Andrey Siwov, Verteidigungsattache der russischen Botschaft

von Thomas Böttger

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Sehr geehrte Leser,
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letzten Sonnabend hatte ich Gelegenheit, einen Vortrag des Verteidigungsattaches der russischen Botschaft, Andrey Siwov, zu besuchen. Eine Zusammenfassung meiner Eindrücke möchte ich Euch hiermit vorlegen.
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Herr Siwov hat die offizielle Regierungspolitik zu tagespolitischen Entwicklungen dargelegt. Mehrfach hat er betont, wie nah wir an einer militärischen Eskalation mit wahrscheinlicher atomarer Apokalypse stehen. Er hat festgestellt, dass die Bedrohungslage selbst zu Zeiten des kalten Krieges nie so akut, wie heute war. Diese Meinung muss ich leider vollständig teilen.
Aus diesem Grund ist die russische Regierung nach seinen Worten deeskalierend tätig und versucht, einen bewaffneten Konflikt mit der Nato und ihren vertragsangehörigen zu vermeiden.
Diese Deeskalationstaktik ist derzeit eine Einbahnstraße. Die Nato verschärft die Situation täglich, wie jeder aufmerksame Beobachter selbst feststellen kann.
Er hat aber auch betont, das Russland nicht bereit ist, auch nur einen Meter weiter zurückzugehen. Was das für Europa bedeuten kann, sollte jedem klar sein.
Unter diesen Gesichtspunkten sieht die russische Regierung grundsätzlich davon ab, sich in innere Angelegenheiten fremder Staaten einzumischen. Diese Einmischung würde konfliktverschärfend wirken. Der Westen unterhält Nichtregierungsorganisationen in fremden Staaten und inszeniert Farbenrevolutionen. Der Umstand ist Russland bekannt. Man lehnt aber ähnliches Vorgehen für sich ab. Das klingt für oppositionelle hier nicht neu, ist ernüchternd, aber letztlich verständlich.
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Angesprochen auf das Interview von querdenken-tv mit Vladimir Schirinowski wurde gesagt, das es sich bei den gemachten Aussagen um Populismus handelt und nicht um den offiziellen Standpunkt der russischen Regierung. Herr Schirinowski ist nicht Teil der russischen Regierung.
Die von ihm getätigte Aussage, wenn das deutsche Volk um Hilfe bittet, werden wir helfen, ist also entsprechend zu werten.
Es gibt keinerlei Einmischung in innerdeutsche Angelegenheiten. Man ist aber künftig, wie auch in der Vergangenheit an der Zusammenarbeit mit jeder deutschen Regierung interessiert.
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Ich glaube, deshalb muss unser aller Ziel sein, schnellstmöglich eine deutsche Regierung zu bekommen, die sich einen Natoaustritt und dauerhafte Neutralität Deutschlands als wichtigstes Ziel auf die Fahnen geschrieben hat.
Leider ist eine entsprechend schlagkräftige politische Kraft derzeit nirgends sichtbar.
Gleiches gilt für eine bei der Bedrohungslage zu erwartende erstarkende Friedensbewegung. Kurz gesagt, es gibt sie nicht.
Besonders dieser Umstand scheint Herrn Siwow unverständlich zu sein. Wir deutschen wissen aber um die manipulative Kraft und Völkerfeindlichkeit des derzeitigen BRD Regimes und seiner Systemmedien. Herr Siwow wurde von mehreren Zuhörern darauf hingewiesen, das die Regierungshaltung nicht die Meinung der deutschen Bevölkerung wiederspiegelt. Das die hiesigen Medien lügen, ist Herrn Siwow aufgrund falscher Berichterstattung über Russland und seine Regierung allerdings bestens bekannt.
Zur Frage einer friedensvertraglichen Regelung mit Russland wurde gesagt, dass es aus russischer Sicht keine Notwendigkeit zu Neuregelungen gibt und damit alles in Ordnung sei.
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Meine persönliche Meinung ist: Natürlich wissen wir heute, das es mehrere russiche Angebote über die Rückgabe der noch immer fremd verwalteten deutschen Ostgebiete im Gegenzug gegen Blockfreiheit und Neutralität gab. Diese Angebote wurden weder von Adenauer, noch später von Kohl angenommen. Beide Repräsentanten wurden aber vom deutschen Volk gewählt. Kohl seinerzeit mit großer Mehrheit… Wir sind so betrachtet eigentlich selbst schuld, das wir 1990 zwar ein freies Deutschland wollten, aber nur BRD mit Nato bekamen…Auch wenn die Öffentlichkeit darüber getäuscht wurde und bis heute darüber völlig im unklaren ist, sollten wir diesen Fehler nicht immer wieder neu machen.
Die damals vereinbarte Regelung, dass eine Natoosterweiterung nicht stattfinden soll, war offenbar nur eine mündliche Vereinbarung zwischen Michail Gorbatschow und Egon Bahr. Diese Zusicherung wurde von der Nato klar gebrochen, wie wir heute wissen.
Erstaunlich ist, das Russland trotz allem noch immer von westlichen „Partnern“ spricht. Offenbar will man auch so vergeblich deeskalieren. Herr Siwow wurde auf die Rede von George Freeman verwiesen, in der die insgeheim verfolgte Strategie der Nato klar sichtbar wird. Diese Rede war bekannt. (Mai 2015 Chef des privaten Geopolitik-Beratungsinstituts STRATFOR George Friedman „Es ist unsere Aufgabe seit mehr als 100 Jahren das Zusammengehen deutschen Know hows mit russischen Bodenschätzen zu verhindern“).
Schlussfolgerung: Nur ein kollektiver Widerstand der westlichen europäischen Völker über künstliche Ideologie und sogar über Staatsgrenzen hinweg kann noch etwas verändern. Ein Natoaustritt Deutschlands und künftige Neutralität wäre ein Achtungszeichen für andere Länder. Diese Forderung muss doch eigentlich jeder unterschreiben und voranbringen können, der kein Interesse an einer atomaren Auseinandersetzung hat.
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Was wollen wir tun?
Wir müssen es jetzt tun.
Wir müssen eine Vernetzung bilden mit allen, die dazu bereit sind.
Wir müssen eine Querfront durch die gesamte europäische Bevölkerung schaffen.
Wir müssen den Kriegshetzern ihr Lieblingsspielzeug aus den Händen reißen, bevor es endgültig zu spät ist.
Wir wollen ein neutrales, freies Deutschland als Sicherheitsgarant für die Welt.
Wir sind gegen den drohenden letzten großen Krieg, der die gesamte Menschheit vernichten kann.
Wir wollen ein Bollwerk sein, gegen jene, die versuchen diesen Krieg um jeden Preis anzuzetteln.
Diese Forderung kann jeder Mensch mit Gewissen unterschreiben, egal welchen politischen Hintergrund er hat.
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Beste Grüße
Ihr
Thomas Böttger

2 Gedanken zu „Andrey Siwov, Verteidigungsattache der russischen Botschaft

  1. „Wir wollen ein freies Deutschland sein…“
    Der Zug ist abgefahren, wir unterstehen der Feindstaatenklausel und leben ohne Friedensvertrag. Wenn unser Volk wenigstens Einigkeit hätte !!!

  2. Putin hatte die offizielle Regierungslinie ja bereits glasklar zum Ausdruck gebracht…: keine Revision.. weder der Geschichte noch der Gebiete (wörtlich: Büchse der Pandora…)!

    Absage an einen korrekten Friedensvertrag ist also nur die konsequente Ergänzung des Bildes.

    Wer also weiterhin Hoffungen darauf setzt, dass Deutschland seine Souveränität dank Russland zurück erhalten könnte…, wird wohl eine bittere Enttäuschung erleben.

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