mit rasendem Tempo und grölender Skin-Musik zum alten Treffpunkt zurückgebracht. Lindenberg öffnete mir die Haustür und fragte mich direkt nach meinem Eindruck. Ich wollte eigentlich nur von ihm wissen, ob die ganzen Waffen Bestandteil der paramilitärischen Ausbildung sein sollten.

      Darüber wollte er am nächsten Tag mit mir sprechen, da ich in einigen Minuten von Markus Müller abgeholt würde, um den Rest des Haufens kennen zu lernen. Lindenberg konnte nicht mitkommen, da ihm angeblich immer noch nicht gut war. Ich hatte irgendwie den Eindruck, dass er nur einen Grund vorschob, um nicht mitkommen zu müssen. Markus Müller kam dann tatsächlich kurz drauf mit seinem Wagen, um mich abzuholen. Es ging nach Oschatz, einer kleinen Nachbarstadt von Wurzen, wo wir den Rest treffen sollten. Unterwegs stieß bereits ein Teil der Truppe mit ihren Autos an einer Tankstelle, die offensichtlich als Treff diente, zu uns ,so dass wir im Pulk von 4 Wagen weiter fuhren . Treffpunkt in Oschatz war das Szenelokal „Bierklause“, wo fast alle Gäste an diesem Abend ihrer äußeren Erscheinung nach der Skin Szene zu zuordnen waren. Obschon das Lokal brechend voll war, war für uns ein großer runder Tisch für 10 Personen freigehalten worden, so dass ich mit Markus Müller und einigen Auserwählten sofort platz fand. Obwohl die Anwesenden wussten wer ich war, wurde ich der Runde durch Markus Müller vorgestellt. Als erstes habe ich für die Truppe eine Doppelrunde(Anm. großes Bier mit Korn ) bestellt. Mein Gott 120,- DM für eine Runde! Ich war überrascht wie hoch die Bierpreise in diesem Lokal waren. Vollkommenes Westniveau.! Mir stellte sich direkt die Frage, wo diese Glatzköpfe an das Geld kamen, um hier ihren angestauten Frust( fast alle langzeitarbeitslos) im Alkohol zu ertränken. Um es vorweg zu sagen: an diesem Abend war ich für 5 Runden sage und schreibe fast 600,- DM los.! Müller zahlte dann später die Zeche für den Rest . Jetzt war mir klar, dass Müller von Lindenberg die 5.000.- DM tatsächlich für die Unterhaltung der Szene erhalten hat. Doch zurück zum Beginn des Saufgelages. Ich bin den Männern allem Anschein nach als der große Meister der Bewegung, als der „große Lothar Schulte“ avisiert worden. Anders konnte ich es mir jedenfalls nicht erklären, dass ich in dem Lokal laufend Autogramme geben musste.

      Zum wiederholten Male fragte ich mich, als was ich hier bitte schön aufgebaut werden sollte. Für was und für wen sollte ich die Galionsfigur spielen? Ich als der einschlägig vorbestrafte Anführer eines schwerbewaffneten Haufens tumber Hohlköpfe? Wem sollte das dienen?

      Zum damalige Zeitpunkt konnte ich mir die Frage noch nicht beantworten.

      Bemerkenswert war an diesem Abend noch der Umstand, das bei uns am Tisch ein Mann saß, der mir als Polizeibeamter vorgestellt wurde und angeblich vom Dienst suspendiert war, weil er der Bewegung angehörte. Ich habe jedenfalls bis dahin noch keinen Polizisten kennen gelernt, der sich öffentlich zur rechten Szene bekannt hätte. Selbstverständlich mag es den ein oder anderen Polizeibeamten geben, der im stillen mit der rechten Szene sympathisiert. Aber so ? Was man alles glauben sollte! Neben Müllers Vater noch ein Polizist! Einfach zu viel der guten Dinge! Erstaunlich war des weiteren an diesem Abend, dass von den Leuten in der Tischrunde, bis auf Markus Müller, niemand wusste, wer Denis Lindenberg ist. Man sprach von ihm nur als „dem großen Geldonkel aus Köln“ . Denis Lindenberg war also weder namentlich bekannt, noch kannte ihn jemand von Angesicht. Seltsam! Mir wurde jetzt klar, warum Lindenberg nicht mit seinem eigenen Wagen nach Wurzen gefahren war und warum er bei den Treffen vorhin und jetzt nicht anwesend sein wollte. Er wollte offensichtlich die graue Eminenz im Hintergrund bleiben, die niemand kennt .

      Das war wieder der Lindenberg wie wir ihn seit Jahren kannten: nicht in der ersten Reihe stehen, nur nicht auffallen, lieber machen lassen. Konspiratives Verhalten zum Schutze seiner Person um jeden Preis! Ein Hasenfuß wie er im Buche steht. Selbst nicht das geringste Risiko tragen, dafür sind andere gut. Für mich stellte sich jetzt erneut die Frage, warum Lindenberg als pensionierter Landesbeamter trotz allem konspirativem Verhalten das Restrisiko eingeht, seine Bezüge aufs Spiel zu setzen? Vielleicht war es ja so, dass für Lindenberg überhaupt kein Restrisiko bestand, weil er keine Konsequenzen zu befürchten hatte. Aber wie sollte man sich das vorstellen? Möglicherweise so, dass Lindenberg die ganze Aktion im Auftrag einer staatlichen Stelle ausführte oder besser gesagt ausführen ließ. Irgendwie zwar auch ein pervertierter Gedanke, da dass, was Lindenberg hier anleierte, auch staatlichen Stellen nach unseren Gesetzen untersagt wäre. Ja aber eben nur „wäre“.

      Wie wäre es nämlich, wenn man sich faktisch einfach darüber hinwegsetzt? Die Zielrichtung des ganzen konspirativen Verhaltens von Lindenberg ließe sich damit jedenfalls erklären: irgendwelche Spuren zu einem Dienst gerade nicht offenbar werden zu lassen. Undenkbar? Keinesfalls wenn man etwa an den spektakulären Fall des Atomphysikers Traube in den 70 er Jahren denkt. Auch hier wurden von deutschen Diensten aktiv schwere Straftaten begangen, um eine real nicht bestehende Gefährdungslage künstlich aufzubauen. Vor dem Hintergrund des eingangs bereits erwähnten Problems der Daseinsberechtigung von 16 Landesämtern und 1 Bundesamt für Verfassungsschutz kein vollkommen abwegiger Gedanke. Insbesondere vor dem Hintergrund der weitgehend stabilen innenpolitischen Situation im Vergleich zu den 70 er und 80 er Jahren.

      Ist die Mitarbeiterzahl der Dienste deswegen geringer geworden? Nein, sie hat im Gegenteil sogar noch zugenommen.

      Das wäre aber insgesamt nur dann zu rechtfertigen, wenn gleichzeitig auch das Gefahrenpotential gewachsen wäre. Ist es aber gerade nicht, wie oben festgestellt wurde . Vor welchen zusätzlichen Gefahren soll uns dann aber dieses mehr an Mitarbeitern schützen? Vielleicht vor der selbst angeschobenen und maßlos aufgeblasenen Gefahr durch marodierende Skinheads in den neuen Bundesländern? Sollen diese hohlen Glatzköpfe wirklich aus sich heraus in der Lage sein, irgendetwas in Eigenregie zu veranlassen? Wie denn und vor allem von welchem Geld? Für mich war am Ende dieses durchzechten Abends jedenfalls eins klar: ein wirrer und hohler Haufen nützlicher Idioten mit eingebauter Fernsteuerung, die eigentlich nur als negatives Vorzeigeobjekt dem politischem Gegner dienten.

      Überschrift: wollt ihr die??

      Auf der Heimfahrt nach Wurzen interessierte mich jetzt nur noch die Frage, wo Lindenberg meinen Platz in dem ganzen Puzzle sah .

      Am nächsten Morgen nach den Frühstück unternahm Lindenberg mit mir einen langen Spaziergang, um eben diese Frage zu klären. Ob er bei seiner Schilderung der wurzener Verhältnisse in Köln übertrieben habe, begann er das Gespräch. Nein antwortete ich. Mir wäre nach wie vor aber immer noch nicht klar , welche Rolle mir in dem ganzen zukommen sollte. Diese Glatzköpfe zu Willfähigen militärischen Werkzeugen auszubilden könnte es doch wohl allein nicht sein. Er gab mir recht und kam jetzt mit dem eigentlichen Ansinnen heraus: Ich sollte mit der Truppe nach erfolgreicher militärischer Ausbildung einen Anschlag auf Michel Friedmann durchführen. Der muss komplett übergeschnappt sein, war mein erster Gedanke. Ich fragte ihn vorsichtshalber direkt, ob wir auch die gleiche Person meinten: Michel Friedmann vom Zentralrat der Juden in Deutschland ? Ja , genau diese abartige, schmierige Drecksau, antwortete mir Lindenberg. Es folgte eine Hasstirade auf die Juden im allgemeinen und Friedmann im besonderen, wie ich sie bisher noch von niemanden aus dem rechten Lager gehört habe . Ich konnte immer noch nicht glauben, dass Lindenberg es wirklich ernst meinte. Lindenberg schien mein ungläubiges Staunen bemerkt zu haben. Ich bin nicht verrückt wie du vielleicht denkst. Ich habe mir das bereits genau durch den Kopf gehen lassen und weiß, wo bei Friedmann im Personenschutz Sicherheitslücken bestehen und wo man zuschlagen muss. Wahnsinn! Woher wollte dieses Männlein neben mir diese Erkenntnisse haben? Wiederum schien Lindenberg meine Gedanken zu erraten. Er habe von Kameraden aus USA erfahren , dass der Personenschutz von Friedmann bei dessen häufigen Besuchen in New York deutlich geringer sei, als in Deutschland. Außerdem würde dort niemand mit einem Attentat rechnen. Lindenberg wartete noch mit einigen fundierten Insiderkenntnissen über Friedmann auf, die sehr schnell meine Zweifel an der Ernsthaftigkeit des eben Gehörten zerstreuten. Friedmann verkehre in New York in abartigen Sado- Maso Kreisen und sei dort am leichtesten verwundbar. Woher bekommt man alles in der Welt solche Informationen, fragte ich mich. Von amerikanischen Kameraden bestimmt nicht. Welches Interesse sollten die an Michel Friedmann haben, der in den USA vollkommen unbekannt ist? Welche Verbindungen hatte Lindenberg überhaupt in die USA ? Soviel war sicher: Lindenberg meinte es offensichtlich tot ernst mit dem Attentat und ich sollte für ihn der richtige Mann oder besser Idiot sein, der dies verwirklichen sollte.

      Der finanzielle Aspekt der Durchführung spiele keine Rolle. Er habe Geld satt um alles zu bewerkstelligen. War der Mann sich eigentlich im klaren darüber, was eine solche Operation kosten würde? Wie um meinen Gedankengängen vorzugreifen sagte Lindenberg: Wenn du es machst, wird finanziell für dich und deine Familie gesorgt werden. Dafür stehe ich mit meinem Ehrenwort gerade. Wie um dies zu untermauern holte er ein Geldbündel mit 50.000,- DM hervor und sagte, hier nimm, für den aller ersten Anfang. Mein lieber Mann war mein erster Gedanke, nimm das Geld und lass Lindenberg Lindenberg sein. Wie gut hätte ich das Geld nach meinem geschäftlichen Desaster mit zwei Jahrhunderthochwassern gebrauchen können. Damals hat mir ja auch niemand geholfen, als mein Vermögen buchstäblich den Rhein runterfloss. Leider stand damals keine Publicity trächtige Wahl an. Ein letzter Funken von Verstand hielt mich jedoch davor zurück, dass Geld nicht einfach so zu nehmen. Wahrscheinlich lag dies daran ,dass mir Lindenberg irgendwie unheimlich geworden war Mir kam es vor, als ob Lindenberg, der bereits vom Schaaf zum Wolf mutiert war, nunmehr zum Megawolf mutierte. Wer um Gottes Willen war dieser Lindenberg wirklich?

      Ich konnte mich des Eindrucks nicht mehr erwehren, dass bei diesem Mann alles nur tarnende Fassade war, um den wahren Kern zu kaschieren. Bis auf den Umstand, dass die Person die neben mir ging physisch existent war, wusste ich eigentlich, wenn ich ehrlich sein sollte, nichts mit Sicherheit. Für mich war eins klar: nicht mit mir. Ich musste Lindenberg diese Entscheidung jetzt nur noch mit der entsprechenden Verpackung verkaufen. Ich bat daher um Bedenkzeit.

      Lindenberg war ungehalten und sagte ,er habe wegen seiner Krankheit nicht mehr viel Zeit . Die Jungs würden auch schon nur noch auf mich warten. Wenn er nicht so krank wäre, würde er die ganze Sache ja selbst in die Hand nehmen. Quatsch dachte ich bei mir. Was hätte der denn selbst in die Hand nehmen wollen, selbst wenn er gesund gewesen wäre ? Lindenberg fehlten doch alle Voraussetzungen für diese Operation. Im übrigen hatte ich meine Zweifel an dieser obskuren Krankheit, die Lindenberg anscheinend immer dann befiehl, wenn es ihm passend erschien.

      Ich sagte Lindenberg deshalb, ich müsse meinen Umzug nach Wurzen vorher erst noch mit meiner Lebensgefährtin absprechen, mit der ich ja immerhin unsere gemeinsame Tochter Victoria hätte. Ich hatte natürlich niemals vor meiner Lebensgefährtin irgendetwas von diesem verrückten Ansinnen zu erzählen. Die hätte mich, zu Recht, glatt weg für verrückt erklärt.

      Lindenberg akzeptierte dies, bat aber um schnelle Antwort.

      Ich begab mich mit Lindenberg zurück zu dem Haus von Müllers Eltern. Gegen Mittag fuhren wir dann nach Köln zurück und ich fragte mich, ob Lindenbergs Frau Angela, die wieder am Steuer saß, wirklich wusste wer ihr Mann war? Ich hatte die wurzener Geschichte innerlich bereits vollkommen abgehakt ,als wir in Köln ankamen. Für mich war eigentlich vollkommen klar, dass ich für irgendwelche im dunklen liegende Interessen missbraucht werden sollte. Bemerkenswert an der ganzen Angelegenheit war für mich, dass wiederum , wie bei der Operation mit den Stinger Raketen, israelische Belange das Ziel eines Angriffs sein sollten. Selbst zu meiner aktiven Zeit in den 70 er Jahren haben wir um jüdische und israelische Einrichtungen immer einen weiten Bogen gemacht. Sie galten damals für uns als die Dose der Pandora, die man am besten ungeöffnet links liegen lässt, auch und gerade, um dem politischen Gegner diesbezüglich keinerlei Angriffsfläche zu bieten.

      Politisch waren antiisraelische Aktionen deswegen ausdrücklich ausgespart, da man sich durch sie anderenfalls im ewig gestrigen verfangen hätte, ohne das sie irgendeinen politischen Nutzen gebracht hätten.

      Selbst Zweckbündnisse mit palästinensischen Gruppierungen gegen die völkerrechtswidrige Okkupationspolitik Israels gingen wir nicht ein und überließen dieses Feld anderen politischen Gruppierungen. Unser Kampf richtete sich damals ausschließlich auf die Befreiung Deutschlands und die Rückerlangung der vollen Souveränität. Israelische Interessen standen bei dieser Zielsetzung gerade nicht im Weg. Sollte sich an dieser Zielsetzung der politischen Rechten heut zu Tage etwas geändert haben? Ich jedenfalls habe davon nichts wahrnehmen können, so dass für mich Anschläge auf jüdisch-israelische Einrichtungen auch heute von vorne herein suspekt erscheinen. Ein ganz anderes Licht fällt freilich auf die ganze Sache, wenn man sie vor dem Hintergrund des Anfang 2000 in der politischen Öffentlichkeit diskutierten Frage nach einem Parteiverbotsverfahren gegen die NPD sieht. Der Mordanschlag gegen Friedmann wäre einer Selbstauflösung der NPD gleichgekommen und hätte gleichzeitig alle ihre Mitglieder in ein kriminelles Licht getaucht. Lindenbergs Vorhaben als Kamikaze der NPD? Wem hätte der Anschlag also letzten Endes genutzt? Mit Sicherheit nicht denen, die ihn vordergründig ausführen sollten! Ich sagte Lindenberg dann einige Tage später telefonisch ab und ging davon aus, nie wieder etwas von ihm zu hören. Mit letzterem sollte ich mich jedoch tierisch geirrt haben. Um allen Kalamitäten zu entgehen, entschloss ich mich deswegen, den gesamten Vorgang zum Selbstschutz der Polizei mitzuteilen. Der Kreispolizeibehörde Kleve machte ich dann auch bei meiner Rückkehr am nächsten Tag sofort Mitteilung von meinen Erkenntnissen. Einige Tage später suchten mich dann drei Polizeibeamte auf, zwei vom zuständigen Staatsschutz beim Polizeipräsidenten Krefeld und einer von der Kripo Kleve, um mich über die Vorkommnisse in Wurzen zu befragen.

      In einer fast dreistündigen Vernehmung wurde ich zu dem gesamten Komplex befragt. Kurioserweise wurde jedoch kein Protokoll angefertigt und von mir unterschrieben. Es handelte sich somit lediglich um eine informatorische und damit nicht gerichtsverwertbare Befragung. Bei der Mitteilung über einen geplanten Mordanschlag ein kaum nachvollziehbares Verhalten der Ermittlungsbehörden. Zwei bis drei Wochen nach dieser Befragung teilte mir der zuständige Polizeibeamte der Kreispolizeibehörde Kleve auf meine Anfrage mit, dass an der ganzen Sache nichts dran sei. Sollte ich das ganze nur geträumt haben? Was soll`s dachte ich nur. Ich habe mich jedenfalls für alle Fälle abgesichert und ich vergaß das ganze bis, ja bis….. sich Lindenberg im Mai 2000 wieder bei mir telefonisch meldetet und mitteilte, dass man sich morgen treffen könne, um eine wichtige Angelegenheit zu besprechen, da er gerade am Niederrhein etwas zu erledigen habe. Nicht schon wieder, war mein erster Gedanke, den bekommst du einfach nicht mehr von der Backe! Was soll`s dachte ich mir: Die Ermittlungen der Polizei hatten ja nichts ergeben und zu verlieren hatte ich ja somit nichts. Sollte er ruhig kommen. Ich sagte ihm, er solle nach Kleve — Rindern kommen, wo ich damals bei der Mutter meiner Lebensgefährtin Unterschlupf gefunden hatte. Denis Lindenberg wollte dann am nächsten Tag um 14 Uhr mit Angela dort erscheinen. Der Rattenfänger oder wie man Abhängigkeiten schafft

      Pünktlich um 14 Uhr erschienen Angela und Denis Lindenberg am nächsten Tag in Kleve. Angela hatte Kuchen mitgebracht. Lieber Himmel, wer soll denn den ganzen Kuchen essen? Kommen etwa noch mehr Leute ,war mein erster Gedanke. Es kam niemand sonst und wir blieben unter uns. Small Talk war angesagt. Grässlich, wo mich doch nur interessierte was Denis mir an wichtigen Neuigkeiten mitteilen wollte. Fast zwei Stunden wurde ich auf die Folter gespannt, dann wollte Lindenberg einen Spaziergang durchs Dorf mit mir unternehmen .Endlich ,dachte ich erleichtert nach dem ganzen nichtssagenden Blabla. Lindenberg kam dann auch recht schnell auf den Punkt: ob ich mich nicht wieder selbstständig machen möchte? Wie er das meinte, wollte ich wissen. Er hätte momentan einige hunderttausend Mark, die er anlegen wolle. An was er denn da konkret gedacht hätte? An ein Gastronomieobjekt, am besten mit Hotel, antwortete er mir. Wieso mit Hotel, dachte ich mir. Ein Hotel hatte ich nämlich noch nie in meinem Leben betrieben.

      Die Antwort ließ nicht auf sich warten: Angela betreibe ja in Köln ein eigenes Reiseunternehmen und da wäre ein eigenes Hotel doch die ideale Ergänzung. Das war mir zwar alles neu, was ich da vernahm, aber

      hörte sich nicht schlecht an, jedenfalls nicht so eine abgedrehte Sache wie das letzte Mal. Mein Misstrauen Lindenberg gegenüber wandelte sich allmählich in eine rein kaufmännische Neugier. Zumal ich mich nach den katastrophalen Jahrhunderthochwassern 1993/94 und 1995 in Köln, bei denen ich innerhalb von 14 Monaten zweimal meinen Betrieb in der Altstadt als nicht versicherbaren Totalschaden abschreiben konnte, wirtschaftlich immer noch nicht erholt hatte.

      Ich sagte Denis daher, dass ich aus meiner Kölner Hochwassersache noch eine offene eidesstattliche Versicherung hätte. Das wüsste er und sei für ihn bedeutungslos. Wichtig sei für ihn nur, ob ich den Willen hätte, wieder auf eigenen Füßen stehen zu wollen. Den Willen hätte, mein Gott Lieber jetzt als gleich, dachte ich nur. Kein Problem antwortete ich ihm sofort. In Köln oder Spanien wüsste ich sogar schon einige interessante Objekte. Nein, nein sagte Lindenberg, das Objekt muss schon hier in Kleve sein, am besten nahe der niederländischen Grenze.

      Schade, aber was soll’s, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Besser hier als nirgendwo, war meine Devise. Warum ausgerechnet hier, fragte ich dennoch. Weil der Niederrhein als Tourismusziel noch unterentwickelt sei und in den nächsten Jahren beträchtliche Zuwachsraten verspreche. Stimmt! Dem konnte man nicht widersprechen, dachte ich. Hat Lindenberg vorab das Terrain gründlich sondiert. Ob denn hier in Kleve — Rindern kein Objekt in Betracht komme? Das kann doch nicht wahr sein, wir standen gerade vor der ehemaligen Dorfgaststätte Jansen, die von einer Erbengemeinschaft seit bald zwei Jahren wie Sauerbier zum Verkauf angeboten wurde. Wenn du mich so fragst, wir stehen gerade davor, sagte ich. Großes Grundstück, Anbau mit Kegelbahn, der ohne weiteres in einen Hotelbereich umfunktioniert werden konnte, ja eigentlich alles vorhanden, bis auf…. ja bis auf den miserablen Zustand des Objektes, der bislang potentielle Käufer wahrscheinlich abgeschreckt haben dürfte. So ein glücklicher Zufall sagte Lindenberg, dass nehmen wir. Ja aber man muss doch erst mal schauen, ob sich das ganze vom erforderlichen Aufwand überhaupt rechnet, warf ich nur noch ein. Das rechnet sich schon, sagte Lindenberg.

      Merkwürdig dachte ich nur bei mir, woher will er das denn überhaupt wissen. Weder wusste man etwas über den Zustand der Bausubstanz, noch wusste man, welche Auflagen für eine Konzessionierung erfüllt werden mussten und und…. Ist ja nicht mein Geld, sagte ich mir. Lindenberg war auf einmal nicht mehr von diesem Objekt weg zukriegen . Ich sollte doch schnellst möglich herausfinden wer die Eigentümer sind, um mit denen direkt in Kaufverhandlungen treten zu können. Du lieber Himmel legt dieser Mann auf ein mal eine Hast an den Tag. Lindenberg wechselte auf einmal das Gesprächsthema: Was ist eigentlich mit deiner NPD Parteizugehörigkeit? Ruht die nicht? Mein Misstrauen flammte wieder auf. Kommt jetzt am Ende doch noch der Pferdefuß, fragte ich mich. Ja das stimmt so in etwa, sagte ich ihm. Seit ich 1972 wegen meiner Bundeswehrzugehörigkeit auf Druck des MAD(Anm. Militärischer Abschirmdienst der Bundeswehr) auf Distanz zur NPD gehen musste. Ob meine Parteimitgliedschaft nur ruhte, wie Lindenberg behauptete, oder ob ich komplett ausgetreten war, wusste ich selbst noch nicht einmal. Über die eigenen Belange mehr zu wissen als man selbst, war bei Lindenberg aber bekanntlich nichts sonderbares. Ob ich nicht wieder voll aktives Mitglied sein möchte wie er? Wofür das denn wichtig sei, wollte ich nur wissen. Lindenberg antwortete mir, um meine Solidarität zur Partei und zur Bewegung, wie er, zu zeigen. Schließlich brauche Deutschland jeden national gesinnten Kämpfer, um dieses Schweinesystem, das nur von Verrätern und Juden beherrscht werde, in die Knie zu zwingen .

      Welcher Heldenpathos unter vier Augen !

      Er sei sogar bereit meine ausstehenden Mitgliedsbeiträge seit 1972 bis jetzt nachzuzahlen .Was!? Jetzt will der noch einige tausend Mark ausgeben, nur damit ich als kontinuierliches Mitglied der NPD ausgegeben werden konnte. Das zu einem Zeitpunkt, wo dass NPD Verbotsverfahren beim Bundesverfassungsgericht lief und nicht absehbar war, wie lang die Partei überhaupt noch Bestand haben sollte.

      Was für ein Quatsch!

      Ob das Bedingung für die von ihm angebotene Unterstützung wäre, wollte ich wissen. Nein, natürlich nicht, aber er würde sich sehr darüber freuen, wenn ich mich dazu durchringen könnte. Ich würde es mir überlegen, antwortete ich ihm .Wir begaben uns dann wieder zurück nach Hause zu den anderen. Ich verblieb mit Lindenberg so, dass ich ihn sofort benachrichtigen wollte, sobald ich mit der Gaststätte Jansen

      näheres in Erfahrung gebracht hätte. Lindenbergs verabschiedeten sich und ich blieb mit dem angenehmen Gefühl zurück, von der Vorsehung noch mal eine Chance erhalten zu haben. Wie ich mich freute! Ich Thor ahnte damals ja noch nicht, welches pervertierte Schauspiel auf mich zukommen sollte. Aber zurück zu meiner damaligen Hochstimmung. Ich ermittelte am nächsten Tag sofort die Mitglieder der Erbengemeinschaft. Es handelte sich um drei Schwestern der Familie Jansen, die zu meinem Glück auch noch alle in Rindern lebten, so dass ich sie direkt wegen des zum Verkauf stehenden Gastronomieobjektes ansprechen konnte. Um es vorwegzunehmen: alle drei Schwestern waren sich darin einig, zu verkaufen. Wunderbar dachte ich nur und rief Lindenberg in Köln an, um ihm diese Neuigkeit zu berichten. Er sagte mir ,ich sollte mit den drei Schwestern für das Wochenende einen Besichtigungstermin vereinbaren, zu dem er dann kommen würde.

      Ich habe dann für kommenden Samstag Nachmittag einen Besichtigungstermin fest gemacht. Angela und Denis Lindenberg erschienen pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt. Die Besichtigung der recht großen und geräumigen Immobilie vollzog sich in sagenhaften 20 Minuten. Ich merkte, dass Lindenberg die Immobilie auf jeden Fall kaufen wollte. Auf meinen Einwand, wegen des schlechten Zustandes doch vielleicht besser erst einen Sachverständigen hinzuzuziehen, antwortete er mir nur lapidar: ist nicht erforderlich, ich werde das Objekt so wie besichtigt für dich kaufen, damit du so schnell wie möglich eine Existenz hast. Für mich kaufen? Wie sollte ich das denn verstehen? Meinte er etwa schenken? Ich fragte ihn, aber er sagte nur, dass besprechen wir später noch eingehend, erst mal eins nach dem anderen. Der Kaufpreis sollte 320.000,- DM betragen, wobei Lindenberg bemerkenswerter weise noch nicht ein mal den Versuch unternahm ,diesen zu drücken. Im Gegenteil: er kam den Verkäufern sogar noch soweit entgegen, dass der offizielle Kaufpreis 260.000,- DM betragen sollte und der Rest von 60.000,- DM unter der Hand „schwarz“ gezahlt werden sollte. Merkwürdig dachte ich nur bei mir: wenn der den Käufern 60.000,- DM „schwarz“ zukommen ließ, durfte der Betrag bei Lindenberg ja auch nirgendwo in Erscheinung treten. Im Umkehrschluss hieß das, Lindenberg musste selbst Schwarzgeld in dieser Höhe besitzen. Wie kann aber ein pensionierter Beamter des gehobenen Dienstes einfach so 60.000,-DM in einem „Reptilienfond“ haben. Die alten Zweifel kamen in mir wieder hoch, wie dieser Mann sich finanzierte. Als ob Lindenberg meine Gedanken gelesen hätte, sagte er mir, er habe in den letzten Jahren mit einigen Immobiliengeschäften seinerseits beträchtliche Schwarzgelder angehäuft, die er nun zum Teil ohne Schwierigkeiten weitergeben könne. Na ja dachte ich bei mir, kann ja sein. Lindenberg verblieb mit den Verkäufern dahingehend, dass er sich in Kleve bei einem Notar um einen kurzfristigen Termin bemühen werde .Man verabschiedete sich in bester Laune und ich begab mich mit den Lindenbergs wieder nach Hause . Lindenbergs hatten es offenbar nicht eilig nach Köln zurückzufahren . Wir setzten uns daher alle in den Garten .Ich dachte nur: jetzt beginnt wieder Small Talk und blabla. Diesmal sollte ich mich jedoch geirrt haben. Lindenberg eröffnete nämlich allen Anwesenden, wie sehr er mich wegen meines politischen Befreiungskampfes und meiner bewundernswert durchgestandenen Gesinnungshaft bewundere und wie stolz er darauf sei, mir und meiner Familie in einer schweren Stunde mit einer neuen Existenz auf die Beine helfen zu können. Ich konnte es erst nicht glauben.

      Was kam jetzt auf mich zu? Auf Antwort brauchte ich nicht lange zu warten: Bedingt durch seine schwere Krankheit, die ihm nicht mehr viel Zeit zum Leben lasse, beabsichtige er, mich neben seiner Frau Angela zum Erben zu machen. Wir waren alle tief gerührt und ich wusste das erste mal seit langem nicht ,was ich sagen sollte. Meine Schwiegermutter brach das allgemeine Schweigen und sagte, soviel gute Absicht müsse begossen werden und holte eine Flasche Sekt. Wir stießen dann auf das Gelingen des zukünftigen Geschäftsvorhabens an. Mein Gott, ich sollte mich schämen, vor einigen Monaten hast du dem Mann noch der schlimmsten Verbrechen bezichtigt und nun kommt diese Lichtgestalt auf dich zu und reicht dir die Hand für einen Neuanfang ohne jegliche Sorgen.

      Was hast du nur für ein unbegreifliches Glück!! Ende der Woche hatte Lindenberg dann bereits bei dem Klever Notar Kühnen zusammen mit der Verkäufergemeinschaft einen Termin vereinbart.

      Geht das alles schnell, dachte ich.

      Von Kopfschmerzen zu sorgenfrei innerhalb weniger Tage.

      Traumhaft, aber trotzdem wahr!! Als der Notartermin über die Bühne gegangen war, sagte Lindenberg zu mir, dass wir nunmehr keine Zeit verlieren dürften, das heruntergekommene Objekt in ein Schmuckstück umzuwandeln, welches ich dann als Pächter und Miteigentümer betreiben sollte. Nach Beendigung der Baumaßnahme käme ich als Entlohnung für meine während der Bauphase geleistete Arbeit als Miteigentümer mit einem drittel ins Grundbuch. Mein Part bestünde bis zur Fertigstellung des Betriebes in der Überwachung und Ausführung des Bauvorhabens, während sein Part darin bestünde, die erforderlichen Finanzmittel bereitzustellen. Ob man nicht besser noch einen Architekten einschalten sollte, den man ja ohnehin für die erforderlichen baurechtlichen Genehmigungen benötigen würde, fragte ich vorsichtshalber. Unnötige Kosten antwortete er mir. Wegen des Baugenehmigungsverfahrens sollte ich mir keine Gedanken machen, dass würde er schon erledigen.

      Was mich zum damaligen Zeitpunkt wunderte, war der Umstand ,dass zu keinem Zeitpunkt des gesamten Bauvorhabens ein Kostenplan oder eine vergleichbare betriebswirtschaftliche Berechnung erstellt wurde, die Beauftragung eines Architekten angeblich aus Kostengründen als unnötig betrachtet wurde. Nun dachte ich wieder nur, es ist ja nicht dein Geld. Lindenberg übergab mir die ersten 20.000,- DM, die er sich quittieren ließ ,um zunächst mit der erforderlichen Kernsanierung des gesamten Objekts anzufangen. Welches Unternehmen soll ich mit den erforderlichen Abbrucharbeiten beauftragen, fragte ich. Unternehmen, antwortete Lindenberg. Viel zu teuer. Das musst du schwarz machen lassen. Merkwürdig dachte ich, wie bei Müller damals: man macht etwas verbotenes und lässt es sich dann auch noch dokumentieren.

      Die erforderlichen Abbrucharbeiten wurden daher im Einvernehmen mit Lindenberg durch billige polnische Schwarzarbeiter durchgeführt, die ich in der Gegend anheuerte. Mich störte dabei eigentlich nur, dass die nationale Gesinnung aus Kostengründen sprichwörtlich baden ging. Auf einmal sollte man die verhassten Polen aus Opportunität heraus finanzieren, während deutsche Bauarbeiter Däumchen drehen. Als mir Lindenberg die nächsten 20.000,- DM gab, meinte er, nächste Woche gehe ich mit dir zur Sparkasse Kleve und wir eröffnen ein Konto auf deinen Namen, über welches wir dann die ganzen Materiallieferungen und sonstigen Arbeitsleistungen, die nicht schwarz erbracht werden können, abwickeln . Sollte mir recht sein, dachte ich. Ich fragte ihn allerdings, wie er das bewerkstelligen wollte Vor einigen Monaten hatte mir nämlich die Sparkasse Kleve die Eröffnung eines normalen Girokontos wegen meiner offenen EV abgelehnt. Kein Problem, antwortete Lindenberg vielsagend, ich habe da einen guten Mann bei der Sparkasse. Na ja dann, dachte ich, wird es diesmal wohl klappen. Was diesbezüglich alles klappen sollte, wurden meine kühnsten Vorstellungen bei weitem in den Schatten gestellt.

      Die Eröffnung des Girokontos als Geschäftskonto war nicht einmal der Rede wert erwähnt zu werden, so schnell war dies eingerichtet.

      Wobei eigentlich auch hier schon bemerkenswert war, dass ich zu dem Zeitpunkt ja noch überhaupt kein Geschäft betrieb. Dies war ja frühestens erst nach Fertigstellung der Baumaßnahme und Konzessionierung des Betriebes möglich . Zum Zeitpunkt, als ich mit Lindenberg bei der Sparkasse Kleve erschien, um das Konto zu eröffnen, bestand noch nicht mal eine wie auch immer geartete vertraglich Bindung mit Lindenberg. Offensichtlich reichte es jedoch bei der Sparkasse aus, dass Lindenberg vortrug, ich sollte nach Beendigung der Baumaßnahme der Pächter und Betreiber der zukünftigen Hotelgastronomie werden. Geradezu phantastisch wurde es jedoch ,als man mir zu diesem Girokonto einen Kontokorrent über sage und schreibe 320.000,- DM einräumte und das, obschon man von meiner offenen EV Kenntnis hatte, ein Kostenplan nicht existierte, ganz zu schweigen von einem geschäftlichem Konzept. Es versteht sich fast schon von selbst, dass Lindenberg dafür auch keinerlei Sicherheiten begeben musste Ehrlich gesagt wurde ich von der gesamten Situation total überrollt und fragte mich daher zunächst auch nicht, wofür mir dieser Kontokorrentkredit überhaupt eingeräumt wurde. Erst als wir die Sparkasse wieder verließen, stellte ich Lindenberg diese Frage. Ja zum Ausbau des Hotels natürlich, für was denn sonst ,

      antwortete er mir. Erst langsam wurde mir klar, das ich dann der Schuldner der Sparkasse sein würde und nicht Lindenberg. Als könnte Lindenberg meine Gedanken lesen, sagte er lächelnd, du hast ja als Erbe mein volles Vertrauen und kommst ja auch als Miteigentümer ins Grundbuch. Ich kam mir wieder schäbig und kleinkariert vor, Lindenberg misstraut zu haben. Mein Gott der Mann tut wirklich alles für dich und du machst dir Gedanken warum der Kredit auf deinen Namen läuft. Sieht so deine Dankbarkeit aus? Meine Zweifel waren damit zerstreut und ich ging wieder zu meinem Part der Vereinbarung über ,nämlich das Bauvorhaben zu überwachen. Die nächsten Monate wurden alle anfallenden Materialrechnungen und sonstige Handwerkerrechnungen über dieses Konto beglichen, so dass ungefähr Anfang November 2000 der vorgegebene Kreditrahmen fast aufgebraucht war. Lindenberg gab mir in diesem Zeitraum lediglich das Geld, um die polnischen Schwarzarbeiter zu bezahlen. Als der Kredit bei der Sparkasse schließlich ausgeschöpft war, sagte Lindenberg ,jetzt besorge ich dir noch zusätzliche Gelder über einen Getränkegroßhandel, der dich nachher mit Getränken beliefert. Über die Firma Bacher aus Krefeld besorgte er mir weitere 150.000,-DM an Kreditmitteln, die dem Sparkassenkonto gutgeschrieben wurden, so dass auf diesem Konto wieder ein operativer Spielraum von 150.000,-DM vorhanden war. Um es klar zustellen: Lindenberg vermittelte mir ein Darlehen, bei dem ich alleiniger Darlehensnehmer war. Da die Firma Bacher jedoch, im Gegensatz zur Sparkasse ,einen bestehenden Pachtvertrag verlangte, musste Lindenberg im November 2000 mit mir einen Pachtvertrag über die faktisch noch nicht verpachtbare Hotelgastronomie abschließen. Ich wollte nunmehr aber von Lindenberg auch die mir versprochene grundbuchliche Absicherung bekommen, da ich zwischenzeitlich bereits weit mehr in die Immobilie investiert hatte, als diese ursprünglich gekostet hat. Lindenberg sicherte mir die grundbuchliche Absicherung bis spätestens Ende Dezember 2000 zu.

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  3. Lindenberg sicherte mir die grundbuchliche Absicherung bis spätestens Ende Dezember 2000 zu.

    Ich gab mich mit dieser Antwort zufrieden und verbaute munter weiter das auf meinen Namen gezogene Geld in die Immobilie . Schließlich stand Weihnachten 2000 vor der Tür und ich hatte meine grundbuchliche Absicherung als Miteigentümer immer noch nicht. Ich wurde angesichts der von mir in das Objekt verbauten Mittel in Höhe von gut 400.000,- DM nachdenklich und wollte mich nicht weiter vertrösten lassen. Das alte Misstrauen gegen Lindenberg kam wieder in mir hoch . Ich machte ihm nunmehr klar, dass ohne Grundbucheintragung nichts mehr laufen würde. Lindenberg sagte daraufhin nur lakonisch, was willst du denn überhaupt machen? Du weißt ja welchen Zweck das ganze hier haben soll. Was läuft denn jetzt für ein Programm ab, sagte ich mir. Wovon spricht der überhaupt? Wie um mich aus meiner Unwissenheit zu befreien sagte er dann: du glaubst doch nicht, das dir das ein Mensch abnimmt, dass du hier das ganze Bauvorhaben so konspirativ durchgezogen hättest, wenn du lediglich nur eine Hotelgastronomie betreiben wolltest. Kein normaler Mensch macht so etwas doch ohne die erforderlichen Bauanträge. Ich werde dann einfach nur sagen: ich wusste von dem ganzen nichts und habe mich darauf verlassen ,dass du die beantragst, was du leider ja nicht gemacht hast. Beweis mir mal das Gegenteil !Mich hat hier während der gesamten Bauphase so gut wie kein Mensch gesehen, während du für alle hier im Dorf der Hauptakteur bist. Ich sage dann einfach, dass ich von dir auf schändliche weise hintergangen und betrogen wurde. Gleiches gilt auch für die polnischen Schwarzarbeiter. Wenn man in einem so dünnwandigen Glashaus sitzt wie du, wäre ich an deiner Stelle und mit deiner Vergangenheit, die hier in Kleve bislang niemand kennt, ganz ruhig.

    Ich konnte einfach nicht fassen, was sich für ein Wandel in dem Menschen vollzog. Mit einem letzten Funken an Verstand vergaß ich aber Gott sei Dank nicht, Lindenberg zu fragen ,welchen Zweck das ganze Bauvorhaben seiner Vorstellung nach haben sollte . Jetzt kam Lindenberg mit seinem wahren Vorhaben heraus: er wollte das Objekt dazu missbrauchen, um gesuchten Kameraden Unterschlupf zu gewähren und ich sollte diese dann mit Hilfe niederländischer Kameraden aus Nimwegen über die Grenze in Sicherheit bringen. Des weiteren sollten die Räumlichkeiten als Agitations- und Tagungsstätte für rechte Veranstaltungen herhalten. Weswegen meinst du denn, das ich die unmittelbare Nähe zur niederländischen Grenze gesucht habe? Wusstest du denn nicht, dass jenseits der Grenze, in Arnheim und Nimwegen ,der Schwerpunkt der niederländischen Bewegung liegt? Heller Wahnsinn, dachte ich nur, du wieder mittendrin im ganzen Schlamassel und Lindenberg sitzt in Köln und hat dich vollkommen in der Hand. Ich Volltrottel! Wie kommst du da nur wieder raus?

    Nicht nur, dass meine Schulden nunmehr um 500.000,- DM gewachsen waren, hing ich jetzt auch noch wegen Steuerhinterziehung und weiß der Himmel was sonst in der ganzen Sache drin. Ich kam mir vor, wie gerade in eine vorfabrizierte Situation eingebaut. Der Kerl hat dich tatsächlich an den Eiern. Ich wollte es einfach nicht wahrhaben, dass ich komplett über den Tisch gezogen wurde. Lindenberg ,der meine Gedanken offensichtlich erraten konnte, sagte nur: du siehst, es gibt für dich kein Entrinnen aus der Situation, wenn du nicht das machst, was ich dir vorschreibe. Damit konnte sich meine irische Seele nicht mit abfinden. Es musste noch eine andere Lösung des Problems geben. In meiner Not fiel mir der Name eine Bekannten aus Köln ein: der Jurist Dr. Ralph Wollbrink.

    Diesen Mann, der als Repetitor Jura- und BWL Studenten auf ihr Examen trimmt, hatte ich nach meinem Hochwasserdesaster 1995 leider viel zu spät kennen gelernt. Er machte mich damals auf eine Reihe von prozessualen Versäumnisse meines Rechtsanwaltes aufmerksam, die damals mit für meinen finanziellen Ruin verantwortlich waren. Hätte ich den früher kennen gelernt ,wäre mir das ganze Desaster in Köln mit Sicherheit erspart geblieben und ich wäre nunmehr nicht in dem ganzen Schlammassel, dachte ich bei mir. Mit ihm hatte ich auch nach meinem Wegzug aus Köln einen losen Kontakt aufrechterhalten. Den musst du anrufen! Der weiß bestimmt eine Möglichkeit, hier wieder raus zukommen. Ich rief ihn an und wir verabredeten uns in Köln.

    Ich suchte ihn in seiner Wohnung in der Kölner Südstadt auf und berichtete ihm in kurzen Zügen, in welchen Schwierigkeiten ich mich momentan befand. Da bist du aber einem Betrüger voll auf den Leim gegangen, sagte er. Er riet mir, den gesamten Sachverhalt vorsichtshalber der Polizei mitzuteilen, um nicht noch tiefer in irgendwelche nicht erkennbare Verstrickungen zu geraten.

    Wieder zurück in Kleve, begab ich mich sofort zu dem Polizeibeamten, dem ich vor einigen Monaten die Wurzener Geschichte berichtet hatte und erzählte ihm den aktuellen Sachverhalt. Dieser wurde neugierig und ließ sich die Baustelle in Rindern von mir zeigen. Er riet mir dann, zur Absicherung meiner Forderungen, auf Lindenberg wegen der Grundbucheintragung Druck auszuüben. Als Lindenberg kurz vor Weihnachten wieder nach Kleve- Rindern kam, sagte ich ihm, dass ich ohne die von ihm zugesicherte Eintragung im Grundbuch nichts mehr machen werde. Lindenberg antwortete mir nur, du wirst schon sehen, was du davon hast und wünschte mir, scheinheilig wie er war, ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Er begab sich danach in Winterurlaub. Scheiße, dachte ich nur, der lässt sich so einfach mit nichts beeindrucken. Wie um alles in der Welt bekomme ich diese Kuh nur vom Eis? Über die Feiertage ruhte die Bautätigkeit ohnehin bis Anfang Januar, Zeit für mich, sich auf die kommende Auseinandersetzung mit Lindenberg mental vorzubereiten, dachte ich jedenfalls. Leider hatte ich die Rechnung ohne Lindenberg gemacht. Am 24.Dezember abends gegen 22 Uhr wollte ich mich nach einer Inspektion der Baustelle zu meinem im vollkommen unbeleuchteten Hinterhof abgestellten Wagen begeben, da ich von dort Geräusche vernahm. Als ich den stockfinsteren Anbau der ehemaligen Kegelbahn, der über keinerlei Beleuchtung verfügte, betrat, wurde ich von mehreren unbekannten Personen überfallen und mit Baseball Schlägern oder ähnlichen Schlagwerkzeugen gezielt so zusammengeschlagen ,das an freiliegenden Körperstellen wie Gesicht und Händen keinerlei Verletzungen sichtbar waren. Diese Art des Zusammenschlagens war mir selbst nicht unbekannt. Damit du jetzt etwas zum Nachdenken hast ,denk an deine Frau und deine kleine Tochter, sagte mir eine männliche Stimme und die Figuren verließen den Anbau. Ich war wegen der erlittenen Verletzungen nicht in der Lagen, ihnen nachzusetzen. Die Aktion war für mich unmissverständlich ein Denkzettel, den mir Lindenberg verpassen ließ, um mich mit dem Wohlergehen meiner Familie gefügig zu halten. Als meine Lebensgefährtin die Verletzungen mit Erschrecken sah, erzählte ich ihr zur Beruhigung, ich sei die ungesicherte Bautreppe vom ersten Stock heruntergefallen und alles sähe schlimmer aus, als es in Wirklichkeit sei.

    Verdammt, dass lasse ich mir von niemanden und erst recht nicht von so einem Arsch wie Lindenberg gefallen ,sagte ich zu mir. In dieser Hinsicht kann ich die Mentalität eines indischen Arbeitselefanten an den Tag legen: ich ertrage es, vergesse jedoch nichts……..! Da ich mit dem Wohlergehen meiner Familie bedroht wurde, sah ich von einer Strafanzeige gegen Unbekannt zunächst einmal ab. Dieses Erlebnis hat mir entgültig die Augen geöffnet. Hätte ich nicht bereits soviel Geld in diese Immobilie verbaut, hätte man sich wesentlich leichter aus der ganzen Kloake verabschieden können. Aber so…. musste ich, ob ich wollte oder nicht, in den sauren Apfel beißen und auf die nächste sich bietende Möglichkeit zum Absprung warten .Ich musste Lindenberg in Sicherheit wiegen und ihn glauben lassen, er habe meinen Widerstand gebrochen und alles unter Kontrolle.

    Als Lindenberg Anfang Januar aus dem Winterurlaub zurückkam und kurz darauf in Kleve-Rindern erschien, gingen wir beide stillschweigend zur Tagesordnung über, als sei nichts passiert. Kein Wort fiel über den Vorfall. Der Ausbau ging weiter wie gehabt. Eine mir zustehende Umsatzsteuerrückvergütung über 40.000,- DM wurde gleichfalls in die Immobilie verbaut. Zusätzlich beteiligte sich Lindenberg im April, mit der Eröffnung der Schankwirtschaft, an meinem gerade erst entstandenen Geschäftsbetrieb über eine stille Gesellschaft mit 100.000,- DM, die er sich zu dem noch über eine auf meine Person laufende Lebensversicherung mit ihm als Begünstigten absichern ließ, obwohl es nichts abzusichern gab, da auch diese Gelder in den weiteren Ausbau zum Hotelbetrieb verbaut wurden. Der Sinn oder Unsinn dieser Lebensversicherung führte mir ganz klar vor Augen

    1.Ich wurde immer ärmer, Lindenberg immer reicher.

    2.Meine Abhängigkeit von Lindenberg wuchs mit jedem Tag.

    3.Über die Lebensversicherung hätte er sogar über meinen Tod hinaus einen Profit gemacht.

    So konnte es einfach nicht weitergehen. Ich wurde immer tiefer in eine morastige Sache verstrickt, deren Ende für mich nicht absehbar war. Intuitiv wurde ich das Gefühl einfach nicht los, dass am Ende eine Neuauflage des wurzener Abenteuers stehen sollte. Mir war mit einem Mal klar, wenn ich den Ausstieg jetzt nicht schaffte, würde ich ihn niemals mehr schaffen. Jetzt oder nie lautete daher meine Devise. Im Juni war die Gelegenheit so günstig wie lange nicht mehr. Die Gelder, die Lindenberg über mich in seine Immobilie verbauen ließ, kamen ins stocken, weil der Finanzrahmen ausgeschöpft war und Lindenberg selbst konnte oder wollte kein eigenes Geld aufbringen, da er sich angeblich an der Börse verspekuliert hatte. Mir kam es jedoch unter Abwägung aller bisherigen Ereignisse so vor, dass er nur einen Vorwand suchte, mich in der halbfertigen Hotelimmobilie hochverschuldet und ohne jegliche Perspektive sitzen zu haben, um mich dann um so leichter in eine vorbereitete Schweinerei rein zu pressen, aus der es dann kein Entkommen mehr gäbe. Ich nutzte daher den finanziell bedingten Stillstand der Bauarbeiten Ende Juni dazu, erneut mit Dr. Wollbrink Kontakt aufzunehmen. Er sah als einzig gangbare Lösung den Kauf der Immobilie von Lindenberg durch mich ,verbunden mit einer kompletten Umfinanzierung über eine andere Bank. Geradezu genial dachte ich, wenn nicht…, ja wenn da nicht meine alten Verbindlichkeiten aus der Hochwassergeschichte einer positiven Schufaauskunft im Weg gestanden hätten. Ob deine Schufaauskunft wirklich negativ ist müssen wir zunächst mal feststellen, meinte Ralph. Bei der Häufung an Ungereimtheiten im Zusammenhang mit der bisherigen Finanzierung über meine Person, könne man zum jetzigen Zeitpunkt nicht automatisch von einer negativen Auskunft ausgehen, meinte er.

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