Rommel enttäuscht – Trauer in Ludwigsburg

von H.-P. Schröder

derneue

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/daempfer-fuer-ludwigsburger-nazi-jaeger-verfahren-gegen-auschwitz-helfer-eingestellt/-/id=1622/did=17975796/nid=1622/16aowh7/index.html

16. August 2016

„Dämpfer für Ludwigsburger Nazi-Jäger – Verfahren gegen Auschwitz-Helfer eingestellt“

„…Der 90-Jährige kann nach Angaben von Ärzten aus gesundheitlichen Gründen nicht an einer Gerichtsverhandlung teilnehmen….. Das von der Zentralen Stelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg im Dezember 2013 an die Staatsanwaltschaft abgegebene Verfahren sei Ende Juni eingestellt worden. …Eine 92-jährige ehemalige SS-Helferin ist laut einem Gutachten auf Dauer verhandlungsunfähig, teilte das Kieler Landgericht mit. Eine wesentliche Besserung sei auch in Zukunft nicht zu erwarten. Nach Angaben der Gerichtssprecherin haben alle Verfahrensbeteiligten die Möglichkeit, zum Gutachten Stellung zu nehmen.

Die 92-Jährige soll 1944 als Funkerin der Kommandantur in Auschwitz bei der systematischen Ermordung von mehr als 260.000 Juden geholfen haben. Sie soll Kontakt mit dem Hauptquartier gehalten, Nachrichten entgegengenommen und Tagesberichte nach Berlin gesendet haben. …

Gegen einen ehemaligen Wachmann des Vernichtungslagers Majdanek ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main jedoch weiter. Dem 94-Jährigen aus dem Rhein-Main-Gebiet wird ebenfalls Beihilfe zum Mord in mehreren tausend Fällen vorgeworfen, so Niesen. Die Ermittlungen seien im Februar 2015 aufgenommen worden. Die Verhandlungsfähigkeit des Beschuldigten wird derzeit überprüft.

Die Einstellung eines Verfahrens gegen ehemalige SS-Wachmänner wegen Verhandlungsunfähigkeit sei nicht ungewöhnlich, sagte der Leiter der Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen, Jens Rommel, in Ludwigsburg. „Das gehört zu den Risiken, die Verhandlungen im Jahr 2016 mit sich bringen.“

Von 28 Verfahren, die die Zentralstelle im Zusammenhang mit Majdanek an die Staatsanwaltschaften abgegeben habe, seien bis auf drei alle eingestellt worden, weil die Beschuldigten gestorben sind oder verhandlungsunfähig waren. Zu den drei gehört das Frankfurter Verfahren gegen den 94-Jährigen.“

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Lieber Herr Rommel,

Geschichte wird gemacht, das sollten mittlerweile selbst sie als Jurajunior EU-Akademiker begriffen haben. Warum nicht unter offenkundig weiter gespannten Voraussetzungen weiterhin gegen die Verbrecher vorgehen, und die ermittelten Leichen dann ausgraben und im Glassarg ausstellen? Bei Nazitätern ist alles erlaubt, da kommt doch keiner auf die Idee wegen „Störung der Totenruhe“ oder ähnlichen Sentimentalitäten herumzuwinseln, wie in anderen Fällen. Das garantieren die Einzigartigkeit und der Paragraph 130. So manches Scheusal, sogar ein Papst ist darunter, wurde vom Volk wieder ausgebuddelt, so manches Mal mit bloßen Händen, was man durchaus als Gradmesser der jeweiligen Erbitterung betrachten kann, wurde durch die Strassen geschleift, in Stücke gehauen und dann in den nächst greifbaren Fluss geworfen oder zu Asche verbrannt. Manchmal erst Jahrzehnte nach des jeweiligen Scheusales Tod.

Also keine Angst wegen ihres Arbeitsplatzes. Vielleicht ist dann sogar eine Personalaufstockung notwendig und was das Finanzielle angeht, für den guten Zweck findet sich in den Ministerhaushalten von Maizière über Maas bis Schwesig das eine oder andere unter dem Tisch gehaltene z.b.V .Milliönchen.

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Der Rommel im Dez. 2015

http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/stuttgart/neuer-leiter-der-ludwigsburger-zentralstelle-jens-rommel-offiziell-im-amt/-/id=1592/did=16573100/nid=1592/5lfs1i/index.html

„…Seit fünf Wochen ist der 43-Jährige schon im Amt. Er steht einer Behörde vor, die einmal 150 Mitarbeiter hatte. Heute sind es nur noch 19. Viele mutmaßliche Kriegsverbrecher aus der Nazizeit leben heute nicht mehr oder sind über 90 Jahre alt. Trotzdem geht Rommel engagiert an die neue Arbeit. „Der Fall von Oscar Gröning in Lüneburg hat gezeigt, dass Hauptverfahren noch möglich sind.“

Rommel war Oberstaatsanwalt in Ravensburg, arbeitete beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe und bei der Europäischen Union in Brüssel. Dann ereilte ihn der Ruf nach Ludwigsburg ……“

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