die zwei weissen Völker! (The two white Nations!)

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Vorwort.

Unsagbar Hartes steht uns Deutschen bevor. Unsere Jugend wird aufwachsen in einem unterjochten Deutschland, in dem fremde Machthaber uns zwingen, ihnen Frohndienste zu leisten. Wir werden erleben, wie die Angelsachsen uns Deutsche über die Achsel ansehen. Selbst Franzosen und Italiener und andere Völker, die geistig, sittlich und körperlich unter uns stehen, werden sich erkühnen, in uns Deutschen die rohen und mit Recht bestraften Barbaren zu sehen.

Ich habe das feste Zutrauen, daß sich unsere deutsche Jugend dadurch nicht irremachen lassen wird. Kühne deutsche Männer und Jünglinge müssen und werden sich auch jetzt dafür einsetzen, daß unser Volk sich nicht in schwächlicher, unfreier und undeutscher Lebens- und Weltanschauung seine Eigenart verkümmern läßt. Der deutschen Jugend in den ihr bevorstehenden Kämpfen mit Rat und Tat beizustehen, ist die Pflicht von uns Älteren. Hierzu gehört, daß wir die Erinnerung an das pflegen, was das deutsche Volk stolz und stark gemacht hat; und an die Taten und Zeiten, in denen es sich als echtes Herrenvolk erwiesen hat.

Zwei Kulturkreise erschlossen sich mir in den 22 Jahren, in denen ich als Seeoffizier unserem Vaterlande dienen durfte: der Kulturkreis des deutschen Offiziers und der des Seemanns. Wenn ich heute, nachdem die Revolution und unsere Niederlage uns Deutschen diese beiden Kulturkreise fast restlos zerschmettert hat, an die Vergangenheit zurückdenke, so tue ich es in dem Gefühl der Dankbarkeit gegen meinen Beruf, in welchem ich die ganze Zeit mit deutschen Männern und Jünglingen zusammen gelebt und gewirkt habe, die kerndeutsch waren und die in Kriegs- und in Friedenszeiten ihre Tatkraft und ihr Leben einsetzten für Deutschlands Größe. Und ich bin meinem Berufe dankbar, daß er mich mit fast allen Völkern der Erde unter Bedingungen in Berührung gebracht hat, die mich stets stolz darauf sein ließen, Deutscher und Seemann zu sein.

Wenn ich jetzt aus der Zeit meines bisherigen Berufes erzähle, möchte ich dazu beitragen, die deutsche Jugend mit derselben Freude an unserem Vaterlande zu erfüllen, die uns deutsche Männer erfüllt hat, bevor wir gegen eine Welt von Feinden unser Schwert ziehen mußten. Und mit demselben Stolze, mit dem wir in dem Gefühle des keinem Volke in irgendeiner Beziehung unterlegenen Volkes vier lange Jahre gekämpft haben und von Sieg zu Sieg geschritten sind, bis wir schließlich zusammenbrachen, als ihrem Wesen nach undeutsche Männer unseres eigenen Volkes uns die Waffen im falschesten Augenblicke aus der Hand schlugen.

Von zwei historischen Begegnungen von Deutschen mit Engländern soll mein Büchlein berichten.

Die erste Begegnung fand kurz vor Ausbruch des Krieges statt und war wie nichts anderes charakteristisch für das Verhältnis, in dem wir Deutsche damals zu unseren jetzigen Todfeinden, den Engländern, standen. Es war im Juni 1914, daß ein großes englisches Geschwader Kiel besuchte. Ich wurde damals für die Dauer der Anwesenheit dieses Geschwaders in Kiel zur persönlichen Dienstleistung bei dem englischen Geschwaderchef, Vizeadmiral Sir George Warrender kommandiert. Ich wohnte in dieser Zeit, in die der Mord von Serajewo fiel, zusammen mit dem englischen Botschafter Sir Edward Goschen und anderen Gästen des Admirals an Bord seines Flaggschiffes „King George V.“ Meine Erlebnisse und Eindrücke in dieser Zeit an Bord des „King George V.“ habe ich unter Benutzung täglich gemachter tagebuchförmiger Notizen unmittelbar nach der Abreise des englischen Geschwaders Anfang Juli 1914 niedergeschrieben.

Die zweite historische Begegnung, von der ich berichten will, war die Skagerrak-Schlacht. Ich hatte in der Skagerrak-Schlacht das Glück, als erster Artillerieoffizier unseres größten, stärksten und schnellsten Großkampfschiffes, des Schlachtkreuzers „Derfflinger“, in das heißeste Schlachtgetümmel hineinzukommen, sämtliche Phasen der Schlacht mitzuerleben und dabei zu der Vernichtung der beiden englischen Schlachtkreuzer „Queen Mary“ und „Invincible“ entscheidend beizutragen. Da es zur Zeit noch keine Darstellung der Schlacht gibt, in der ein Mitkämpfer die Schlacht völlig unparteiisch und frei von den Fesseln der Zensur beschreibt und beurteilt, so habe ich mich bei der Beschreibung meiner Erlebnisse bemüht, die Ereignisse nur vom historischen, völlig unparteiischen Standpunkte zu schildern und die Schlacht, soweit ich sie habe übersehen können, so darzustellen, wie sie wirklich verlaufen ist.

Bevor ich nun diese beiden historisch gewordenen Begegnungen beschreibe,, möchte ich an dieser Stelle noch kurz ein klassisches Beispiel dafür anführen, wie vor dem Kriege trotz allen Neides und Konkurrenzkampfes kein echter Engländer daran gedacht hat, in einem echten Deutschen etwas anderes zu sehen, als einen Vertreter eines ebenbürtigen und stammverwandten Volkes.

Es war im Jahre 1913.

Vor der albanischen Küste lagen Schiffe fast aller Nationen zu Anker. Der Kommandant des deutschen Kreuzers „Breslau“ hatte die Admirale und Kommandanten aller Nationen zu sich zu Tisch geladen. Neben dem deutschen Kommandanten saß der englische Admiral, ringsum zwischen Deutschen und Engländern saßen Italiener, Franzosen, Russen, Spanier, Türken, Griechen und Albaner in buntem Gemisch. Es wurden Trinksprüche ausgebracht. Man unterhielt sich lebhaft in allen möglichen Sprachen über die politischen Ereignisse. Der englische Admiral und der deutsche Kommandant sahen sich heimlich prüfend die Mitglieder der Tafelrunde näher an und tauschten die gemachten Beobachtungen über die verschiedenartigen Völkertypen miteinander aus.

Plötzlich erhebt der englische Admiral sein Glas, sieht dem deutschen Kommandanten scharf in seine blauen Augen und raunt ihm, als die Gläser zusammenklingen, leise zu:

„The two white nations!“ („Die zwei weißen Völker!“)

Blitzenden Auges sahen sich die beiden Germanen an, die Vertreter der beiden größten seefahrenden germanischen Völker. Sie fühlten, daß sie eines Stammes waren, ursprünglich Glieder eines und desselben edlen Volkes!

So und nicht anders fühlten vor dem Kriege alle echten Deutschen und alle echten Engländer!

Und jetzt? Jetzt wagen es das englische Volk und seine Trabanten uns „Hunnen“ zu nennen! Das andere der „two white nations“ gibt unserem edlen Volke, das für Recht und Freiheit, Heim und Herd gekämpft hat, wie noch kein Volk der Welt zuvor, den Namen eines mongolischen Volkes von tiefstem Kulturstand!

Deutsche Männer! Deutsche Jugend! Laßt euch durch solche dumme Unverschämtheiten nicht kränken! Beweist unseren Feinden täglich durch die Tat, daß der Kulturstand unseres Volkes nicht niedriger ist, als der irgendeines anderen Volkes in der Welt. Und sorgt dafür, daß die Welt die Wahrheit erkennt, daß wir den Krieg nicht weniger ritterlich geführt haben als unsere Gegner, die uns nur durch ihre grausamen Maßnahmen zu harten Vergeltungsmaßregeln gezwungen haben.

Text und Bild aus dem Buch: Die zwei weissen Völker! (The two white Nations!) Verfasser: Hase, Georg Oskar Immanuel von.

aus dem Kunstmuseum Hamburg

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