Wie baue ich mein Haus? – Die Stellung des Hauses auf dem Grundstück

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der zukünftige Hausbewohner kommt in der Regel aus der Stadt, und es pflegt ihm zunächst schwer zu werden, sich von den städtischen Vorstellungen ganz zu trennen. Eine dieser Vorstellungen ist die, daß ein Haus vorn an der Straße stehen müsse, und daß die Straßenseite des Hauses gleich seine Wohnseite sei.

So ist es beim städtischen Hause. Dieses muß, als beiderseits eingebaut, und da die Lichtentnahme vom Hof meistens schlechter als die von der Straße ist, notwendigerweise die Haupträume der Straße zukehren. Für das Landhaus sind aber völlig andere Bedingungen vorhanden. Es liegt nach allen Richtungen frei, keine seiner vier Seiten ist gegen die andere im Nachteil. Daraus folgt, daß hier die Möglichkeit gegeben ist, allen Räumen so viel Luft und Licht zuzuführen, als nur gewünscht wird. Es folgt weiter, daß die vier Seiten nach der Verschiedenheit ihrer Besonnung zweckentsprechend ausgenutzt werden können, dergestalt, daß die Räume an die sonnigen Seiten gelegt werden, die die Sonne unter allen Umständen brauchen, und die an die sonnenlosen, die sie entbehren können. Die Besonnung ist nötig für alle Wohn- und Schlafräume, sie ist entbehrlich für die Nebenräume. Ein zweiter, nicht minder wichtiger Vorteil des Landhauses ist der, daß stets eine unmittelbare Verbindung des Hauses mit dem umgebenden Garten hergestellt werden kann. Denn der Garten, das muß festgehalten werden, ist ein unabtrennbarer Teil des Landhauses; ein Haus ohne Garten würde kein Landhaus sein.

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Der wichtigste dieser beiden Gesichtspunkte ist, allen Wohnräumen die Sonne zuzuführen, denn dadurch wird eine gesundheitliche Bedingung von außerordentlicher Tragweite erfüllt. Die Vorstellungen über die Bedeutung der Besonnung sind freilich im Volke noch sehr wenig geklärt. Die Zufallslage der großstädtischen Mietwohnung, die Abgeschlossenheit des Städters von der Natur hat den Sinn für einen allereinfachsten, schon bei den Naturvölkern eingehaltenen Wohngrundsatz verkümmern lassen. Viele Miethausbewohner wissen, wenn man sie fragt, gar nicht, nach welcher Himmelsrichtung sie wohnen. Liegt ihre Wohnung nach Norden, so behaupten sie noch, sehr gern so zu wohnen, da sie damit der Belästigung durch die Sonne entrückt seien. Nun trifft es allerdings zu, daß den der prallen Südsonne ausgesetzten städtischen Räumen, besonders wenn sie an breiten Straßen liegen, während der heißen Sommermonate sehr große Nachteile anhaften. Aber deshalb auch für das ganze übrige Jahr auf die Sonnenbestrahlung verzichten zu wollen, verrät einen bedenklichen Mangel an gesundheitlichem Verständnis. Nur die unaufgeklärten Vorstellungen früherer Zeiten konnten sich hier im Irrtum bewegen, wie denn der große Philosoph Kant sein Schlafzimmer auch am Tage dunkel hielt, weil er der Ansicht war, daß in der Dunkelheit die gesundheitschädlichen Kleinwesen nicht gediehen. Die heutige Gesundheitslehre denkt darüber entgegengesetzt, sie schreibt gerade der Besonnung eine bakterientötende Wirkung zu, so daß die am meisten besonnten Räume die keimfreiesten und damit die gesündesten sind. Jeder Arzt wird heute auf der Stelle erklären, daß die Besonnung eine unbedingte Notwendigkeit für jeden menschlichen Wohnraum ist. „Wo die Sonne nicht hinkommt, kommt der Arzt hin“, besagt ein alltägliches Sprichwort der Bewohner eines sehr sonnigen Landes, nämlich Italiens. Das antike Haus war streng nach den Gesichtspunkten der Besonnung gebaut. Bei den Naturvölkern ist die Rücksicht auf die Sonne die erste für die Anlage ihrer Hütten. Hat man aber schon in sonnenreichen Ländern das Bedürfnis nach Sonne, so sollte sie in unserem viel weniger sonnenbeschienenen und niederschlagsreicheren Lande noch viel höher eingeschätzt werden. Die wenigen Sonnentage unseres Himmelstriches, an denen einmal die Wärme auf höhere Grade steigt, können für eine Anlage nicht ausschlaggebend sein, die allen zwölf Monaten des Jahres gerecht werden soll. Wie erwünscht ist ein Sonnenstrahl im Winter, wie angenehm im Herbst und im Frühling. Es kommt hinzu, daß man sich gerade im Landhause, in dessen Gestaltung man doch ganz frei und unabhängig ist, durch Vorkehrungen besonderer Art gegen die Belästigungen der Hochsommersonne schützen kann. So kann zum Beispiel bei nach Süden gelegenen Schlafzimmern im Obergeschoß ein weit vorspringendes Hausdach die steil einfallende Sommersonne abhalten, während die Frühjahrs-, Herbst- und Wintersonne mit ihrem viel schrägeren Einfallswinkel unbehindert in das Zimmer tritt. Man kann den Dachüberstand genau so groß bemessen, daß die Schatten grenze beim Sonnenhochstand gerade bis zur Fenstersohlbank reicht. Bei den Erdgeschoßzimmern können herausragende Austritte des Obergeschosses als Schutzmittel dienen. In den Abbildungen 45 und 50 ist die Bestrahlung im höchsten und niedrigsten Mittagssonnenstande (für 52 1/2 Breite 61° und 14°) durch Pfeile verdeutlicht. Im Frühjahr, Herbst und Winter wird man, wenn die Sonne bis tief in die Zimmer reicht, gerade in Südzimmern das angenehme Gefühl haben, in einem heiteren, Herz und Gemüt erfreuenden Raume zu wohnen, während Nordräume bekanntermaßen stets etwas Kaltes und Freudloses, ja Niederdrückendes haben.

Steht nun aber der höhere Wert der sonnenbeschienenen Wohnräume gegenüber den sonnenlosen fest, so ist es unbedingt Aufgabe des Landhausentwerfers, schon bei der Stellung, die das Haus auf dem Grundstück erhält, von der bestmöglichen Besonnung auszugehen. Grundsatz ist, die Wohn- und Schlafräume an die sonnigen und die Nebenräume an die schattigen Seiten des Hauses zu legen.

Sonnige Seiten sind Osten, Süden und Westen. Der Grad ihrer Besonnung ist jedoch verschieden, die Südseite hat die meisten Sonnenstunden, die Ost- und Westseite haben eine geringere, dem Zeitmaß nach ungefähr gleiche Besonnung. In der Art sind aber die Besonnungen der Ostseite und der Westseite sehr ungleich. Während nämlich im Sommer die Morgensonne in der durch die Nacht abgekühlten Luft eine nur geringe Erwärmung hervorruft, so daß sie selbst in den heißesten Sommermonaten noch nicht unangenehm berührt, ist die Erhitzung durch die. Nachmittagssonne infolge der schon gesteigerten Wärme der Luft sehr viel stärker. So kommt es, daß die schräg einfallenden, das Auge blendenden westlichen Sonnenstrahlen im Hochsommer zuweilen etwas Unerträgliches haben. Als eigentliche, wirklich gute Wohnseiten bleiben daher nur die Ostseite und die Südseite übrig.

Nun wird es die zufällige Richtung der Grenzen eine3 Südrichtung Baugrundstückes mit sich bringen, daß eine reine Süd-und Ostseite des Hauses nur selten erreichbar ist, zumal die meisten Bauvorschriften eine Lage zur Straßenseite vorschreiben, bei der die Hausseite mit der Straßenseite in gleicher Richtung läuft; eine solche ist meist auch aus städtebaulichen Gründen erwünscht. Es wird also darauf ankommen, als Wohnseiten die zu wählen, die sich der Süd- und Ostrichtung am meisten nähern. Zur Betrachtung der Einzelheiten seien die Grenzfälle einer reinen Südseite und einer reinen Südostseite angenommen (Abb. 51 und 52). Bei der reinen Südrichtung stehen zwei ausgezeichnete Wohnseiten des Hauses zur Verfügung, die Ostseite und die Südseite. Sie genügen fast stets, um alle Wohnräume im Erdgeschoß und alle Schlafzimmer im Obergeschoß dort unterzubringen. Eine Winkelform des Grundrisses mit der Spitze nach außen bringt eine erwünschte Vergrößerung der besonnten Seiten. Bei einem solchen geknickten Grundrisse ergeben sich dann im einspringenden, nach Norden und Westen gerichteten Winkel von selbst die Nebenräume, wie Eingang, Vorhalle, Treppenhaus, Ablage, Abort, sowie die Küche mit den Wirtschaftsräumen. Der andere Grenzfall, der einer reinen Südostrichtung Südostseite, bietet größere Schwierigkeiten. Man hat hier nur eine einzige wirklich gute Wohnseite zur Verfügung, nämlich diese Südostseite. Die Nordostlage ist wegen des sehr geringen Maßes an Besonnung und wegen der gelegentlichen rauhen Winde nicht viel wert, die Südwestlage aber nähert sich schon der Art der während der Sommermonate nicht angenehmen Westlage. Es steht also für die Wohn- und Schlafzimmer, die alle an der einen Südwestseite zusammengedrängt werden müssen, nur verhältnismäßig wenig Raum zur Verfügung, und es wird nur selten möglich sein, wirklich alle Wohn- und Schlaf räume dort unterzubringen. Selbstverständlich müssen dann eben einzelne Räume an die weniger günstigen Seiten gelegt werden. Für einzelne Wohnräume sind aber auch Einschränkungen in der Besonnung zulässig. Als solche kommen in erster Linie das Arbeitszimmer des Herrn, das Bücherzimmer, eine etwaige Künstlerwerkstätte, in zweiter Linie das Eßzimmer in Betracht; die erstgenannten Räume deshalb, weil für sie ein ruhiges, spiegelungsfreies Licht die Vorbedingung ist, das Eßzimmer deshalb, weil es stets nur auf kurze Zeit benutzt wird. Immerhin wird man durch einen Erker, der in das sonnenbeschienene Freie hinausragt, oder durch andere Maßnahmen auch dem Eßzimmer gern, wenn auch nur auf wenige Stunden, die Sonne zuführen. Unbedingt muß das eigentliche Wohnzimmer die Sonnenlage haben. Und noch nötiger ist sie für die Schlafzimmer, am unerläßlichsten jedoch für sämtliche den Kindern gewidmeten Räume. Diese Räume sind es also, die in dem hier betrachteten Falle an die Südostfront gelegt werden müssen. Bei einer schiefwinkligen Lage des Hauses zu den Haupthimmelsrichtungen wird für jeden einzelnen Raum zu prüfen sein, welche Lage für ihn die größten Vorteile bietet.

Unumstößliche Regeln sind natürlich durch die vorstehenden Auseinandersetzungen nicht gegeben. Es sind Fälle denkbar, in denen die allgemeinen Verhältnisse des Bauplatzes eine Abweichung gestatten oder sogar zur Notwendigkeit machen. Wenn der Bauplatz eine Aussicht oder irgendeinen landschaftlichen Reiz nach einer bestimmten, nicht sonnenbegünstigten Richtung hat, wird man dahin nicht ausschließlich Nebenräume legen. Es wird dann der sorgfältigsten Erwägung bedürfen, welche Räume man lieber in den Genuß der Sonne und welche man in den der Aussicht setzen will. Bei solchen widerstrebenden Umständen ist aber vor allem eines zu bedenken: daß eine schöne Aussicht kein Bedürfnis, sondern ein Genuß ist. Das Bedürfnis hat aber stets den Vorrang. Es kommt hinzu, daß eine schöne Aussicht nur um so anziehender ist, wenn sie dem Menschen nicht dauernd vor Augen steht. Den ganzen Tag vor einem anziehenden Landschaftsbilde zu sitzen, würde gegen seine Reize abstumpf en. Es ist jedoch entzückend, beispielsweise während des Essens den Blick in die schöne Ferne schweifen zu lassen. Auch ist das Treppenhaus, besonders wenn man es mit großen Fenstern möglichst offen gestaltet, eine geeignete Stelle, um die Aussicht zu genießen. Man schreitet mehrmal am Tag auf und ab und hat jedesmal einen erfreuenden Blick in die Landschaft; zudem trägt der Genuß auch dazu bei, über die Mühe des Aufsteigens hinwegzuhelfen.

Abgesehen von Sonnenlage und Aussicht sind für die Lage des Hauses, besonders, wenn es sich um einen ganz freien, hochliegenden, großen Bauplatz handelt, noch manche andere Gesichtspunkte maßgebend. Die Zufahrt spielt da zum Beispiel eine nicht unbedeutende Rolle, man muß bequem und mit nicht allzu großen Umständen an das Haus herankommen können. Vor allem aber kommt, wie schon bei den Ausführungen über den Bauplatz hervorgehoben worden ist, der Wind- und Wetterschutz bestimmend hinzu.

Für ein auf der Höhe liegendes Landhaus mit Aussicht ist die Terrasse am Hause ein fast unerläßlicher Bestandteil. Die Terrasse hebt den natürlichen Vorzug des Bauplatzes noch hervor. Auf sie tritt der Bewohner mühelos aus dem Zimmer hinaus, ohne Stufen zu überschreiten, sie ist gewissermaßen eine Erweiterung der Wohnräume des Hauses, sie bildet den Übergang aus dem Hause in die Natur. (Abb. 53.)

Die Stellung des Hauses auf dem Bauplatz ist nicht nur Sonnige Lage für das Haus selbst, sondern auch für den Garten von einschneidender Bedeutung. Der Garten muß sonnig sein, darf also nicht im Schatten des Hauses angelegt werden. Hinter einer Nordwand ist er ziemlich unbrauchbar, es wird sehr schwer sein, den Pflanzenwuchs hier zur erfreulichen Entwicklung zu bringen. Das legt den Gedanken nahe, in einzelnen Fällen das Haus bis an die Hintergrenze ZurüCkiegung zurückzulegen, so daß es den Garten vor sich hat (Abb. 54).

Allerdings ist dann ein längerer Weg von der Straße nach dem Hause damit verbunden, durch den der Garten überdies den Blicken eintretender Besucher erschlossen ist. Gegen den Einblick kann man sich schützen, wenn man den Weg in Form eines Laubenganges anlegt. Aber ein solcher Garten ist dann wirklich nützlich, was bei kleineren Grundstücken, bei denen der Schatten des Hauses einen Nordgarten stets bedecken würde, von größter Wichtigkeit ist. Es erfüllt außerdem die natürliche Forderung, daß sich der Garten den Wohnräumen des Hauses vorlagert und überhaupt dem Hause lebendig angegliedert ist. In Abb. 55 ist das Haus zwar auch von der Fahrstraße weit abgerückt, es ist aber von einem Fußsteig aus erreichbar.

Die beste Auslegung eines Grundstückes wird also im allgemeinen die sein, bei der das Haus möglichst in die Nordwestecke der Baustelle geschoben wird. Dann liegen die Wirtschafts- und Nebenräume an der der Sonne abgekehrten Hausseite nahe an der nordwestlichen Grenze des Anwesens, während sich vor den sonnenbeschienenen Wohnräumen im Osten und Süden die große breite Fläche des Gartens ausbreitet, die ausgezeichnet besonnt ist.

Diese Lage hat noch den Vorzug, daß sich stets ein kleiner Wirtschaftshof an der dafür passenden Stelle gewinnen läßt. Wo die Straße liegt, ist für die Stellung des Hauses auf dem Grundstück ziemlich nebensächlich; auf irgendeine Weise gelangt man von ihr schon an das Haus heran. In den Abbildungen 44—47 (Seite 48) ist gezeigt, auf Beispiele wie verschiedene Weise der Hauszugang erfolgen kann. Das dortige Haus ist, gleichgültig wie die Straße liegt, stets in die Nordwestecke des Grundstückes gerückt. Die Wohn-und Schlafzimmer haben in allen Fällen die Sonnenlage, und der Garten, der sich immer vor den Wohnzimmern entwickelt, hat in allen vier Beispielen die beste Besonnung. Auch die Abbildungen 56 und 57 zeigen das Haus in die Nordwestecke des Grundstückes gerückt. Beide Male handelt es sich um Eckgrundstücke; auf Abb. 56 ist das Haus auf bequemste Weise von der nördlich liegenden Straße zugänglich (der Zugang erfolgt durch einen Laubengang), bei Abb. 57 liegt das Haus in der der Straße abgekehrten Ecke des Grundstückes; es führt ein breiter Zugangsweg dahin. In beiden Fällen ist dem Hause südlich eine mit Blumen bepflanzte Terrasse vorgelagert. In Abb. 57 entwickelt sich über der Terrassenbrüstung eine Pergola, die den erhöhten Blumengarten gegen den Spielplatz und die Spielwiese abgrenzt.

Wie wenig die einfache und selbstverständliche Grundregel der Besonnung des Hauses befolgt wird, das zeigt ein Blick in die Straßen unserer Vororte. Fast ausnahmslos liegen die Häuser vorn am Wege auf gereiht, und immer sind die Wohnzimmer an die Straßenseite gelegt, so daß sich der Garten hinter dem Hause, also am Küchenteil, entwickelt. An der Nordseite einer Ostweststraße z. B. sind dann die Wohnräume sonnenlos, während die Küche der Südsonne ausgesetzt ist. An der Südseite wiederum liegt der Garten im Schatten des Hauses. Die vorstehenden Ausführungen haben aber gezeigt, daß bei einem freiliegenden Hause nichts einfacher ist, als diese Übelstände zu vermeiden und dem Hause unter allen Umständen die gute Sonnenlage zu geben.

Selbstverständlich ist auch mit der allgemeinen Anweisung über die richtige Lage des Hauses keine feste Kegel gegeben. Jeder Fall bedarf der besonderen Erwägung und führt zu besonderen Lösungen. Bei der ersten Entscheidung über die Stellung des Hauses ist übrigens auch der Garten in seinen Grundlinien festzulegen. Ja, die geeignete Stellung des Hauses hängt mit der Gestaltung des Gartens so eng zusammen, daß die Hauslage erst dann als die beste erklärt werden kann, wenn sie auch die besten Bedingungen für den Garten zuläßt. Haus und Garten bilden stets eine untrennbare Einheit. Daraus geht aber hervor, daß die Auslegung eines Anwesens nur aus einem einheitlichen Plane heraus erfolgen kann. Wer diesen einheitlichen Plan erdenkt, der Architekt oder der Gärtner, ist gleichgültig. Es kommt nicht darauf an, auf welcher Schulbank der Betreffende gesessen hat, sondern darauf, was er kann. Grundverkehrt ist das täglich beobachtete Vorgehen, erst das Haus irgendwohin zu bauen, und dann den Gärtner zu holen, der den Garten irgendwie anlegt. Bei kleineren Grundstücken wird wohl meistens der Architekt die Grundanordnungen über beides treffen. In ganz großen Verhältnissen, wo die Auslegung eines Geländes in Gärten und Parks die Hauptsache ist, wird der Gärtner zuerst auf dem Plan sein und dann seinerseits auch die Lage des Hauses bestimmen. Ein guter Weg ist natürlich stets der, daß der Architekt und der Gärtner gemeinschaftlich die Grundlinien festlegen, auf denen sodann der Architekt für das Haus, der Gärtner für den Garten Weiterarbeiten kann.


Text aus dem Buch: Wie baue ich mein Haus? Author: Muthesius, Hermann.

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Siehe auch:
Wie baue ich mein Haus? – Einleitung
Wie baue ich mein Haus? – Die Kostenfrage
Wie baue ich mein Haus? – Die laufenden Ausgaben
Wie baue ich mein Haus? – Das kleine Einfamilienhaus
Wie baue ich mein Haus? – Leben auf dem Lande und Verkehr nach der Stadt
Wie baue ich mein Haus? – Der Bauplatz
Wie baue ich mein Haus? – Architekt und Unternehmer
Wie baue ich mein Haus? – Vorverhandlungen über den Hausplan

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