Wladimir Putin im Interview mit Le Figaro: Ukraine, Syrien, Wahlen [deutsche Gesamtübersetzung]

erschienen bei RT

Le Figaro: Guten Tag! Vielen Dank für die Zusage, die Fragen von Le Figaro zu beantworten. Ich danke Ihnen auch dafür, dass Sie uns hier in diesem Ambiente des russischen Kulturzentrums empfangen. Vielen Dank auch dafür, dass sie dem Interview zugesagt haben.

Sie sind hierhergekommen, um eine Ausstellung zu eröffnen, die dem 300. Jahrestag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Frankreich gewidmet ist. Die französisch-russischen Beziehungen hatten ihre Höhen und Tiefen. Wie schätzen sie diese Beziehungen heute ein?

Wladimir Putin: In der Tat, Präsident Macron hat mich zur Eröffnung der Ausstellung eingeladen. Ich muss aber gleich an dieser Stelle sagen, dass sich die Beziehungen zwischen Russland und Frankreich bereits viel länger entfaltet haben und viel tiefere Wurzeln haben. Der Präsident und ich haben dies heute mehrmals erwähnt.

Im 11. Jahrhundert kam Anna, die jüngste Tochter unseres Großfürsten Jaroslaws des Weisen, hierher. Sie heiratete den französischen König Heinrich I., und man nannte sie auch danach: Anna von Russland, Königin Frankreichs. Ihr Sohn Philipp I. gründete zwei europäische Dynastien: das Haus Valois und das Haus Bourbon. Das Letztere regiert bis heute in Spanien.

Deswegen haben wir viel tiefere Wurzeln, obwohl sich die Beziehungen in den letzten 300 Jahren am intensivsten entwickelt haben. Das stimmt. Ich rechne sehr damit, dass die heutige Veranstaltung, die Ausstellung und unsere Verhandlungen mit Präsident Macron diesen Beziehungen einen neuen Impuls verleihen.

Le Figaro: Herr Präsident, was stellt für Sie die Person Peters I. dar, der 1717 in Versailles eingetroffen ist, um die diplomatischen Beziehungen aufzunehmen?

Wladimir Putin: Ich habe heute schon meinem französischen Kollegen und unseren französischen Freunden gesagt, dass Peter I. vor allem ein Reformator und ein Mensch war, der nicht nur stets das Beste und am meisten Zeitgemäße eingeführt hatte. Er war zweifellos ein Patriot seines Landes und kämpfte für Russlands gebührenden Platz in den internationalen Angelegenheiten. In erster Linie aber wandelte er sein eigenes Land um, indem er es moderner, mobiler und zukunftsorientiert machte. Er schaffte dabei vieles, um nicht zu sagen alles.

Er beschäftigte sich mit Wissenschaft, Bildung und Kultur. Er setzte sich auch mit dem Militärwesen und dem Staatsaufbau auseinander. Er hinterließ ein kolossales Erbe, das Russland in der Tat bis heute nützt. Ganz zu schweigen davon, dass er meine Heimatstadt Sankt Petersburg gründete, die über lange Zeit die Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches war.

Le Figaro: Sie haben Ihr Treffen mit Macron im Vorfeld angekündigt. Hatten Sie irgendwelche Erwartungen vor dem ersten Treffen? Sie haben gesagt, man müsse die Etappe des Misstrauens hinter sich lassen. Ist es gelungen, es zu überwinden? Was die Hauptfrage – und zwar die Sanktionen – angeht: Kann man sagen, dass Sie eine gewisse Verständigung erreicht haben?

Wladimir Putin: Bei jedem Treffen, bei jedem Kontakt, bei jeder Veranstaltung auf solcher Ebene, zumal wenn es das erste Treffen und der erste Kontakt ist, gibt es immer Erwartungen. Wenn solche Erwartungen nicht existieren, ist es sinnlos, solche Treffen zu veranstalten.

Natürlich hat es auch diesmal Erwartungen gegeben. Sie waren damit verbunden, dass ich den Standpunkt des vereidigten Präsidenten der Französischen Republik zu der internationalen Tagesordnung, zu der Entwicklung der bilateralen Beziehungen näher, aus erster Quelle erfahren wollte.

Natürlich hat der gewählte Präsident Frankreichs, der sein Amt angetreten hat, seine eigene Sichtweise auf die bilateralen Beziehungen, auf die internationale Politik.

Im Großen und Ganzen ist das meiner Meinung nach eine sehr pragmatische Sichtweise. Wir haben ganz bestimmt Annäherungspunkte, die es möglich machen werden, unsere Positionen einander anzunähern und in Schlüsselbereichen miteinander zusammenzuarbeiten.

Le Figaro: Die Umsetzung der Minsker Abkommens zur Ukraine scheint heute an einem toten Punkt angekommen zu sein. Ist es Ihnen und Präsident Macron gelungen, einen Fortschritt bei der Lösung dieses Konflikts zu erzielen?

Wladimir Putin: Einen Fortschritt bei der Lösung eines jeden Konflikts, auch im Konflikt im Südosten der Ukraine, können vor allem und zuallererst und hauptsächlich nur die Konfliktparteien selbst erreichen.

Der Konflikt im Südosten der Ukraine ist ein binnenländischer und vor allem ein ukrainischer. Er ist nach einer verfassungswidrigen, gewaltsamen Machtergreifung in Kiew im Jahre 2014 entstanden. Das ist die Quelle aller Probleme. Das Wichtigste, was getan werden muss, ist, dass alle Konfliktparteien die innere Kraft zu einer Verständigung finden. Zuvörderst bin ich mir dessen sicher, dass der Ball, wie man sagt, im Feld der offiziellen Kiewer Behörden liegt. Diese müssen sich vor allem und zuallererst darum kümmern, diese Minsker Vereinbarungen zu erfüllen.

Le Figaro: Was wird einen Fortschritt eben in diese Richtung ermöglichen können? Kann Russland eine Initiative einbringen, um endlich einen Waffenstillstand zu gewähren?

Wladimir Putin: Aber wir schlagen das doch schon die ganze Zeit vor! Wir glauben, dass das Wichtigste, was getan werden muss, ist, die Streitkräfte von der Kontaktlinie zu entfernen. Das ist das, womit man anfangen muss. An zwei Stellen sind sie entfernt worden. An einer dritten Stelle gelingt das bisher nicht.

Heute verweisen die ukrainischen Behörden immer darauf, dass dort geschossen wird. Solange aber die Truppen und das schwere Militärgerät nicht zurückgezogen sind, wird gewiss weiterhin geschossen. Man muss das schwere Militärgerät zurückziehen. Das ist das Erste.

Das Zweite, was getan werden muss, ist der Notwendigkeit zu entsprechen, in der politischen Sphäre endlich das vom ukrainischen Parlament verabschiedete Gesetz über den Sonderstatus dieser Territorien in Geltung zu setzen. Denn das Gesetz ist verabschiedet, aber noch nicht in Kraft.

Verabschiedet ist auch ein Amnestie-Gesetz. Der Präsident hat es jedoch nicht unterzeichnet. In den Minsker Abkommen steht, dass man eine soziale und wirtschaftliche Rehabilitierung der Territorien dieser nicht anerkannten Republiken durchführen muss. Statt das zu tun, verhängt man im Gegenteil sogar eine Blockade. Das ist das Problem.

Die Blockade haben in diesem Zusammenhang Radikale verhängt, indem sie Eisenbahngleise versperrten. Der ukrainische Präsident sagte anfangs, er verurteile das und werde Ordnung schaffen. Er versuchte, das zu tun. Das gelang ihm jedoch nicht.

Statt seine Bemühungen fortzusetzen, schloss er sich offiziell dieser ungesetzlichen Maßnahme an, indem er einen Erlass zur Blockade herausgab. Wie kann man unter solchen Umständen über eine Entwicklung hin zum Besseren sprechen? Leider können wir das bisher nicht beobachten.

Le Figaro: Lassen Sie uns vorerst Osteuropa verlassen, um über den Nahen Osten zu sprechen. Vor allem über Syrien. Welche wichtigen Lösungsansätze existieren Ihrer Meinung nach heute, nach Ihrer Militärintervention im September 2015, dafür, damit dieses Land die vielen Jahre des Krieg hinter sich lassen kann?

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Ein Gedanke zu „Wladimir Putin im Interview mit Le Figaro: Ukraine, Syrien, Wahlen [deutsche Gesamtübersetzung]

  1. Die Frage ist doch: Wie kam es zu der Ukraine Krise?
    Weil das fette kriminelle korrupte ukrainische Bonzen Pack russisches Gas schon Jahrelang „abgezweigt“ hat und sich bis heute damit bereichert! Der Sau dumme Deutsche bezahlte, um überhaupt noch Gas zu bekommen, mehrfach die Rechnungen im Voraus!!! Allen im Voraus die Fingernägel fresXXXnde Trulla im Kardinalentscheid, für alle Abnehmer! Mit der inhaftierten kriminellen Timoschenko weinend wegen deren Rückenschmerzen, die in der BRiD wundersam spontan geheilt wurden. Um alles zu vertuschen-den Raub am russischen Eigentum-hat der WeltjXXX mit ordentlich Kohle und Bananen um den Hals einen Bürgerkrieg mitten in Kiew, im Tausch; lass Dich für die korrupte Regierung erschießen, wir beten für Dich, angestachelt! Bis Putin gesagt hat: Aber jetzt reicht`s! Wir machen auf der Krim die demokratischste Wahl die es in Europa je gab! Das hat spontan der „IM“ Ihr Fachwissen über Demokratie und Wahlen überfordert. Sie kräht bis heute: Krim annektiert! Na; SchXXXß egal. Die Nägel kauende aus der Uckermark begann zu reisen, vorzugsweise in einem von D. Steuerzahler finanzierten Fluggerät! Ergebnis: Die BRiD hat in die Ukraine so viel Waffen und Spezialausrüstung geliefert, daß beurlaubte russische Soldaten aber ordentlich was in spezial Einsätzen nach Russland übereignet haben. Dokumentiert wurde das von Sensationslüsternen Toten gierigen Journalisten aus der BRiD. Der nach seinem Aufschrei bis heute am Krampf im Kiefer leidet und sich an nichts erinnert, noch sprechen kann!
    Wem es interessiert; die Trulla plärrt immer „Annektion“ das Wort habe ich in keinem Fremdwörterbuch gefunden!

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