Links/Rechts 8.7.16


… „Die Stimmen in Großbritannien waren kaum ausgezählt, als Herr Juncker noch einmal bekräftigte, dass das Handelsabkommen CETA ohne Zustimmung der Mitgliedstaaten in Kraft gesetzt werden soll. Inzwischen hat die Kommission den Mitgliedstaaten zwar großzügig das Recht zur Ratifizierung eingeräumt; allerdings ist das wieder nur ein Täuschungsmanöver, weil sie das Abkommen vorläufig in Kraft setzen will. Ich hätte von der Bundesregierung schon gerne gehört, wie sie zu dieser erneuten Unverschämtheit unserer Brüsseler Antidemokraten steht.

Das ist ja nicht alles. Wenige Tage nach dem Brexit entschied die EU-Kommission, das mutmaßlich krebserregende Pflanzengift Glyphosat für weitere anderthalb Jahre zuzulassen. Das Defizitverfahren gegen Portugal und Spanien soll trotz Krise verschärft werden. Ignoranz gegenüber demokratischen Rechten, Einknicken gegenüber der Wirtschaftslobby und Gleichgültigkeit“ …

YT: Wagenknecht rechnet mit Merkel ab: „Was ist denn das für ein Irrsinn!“

… „Der SPD-Politikerin Ulla Schmidt ist das zu wenig, sie fürchtet einen Dammbruch. „Dann wird das Schritt für Schritt geöffnet und die Forschung an nicht-einwilligungsfähigen Personen genauso behandelt wie an einwilligungsfähigen. Das möchte ich nicht.““ …

ard: Abstimmung im Bundestag verschobenStreit über Arzneitests an Dementen

… „Ich finde es sehr interessant, dass der CIA-Chef das Thema Wettermanipulation so ausführlich vor der CFR vorträgt. Über sogenannte „Chemtrails“ wird schon lange in der Verschwörungsszene ausführlich diskutiert, dabei viel wahres und unwahres verbreitet. Aber wie Brennan aufzeigt, gibt es die Technologie, Partikel in die Atmosphäre zu versprühen, um das Klima zu verändern. Dieser menschliche Eingriff in den natürlichen Kreislauf wird auch noch als gut befunden, dabei steuert die Sonne das Erdklima.“ …

ASR: CIA-Chef bestätigt Aerosolsprühen der Atmosphäre

… „Jung war immer ein glühender Befürworter des Pflichtdienstes. Er lässt durchblicken, dass er einer Wiederbelebung durchaus viel abgewinnen könnte, auch wenn es „natürlich wegen der Strukturveränderungen in den Streitkräften nicht möglich ist, von heute auf morgen die Wehrpflicht wieder einzuführen“. Aber er spüre in der Bevölkerung eine wachsende Bereitschaft, sich dafür einzusetzen: „Mit mir wäre die Wehrpflicht jedenfalls nicht aufgehoben worden.““ …

ard: Bündnis-Gipfel in Warschau NATO soll in Brexit-Bresche springen

… „In der texanischen Großstadt Dallas sind während eines Protestmarsches gegen Polizeigewalt drei Beamte erschossen worden. Dies berichteten US-Medien unter Berufung auf den den Polizeichef von Dallas. Zehn weitere seien verletzt worden, meldete CBS News. Die Polizei gehe von zwei Scharfschützen aus.“ …

ard-EIL: US-Proteste eskalieren: Mindestens drei Polizisten getötet

 

4 Gedanken zu „Links/Rechts 8.7.16

  1. Ich übersetze gerade das Buch „Bagdad und Teheran: politische Betrachtungen und Berichte“, den folgenden Satz aus dem Buchabschnitt „politische-Phantasien“ finde ich äußerst interessant.

    …Vielleicht hören wir nächstens von einem Projekt deutscher Unternehmer, mit Hilfe Zeppelinscher Lenkballons den Mars zu erobern, um dort für das an Uebervölkerung leidende deutsche Vaterland eine neue Kolonie zu gründen. Doch Scherz beiseite; …

    Schon „damals“ war Deutschland überbevölkert! Was ist Deutschland heute???

    http://kunstmuseum-hamburg.de/bagdad-und-teheran-politische-betrachtungen-und-berichte-politische-phantasien/

  2. Als Napoleon und Alexander I. nach Tilsit die Erde untereinander verteilten, forderte der Zar Konstantinopel. „Niemals!“ rief der Korse, ,,das bedeutet ja die Herrschaft der Welt!“ Darüber kam es zum Bruche mit Rußland, zum Brand von Moskau, schließlich zum Sturze des ersten Bonaparte. Auch heute handelt es sich um den Besitz Konstantinopels, um die Eröffnung der Dardanellen. Auch heute handelt es sich um eine Weltfrage.

    …aus: Orient und Weltpolitik

  3. Die Rumänen sind die zäheste Rasse der Erde. Selbst die Kinder Israels nicht ausgenommen. Juden gab es immer, aber die Rumänen waren acht bis neun Jahrhunderte verschwunden. So völlig verschwunden wie gewisse Bäche im schwäbischen Jura und im Karst, die meilenlang unterirdisch fließen. Plötzlich aber, im dreizehnten Jahrhundert, tauchten die Rumänen wieder auf, und diesmal blieben sie. Seitdem haben sie um sich gegriffen wie eine große Wasserflut, eine schier uferlose Überschwemmung bildend. Sie leben, außer unter eigener, unter nicht weniger als vier fremden Flaggen, aber kein Herrenvolk ist imstande gewesen, sie zu Boden zu drücken. Im Gegenteil: sie drücken auf ihre Herren. Das haben vor allen Dingen die Madjaren gemerkt; dann haben es auch die Russen und die Südslaven spüren müssen. Die Rumänen haben sich lange von den Madjaren an die Wand drücken lassen, aber endlich — seit ungefähr fünf Jahren — haben sie sich aufgerafft. und haben beschlossen, selber angreifend vorzugehen. Leider sind von dem Angriffe auch wir Deutschen betroffen, denn es hat bereits eine leise Rumänisierung der Siebenbürger Sachsen begonnen. Ebensowenig sind die Russen imstande gewesen, die Rumänen in Bessarabien zu verrussen. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit den Volksgenossen des unabhängigen Königreiches ist so rege wie noch nie. Und der Wunsch nach einer Wiedervereinigung ist brennend geblieben.

    …aus: Orient und Weltpolitik

  4. Als Ausläufer einer schon müde gewordenen Welt erscheint um 2000 in Mesopotamien Hammurabi. Sein Gesetz faßt die Gewohnheiten und „Weistümer“ Vorderasiens zusammen. Einzelne Bestimmungen des Gesetzes sind wohl geeignet, Freudenfeuer auch in der Brust heutiger Juristen zu entzünden. So ist darin schon von einer Präklusivfrist die Rede, ferner von der Haftung des Tierhalters. Auch der Begriff der force majeure besteht schon. Der Schutz der Frau ist sehr ausgedehnt. Im allgemeinen ist das Gesetz zwar milde für die Sklaven, aber andrerseits recht kapitalistenfreundlich. So heißt es:

    „Wenn jemand seinen Acker einem Bauern für Zins überlassen, und den Pachtzins erhalten hat, so trifft, wenn nachher Überschwemmung oder Mißernte einfällt, der Schade den Bauern.“

    Eine kranke Frau darf der Mann nicht verstoßen, sondern muß sie unterhalten, solange sie lebt, dagegen darf er eine zweite Frau nehmen. Will dann die erste Frau, wie man wohl begreifen mag, nicht mit der zweiten zusammenhausen, so muß ihr der Mann die Mitgift zurückgeben. Besondere Genugtuung wird die Gegenwart über folgenden Spruch empfinden:

    „Wenn ein Baumeister für jemand ein Haus baut, und seinen Bau so wenig fest aufführt, daß das Haus, so er gebaut hat, einstürzt, und den Hauseigentümer erschlägt, so wird ein solcher Baumeister mit dem Tode bestraft.“

    Hammurabis Staat ist bis ins einzelne gut geordnet. Das alte Reich faßte noch einmal seine Kraft zusammen, um sich im Kampf ums Dasein zu behaupten. Den Verfall konnte jedoch Hammurabi nicht aufhalten. Nach ihm brach das Verhängnis mit voller Macht herein. Eine Völkerwanderung von gewaltiger Wucht und Ausdehnung ergoß sich über ganz Vorderasien und Ägypten. Die Völker gehörten der großen und weitverzweigten Rasse an, die man zweckmäßig die Kas nennt. Ihre heutigen Überbleibsel sind die Tscherkessen und Georgier des Kaukasus, die Basken in den Pyrenäen und die Berber am Atlas und seinem Vorlande. Die eigentlichen Kas besetzten das Zweistromland, die Hethiter errichteten einen Kriegerstaat in Kleinasien und die Hyksos eroberten Ägypten. Alles das seit 1800. Von dem unwiderstehlichen Sturm wurden auch die Vorfahren der Juden mitfortgerissen, deren Stammherr Abraham als Zeitgenosse des Amraphel, das ist des Hammurabi, gedacht wird.

    Abschnitt aus dem Buch: Männer, Völker und Zeiten, eine Weltgeschichte in einem Bande

    http://kunstmuseum-hamburg.de/der-alte-orient-und-griechenland/

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