der Kauz

aus dem Kunstmuseum Hamburg

KENNZEICHEN DER ART. Männchen. Kaffebraun; auf jeder Schulterfeder ein weißen unregelmäßiger Flek; Füße bis an die Nägel stark befiedert; 8 3/4 Zoll lang. Weibchen. Kaffebraun; auf dem Scheitel mit vielen kleinen, auf den Schulterfedern großen weißen Flecken; Halsseiten, Unterleib und Gesicht weiß, kaffebraun geflekt.

BESCHREIBUNG. Oberschnabel auf dem Rücken gelblich, an den Seiten schwärzlichgrün; Nasenlöcher rund, am Rande gelblich; Wachshaut schwarzgrau, Nasenlöcher röhrenförmig angeschwollen, am Rande gelblich; Unterschnabel schwärzlichgrün, an der Spitze abwärts ausgeschweift; am Grunde des Schnabels lange in Borsten sich endigende, vorwärts stehende, zerschlissene Federchen, Augenstern schüttgelb; Gesicht mit kaffebraunen, am Grundeweissen, sehr zerschlissenen Federchen; Seiten der Stirn weiß mit braunen Schaftstrichen ; um das Gesicht ein Kreis von kaffebraunen, hie und da klein weißgeflekten, linienförnügen, flachen Federchen; Stirn kaffebraun , mit schmutzig weißen kleinen Fleuchen ; Scheitel, Nacken, Rücken und Schulterfedern kaffebraun, leztere in der Mitte mit einem unregelmäftigen weißen Flecken; die erste Schwungfeder von der Mitte an stark gezähnelt und wie die übrigen dunkelkaffebraun, auf der schmalen Fahne mit kleinen, auf der breiten Fahne mit großem weißen, rundlichen Flecken; Schwanzfedern dunkelkaffebraun, auf der schmalen Fahne mit rundlichen kleinen, auf der breiten Fahne mit eben so vielen großem Flecken, die beiden mittlern Federn mit gleichgroßen weißen Flecken; Unterleib kaffebraun, Brust und Bauch mit großen schmutzigweißen Streifen; untere Dekfedern des Schwanzes schmutzigweiß; Füße bis an die Nägel roströthlichwciß, stark befiedert, mit undeutlichen kleinen rostbraunen Flecken; Nägel krumm, schwarz, an der ersten und dritten Vorderzehe oben rund, an der zweiten fast dreieckig und an der innern Seite mit einem breiten scharfen Rande versehen. Die Flügelspitzen endigen sich einen kleinen Zoll vor der Schwanzspitze.

Männchen. Länge 8 1/3 Zoll; Breite 1 Fuß 7 Zoll

Weibchen. Länge 9 1/2 Zoll; Breite 1 Fuß 9 1/2 Zoll.

Der AUFENTHALT dieser Eule sind die Nadelhölzer. Sie bleibt das ganze Jahr bei uns , und gehört also unter die deutschen Standvögel.

EIGENSCHAFTEN. Sie ist nicht sehr wild und scheu, sondern läßt sich leicht zähmen und dann mit den Händen greifen und tragen. Ueberhaupt hat sie wenig Lebhaftigkeit und lange das stürmende Wesen des Sperlingskauzes (Str. passerina) nicht. Bei Tage ist sie sehr stille. Ihre Stimme guk, guk, guk, guk, guk, die sie manchmal zur Paarungszeit sechs bis acht Minuten lang hören läßt, hat einen flötenartigen Ton, der aber doch durch die öftere Wiederholung unangenehm wird. Ihre NAHRUNG besteht aus Mäusen und Vögeln. Von ihrer FORTPFLANZUNG ist noch nichts bekannt.

NUTZEN stiftet sie durch das Wegfangen der Mäuse, und SCHADEN, weil sie die Schneuße besucht und die in den Schlingen gefangenen Vögel wegfrißt.

JAGD UND FANG. Sie wird mit der Flinte erlegt und zufällig in der Schneuße gefangen.

Anmerkungen. Die Ohröffnung bei dieser Eule ist groß. Man sieht in derselben die Hälfte des Auges, nämlich den halben Stern und die Hälfte der undurchsichtigen Hornhaut unter einer feinen weißen Haut liegen, die mit dem äußern Rande des Ohrs verbunden ist und also die Scheidewand zwischen dem Auge und dem Ohr ausmacht.

Diese Eule ist aller Wahrscheinlichkeit nach eine besondere Art, die sich nicht nur durch die oben angegebenen Merkmale, sondern auch noch durch die Farbenzeichnung des Schwanzes und anderer Teile merklich unterscheidet. Letzterer hat bei der Strix passerina roströtlich weiße Querbänder und außerdem eins eben so gefärbte Schwanzspitze, da im Gegenteil der rauch-füßige Kauz gar keine anders gefärbte Schwanzspitze hat. Das öftere Vorkommen dieses Vogels spricht wohl auch, dünkt mir, für die Gewißheit einer besondern Art.

Siehe auch:
Der Uhu
Der Dorndreher
Die Elster
Der Kernbeisser
Der Gimpel
Die Kohlmeise
Der Turmfalke
Der Grünspecht
Die Dohle
Der Stockfalke
Der Pirol
Das Rotschwänzchen
Die weisse Bachstelze
Die Lachtaube
Der Staar
Der Grünling
Die Mauerschwalbe
Der Kukuck
Die Bisamente
Der Hänfling
Das Rotkehlchen
Die Ringeltaube

2 Gedanken zu „der Kauz

  1. Danke für die Veröffentlichung, Jo.

    Anzumerken sei hier, das dieses Buch „Naturgeschichte der Vögel Deutschlands“ aus dem Jahre 1897 stammt. Damals hat man jeden Vogel gegessen der einem in die Falle oder über die Flinte gelaufen ist! Deswegen gibt es in diesem Buch auch zu fast jedem Vogel eine Geschmacksbeschreibung oder eine Jagdanleitung.

    Man stelle sich heute vor, ich würde Öffentlich schreiben, das ich heute am Abend einen Kuckuck schießen werde und danach essen möchte. Wahrscheinlich würde das MEK sofort bei Stelle sein, ich würde zu fünf Jahren haft verurteilt.
    Damals hat man jeden Vogel gegessen, es war nichts besonderes!

  2. Heute werden bestimmt Vogelarten (die mit Federn) in der BRiD geschützt. Das ist auch gut so! Dann fliegen diese Richtung Süden, also genau entgegengesetzt derer ohne Federn und werden in Italien, Frankreich, Spanien, gefangen geschossen und gegessen! Wir ernähren mit unserem Artenschutz dort das rückständige Volk.
    Zum Ausgleich, das begreift keiner, schützen wir, weil wir nicht wissen was wir tun, die Krähen, Elstern und Eichelhäher, damit diese jedes Vogelgelege was geschützt ist hier plündern können, damit reduzieren wir, weil wir nicht wissen was wir tun, das Nahrungsangebot in diesen Vogelfressenden Ländern und lassen Hunger zu!
    Hier kannst Du nur noch Haareraufend schreiend panisch durch die Gegend rennen!

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