Brachpieper

aus dem Kunstmuseum Hamburg

Brachpieper, Anthus campésiris (L.)

Den Brachpieper erkennt man an seinem flinken Laufen und seiner fahleren, gelbgrauen oder sandbraunen Färbung, in der die sonst den Piepern eigene Fleckenstreifung auf Rücken und Vorderbrust fast verschwindet. Die eigentümliche Mittelstellung der Pieper zwischen Lerchen und Bachstelzen fällt in den Bewegungen dieses Vogels besonders auf. Nur darin entfernt er sich weit von den letzteren, daß er Wasser und feuchtes Gelände meidet und nur trockenes dürres Brachland liebt.

Name: „Campestris“, seltenere Form für „campester“ = feldbewohnend von „campus“ = Feld.

Vorkommen: Beschränkter als das der beiden vorhergehenden Arten.

Artmerkmal: Größe und fahle, gelbliche Färbung, geringe Fleckung.

Größe: Deutlich größer als Baumpieper, Flügel 84—9,7 cm.

Weibchen: Gleichgefärbt.

Junge: Ganz anders, oben dunkel, hell gesäumt.

Lockton: „Dillem“ oder „didlihn“ oder „wit wit“.

Gesang: Im Fluge vorgetragenes einförmiges „Ziiirr“ oder „Zirluih“ oder „Gridlihn“.

Eier: 4—5 (6), sparsamer aber schärfer gefleckt als andere Piepereier. Mai bis Juli, angeblich eine Brut.

Nest: Aus Halmen, Wurzeln, Moos, Pferdehaaren gebaut.

Nistplatz: An der Erde auf trockenen Blößen.

Nahrung: Insekten, auch kleine Schnecken.

Zug: April, Mai —August, September.

Einzige deutsche Form der Realgattung Anthus Campestris.

Text und Bild aus dem Buch: Die Singvögel der Heimat (1921), Author: Kleinschmidt, Otto.

Siehe auch:
Die Singvögel der Heimat – Einleitung
Haussperling
Feldsperling
Steinsperling
Heckenbraunelle
Edelfink
Bergfink
Kernbeißer
Grünling
Stieglitz
Erlenzeisig
Bluthänfling
Girlitz
Gimpel
Kreuzschnabel
Goldammer
Grauammer
Rohrammer
Feldlerche
Haubenlerche
Heidelerche
Baumpieper
Wiesenpieper
Brachpieper
Weiße Bachstelze
Gebirgsbachstelze
Schafstelze
Rauchschwalbe
Mehlschwalbe
Uferschwalbe
Mauer- oder Turmsegler
Seidenschwanz
Grauer Fliegenschnäpper
Trauerfliegenschnäpper
Zwerg-Fliegenschnäpper
Raubwürger
Schwarzstirn-Würger
Rotköpfiger Würger
Rotrückiger Würger
Steinschmätzer
Schwarzkehliger Wiesenschmätzer
Braunkehliger Wiesenschmätzer
Hausrotschwanz
Gartenrotschwanz
Blaukehlchen
Rotkehlchen
Nachtigall
Amsel
Wacholderdrossel
Misteldrossel
Rotdrossel
Singdrossel
Pirol
Star
Wasserschwätzer
Zaunkönig
Mönch-Grasmücke
Gartengrasmücke
Dorn-Grasmücke
Zaun-Grasmücke
Sperber-Grasmücke
Drossel-Rohrsänger
Teichrohrsänger
Getreide-Rohrsänger
Ufer-Rohrsänger
Seggen-Rohrsänger
Garten-Laubvogel
Heuschrecken-Rohrsänger
Weiden-Laubvogel
Fitis-Laubvogel
Wald-Laubvogel
Gemeines Goldhähnchen
Augenstreif Goldhähnchen
Kohlmeise
Blaumeise
Nonnenmeise
Weidenmeise
Tannenmeise
Haubenmeise
Schwanzmeise
Spechtmeise
Waldbaumläufer
Hausbaumläufer
Seltenere Arten und Ausnahme-Erscheinungen der deutschen Singvogelwelt.
Vogeleier Abbildungen
Schwebende Nestbauten
Rückblick auf das Singvogelleben in der Gesamtheit
Alle Singvögelabbildungen

Ein Ausspruch Kants über den ästhetischen Wert der Singvögel.

Die „Natur, die keinem Zwange künstlicher Regeln unterworfen ist,“ kann dem „Geschmacke für beständig Nahrung geben“. — „Selbst der Gesang der Vögel, den wir unter keine musikalische Regel bringen können, scheint mehr Freiheit und darum mehr für den Geschmack zu enthalten als selbst ein menschlicher Gesang, der nach allen Regeln der Tonkunst geführt wird; weil man des letztem, wenn er oft und lange Zeit wiederholt wird, weit eher überdrüssig wird. Allein hier vertauschen wir vermutlich unsere Teilnehmung an der Lustigkeit eines kleinen beliebten Tierchens mit der Schönheit seines Gesanges, der, wenn er vom Menschen (wie es mit dem Schlagen der Nachtigall bisweilen geschieht) ganz genau nachgeahmt wird, unserem Ohre ganz geschmacklos zu sein dünkt“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.