Trommeln in der Nacht

von H.-P. Schröder

7.

Dies sind die Trommeln in der Nacht. Wer Ohren hat, der hört. Wessen Sinne klar, hell und rein bleiben, der empfindet. Dies sind die Trommeln in der Nacht. Sie verkünden das Gericht. Still am Herdfeuer versammelt, lauschen wir. Tamm, tamm,  zwei Schläge, ein wuchtig rollender Baß, der sich über die Baumkronen ergießt und den Erdboden aufreißt. Das Nachtgetier schweigt, die Fülle der Pflanzen verharrt in Erwartung. Tamm, tamm, von nahen und  fernen Ländern steigt es auf, die Winde bieten ihre Schultern, es segelt über das Meer und tropft aus den Himmeln. Tamm, tamm, zwei Länder, ein Mann, eine Frau, zwei Menschen, zwei Schläge. Trommeln in der Nacht.

Warum schweigen wir ?

 

https://www.youtube.com/watch?v=d0PH_xfhO-g

https://www.youtube.com/watch?v=EVYfiawVEIA

https://www.youtube.com/watch?v=y2Xac42L4Bg

http://ursula-haverbeck.info/

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„Mein Fleisch soll im Rinnstein verwesen, dass eure Idee in den Himmel kommt? Seid ihr besoffen?“

(Berthold Brecht – Trommeln in der Nacht)

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